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Kasseler Neueste Nachrichten

Freitag, 18. Juni 1926

Nummer 140. Amtliches Organ der Stadt Kaffel

Amtliches Organ der Stadt Kaffel 16. Jahrgang

Kasseler Abendzeitung <*£ Hessische Abendzeitung

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»LS'S WSÄÄ KÄTÄ«

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Drei Wunöerärzle für den Frank.

Wird dasBrot teurer? MMIWk«?[... öWklWttkl?

De- Kumpf um die Getreide,vlle entbrannt. ...........

Der Süden und Osten Deutschlands und Südenropa üoerschwemmt

nur der Radreg im Steigen begriffen. (Siehe auch die Nachrichten »Aus aller Wett".)

den

Sin Dolksopfer von dunvert 91tAltonen.

Kein freies Wort im Slsaß erlaubt

gestern abend tung angesagt

einem : den Re

Paris, 17. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Wie LinvaS aus Straßburg berichtet, war für

zu verzeichnen. Die Wetten der arbeitenden Be- völleruug im Norden Berlins werden zu fast zwei Drittel für einen negativen Ausgang der Abstimumng am Sonntag getätigt.

Benesch wird fallen.

Wird aber vom Staatspräfidenten gehalten. (Eigener Drahtbericht)

Prag, 17. Juni.

Der große Hexenmeister von Varls.

Alle Welt glaubt an Poincart.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin- 17. Juni.

Ein Blatt meldet aus Paris: Der Eintritt PoincarLs in das Kabinett hat zu einem gewal­tigen Steigen des Franken geführt Am späten Abend war das englische Pfund gegen­über dem Franken berits von 175 aus 162 gefal­len; die deutsche Mark vou 8.40 auf 8,10. Der Name Poincart hat auch in der Gehalts- bewegung der Beamten, die noch vorgestern zu schweren Tumulten in Paris geführt hatte. Wunder gewirkt Der Beamtenbund beschloß, alle Demonstrationen vorläufig einzustellen.

Stallen als Grotzmach! zur See.

Rom, 17. Juni. (Eig. Drahtbericht) Laut Ministerbericht besitzt Italien gegenwärtig sechs Panzerkreuzer, sieben leichte Kreuzer, stebenund- zwanzig Torpedojäger und zweiundvierzig Un­terseeboote. Der Bestand hat sich also in drei Jahren fast verdreifacht.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 17. Juni.

Seit gestern werden auch in Berlin in den größeren Lokalen und selbst in Stehbierhallen feetien über den Volksentscheid geschlossen. In einem vielbekannten Kaffee findet eine ord­nungsmäßige Registrierung der Wetten start. Nirgends im Reich ist eine einheitliche Auffassung über den Ausgang der Abstimmung

müßte ewig leben, um all die Gefängnisstrafen abzufltzen, die sie eigentlich für M a j e st ä t s-- beleidigungen verdient hätte. Der zweite deutsche Reichskanzler Graf Leo Caprivi war eingefleischter Junggeselle. Da er nur Herrendiners gab, sah man mit Ausnahme einiger Richten, die ihn manchmal besuchten, in den vier Jahren seiner Amtszeit über­haupt kein weibliches Wesen in der Wilhelmstraße 77. Das änderte sich, als Für st Hohenlohe seine Nachfolgerschaft antrat, für dessen meist abwesende Frau die älteste unver­heiratete Tochter Prinzessin Elisabeth Haushalt führte. Eine Herrin im wahren Sinne deS Wortes erhielt das Berliner Reichs-

schwöre.

Der bevorstehende Kampf um die Getreidezölle dürste sich nach dem 20. Juni im Reichstag kaum minder stürmisch gestalten alS der vorige. Meinung und Meinung stehen einander unverändert schroff und unversöhnlich teaenüber, auch im agrarischen Lager selbst. !er Teil der deutschen Landwirtschaft, der nicht nur Getreideerzeuger, sondern auch Getreide- Verbraucher ist, fürchtet genau wie der städtische Verbraucher eine Belastung, die bei den bishe­rigen Gehalts, und Lohnsätzen nicht zu ertra­gen sein würde, und die deshalb unabwe rdbar zn Wirtschaftskämpfen führen müsse. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß niemand eine Verschärfung der inneren Gegensätze wünschen kann und wird. Die Verhandlungen zwischen und innerhalb der Parteien werden also das Ziel haben müssen, die beiderseitigen Interessen zum Ausgleich zu bringen, Einig ist man sich jedenfalls darin, daß die Regierung die Pflicht habe, sich die Auswirkungen erhöhter Zollsätze auf dem Lebensmittel- und Wlrk- schastSmarkt rechtzeitig und eingehend im In­teresse der breiten VolkSmassen klar zu machen.

