Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
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Donnerstag, 17. Juni 1926
Nurniner 138. Amtliches Organ der Stadt Kaffe!
Regierungskrisen in aller Well
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ftölnd Oberhaupt bei Wener Freuaben.
Wien, 16. Juni. (Durch Funkspruch.) Der Oberbürgermeister von Köln, Dr. Adenauer, ist gestern abend in Wien angekommen und wurde am Bohnhos von einem Legationsrat empfangen. Für seinen dreitägigen Aufenthalt sind eine Reihe von Ehrungen vorgesehen.
nehmen. Man hält eS für sehr wahrscheinlich, daß Briand Chef der neuen Regierung wird. Er würde die Ministerprästdrntschast
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«ein Chinese will regieren.
London, 16. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Nach einer Meldung auS Peking hat der Mi» nisterpräsident General Aen seine Demission eingereicht, weil eS ihm nach fünfmonatlicher Anstrengung nicht gelungen sei, ein arbei.s fähiges Kabinett auszußellen.
Da» Doll schreit nach Brot
Paris, 16. Juni. (Privattelegramm.) Paris sah gestern abend wieder Demonstrationen von Beamten, Angestellten und Arbeitern. Die De- monstrationszüge lösten sich beim Einschreiten der Polizei auf. Aus Lyon und Marsaille werden schwere Zusammenstöße gemeldet. In Marseille gab es achtzehn Berletzte.
jedoch nur unter Zusicherung weitgehender Vollmachten zur Annahme bereit sein soll.
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Warum Bei et avoankte
Paris, 16. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Finanzuttnister Pcret hatte als Begründung für seinen Rücktritt im gestrigen Mirttsterrat angegeben, daß er nicht die nötige Unterstützung gesunden habe, auf die die Regierung gerechnet habe. Dieser Vorwurf richtet sich gegen die Bank von Frankreich und gegen den langsam arbeitenden Sachverständigenausschutz.
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Am Ronde des Abgrundes.
Paris tuft nach starken Männern.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 16. Juni.
Schon jetzt rechnet man mit ziemlicher Bestimmtheit auf ein weiteres Sinken des Franken. Für die kommende Regierung und den kom- menden Finanzminister gibt eS allem Anschein nach keinen anderen Ausweg aus der Währungskrise als die Hilfe deS Auslandes. Auf Amerika wird man kaum rechnen können, da daS französisch-amerikanische Schuldenabkommen wenig Aussicht auf Ratifikation in diesem Jahre hat und ohne die Ratifikation Anleihegesuche erfolglos sind. Auch das übrige Ausland ist nur unter der Bedingung der Stabilisierung anleibebereit. Es muß abgewartet werden, ob es gelingen wird, die Widerstände, die sich im Lande selbst gegen die endgültige Stabilisierung geltend machen, zu brechen.
Amtliches Organ der Stadt Kassel 16. Jahrgang
Ein jäher Sturz. — Frankreichs letzte Hoffnung. — Briand uitä Cmllaux. — Herriot, Poincare ein lauer z. -m Hintergrund. - Alles um den Frank.
Greuel von 1918.
Bartholomäusnächte in der Ukraine.
3a Paris bat, wie kürzlich berichtet, der Fade Schwarzbar den frühere» ukrainische« Staatsches Petljura auf dem Boulevard aieder- aeschoffe», um, wie er angab, bnuderttauieud ermordete Juden au ibm zu rache». Damit wird der Schleier von einer erschütternde» Tragödie gerilleu, über die «gier Mitarbeiter R<6 aus Grund authentische» Materials wie folgt ausl-tzt.
Die P ogrome begannen im Jahre 1918, als die Kommunisten ihre ersten Erfolge gegen das ukrainische Direktorium zu verzeichnen hatten; e mehr dieses an Boden verlor, je weiter die Truppen des Staatschefs Petljura vor den Bolschewisten zurückweichen mußten, um so grausamer rächten sich die ukrainischen Banden an der jüdischen Bevölkerung. Im Februar 1919 mußte die Armee Petljuras in größter Hast die Gouvernements von Pultawa und Kiew räumen; jetzt nahm das Gemetzel unter den Juden erst recht an Ausdehnung zu, und die Massakres dauerten während der kriegerischen Ereignisse bis in den Juli hinein. Iw September betrug die Gesamtzahl der Ortschas- teu und Städte, wo Progrome gewütet hatten, nicht weniger als dreihundertsünf; davon wur- den verschiedene Plätze mehrfach heimgesucht mit dem Erfolg, daß schließlich die ganze jüdische Bevölkerung ausgerottet war. In den offiziellen Berichten sind hundertzwanzig Orte namentlich aufgeführt, wo die regulären Truppen des ukrainischen Direktoriums die Juden bis auf den
letzten Mann abgefchlachtet
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Rach dem bereits gestern kurz gemeldeten Rücktritt des Finanzministers P e r e t hielt das Kabinett eine einfache Umbildung für unmöglich und beschloß den Gesamtrücktritt, der vom Präsidenten Doumergue angenommen wurde. Unter dem katastrophalen Druck der Frankkrise dürste sich jedoch, wie es in Frankreich meist der Fall zu sein pflegt, sehr rasch ejne neue Regierung in den Sattel schwingen, über deren Umrisse folgende Depeschen berichten.
