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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hesstsche Abendzeitung

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Nummer 123. Amtliches Organ der Stadt Kaffel______Sonnabend, 29. Mai 1926 Amtliches Organ der Stadt Kassel 16. Jahrgang

Polens Gchicksalstag steht Vor der Tür.

en

denziöse Behauptungen weite Kreise

*

Diese Wahnsinnstat, anders kann man Millionenlage wohl nicht nennen, ist nur ver­ständlich, wenn man sie als Abschluß einer Rei­he tragischer Geschehnisse betrachtet, die zum Aussterben eines deutschen Fürstenhauses führ­ten. Denn der letzte männliche Strelitzer, der

Weltkrieges wurde er, der als Sohn einer rus­sischen Großfürstin seinen Wohnsitz in Peters­burg hatte, russischer Staatsangehöriger. Als General des Zaren kämpfte er gegen Deutsch­land, floh bei Ausbruch der russischen Revoluti­on in den Kaukasus und kam von dort nach mancherlei Irrfahrten in die dänische Haupt­stadt, wo er mit seiner Schwester von den Ein­künften seiner großen in Mecklenburg-Schwerin gelegenen Herrschaft Remplin lebt. Schon bei seinem Sohn dem Großherzog Friedrich Wilhelm begann das Verhängnis der Mecklen- burg-Strelitz'schen Familie. Als junger Mensch wurde er blind. Freilich entschädigte das Schick­sal ihn, der ein erbitterter Gegner Bismarcks war und so treu zu seinem Verwandten dem Welsenkönig hielt, daß er 1866 beinahe sein Land verloren hätte, durch äußere Glücksgüter. Spar­sam, ja geizig, häufle er

Wah fieber- in polen.

Noch kein Gegenkandidat gegen Pilsudski.

(Eigene Drahtmeldung.)

Warschau, 28. Mai.

Der nationaldemokratische Verband erblickt in den Resolutionen einiger linksgerichteter Par­teien terroristische Drohungen gegen die Nakio- nalversammlung, die am 31. Mai die Präsiden­tenwahl durchführen soll. Der Sejmmarschall er­klärte auf Anfrage: Wenn die Beratungsfreiheit, was er nicht glaube, bedroht erscheine, würde er die Versammlung nach einem anderen Orte einberufen. Der j ü d i s ch e Klub sprach sich ge­stern ebenso wie bereits die polnische Linke ein­stimmig für die Kandidatur Pilsudski aus. In den kleinen Mittelparteien, die bei der Wahl wahrscheinlich ausschlaggebend sind, ist man für eine Kandidatur Pilsudski oder für die Abgabe weißer Karten. Der Block der Rechten scheint sich über die Persönlichkeit ebenfalls noch nicht schlüssig zu sein, die er den Mittelparteien für eine gemeinsame Kandidatur Vorschlägen will.

Der Streik ohne Ende.

Wie Englands Wirtschaft leidet.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 28. Mai.

Romantik des Herzens

Die Tragik eines deutschen Fürstenhauses.

Wie wir kürzlich berichteten, bat die Herzogin Jutta von Mecklenbura-Struitz als Gattin des montenegriniichen Erbprinzen durch einen Pa- riier Anwalt das deutsche Reich auf Zahlung ihres brüderlichen Erbteils von vierzehn Mil­lionen verklagt. Zn diesem nngeheuerlichen Borgeben einer Berwandten der Königin Snifc idirttbt unser Mitarbeiter:

Wie ein Franzose lögt.

Die deutsche Presse und Abd el Krim.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 28. Mai.

