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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 50. Einzelnummer IN Pf. Sonntags 15 Pf.

Sonntag, 28. Februar 1826

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

16. Jahrgang

Gräbt sich Chamberlain selbst das Grab?

Flaggen halbmast!

Ein teures Vermächtnis an die Lebenden.

Nun schweigt ihr zornigen, grollenden Stim-

Niemals wird das Reich zelftöret.

Die Reichsregierung spricht zu uni durch den Muud der Toten.

men in den Parlamenten, verstummt ihr Volks­redner, Demagogen und Parteiapostel, so gut Jhr's meint, senkt die Fäuste, Knüppel und Standarten, Ihr Unduldsamen und Ungedul­digen in allen Lagern, laßt uns die Feder, Ham­mer und Spaten, Pflug und Fidel, Bücher und Nadel für diesen Tag beiseite legen, Freunde, so sehr die Arbeit drängt und die hungrigen Mäuler warten. Laßt uns die gramumflorten Häupter neigen vor denen, die uns Freund und Bruder, Gatte, Sohn und Geliebter waren, an deren Millionen Leibern eine Hölle von Eisen, Gift und Feuer zerspellte, und die nun im Schlamm von Verdun oder Den Sümpfen Ruß­lands, in der Kreide der Champagne oder den Felsengräbern des Eisernen Tors, im brennen­den Wüstensand oder den kühlen Fluten des Skagerrak und der Falklandinseln, modern und bleichen, nur damit die Fluren der Heimat grü­nen und kein blutiger Schein die geliebten Seelen schrecken sollte. Kein deutsches Herz diesseits und jenseits der Grenzpfähle, das morgen nicht im Geist vor einem schlichten Kreuz oder einem Blumenhügel der Heimat in Ehrfurcht kniet und betet, wenn im Wind die Fahnen leise halbmast knattern und von der Saar bis zur Memel die eherne Totenklage von den Türmen dröhnt. Jäher noch mag die Träne jenen Frauen und Müttern quellen, die ein schmerzlich-stolzes Lächeln unter dem Blumen­helm zum letztenmale grüßte, um dann vom Graus der Schlachten spurlos, zerfetzt, namen­los verschlungen zu werden ... Kein Mund hat noch das heroische Schicksal dieser Unbekannten gesungen, kein Denkmal kündet, wie längst bei allen anderen Völkern, ihren Ruhm.

Wir Ueberlebenden aber, dem grausigen To­desappell immer wieder entronnen, wollen nun, das sei Euer letztes heiliges Vermächtnis, durch Taten für Euch zeugen und in vorderster Friedensfront das Werk vollenden, wofür Euer Herzblut floß: Die Wiederaufrichtung eines freien, geeinten, glücklichen Deutschland, das einst wuchtiger und unzerbrechlicher den Stür­men trotzen soll, als es das hinweggeblasene alte tat. Freilich, noch steht nach acht Frie­densjahren kaum das Gerüst des Baues; immer wieder stürzen die Balken um, kein Dach, kein Herd, kein Schmuck, keine Liebe, kein Brot in der zugigen Behausung; Zank, Neid, Nieder­tracht und grenzenloses Elend unter Bewohnern und Arbeitern. Und draußen die schweiß- und blutgedünkten Felder und ©entarten zertram­peln die fremden Schmarotzer und sind um Aus­flüchte nicht verlegen, wenn man sie an ver­briefte Rechte und beschworene Verträge ge­mahnt. Doch lassen wir uns durch die ver­zehrende Erinnerung an verlorene Provinzen, abgesprengte Volksteile, erpreßte Milliarden, erdrosselte Verkehrs- und Wtrtschaftsadern, las­sen wir uns nicht Mut, Trost und Zuversicht, die auf den Altären der Gefallenen flackern, durch tote Trauer und haßerfüllte Grübelei ver­dunkeln. Jener Geist der Opferbereitschaft von 1914, der unser größtes Erlebnis brüderlichen Ei: ' hens an der Front und in der Heimat, und der Auferstehung aus Schmach und Schan­de, die unsere unsterbliche Leistung waren er wird wieder wie eine Flamme der Erleuch­tung in uns fahren, diesmal zum friedli­chen Einsatz des geschlossenen Volkswillms für die Freiheit und Ehre des deutschen Stammes (die LkriegSswuldlüge brennt uns wie ein Skla- venzeichen., für den Zusammenschluß Der be­drohten Weltwirtschaft und gerechten Äachi- v^rte'lunq nach außen und kameradschafrl che Verständigung sowie sozialeren Ausgleich der muieiiellcn und geistigen Interessen nach innen.

