Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Donnerstag, 4. Februar 1926
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Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. 16. Jahrgang
Nummer 29. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.
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Baldwins großer Tag im Unterhaus.
deren Staaten aber nur Gegenstand von Verhandlungen, bei denen Deutschland letzten Endes recht wenig mitzusprechen hat.
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Soo'idse gegen den Dvrlerbund.
Washington, 3. Februar. (Durch Funkspruch. Amtlich verlautet: Den Anhängern deS Wei schiedsgerichtS gegenüber fürchten die anderen, daß die Vereinigten Staaten durch den Schieds- gerichtshos veranlaßt werden könnten, sich dem Völkerbünde anzuschließen. Präsident Coo- 1 i d g e sei der Anstcht, die Vereinigten Staaten müßten dem Völkerbunde gegenüber weiter eine ablehnende Haltung einnehme», ,a zwischen dem Internationalen SchiedSgerichtsho und dem Völkerbund, der eine politische Organisation bleibt, lein Zusamenhang besteht.
BMerWe Wahrheiten.
Das Unterhaus liest Baldwin den Text.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 3. Februar.
Im Unterhaus stimmte Hurst der Thronrede (f. unten) zu. Im Namen der Arbeitcropposition vermißte C l y n e s wirklich großzügige Pläne. Der Hinweis auf die Abrüstungsfrage ist, so erklärte ClYneS, erfreulich. Man darf fragen, ob England dabei mit gutem Beispiel vorangehen wird. Während der letzten vier Jahren hat es für Rüstungen über 452 Millionen Pfund Sterling ausgegeben; das ist nahezu dreimal soviel, wie für den Unterricht. Cly- nes erklärte weiter, die Stelle der Thronr-de über die freundlichen Beziehunge« zu den fremden Mächten hätte ergänzt werden müssen durch die Worte: „Aber was Rußland betrifft, so verfolgen einige meiner Minister die russischen Vertreter mit höchst bösartigen Beschimpfungen". Die jetzig« Regierung sei der größte Fehlschlag in der politischen Geschichte des Landes. Lloyd George führte aus: Locarno ohne Abrüstung sei eine stählerne Falle mit sehr trügerischen Federn, die eines schönen Tages plötzlich zuschnappen könne. Er bedauerte, daß die Schul- denregelung mit Amerika eine allgenicine Amtk- lierung der Kriegsschulden unmöglich machte. In Sachen der italienischen Schuldenrcgeiung sei der Steuerzahler nicht fair behandelt worden.
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König Kkvrg vor dem Unterbau*
London, 3. Februar. (Pridattelegramm.) In der Thronrede betonte der König die Bemühungen, mit der türkischen Regierung zu einer endgültigen Regelung der t-ürkisch-meso, potamischen Grenzfrage zu gelangen. Der König ging dann auf die WrüstungSkonfe- renz, auf die freundschaftliche Regelung der i t a- lienischen Schuldenfrage und auf dir demnächst stattfindende Arbeitszeitkonferenz ein. In der Innenpolitik müßten die SparsamkeitSmaß- nahmen der Regierung fortgesetzt werden. Die Besserung im Wirtschaftsleben habe durch die Ereignisse im Bergbau einen Rückschlag erlitten.
lers vergößert hätten. Ein Wbänderungsantrag der Arbeiterpartei erklärt, daß das von der Regierung vorgeschlagene Programm nicht dazu angetan sei, die Arbeitslosigkeit wesentlich zu vermindern oder die Jndüstrie zu fördern.
^Wozu dle KomöSle?
Schweden gegen die Rheinbefetzung. (Eigener Drahtbertcht.;
Stockholm, 3. Februrr.