* * *

Höhere GelrelSezöffe?

Die Parteiführer beim Reichskanzler.

. (Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 17. Juni.

München, 17. Juni.

Nach wochenlangen Rcgenfällen in ganz Süd- frankreich und in der Schweiz ist jetzt der große Witirrungsumschlag zum Besseren eingetrctcn. Seit vorgestern abend ist schönes Wetter gekom­men. Nach Mitteilungen der Schweizer Wetter­station soll der Witterungsumschlag ein dauern­der sein und sich von Südeuropa auf ganz Nordeuropa ausdehnen.

»

Schwimmenoes Heu. * Ertrunkene Wiesen

Berlin, 17. Juni. (Funktelegramm.) Nun­mehr ist auch die Hochwassergefahr für das ganze untere Odergebiet in bedenkliche Nähe gerückt. Der Pegelstand in Stettin stieg in den letzten vierundzwanzig Stunden um achtzehn Zenti­meter. Weite Wiesenslächen sind bereits über­schwemmt. Die Heuernte ist bedroht.

Abbruch mit Moskau?

Englund schwankt zwischen zwei Wegen.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 17. Juni.

Die Blätter schreiben: Das Kabinett hat ge­stern sowohl den Gedanken eines Abbruches der diplomatischen Beziehungen zu Rußland als auch den einer Beschränkung der Tätigkeit der russischen Handrlsorganisatton in England er­örtert, sich aber noch nicht für den einen oder anderen Weg entschieden. Man nimmt allge­mein an, daß sie genaue Informationen darüber veröffentliche» wird, in wieweit sie die Sowjet­regierung für die Uebermittelung russischer Streikgelder für verantwortlich hält. Der Ab­bruch mit Moskau würde ein so schwerwiegen­der Schritt sein, daß ihn kein britisches Mini­sterium ohne klare Begründung tun könnte.

Wie man Moskau bestraft.

London, 17. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Nach Blättermeldungen hält die Regierung einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Rußland wegen der Unterstützung des englischen Generalstreiks durch russische Gelder nicht für gerechtfertigt. Sie wird jedoch dft bisher den Mitgliedern der Handelsorganisationen einge­räumten diplomatischen Vorrechte stark beschnei­den und Maßnahmen gegen die Sowjetptopa- ganda unter den Arbeitern ergreifen.

Je näher der 1. August herannaht, desto leb­hafter werden im landwirtschaftlichen Lager d-e Debatten über die Frage, ob es bis zu diesem Tage gelingen werde, die von agrarischer Seite erhoffte Heraufsetzung der im vorigen Jahr vorgesehenen Getreidezollsätze zu erreichen oder nicht, wegen der damals ein heftiger Streu tobte. Die Sachverständigen hatten sich in der Mehrzahl gegen Zölle ausgesprochen mtt dem Erfolge, daß die Regierung sich bis zum 1. Ang. dieses Jahres nur auf einen ermaß rgten Zollsatz für Getreide und eine Anzabl von an­deren Lebensmitteln einließ, aber das Zuge­ständnis machte, nach Ablauf der einjährigen Frist in neue Verhandlungen eintreten zu wol­len. Da nun im Zusammenhang mit die,en Kämpfen u. a. die Fleischpreise erheblich anzo­gen, und zwar lange bevor die 1926 angenom­menen Zollsätze in Wirksamkeit getreten sein konnten, so entnahmen die Zollgegner daraus eine Bestätigung ihrer Ansichten, während die Befürworter einer neuen ausgesprochenen Schutzzollpolitik die Preiserhöhungen als Folge der Slimungsmache gegen die Zölle hinstellten.