Denn so wahr die winterstarre Erde sich fetzt zum millionstenma! verjüngt, duftet und grün« mit Knosp !umen in Busch unD Feld,

so selig sie atmet und erschauert im Liebesttaum der Fruhlingsglut. so ewig die hessischen Beige blauen im schimmernden Sonnendunst, so ge- w.ß wird sick' der deutsche Antäus gestählt w'.f- rlchten aus dem Staut- der Gegenwart, wird die Welt bmutb tu mit dem un.-:-chop?t.ch n Reichtum seiner Seele und sie dem Ziel der ger-

Berlin, 28. Februar. (Privaitelegramm.s Aus Anlaß des morgigen Volkstrauertages wird folgende amtliche Kundgebung erlassen. In stiller Trauer gedenkt das deutsche Volk am heu­tigen Tuge seiner Brüder, die in dem größten aller Kriege ihr Leben gaben für die Vrrtei- diFung der Heimat. Für uns sind sie in den Tod gegangen. An den Gräbern unserer Ge­fallenen, die sich für uns alle opferten, soll die Zwietracht schweigen. Mahnend steht vor unS das deutsche Leid, das heilige Opfer bei im Kriege gebliebenen, die starben, damit Deutsch­land lebe. Aus dem Leid wuchs immer des deutschen Voltes höchste Kraft. Wenn heute die FlaggLN halbmast wehen, wenn große Scharen sich zu würdigen Gedächtnisfeiern still ver­einen, soll der Entschluß in uns sich festigen, im Glauben an Deutschland das Wort zu vor­wirtlichen:

Nimmer wird das Reich zerstöret Wenn ihr einig seid und treu!

Der Reichspräsident: von Hindenburg, Die Reichsregierung: Dr. Luther.

¥

All den Tausenden Ausländsdeutschen, die unter unsäglichen Schwierigkeiten auf jedem

Weg und auf jede Weise es versuchten, sich der Heimat zur Verfügung zu stellen, ist noch nicht der gebührende Dank entgegengebracht wor­den. In die Feier am Volkstrauertag ein Ge­denken der Ausländsdeutschen einzuschließm, die im Kriege gefallen stnd, würde wenigstens den Hauptteil dieser Dankesschuld abtragen.

Gouverneur Dr. Schnee, (Präsident des Bundes der Ausländsdeutschen.)

Das 2tatcrlan6 flfrtr die Startet

Eine Mahnung zum Trauertag.

Die Ehrfurcht gegen die Toten soll da8 ganze Volk am allgemeinen Trauertag zusammenfüh­ren im Gedanken an die, die für uns gefallen sind, damit wir leben. Es sei auch ein Tag des Besinnens, daß die nationalen Güter höher stehen als parteipolitische Ziele und daß die erste Pflicht heißt, sich zu der Bolks- g e s a m t h e i t zu bekennen, zu der man gehört.

Oberbürgermeister Mitzlaff.

Deutscher Städtetag.

stigen Vollendung, innerer Schönheit und äuße­rem Glück ein gut Stück näher führen. Dei n so lautet des Dichters Mahnung u. Bekenntnis:

Die großen Taten wollen große Erben, Ihr Todesmut will unfern Lebensmut, Ihr ungemeines opferndes Verrichten Bewirkt ein neues Maß für unsere Pflichten, Und wehe dem, der dann nicht liebt und tut.*

F. R.

Tritt Chamberlain zurM?

Er geht mit gebundenen Händen nach Gens.

(Eigene Drabtmeläung.)

London, 27. Februar.

Jrn Unterhause werden am Montag ein Kon­servativer und ein Liberaler Anfragen an den Premierminister bezüglich des Bölkerbundrates richten. Am Dienstag wird Macdonald um eine Erklärung der Regierung ersuchen und wenn diese nicht als befriedigend betrachtet wird, wird die Opposition wahrscheinlich auf eine Erörterung am Donnerstag dringen. Man soll sogar in den Wandelgängen von der Mög­lichkeit eines Rücktrittes Chamber- lains sprechen. Ein politischer Berichterstat­ter erklärt mit Bestimmtheit, daß Chamberlain ohne Rücksicht darauf, wie seine persönliche An­sicht über diese Frage lauten sollte (und es sei bekannt, daß diese sich nicht ganz mit der seiner übrigen Kollegen deckt) nach Genf gehen werde, mit klaren Anweisungen des Kabinetts, wonach es im gegenwärtigen kritischen Moment wesent­lich fei, daß den Wünschen Deutschlands volle Beachtung geschenkt werde, wenn nicht das in Locarno und London voll­brachte Werk zerstört werden solle.

Noch nicht genugKandidaten

Auch China und ... Persien erheben Ansprüche.

(Eigene Dradtmelvung.)

London, 27. Februar.