Ein Blatt schreibt zu der Tatsache, daß noch sechzigtoujend Mann im Rheinland stehen bleiben sollen: Man scheint vor allem zu vergessen, daß die ganze R h e in z 0 n e nach dem FriedcnS- vertrage für alle Zukunft unter der Kontrolle vcS Völkerbundes demilitarisiert fein soll. Wenn man daher in Frankreich die Erhöhung der Zahl der Bcsatzungstruppen mit technischen Gründen motiviert und erklärt, man müsse vom L Februar ab nicht bloß am Rhein, sondern auch an den Grenzen der soeben geräumten Zone Wacht halten, so muß man wirklich fragen, gegen wen an diesen Grenzen Wacht gehalten werden soll? Entweder hat der Locarno-Vertrag Frankreich und Deutschland versöhnt, und dann sind die militärischen „Vorsichtsmaßregeln" unnötig und störend, oder aber Frankreich besteht auf dieser „Sicherheit", und dannn ist der Locarno-Vertrag nichts anderes als Blendwerk.
Gebt den Rhein frei!
Eine Stimme aus dem Oberhaus.
(Eigen« Drahtmeldung.»
London, 3. Februar.
Im Oberhaus betonte por der Annahme der Thronrede Lord Salisbury im Namen der Regierung, daß die bevorstehende Beratung über die Abrüstungsfrage nur einen vorbereitenden Charakter trage. Der Liberale Lord Beau- champ forderte die Regierung auf, zu erwägen, ob nicht eine Verkürzung der Besetzungsfristen möglich sein würde. ES sei chwer einzusehen, welchen Vorteil man gewinne, wenn Deutschland in den Völkerbund eintrete, während die Besetzung noch fortdauere.
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Gin Wort der Vernunft au» Japan
London, 3. Februar. (Eigener Drahtbericht.) Ein Blat meldet auS Tokio: Der japanische Premierminister befürwortete in einer Rede die weitere Abrüstung zugunsten des wirtschaftlichen Wiederaufbaus Japans. Der Außenminister betonte im Landtag, Japan würde sich nicht in chinesische Angelegenheiten einmischcn.
Noch nichts verabredet.
Geld und Arbeit,
Wann treffen fich Briand-Stresemann?
(Eigener Drahrberichi.)
Paris, 3. Februar.
Zu der Nachricht, daß Außenminister S t r e • emann in der letzten Februarwoche mit Ministerpräsident Briand in Nizza oder Cannes zusammentressen werde, erttärt Havas: Ueber diesen Plan habe noch kein Meinungsaustausch zwischen Paris-Berlin pattgefunden.
Zweierlei Maß.
Bezahlen wir die Abrüstungszechc?
Die Frage des bevorstehenden Einttitts Deutschlands in den Völkerbund, das Problem der Abrüstung und der Meinungsstreit über die Anzahl der Ratssitze im Völkerbund haben in Genf einen Zwiespalt der Ansichten hervorgerufen, der die Lage mehr als verworren erscheinen läßt. Die beantragte Vertagung der Abrüstungskonferenz scheint im allgemeinen die Billigung der interessierten Mächte gefunden'zu hiwen. Man hat also in Genf Zeit gewonnen, über diesen Fragenkomplex ein Komrvomiß zu finden, das allen Interessen gleich Rechnung tragen könnte. Im Mittelpunkt des Meinungs- Haders steht zurzeit die Frage, ob und wie weit die Anzahl der Völkerbundsratsmitalieder vermehrt werden soll. Da ist es in erster Linie Frankreich, das mit ärgster Energie Wunsch Geltung zu verschaffen sucht, möglichst viel neue Mitglieder in den Rat hineinzubekommen. Der Grund zu diesem französischen Vcr. langen ist recht durchsichtig. In dem Eintriti Deutschlands in den Völkerbund und in dem neuen deutschen Völkerbundsratsmilglied erblickt die französische Regierung eine Gefahr, die M unmittelbar gegen ihre in der letzten Zeit verfochetnen ausgesprochene Machtpolitik wendet. Man ist allem Anschein in Paris der Ueberzeugung, daß es dem deutschen Einfluß in Genf N'chr schwer fallen könnte, kräftigste Uit. tersrntzung des deutschen Standpunktes oei der- schiedenen anderen Völlerbundsmäckten zu finden. Die Gefahr des Entstehens einer anti- französischen Völkerbundsgrupve hossi Paris dadurch zu beseitigen, daß es versufai, de» Rai um soviel dem französischen Regime geneigten Persönlichkeiten zu erweitern, um allen neuen Kombinationen gewachsen zu sein.