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Die ewige Wiederkehr.
Briand steht sich nach Herriot-Caillaur um.
(Privat-Telegramm.)
Paris, 16. Juni.
Der Präsident der Republik wird heute
omme, ihre Zusammensetzung von Partei- rücksichten leiten zu lassen, sondern daß es sich darum handeln mutz, ein Ministerium von hevorragenden Politikern zu bilden, daS stark genug sei, um den Franken am Rande des Abgrundes aufzuhalten.
„otuf dem Wenzelplatz ist wieder Arbeiterblut geflossene Den Agragiern und Deutsch-Bürgerlichen wurde zugerufen: »Henker, Schmoer, laßt uns hier ermorden.* Auch später erneuerten sich die Tumulte. Tätlichkeiten konnten nut mit Mühe verhindert werden.
und daS Außenministerium behalten, wie es die große Mehrheit der Parlamentarier wünsche. Dieser Ansicht seien sogar die Radikalen, die für H e r r i o t als künftigen Ministerpräsidenten Vorliebe zeigen. Man schreibe Briand die Absicht zu, sich zuerst an Herriot zu wenden, dessen Mitarbeit geeignet fein dürfte, die Besorgnisse gewisser Elemente zu zerstreuen. — Für das Finanzportefenille nenne man E a i l l a u x, der PainlevL in Frage kämen. Caillaux ist von oll diesen Kombinationen ausgeschieden.
Gekündigte Freundschaft.
Die Linke gegen Piksudskis Faschistentum.
(Eigene Drahtmeldung.)
Danzig, 16. Juni.
Aus Warschau wird gemeldet: Die polnische Sozialdemokratie hat gestern die Kampfstellung gegen Pilsudsli und die von ihm gebilligte polnische Regierung beschlossen. In der Entschließung heißt es: Die weitere Entwicklung wird zur Diktatur und zum Faschismus führen. Die Schwenkung ist dadurch erfolgt, daß die Linke nW für das Ermächtigungsgesetz zu haben ist, das die Regierung verlangt.
3m Aufruhr der Leidenschaften.
Prag, 16. Juni. (Eigener Trahtberichk.) Als Senatspräsident Klosac gestern den Saal betrat, wurde er von den Kommunisten mit un- geheurem Lärm empfangen, die ihm zurirsen:
Perst, Frankreichs Finanzminister, hat aus der Ergebnislosigkeit seiner Sanierungsbemuh- ungen die einzig mögliche Konsequenz gezogen: er ist zurückgetreten, als er einsehen mußte, daß trotz aller Manöver und Besänftigungsversuchc der Frank sich nicht mehr halten ließ. Und schon ein paar Stunden später hatte auch die stunde für das Kabinett Briand geschlagen, dessen Rücktritt wir schon vor Tagen anbeuteten. Wae die Regierung, vor allem Peret zu tun gedachte, um dem Währungschoas ein Ende .zu machm. ist während er ganzen Dauer der Krrse niemals ganz klar geworden, war vielleicht dem Finanz- mimster selbst, dessen Pläne sich bei jedem neuen Kursrückgang änderten, nicht ganz klar. Em einheitliches Programm war jedenfalls nicht vorhanden, obwohl das um Hilfe angerufene Ausland und «roße Teile des ftanzöstschen Vos keS es forderten. Die starken Schwankungen, namentlich die vorübergehenden Erholungen des Frank waren in erster Linie dem großen Marokkosteg u. den Interventionen der Bank von Frankreich zu danken. Aber diese Interventionen waren recht kostspielig, und man kann wohl annehmen, daß der Bank zuletzt ein, wenig die Luft ausgegongen ist. Die .Marneschlacht des Franken", wie die französischen Blätter den Kampf um die Währung nannten, hat etwa
Es kriselt auch in Wien.