In dem soeben abgeschlossenen deutsch-schwe­dischen Handelsvertrag, hatte sich die Regie­rung wesentliche Zollerhöhungen ausbedmigen, obschon Schweden für die deutsche Geireiveans- fuhr nicht in Frage kommt. Die in dem Ver­trag mit ihm ausbedungenen Zollsätze sollten «Vier richtunggebend sein, wenn man zu Han- delsvertragsverhandlnngen mit getreideerzru- genden Ländern, also etwa Polen und Argen­tinien, komme. Die Zollgegner aber erheben lauten Protest dagegen, daß die Regierung durch die Hineinsetzung erhöhter Zollsätze in den deutsch-schwedischen Handelsvertrag auf Umwege zum Ziele zu gelangen suche, .... .^lchstag übergehen wolle und zugleich mil einem neuen Zollkrieg neue Preiserhöhungen auf dem Lebensmittelmarkt und, in unvermeid­licher Konsequenz neue Lohnkämpfe heraufbe-

kanzlerpalais wieder erst unter dem Fürsten Bülow. Fürstin Maria Bülow war keine Deutsche, sondern die Tochter eines italienischen Fürsten und einer Engländerin. Trotzdem hat gerade sie aus dem Reichskanzlerpalais einen

Mittelpunkt deutscher Kultur gemacht. Eine vollendete Weltdame, gewandt, graziös und liebenswürdig, als Schülerin von Liszt eine Klavierspielerin, die weit über das Dilettantenhafte begabt war, zog sie nicht nur Politiker, sondern auch Künstler und Gelehrte in ihr Haus und versammelte fast allabendlich eine Reihe geistreicher Männer um sich. Da­gegen war ihre viel jüngere Nachfolgerin Frau Martha von Bethmann Hollweg ge­borene von Pfuel, eine wunderschöne blonde deutsche Erscheinung, nur Frau und Mutter. Doch stand ihr eine ältere Schwester Fräulein Klara von Pfuel sowohl bei der Führung des großen Haushalts, wie auch bei allen repräsen­tativen Gelegenheiten zur Seite, sodaß sie den Spitznamen die Reichstante erhielt. In der schweren Kriegs- und Nachkriegszeit, in der das gesellschaftliche Leben der Reichshauptstadt völlig ftagnierw, spielten die auf Frau von Bethmann Hollweg folgenden Reichskanzlerin- nen keine Rolle. Weder Frau Michaelis, noch Gräfin Hertling traten irgenwie hervor. Tie Prinzessin Max von Baden, eine Tochter des Herzogs von Cumberland und Schwester des Herzogs von Braunschweig, Schwieger« fohns Wilhelm II, ist in der kurzen Zeit d-D

Maßregelungen von Elsaß-Lohtingern. Die Bersammlmig wurde jedoch verboten. Trotzdem versuchten Manifestanten, in das Versamm­lungslokal einzudringen. Gendarmerie zer- treuten sie ohne ernste Zwischenfälle.

Hochwasser ringsum!

Und die Flüsse im Südosten steigen noch immer. (Privat-Telegramm.)

Prag, 17. Juni.

Das Wasser in den Gebieten von Böhmen, Mäh­ren und Schlesien steigt weiter. Besonders ge- ahrdrohend ist die Lage in Mähren, wo die March in den Olmützer Borstädten großen Sckm- den anrichtete. Der Bahnhof ist bereits über- chwemmt. Das Hochwasser der Moldau und Ilm Mgt weiter. Der Wafferstand beträgt in Prag 395 (Vorhersage für heute 440), Aussig 342 (Vorhersage für heute 500), Tetscheu 322 (Vor­hersage für heute 480). Die obere Elbe und ihre Zuflüsse steigen nur langsam, die mittlere je­doch ziemlich bedeutend. In der Slowakei ist

Handelsverträge der erhöhte Zolltartf gegen­standslos geworden ist. Es soll eine abge- änderte Zollvorlage dem Parlament zugehen. Dem Wunsch der Deutschnativnalen nach Er­höhung des Zolls auf Gerste foll dann Rech­nung getragen werden, wenn man einen Unter­schied für Braugerste und Futtergerste macht, wobei der Zoll auf Futtergerste wefenttich niedriger sein müßten als bisher.

Englands Wlrtfchafiskapitün als Lehrer.

Berlin, 17. Juni. (Privattelegramm.) Pro­fessor Keynes wird am Montag in Berlin eintreffen und am Mittwoch in der Universitär einen Vortrag Über Wirtschastsziele halten.

* * * Das große Wagnis.

Berliner Wettfieber für Sonntag.

Auch die Donaulünder averflulel.

Linz, 17, Juni. (Eigener Drahtbericht.z Die Donau, Enns, Steyr und Draun führen Hoch­wasser. Die Donau, die gestern ist Linz einen Pegelstand von über 214 Ztm. erreichte, stieg bis zum Abend auf etwa 330 Ztm. Das lieber» treten der verschiedenen Nebenflüsse der Donau hat sehr erheblichen Schaden angerichtet.

3m Wirbel des indischen Xovessturmes.