Die Bemühungen, Polen einen Rarsitz zu verschaffen, sind tieianni. Bis jegt glauote man annehmen zu dürfen, daß England oieien sran- zojrscyen Bestrebungen tune allzu groge Shm- pathie entgeenbiacgte. London soll aoer zu ver- fleyen gegeben ya-oen, Polen tonne bei seiner Bitte um einen ständigen Sitz im Vöbtervunos» tat nicht auf die Unterstützung Englands rechnen, faus es seine Ruüjlungen soiven reouziere, wie Polen angeblich zurzeit beabsichtige. Diese englische Haltung smoe ihre Begrünoung in der russischen Gefahr, die England durch die Weltmachiambitionen der Sowiets drohe. Das Foreign Office dementiert zwar diese Nachricht auf das entschiedenste, es sieht jedoch ,est, daß im gegenwärtigen Augenblick die Frage der neuen Ratssitze Gegenstand sehr ausgiebiger diplomatischer Erwägungen zwischen den Bol- kerbundsmachten ist. Da die Ansichten der einflußreichsten Leure sich in dieser Frage auf das entschiedenste wider,i-rechen, jo durflen die Bemühungen jetzt dahin lausen, wieder einmal ein Kompromiß zu finden. Kompromisse sind immer ein zweischneidiges Mittel, sie sind ein Ver- legenheitsprooukt, das keinem gerecht wird und letzten Ebnes schließlich aus Kosten eines Dritten abgeschlossen wird. Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß Kompromisse der Weltmächte stets auf Rechnung Deutschlands formulier! wurden. So kann man sich auch jetzt nicht der Befürchtung entziehen, daß in der Frage der neuen Ratssitze von den Ententemächten eint Formel gesunden wird, die den Interessen des deutschen Volkes direkt zuwiderläust.
Ein Pariser Blatt hat kürzlich verkündet, daß die Abrüstung Deutschlands mit der Abrüstung der Vereinigten Staaten und Sowjet- rußlandS nicht verglichen werden könnte, denn diese Länder hätten das Recht, ihre Verteidigung nach eigenem Gutdünken zu organisieren, während die Rüstungen Deutschlands durch den Vertrag von Versailles endgültig begrenzt seien. Wenn Deutschland die These aufstelle, die alliierten Mächte müßten in gleichem Verhältnis wie das Reich abrüsten, so habe diese Tbese keine Grundlage. Diese Worte schaffen ein reckt kla- res Licht. Deutschland ist also nach sieben Jahren Frieden genau noch dasselbe versklavte Land wie zurzeit des Waffenstillstands-Abschlusses. Deutschland hat die Pflicht, sich wehrlos zu halten. Den anderen aber ist es freigestellt, die Abrüstung nach eigenem Gutdünken oder überhaupt nicht zu betreiben. Wie verhält sich diese so offen verkündete französische Ansicht mit dem so oft und so überschwenglich gepriesenen Geist von Locarno, der besagt, daß es keine Sieger und Best eg te mehr gäbe, sondern daß alle Nationen als gleichberechtigte Staaten das Recht hätten, über sich selbst im Interesse des Weltfriedens zu bestimmen. Die Abrüstungskomödie lehrt, daß die Wehrlosigkeit Deutschlands Voraussetzung ist, die Abrüstung der an»
Baldwin fühlt England den Puls.