Rach dem Rücktritt des UnterrichtSministerS.
(Privat-Telegramm.)
Wien, 16. Juni.
«18 die Christlich-Soziale Partei gestern über die geplante Reform des Schulwesens beriet, traf die Nachricht ein, daß Unterrichtsminister D r. Schneider fich entschlossen habe, zu demissionieren. Im Vorstand trat die einmütige Auftastung zu Tage, daß vorläufig kein Anlaß zu einer allgemeinen Regierungskrise vorliege.
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Jtamel lützl fleh nicht Derbiüffen
Wien, 16. Juni. (Privattelegramm.) Im Nationalrat beantragten die Sozialdemokraten Vertagung, da sie die Regierung nichck mehr als verhandlungssähig erachten. Als der Antrag ab- aelehnt wurde, verließen sie den Saal. Bundeskanzler Dr. Ramek berichtete alsdann über bie Genfer Ereignisse und betonte, daß man sich das Vertrauen in Gens erhalten müsse.
haben. Sin Progrom spielte sich im allgemeinen vlgendermaßcn ab: Eine Bande erschien tn der Stadt oder in dem Dorf, teilte sich in Gruppen und stürzte sich auf die jüdischen Hauser, tn denen sämtliche Insassen ohne Schonung des Al- ters und Geschlechts ermordet und alles bewegliche Eigentum mitgenommen wurde. Wer durch irgend einen glücklichen Umstand dem Blutbad entrann, besaß am Ende nichts mehr. Kleider» Lebensmittel und Geld waren geraubt. Manner und Frauen verbargen sich in den Synagogen, in Kellergewölben, in leeren Schuppen; tyr Mund war verstummt unter dem Eindruck des Entsetzlichen, das sie mit eigenen Augen gesehen hatten, und ihre Lippen öffneten sich nicht einmal zu einer Klage. Bei dem Dörfchen Dubowo wurden die Juden in eine Höhle getrieben, wo man sie, einen nach dem andern, mit dem savel niederhieb; in einem anderen Dorf wurden einbundertvierundneunzig Einwohner an den Fluß gejagt und ertränkt; in Proskurow befahl am 16. Februar 1920 der Ataman Simessenko seinen Soldaten, nur die blanke Waffe zu gebrauchen, eine Anordnung, die gewissenhaft ausgeführt wurde: binnen vier Stunden waren sechzehnhundert Juden mit Säbel und Bajonett getötet. Am 9. Juli brachte ein Bauer zwei junge Mädchen als einzig Ueberlebende der Bevölkerung von Ladyjanka in das Spital von Uman; die beiden waren furchtbar verstümmelt, dem einen Mävchen war die Nase abgeschnitten, dem anderen hatte die entmenschte Soldateska beide Arme abgehauen. In Owrutsch begannen die von dem Hetman Kozhr Syrko geführten Truppen Petljuras das Massaker mit der Vergewaltigung zehn junger Mädchen; als eine aus zweiundzwanzig Vertretern der Gemeindeverwaltung zusammengesetzte Abordnung den Hetman um Gnade bitten wollte, wurden sie mit der Nagaika furchtbar zugerichtet, hierauf gezwungen, ein jüdisches Lied zu singen und dann nacheinander mit dem Bajonett niedergestochen. Nach diesem Vorspiel begann der eigentliche Massenmord. Die Feder sträubt sich, diese ent- setzlichen Einzelheiten dieser Schandtaten wie- derzugeben. Bevor man die Eltern tötete, ermordete man die Kinder und verstümmelte die Leichen. Haus für Haus wurde systematisch geleert; die entmenschten Henker verrichteten ihr ruchloses Geschäft unter den Rufen: „Es lebe die heilige Ukraine, Tod allen Juden!", und wenn sie von mehrstündigem Morden müde geworden waren, zogen sie mit Musikbegleitung in ihre Kasernen zurück, um ihre Greuel am nächsten Morgen von neuem zu beginnen. In Fischtin wurden die Ausgänge der Ortschaft besetzt und
Feuer an die Häuser gelegt;
die Einwohner erstickten oder wurden, wenn sie fliehen wollten, am Dorfrand niedergehauen. Niemand war da, um die Verletzten zu pflegen und die Toten zu begraben. Plünderungen und bestialisch.- Marterungen, die sich jeder Wiedergabe entziehen, waren die regelmäßigen Be- aleiterscheinungen der Progrome. Fast in allen Ländern der Welt leben heute Unglückliche, fcle diesem Blutbad entrinnen konnten. Es ftuh
Paris, 16. Juni. (Privattelegramm.) Man erörterte heute noch drei Möglichkeiten: Sie e^ftc und wahrscheinlichste sei ein Kabinett Briand mit Poincari als Finanzminister. Sollte Poin- cars das Finanzministerium ohne die Minister- Präsidentschaft nicht übernehmen wollen, so glaubt man, daß der amismüde Briand auf die Leitung der Geschäfte verzichten und sich in einem Kabinett Poincars auf das Ministerium deS Aenßeren beschränken werde. Als dritte Möglichkeit spricht man von einem sogenannttn Kabinett der Persönlichkeiten, für das neben Briand, Barthou, Steeg, Herriot, Poincare und
Lhimsen gecen Bortugiefen.