Der Berliner Korrespondent eines Pariser Blattes übermittelt diesem folgende Meldung: Die Waffenstreckung Abd el Krims hat in Deutschland ein Gefühl tiefer Enttäuschung her­vorgerufen. Die Presse feiert ihn als einen

verliebte sich in eine kleine Schauspielerin des Strelitzer Theaters Fräulein U r b as, der bekannten Gräfin M a tz e n a u, ging mit ihr auf Reifen, kaufte ihr dann im Grünewald eine Villa und lebte abwechselnd bei ihr und in Neu-

Es kränkte die Großherzogin Elisabeth so tief, daß sie zeitweise in Geistesver- wirrheit fiel itnb viele Monate in Sanatorien behandelt werden mußte. Denn kaum war sie geheilt entlassen, traf ein neuer Schicksalsschlag die Schwergeprüfte. Ihr zweiter Sohn Bor- Win starb 1908 eben zwanzig geworden uner­wartet und plötzlich als Fähnrich auf der Kriegsschule in Metz, ein Gescheben, das zu den abenteuerlichsten Gerüchten Anlaß gab Im Juni 1914 wurde Großherzogin Elisabeth Wit­we, ihr schöner, begabter Sohn wurde als Adolf Friedrich VI. Großherzog. Aber nun brach der Krieg aus, und im Februar 1918 traf bi<- Großhei-ogin der härteste Schlag. Ihr Sohn beging unter v

tragischen Umständen Selbstmord.

Spitzer Großberzoq hat niemals Landesverrat begangen. Die Begehuna eines solchen Verbrechens war ja schon technisch un- möglich. Auch Weiberaeschichten haben bei sei­nem Entschluß keine Rolle gespielt. Der junge Herrscher stand vielmehr im Begriff, sich mit der Prinzessin B e n i g n a R e u ß zu verloben Da kam auch über ihn das Verhängnis. Persönliche Gründe aus dem Kreuz und Quer einer krau-

Der große Schwindel.

Genfer Abrüstungsfazit gleich Rull.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Gewinnende Worte sind eine alte französische Kunst. Der deutsche Vertreter, Graf B e r n st o r f f, hat der Formel Paul Bon- c o u r s von dermoralischen Mitgliedschaft Deutschlands im VöU-erbund eine andere ent­gegengesetzt: Deutschland habe in seiner entwaff­neten Lage nach dem Friedensvertrag den Anspruch auf die Abrüstung der Andern.- Der Unterschied ist deutlich: Dort die zu nichts verpflichtende Phrase, hier eine konkrete Formulierung des Problems. Gerade die Franzosen haben auch das Gefühl, daß sie jetzt unter den kontrollierenden Augen Ame­rika s sich soviel wie möglich zusammennehmen müssen. Der AusdruckPotentiel de guerre- ist wieder «ns der Schlagworte, mit denen die Alliierten ihre Kriegsührung gegen Deutschland so wirksam zu unterstützen verstanden. Er soll bedeuten, daß ein Staat, auch wenn er keine große Armee unter den Waffen hat, doch im­stande sein kann, durch feine natürlichen Reichtümer, feine entwickelte Industrie, feine Eisenbahnen usw., rasch und überlegen kriegsfähig zu werden. Den Konferenzteilneh­mern und der öffentlichen Meinung sollte damit suggeriert werden, Deutschland besitze noch ein starkesKriegs-Potentiel-; folglich habe Frank­reich das Recht, gerüstet zu bleiben. Damit ist nun Paul Boneour nicht durchgedrungen, weil die Delegierten doch soviel Vorstellung von den Dingen hatten, um zu wissen, daß die deutsche Rüstungsindustrie zerstört ist, und daß die Franzosen, ohne deutsche Gegenwehr, vierund­zwanzig Stunden nach Ausbruch eines Kon­flikts mit ihren Flugzeugen jede einzelne für die Wiederbewaffnung Deutschlands in Be­tracht kommende Fabrik zerstört haben können.

dienst! Dazu müssen die Zahlungen an Amerika und England wenigstens andeutungs­weise ausgenommen werden. Der Frank aber fällt, und das Budget, das gestern noch balan­cierte, hat heute schon wieder ein Defizit. Mit dieser Kette am Bein, die täglich länger und schwerer wird, und mit so genauen Aufpassern, muß man am Ende, wenn auch immer noch nicht ganz aufrichtige, so doch höfliche Politik machen. Darum wird das, was man tu Ver­sailles, Herrn Wilson ins Gesicht, dasRecht des Siegers- nannte, jetzt alsvorläufige Lö­sung" undprovisorische Methode" etikettiert der Anspruch nämlich, selber bewaffnet zu bleiben und die Hälfte von Europa in Waffen zu halten, nicht für den Geilt von Sr-carno, sondern für den Geist von Versailles.