Baldwin erwiderte im Unterhaus auf die frage Lloyd Georges, welches die Regierungen eien, die den Aufschub der Abrüstungskonferenz wünschten, Frankreich, Japan, die Tschechoslowakei und Italien. Bezüglich der aeplanten Konferenz über die Arbeitszeit erklärte er, daß beste Mittel zur Aufrechterhaltung des Lebenstandards der Arbeiter würde eine zunehmende Uebereinstimmung der Arbeitszeit in den wick- tiffflen produzierenden Ländern fein. Man hoffe, in London über die Arbeitskonventton von Washington eine Uebereinstimmung herbeizuführen, die eine Ratifizierung ermögliche. Großbritannien könne sie aber nicht ratifizieren, bevor es sicher sei, daß aBe Beteiligten in ihrer Auslegung übereinftimmen. Die Kohlensubvention werde fich, wie zu erwarten «ehe, bis Dütt beträchtlich vermindern. Amerika würde einer Annullierung sämtlicher Kriegsschulden niemals zugestimmt haben. Bei der Fundierung der italienischen Schulden fei Rücksicht genommen worden auf die Zahlungsfähigtelt Italiens und auf die Freundschaft mit diesem Lande.
(Sin langes Sündenregister.
London, 3. Februar. (Eigener Drabtbericht.) Ein liberaler Nachtrag zur Thronrede bedauert, daß die leichtsinnige Behandlung der Finanzlagen durch die Regierung, ihre Versuche, nach und nach eine Schutzzollpolitik einruführen, und ihre Behandlung des Problems der interalliierten Schulden die Schwierigkeiten des Landes verschärft und die Last des Steuerzah-
Srnmer tiefer ins Eiend.
Wachsende Konkurse und Geschäftsaufsichten. (Eigener Drahtbertcht.,
Berlin, 3. Februar.
Laut Statistik wurden im Januar d. I. durch den Reichsanzeiger 2092 neue Konkurse — ohne die wegen Maffenmangelö abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 1553 angeordnete Geschäftsaufsichten bekannt gegeben. Die entsprechenden Zahlen für den vorig. Dezember stellten fich auf 1660 bezw. 1388.
Mit klingendem Gviel.
Leutnant, Zivilist und FlotleMed.
(Privat-Telegrcmm.)
Berlin, 3. Februar.
Bor einigen Tagen war in Berlin ein Straßenpassant, der den sührenven Offizier einer Reichswehrabteilung, darauf hingewiesen hatte, daß daS Spielen des LiedeS „Stolz weht die Flagge Schwarz-weitz-rot" in Widerspruch stehe zu den Farben der Republik feftgenommen und nach der Kaserne geführt und nach einer Vernehmung freigebigen worden. Laut Pressenotiz wurde nun gegen den Offizier ein Ermittelungsverfahren wegen Freiheitsberaubung und Amtsanmaßung ein geleitet, mehrere Zeugen wurden vernommen. Auch das Reichswehrmi- nifterium hat eine Untersuchung eingeleitet.
Die Welt In Flammen.
Wie wird sich der nächste Krieg abspielen?
Phantasie und Wirklichkeit lassen den ZntuuftS- krieg in grauenhafte« Farbe« erscheine«. Hoffen wir, daß die folgende» Belrachtu«ge» eines Wiener Blattes aus lange hinaus oder für immer nut ei« Schreckgefi-e«st bleiben.