London, 17. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Bei einem Wirbelsturm im Bezirk Ahmodabod wurden mehrere hundert Häuser zerstört und zweihundert Personen getötet oder verwundet.

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Der Bodensee außer Gefahr.

Konstanz, 17. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Das Hochwasser des Bodensees dürfte mit 5,15 Metern seinen Höchststand erreicht haben. Es steht damit weit über der mittleren Hochwasser­grenze. Zur Zeit beobachtet man ein langsa­mes Zurückgehen des Hochwassers. In Ra- dolfszell sind die Hafenanlagen überflutet. An der Mündung der Aach hat sich ein riesiger See gebildet. Das Wasser drang in die Häuser ein.

*

Die Sintflut in Schlesien.

Liegnitz, 17. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die Katzbach steigt nach kurzem Fallen abermals. Das Dorf Pfaffenburg ist völlig von Lieg­nitz abgeschnitten. DaS Wasser droht die lieber» landzentrale zu überfluten. Im Schwarwasser bruch ist ein Damm gebrochen Reichswehr i zur Hilfe eingetroffen. Der Ernteschaden ist groß.

Außenminister Benesch, der von seiner Partei aufgefordert wurde, aus dem Beam- trnkabinett Cerny auszutreten, dürfte, wie verlautet zwar feine Demission anbieten, diese würde aber nicht angenommen werden. Prä- MM _____________ ,.lsident Maffaryk vertritt den Standpunkt, daß in-

abend eine kommunistische Versamm-I nerpolitische Krisen die Führung der Außenpoli- gesagt worden zum Proteste gegen diejtik nicht beeinträchtigen dürften,

Frau Reichskanzler.

Die ersten Damen der Republik.

War fit Hüben und schaden kann. Bon Jo. hauna t>. Bismarck bis zn »rau Marr. Die schlicktest«. die klügste und die schönste R«cks- kanzlerin.

Die Zeiten sind vorüber, in denen die Frau eines im öffentlichen Leben stehenden Mannes durch ihr Verhalten diesem schaden oder sogar eine Karriere vernichten konnte. Und das einst n der Armee auf eine Generalin, deren taltloje Bemerkungen ihrem Gatten nach dem Herbst­manöver den Abschied gebracht hatten, geprägte witzige Wort:Sie wurde die Schachtel zu einem Zylinder" würde heute gegenstandslos ein. Das soll aber nicht heißen, daß die osft- jielie Frau im neuen Deutschland bedeutungslos geworden ist. Wenn sie ihrem Mann auch nicht mehr schaden kann, so bestehen doch für sie mannigfache Möglichkeiten, seine Stellung durch Klugheit, Takt und Liebenswürdigkeit zu be­festigen und wertvolle Fäden für ihn anzn- knupsen und weiterzuspinnen. Das gilt natür­lich in erster Linie für die Gattin des Reichs­kanzlers, die unter der Reichsprästdentschast Hindenburgs, der Witwer ist, in der amtlichen Welt der Reichshauptstadt als erste Dame der Republik angesehen wird. Ob sie als solche eine Rolle spielt, hängt natürlich von ihren gesell­schaftlichen Fähigkeiten, ihren Talenten zur großen Dame ab. Am Anfang der immer grö- jer werdenden Reihe deutscher Reichskanzlerttr- nen steht die Fürstin Johanna von Bis­marck, am Ende, jedenfalls bis auf weiteres, die Gattin des jetzigen Reichskanzlers Marx, die für die Aufgaben ihrer Stellung schon einige Routine mitbringt, da sie ja s ch o n z w e i m a l die Würde und Bürde einer Reichs- kanzlerin getragen hat. Nicht sehr lebhaft und zurückhaltend gehört sie zu der freilich immer geringer werdenden Zahl von Damen der Ge­sellschaft, die nach einem alten Sprichwort die besten sind, weil man am wenigsten von ihnen spricht. Daß des ersten Reichskanzlers Gattin, Fürstin Johanna von Bismarck, sich ans der großen Welt und ihrer Geselligkeit nicht viel machte und ganz in Mann und Kindern auf­ging, ist bekannt. Nur in einer Beziehung trat sie becibiert hervor. Oesfentlich und unbarm- t herzig kritisierte sie alle, bie

i ihrem Ottochen etwas getan

. hatten, unb biefe Kritiken machten sogar vor ber Allerhöchsten Stelle nicht halt, so baß ber große i Staatsmann nach seinem Abgang in ihrer Ge­genwart einmal scherzenb sagte:