Wird Polen blühen oder untergehen?

(Eigene Drahtmelduna.)

Paris, 28. Mai.

Laut Pressenotiz macht sich der Kohlenmangel tm ganzen Lande immer ernster bemerkbar. Die Verluste der Eisenbahn werden be- retts auf sechseinhalb Millionen 8ef<W. Die Bereitschaft des Berg- arbettersührers Smith, eine Abstimmung unter den Bergarbeitern über die Arbeitszeit vorzn- nehmen, wird als hoftnungsvolles Zeichen für ein baldiges Krisenende ausgelegt.

*

Sngianvs wachsende Tlrdeltslosenveere.

London, 28. Mai. Der englische Arbeits- Minister gibt die Zahl der Arbeitslosen in Groß­britannien mit 1612 700 an Das waren 36801 mehr als in der Vorwoche und 427 680 mehr alS im Vorjahre. Außer diesen 1612 700 Unter­stützung erhaltenden Arbeitslosen find Ansprüche von weiteren rund 358 000 Personen angemeldet worden, die durch den Streik im Kohlen­bergbau beschäftigungslos geworden find.

i Mann, der Afrika vom französischen Joche be­freien sollte, und sie schreibt, daß er militärisch nicht besiegt worden ist. Man fragt sich in Ber­lin, was aus den deutschen General- stabsoffizicren werden soll, die den Kampf der Kabqlen gegen Frankreich und Spa- nien leiteten." Es ist unnötig, hervorzuheben, daß diese Behauptungen der Wahrheit wider­sprechen. Die endliche, unvermeidliche Kapitu­lation Abd el Krims ist von der deutschen Presse ohne Gehässigkeit gegen Frankreich, wenn auch mit tiefster menschlicher Anteil­nahme an dem tragischen Los des Freiheits­helden, zur Kenntnis genommen worden. Nie­mals haben deutsche Blätter in dem Sinne ge­schrieben, daß Afrika vom französischen Joche i befreit werden müßte. Der Herr Berichterstat

Wohin mit dem Otifiötoen?

Sie find sich noch nicht einig.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 28. Mai.

Heber das Schicksal Abd el Krims befragt, erklärte gestern Kricgsminister Painleve, die Frage fei ziemlich heikel. Frankreich könne keine Entscheidung über den künftigen Aufent­halt Abd el Krims treffen, bevor es sich nicht mit Spanien darüber geeinigt habe.

Paris, 28. Mai. (Eigener Drahtbericht.j Havas meldet aus Fez, Abd el Krim wird nicht vor Sonnabend in Taza eintreffen.

Zank um Add el Krims Fell

Allerlei heikle Fragen. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 28. Mai.

Laut Pressenotiz besprach gestern Marschall P e t a i n mit dem Autzensekretär die Vorberei­tung der angesichts der Kapitulierung Abd el Krims mit Spanien eingeleiteten Verhandlun­gen. Frankreich würde feine Zone in Marokko sehr schnell besetzen können. Sollte aber die Be­setzung der spanischen Zone, die fast das ganze Rtfgebtet umfasse, auf sich warten lassen müßte man Mittel suchen, um die wichtige Pazifi- zterung ber Stämme zu organisieren und Garantien gegen eine neue Agitation zu erhal­ten. Außerdem sei die genaue Festsetzung der französisch-spanischen Grenze in Marokko zu erörtern. Eine Konferenz soll alsbald stattfindcn.