Ein diplomatischer Berichterstatter meldet: Richt nur die chinesische, sondern auch die persi­sche Regierung haben je einen ständigen Ratssitz verlangt für den Fall, daß ein solcher anderen Ländern außer Deutschland gegeben werde. Un­ter den Mitgliedern aller Parteien des Unter­hauses herrsche einiges Unbehagen, so äußert sich ein anderer, wegen der Politik der Regie­rung und fügt hinzu, die Regierung sei nicht für die Gewährung eines ständigen Ratssitzes an Polen. Ein anderer Berichterstatter schreibt, daß der Hag einer Bermehrung der Mitglieder des Rates äußerst ungünstig gegenüberstehe, be­sonders weil eine geringere Anzahl von Mit­gliedern die beste Gewähr für Eirttzimmigkeit biete. Finland habe dieselbe Meinung ver­treten wie Schweden, Norwegen und Holland. In Tokio warte man darauf, in welchem Sinne die Entscheidung in verschiedenen andern Haupt­städten, namentlich London, fallen werde.

Heraus mit der Sprache!

London, 27 Februar. (Privattelegramm.) Chamberlain wurde aufgefordert, vor seiner Abreise nach Gens noch eine Ansprache im Par­

lamentsausschuß für Böllerbundsfragen im englischen Unterhause zu halten.

Spanien fühlt sich würdig.

Ml^rid, 27. Februar. (Eigener Drahtbe­richt.) In der Königlichen Akademie wird mor- gen eine Versammlung zur Unterstützung des spanischen Anspruchs auf einen stündigen Aats- sttz stattfinden. Führende Persönlichkeiten wer­den über die soziale und politische Arbeit Spa­niens im Völkerbund und seine politische Be­deutung sprechen. Auch Primo de Rivera hat erklärt, die spanische Regierung vertrete fest ihren Standpunkt für einen ständigen Sitz im Bölkerbundsrat.

<£in rätselhafter Fall.

Ein Richter, der sich selbst bestiehlt ?

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 27. Februar.

Bei einem gegen den Landgerichtsdirektor Jürgens eingeleiteten Verfahren handelt es |.d) laut Pressenotiz um folgende Vorgänge. Bei Jürgens wurde im Juni 1925 während sei­nes Ferienaufenthaltes in Kolberg im Hotel­zimmer ein rätselhafter Einbruch verübt, bei dem nach feinen Angaben wertvolle Sapnuck- sachen seiner Gattin im Werte von etwa acht- zehntlMsend Mark gestohlen wurden. Jürgens wurde von einer Reichsversicherung der Verlust ersetzt. Im Spätherbst erfolgte ein zweiter Ein­bruch in der Stargarder Wohnung. Da bet diesem Einbruch auch wichtige politische Akter, abhanden gekommen waren, hielt man die Tu für einen Racheakt linlsradikaler Kreise, deren Hatz sich Jürgens durch verschiedene Kommuni- ^n-Prozesse zugezogen hatte. Auch bei diesem zweite Einbruch hastete eine Versicherungsge­sellschaft, die jedoch den Fall der Kriminalpolizei übergab. Jürgens soll durch die Inflation fein ganzes Vermögen verloren, feinen Haushalt aber nicht auf feine nicht allzu beträchtlichen Dienstbezüge eingeschräntt haben.

Mächte der Tiefe.

Eine neue Wendung im Völkerbundskandal.

(Eigener Drahtbc-tcht.)

London, 27. Februar.

Ein Berichterstatter bringt zum Ausdruck, die Völkerbunüsverschwörer gegen Deutschland hätten eine neue Taktik angenommen, nach der Spanien anstelle Polens ständiges Mitglied des Rates werden solle, während Po­len als nichtständiges Mitglied an die Stell: Spaniens rücken würde. Das Blatt spricht in seinem Leitartikel von einem i n t e r n a t io n a- len Skandal. Tas ganze Manöver hätte schon ein unrühmliches Ende nehmen können, wenn es nicht von Chamberlain von neuem aufgewiegelt worden wäre. Das Blatt tritt mit besonderem Nachdruck dafür ein, daß eine Aenderung des Bölkcrbundsrates nicht vor Sevtember erwogen werden soll. Gestern sand im Unterhaus Kabinettsrat statt.

Sie fielen für uns.

Zum Nationaltrauerlag unserer Gefallenen.

Durch deutsche Gaue und Stämme zieht heute ein ernstes Gedenken. Denn wer steht heute ohne Totenklage da, um den Freund, um den Bruder, um den Sohn, um den Gatten, um den Vater? Hat die furchtbare Katastrophe nicht uns alle getroffen und nicht jedem die Kreise seiner Lieben gestört, ja, einen Teil seines Selbst genommen?