Ein blutiges Treffen bei Santon.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 16. Juni.
In Lissabon ging ei« Telegramm ein, wonach tn bet Nähe von Kanton portugiefische Truppenabteilungen von chinesischen Banditen angegriffen worden seien, die schon seit Wochen die Bewohner der Kolonie tyrannisierten. Im Verlause des blutigen Kampfes, der sich ent« spönnen habe, feien dreihundert Chinesen getötet und 150 verwundet worden.
Die Presse ist fich heute darin einig, daß es
-- . . ' t der neu zu bildenden Regierung nicht darauf
Schritte zur Lösung der Kabinettskrise unter- ;l - - - • ------ --------- —
Wie ßrag tobt.
Auch Benesch's Tage gezählt?
(Eigener Drahtbericht.)
Prag, 16. Juni
In Prag kam eS neuerdings zu Krawallen zwischen Kommunisten, Sozialisten und Rattonalsozialisten. Die Polizei ritt, nachdem sie mit Ziegelsteinen beworfen, in die Menge hinein. ES kam zu wüsten Ausschreitungen vor den Ministerien. Zweiundzwanzig Verletzte werden gemeldet. Die nationalsozialistische Partei forderte den sofortigen Rücktritt deS Kabinetts.
Viftyle uno...Politik.
Warschau, 16. Juni. Der frühere Außenminister Graf Skrzynski hatte dem Grafen Szeptycki feine Sympathie für Pilsudski k or- getoorfen und die Erwiderung eines Grußes verweigert. Nachdem der ehemalige Kriegsminister oen ersten Schuß abgegeben hatte, er klärte Skrzynski auf den verdienten Genera, keinen Schuß abgeben zu wollen. ,
zweihundert Millionen----,------ .
deren Schätzungen sogar vierhundert Millionen Goldftanken verschlungen. Da die Summe, bte der Regierung aus dem Morgan-Kredit zur Dkrfssgüng gestellt waren, nur etwa neunzig Millionen Dollars betrug, ist die Jnterven-
Isähigkeit der Regierung und der Bank von ?krankreich seit einigen Tagen wahrscheinlich er» chöpft, zumal Peröt zuletzt auf die weitere Heranziehung der Morgananleihe verzichtet hat.
Die Kursrückgänge des Franken lassen fick zwar im allgemeinen erklären, im Einzelnen war eS jedoch nicht immer möglich, die Zusammenhänge zwischen politischen Vorgängen, Bör- sentransaktwnen und Frankenbewegung zu erkennen. Die Arbeit der Regierung wurde dadurch naturgemäß außerordentlich erschwert. Die letzten Kursbewegungen mögen zu einem Teil auf ungeschickte Manöver zurückzuführen fein, zu einem größeren Teil aber auf die Ankündigung der Wiederaufnahme von Caillaax'- Währungsprogramm. Dieses Programm gibt allerdings zu großen Bedenken Anlaß. Der No» tenumlauf würde danach sechzig Milliarden betragen, während für die Bons der nationalen Verteidigung in Höhe von dreißig und für die BonS des Nationalkredits in Hohe von vierzig Milliarden Franken Zahlungsmittel ausaege- ben werden sollen. ES ist mehr als fraglich, ob dieses Experiment, das zum mindesten eine einheitliche, stabile Finanzpolitik und geordnete Finanzverhältnisse voratMetzt, auch nur geringe Erfolgsaussichten gehabr hätte. Man hat dem französischen Finanzminister vorgeworfen, daß er sich in der Frankenfrage zum Anwalt der Hochfinanz gemacht habe. Dieser Vorwurf mag zu weit gehen, jedenfalls aber sind Perkts Sa- nierungspläne auch die der Hochfinanz, die mti der Jnterventionspolitik und der endgültige.i Stabilisierung, wie sie die linken Parteien sor Serien, niemals einverstanden war.