Der Krieg von 1914 bis 1918 wurde entschieden durch die Waffentechnik und Chemie überlegener Gegner. Deutschland war siegreich durch Tapferkeit uns Technik bis in die letzten Monate. Es mußte unterliegen, als ein stärkerer Gegner, Amerika, mit frischen Kräften und moderner Technik ihm gegenübertrat. Die Urprodutte der Technik waren es, die den Jnduftrie- staaten es ermöglichten, ein so gewaltiges Aufgebot von Kräften aufeinanderprallen zu lassen, wie wir es in den letzten Jahren erlebten. Vor allem war es die Kohl-, die hier ihre Mitwirkung gab. Die Kohle war die immerwährende Energieerzeugerin, die Lokomotiven heizte, die Stahl und Eisen zerkaute, die Schienen streckte, auf denen sich die unendlich langen Eisenbahnzüge im sausenden Tempo fortbewegten und Millionenheere binnen kurzer Zeit beförderten. Die Kohle gab Pulver, Kohle gab die Waffen, goß Kanonenmetall, lieferte Oel für die Unterseeboote, Automobile und Luftschiffe. Niemals wäre ein Zeppelin entstanden, wenn die Kohle nickt vorhanden gewesen wäre, kein Aluminium ohne Elektrizität, kein Wasserstoff zur Füllung von Ballonhüllen ohne Kohle. Niemals wäre es möglich gewesen, die gepanzerten Sie« senozeanschifse herzustellen und sie in Betrieb zu halten, wemt es keine Kohle gegeben hätte. Niemals hatte der Welttrieg seine todbringende Gewalt durch Miriarden von Geschossen in diesem Maße, wie wir es erlebten, ausüben können, wenn die Kohle ihre Energien nicht hätte entfallen können. Niemals wäre es möglich gewesen, die unheimlichen Sprengmittel und Gase im Kriege zu verwenden, wenn der Chemie nicht die Kohle zur Verfügung gestanden hätte. Mehr noch als in der Vergangenheit wird der Krieg der Zukunft nicht nur ein Krieg um die Kohle sein, sondern auch ein
Krieg mit der Kohle und den Energien, die man aus der Kohle gewinnt. Erfindungen, welche der Mensch zu seiner Verteidigung machte, lassen sich nicht in dar Reich der Vergessenheit zurückdrängen. Mit der Intensität des Lichtes breiten sie sich aus und werden Allgemeingut trotz Verbot und Völkervereinigung. In London wurde kürzlich eine neue Tankart vorgesührt, die in der Stunde fünfzehn Meilen, das ist fünf mal mehr als während des Krieges, zurüalegen konnte. In Zukunft wird man beim Anlegen von Schützengräben neue Methoden anwenden. Riesenhafte Pflüge werden das Erdreich durchwühlen und binnen kurzer Zeit Laufgräben von großer Tiefe schaffen. Zur Sprengung wird man nicht mehr Dynamit verwenden. Das Lagern von großen Mengen Sprenamitteln hat sich bei Flugzeugangriffen im letzten Kriege nicht bewährt. Man wird in Zukunft mit Patronen arbeiten, die mit flüssiger Luft gefüllt sind. Diese Sprenggattung bedeutet eine viel grössere Sicherheit, schon allein deshalb, weil die Pattonen erst unmittelbar vor dem Gebrauche brisant gemacht werden und in diesem Zustand nur kurze Zeit brauchbar find. Ungeheure Felsmassen können ayf diese Weise binnen kurzem beseitigt werden. Ausruhr in den Städten wird im Zu- kunstskrieg unbekannt fein. Der
Polizist der Zukunft wird, wie amerikanische Blätter Voraussagen, ganz und gar Maschine sein. Sie enthält alles, was zur Fortbewegung und zum Angrisf notwendig ist: Radio, Antenne, Kontrollanlagen, Tränengas, Raupen zum Fortbcwegen. Wer will es wissen, ob bei dem steten Fortsckreiten der Erforschung der elektrischen Kraft und der Luft es nicht eines Tages möglich ist, auch künstliche Blitze berzustellen, die man auf Munition-- und Lebenmittellager der Feinde schleudert. Durch große Voltladungen ist es heute schon möglich, künstliche vuboratoriumsblitze von mehreren Millionen VE'mnd in beträchtlicher Länge herzustellen. Eine ungeheure Bedeuttmg wird im kommenden Kriege die Luftschifffahrt haben. Amerika ist hier führend. Ein amerikanischer Ingenieur sagte kürzlich: ES wird keine zehn Jahre mehr dauern, so werden wir Flugzeuge von hunderttausend Tonnen Bruttogewicht haben. Diese Maschinen werden Stahlmonoplane fein, von einer Flugweite von zwcihundertzwanzig Fuß und einem Rumpf von ung-fähr sechstausend Quadratfutz. In den beiden dicken Flügeln werden die Maschinen untergebracht fein, von denen jede etwa fechstaufcnd PS. entwickelt. Sobald ein solcher Apparat in der Lust ist werden sechzig Proz nt der vollen Maschincnkrast genügen, um dem Flugzeug die