Wer aber heute in die deutsche Seele schauen könnte, der würde allenthalben einen Kampf der Gefühle sehen, ein Schauspiel seltsamer Zer- rissenheit eines leidenschaftlich durchwühlten Volkes! Mit dem Leid um die Entrissenen kämpft der Stolz aus die Helden, der Hader mit einem brutalen Geschick, das Haßgesühl, das auf Rache sinnt! Neben den Trauernden werden die Feiernden stehen, neben den Stillen die Lärmenden, neben den Betenden und Opfern­den die Fluchenden und Hassenden. Auch das ist menschlich und doch auch wiederum ein be­drückendes Kainszeichen, daß die furchtbare Heimsuchung, die über uns gekommen ist, nicht ein Volk gesunden hat, das aus seiner Prü­fung größer und geeinigter und befreiter und geläutert hervorging.

Und doch nur dieses, nur diesen Dienst schulden wir den Mahnenden, die für Deutsch­lands Recht und Wurde und Freiheit einst da­hingegangen, in der Blüte ihrer Straft und Hoffnung. Sie waren die Besten unseres Stammes, mit ihnen sank ein unwiederbringli­ches Gut an nationaler Lebenskraft und Zu- kunstswerte in fremder Erde. Für immer da­hin? Wer mag die Schicksalsfrage beantworten? Lchande über ein Volk, das seine gefallenen Hel­den nicht ehrt. Aber größere Schande über das Voll, das sie ehrt aus unrechte Weife, sodaß dieser Tag der grauer und der Huldigung in Wahrheit ein Tag der Heuchler und des Fre­vels und des Aergernisses würde.

Unsere Unvergeßlichen, die draußen ringsum in aller Welt unter schlichtem Grabmal oder auf dem Meersgrund ruhen, sie, die als Vorbil­der deutscher Treue und Opserstärke vor unserem Geiste heute stehen, sie, die mit ihrem Leben zahl­ten für Volk und Land, ihnen wäre nicht Ge­nüge getan mit donnerndem Salut, mit wehen­den Wimpeln, sie stehen als Warner und Mahner vor unserem Geschlecht. Und nur dies eine heischen sie mit herbem Ernste, daß wir und die späteren Geschlechter um den vollen Sinn ihres Opfertvdes uns mühen und ihn uns stets gegentoärteg halten! Nicht Opferwille, nicht Pflichttreue, die sie mit ihrem Blute besie­gelten, enträii ein das Geheimnis ihrer Größe ganz, sondern jene Geistesverfassung, die von alldem die Wurzel war: Sie waren noch die Herren des Idealismus, der an höhere Mächte glaubt und für Ideen sterben kann.

Wie beschämen sie das materialistifche Ge­schlecht der Zurückgebliebenen, das sich den Mächten von unten verschrieben hat und der Kräfte von oben glaubt entraten zu können! Weder die Mächte des Kapitals, der Massen­organisation, noch die Mächte der Technik und der Kulturgemeinschaft von Wissenschaft und Kiinst können im Ansturm der nationalen Lei­denschaften und Begehrlichkeiten standhalten und zur innigeren Befreundung der Bevölkerung und tieferen Einigung der Menschheit führen. Nicht von unten her, aus der Materie und den Trieben, nur von oben her, aus dem Geiste, aus der Liebe, aus Gott, kann Genesung kom­men, das rufen alle die Enttäuschungen der letzten Jahre jedem Menschenherzen und jedem Volke zu. Alle Jnteressenverwebungen. alle Verträge, so reich und fein sie auch immer ab» gefaßt sein mögen, werden niemals wahrhaft einend und von innen her sammelnd auf die Menschhett wirken, sondern sie nur noch weiter teilen und trennen, so langem sie nicht von dem Geiste der Liebe ' durchdrungen sind. Würde dieser Geist der Nächstenliebe wieder die Seele der Nationen, bann schiede der Krieg und lebe Gewaltlösuna ans bem Streife der Möglichkeiten bei Völkerzwisten es verstummte di- Anklage der Witwen und Waifen unt^ Ver­stümmelten, es entschiede die Stimme ber Vernunft und nicht der Wahn erhitzter Ge­müter, es gäbe Treue und Glauben und Hei­ligkeit der Verträge Und Segen brächte über die zerrissene Menfchheit jener wahre Friede, her mehr noch als eine Sache der Liebe, eine Gerichtiakeit ist

Das ist die Mahnung unserer gefallenen Brü­der. Aus der Erde herauf, wie es beim Pro- bbeten heißt, reden sie, und aus dem Staub ver­nimmt man ihre Stimme lJs. 29, 4): Gehe mein Volk, tritt in deine Gemächer, die Erde