Auch der Amerikaner hat sich sachlich nicht au: den politischen Schwindel eingelassen

Art. 8 des Völkerbundpaktes verlangt von den Mächten,die Beschränkung der rationalen Rüstungen auf das Mindestmaß, das mit der nationalen Sicherheit und mit der Er­füllung derjenigen internationalen Pflichten, die durch ein geminsames Vorgehen auferlegt find, vereinbart werden kann." Darauf gründet sich die deutsche Formel vom Anspruch auf die Abrüstung der Andern, der Frankreich mit dem »Potentiel de atterre" ausweichen wollte. Kein Franzose von Verstand glaubt an die Möglich­keit, daß Deutschland in einer dunklen Nacht einige Hundert schwere Batterien, einige Tau­fend Kriegsflugzeuge, einige Millionen Ge­wehre und ein Dutzend Festungenpotentiali- fteren- könne. Es ist wieder die sranzöstsche Unaufrichtigkeit, die dem Geist von Locarno Altäre baut, aber, um mit dem Amerikaner Mr. Gibson zu reden, durch feine Riefenarmee

Niemand kennt Europa.

Wie Amerika bekehrt werden soll.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 28. Mai.

Ein Blatt berichtet aus Rcwyork, der frühere amerikanische Botschafter in der Türkei, Mor- 8 t h a u, beabsichtigt möglichst zu Beginn des nächsten Jahres zehn hervorragende Finanz manner Europas zu einem Besuch der amerika­nischen Staaten einzujaden, darunter auch Lord Grey und Lord R e u d i n g. Die Delegierten wurden die Universttätsmittelpunkte besuchen. Massenversammlungen und Konferenzen wür­den veranstaltet werden. Das Radio würde be­nutzt werden, um bei Millionen von Amerika­nern Verständnis für die Lage in Europa zu erwecken und namentlich den amr- rikanischen S t u d e n t e n die Wahrheit über das Ausland mitzuteilen. Diese fühlten, daß sie während des Krieges betrogen wor­den feien. Die brftischen amtlichen Stellen sol­len dem Plan sympathisch gegenüberstehen.

Ein historischer Moment.

Paris, 28. Mai. (Privattelegramm.) Beim Erscheinen A b d e l 'K r i m s in den fran­zösischen Linien am Donnerstag morgen um 5 Uhr 15 Minuten nördlich von Tar- guist, wurde er von zwei französischen Komman­danten empfangen. Französche Flieger warfen Zettel bei den noch nicht unterworfenen Stäm­men über die Kapitulation von Abd el Krim ab

eine Million auf die andere und operierte mit Hilft eines ihm befreundeten Londoner Bankiers so geschickt an der dortigen Börse, daß er als einer der reichsten deutschen Fürsten starb, dessen Vermögen in bar und Ef­fekten auf sechzig bis achzig Attllionen Goldmark geschätzt wurde. Doch war fein Lebensabend ein tieftrauriger. Seine älteste En'kelin M a- r i e erlitt das gleiche Schicksal wie Strindbergs Fräulein Julie in dem gleichnamigen oft gespiel­ten Drama. Tie junge liebreizende, eben zwanzig Jahre gewordene Prinzessin mußte ins Ausland gehen und wurde, da sie eine eben­bürtige Heirat in Deutschland nicht mehr schlie­ßen konnte, mit dem GrasenJametel, dem «ohn eines reich gewordenen Pariser Äftwth--- kers, der sich den päpstlichen G r a f e n t i t c t (i ek au ft hatte, verheiratet. Tiefe Ehe war nicht glücklich. Sie wurde nach einigen Jahren ge­trennt. Die Geschiedene nahm Namen und Ti­tel einer Herzogin von Mecklenburg wieder an und kaufte sich in Dresden-Blasewitz an. Hier lebt sie noch heute, seit 1914 in zweiter Ehe mit dem Prinzen Julius Ernst zur Lippe verheira­tet, dem sie einen Knaben und ein Mädchen schenkte. Ihrer ersten Ehe entstammten ein Dvhn, der als französischer Kiirassierleutnant int Kriege gegen das Land feiner Mutter kämpfen mußte, und eine bei der Mutter lebende Tochter. 1996 starb der blinde Großherzog. Ihm folgte c,n Großherzogin Adolf Friedrich V., der tn glucKtchster Ehe mit der schönen Großherzo­gin Elisabeth lebte, bis sich auch hier Tragi- ches ereignete. Der Großherzog

und feine Militärbündnisse diebeständige europäische Kriegsluft- wacherhält. Paul Bon­cour war es auch, der mit Bezug auf den deutsch-russischen Vertrag die Frage stellte, was mit einem Staat zu geschehen habe, der sich allein einem Völkerbundsbeschluh auf Exekution gegen eine verfehmte Macht nicht füge. Die Antwort darauf wurde mit umgangen durch den von England und Frankreich gemeinsam eingebrachten Antrag: die Methoden und tech­nischen Maßnahmen prüfen zu lassen, durch die einem angegriffenen Staat rasche Völker- bundshilfe gewährleistet würde.

An dieser Stelle setzte die Erklärung des deutschen Vertreters ein: nach feiner Meinung dürfe die vorgeschlagene Untersuchung nicht von hemgegenwärtigen Stand der Rüstungen­ausgehen, sondern von einem Stande der Ab­rüstung, wie sie sich als das Endergebnis der Völkerbundsarbeit darstellen werde.Diese Abrüstung wird so einzurichten fein, daß die Kraft keines einzigen Staates den übrigen im Völkerbund vertretenen Kräften zusammen­genommen gleichkommen darf.- Es war bei­nahe erheiternd zu hören, was Mr. Paul Bon­cour darauf zu erwidern wußte: Eben das sei es, was Frankreich in den letzten Jahren wiederholt un Völkerbund vertreten habe, und Zweifellos wäre es zweckmäßig, schon jetzt nach diesen Grundsätzen vorzugehen nur glaube er, bei derheutigen Sachlage- müsse man sich auf .provisorische Methoden- und einevor­läufige Lösung- zu Gunsten des Artikels 16 beschränken! Deutschland hat damit feinen Standpunkt vorläufig in befriedigender Weise gewahrt. Es läßt sich auch schlechterdings nichts gegen ihn »erbringen. Die französischen Be­strebungen sind behindert durch die scharfe amerikanische Aufsicht, durch den schlechten Stand der Finanzen und der Wäh­rung, und durch die für Frankreich sehr pein­liche Krife in Polen. In dem jetzt verabschie­deten französischen Budget für das Rechnungs­jahr 1926 entfallen etwa zwei Drittel der regu­lären Ausgahen allein auf den Schulden-

--------- iKtEÄ r $err Berichterstat- dreiundsechzig Jahre alte, in Kopenhagen woh- _ _ ter yat sicherlich in Berlin Niemand gefunden, neiide Lerzoa Karl Mickiael von Mpttfrnkinra-

Der GchickfalSfprUO am 31 £i,r JT® IbPer ®ef0^niffe ü6,er Slr-liy^is/unverheiratet. Auch er brach fernem Kampf gegen Frankreich und Spanien im Rif- gebiet getertr haben sollen, schon deswegen nicht, weil es solche Generalstabsoffiziere nicht

Einem Pressevertreter wurde in Polen zur TTZZ!ö

politischen Lage von führenden Persönlichkeiten! 8<' SnmMA h 616

erklärt: Entweder wird Pilsudski zum! Ä8'6en^Z um Präsidenten gewählt. Tann werden wir stiim- offensichtlich unrichtige und t

die Fehler, die ein Mann zweifellos machen -rrankrerch gegen Deutschland aufzuhetzen, wird, der schon offenkundig seine Unfähigkeit bewiesen hat. Wi'd Pilsudski nicht ge­wählt und verhält sich ruhig, bann werden wir an der Sanierung des Landes und der Revision der Verfassung Mitar­beiten. Denn wir erkennen an, daß er nicht in allen Dingen Unrecht hat. Nimmt Pilsudski ober, wenn er nicht gewählt wirb, seine Zu­flucht zur Gewalt, dann werden wir kämpfen unb die Regimenter in der Umgebung von Po­sen werden auf Warschau marschieren.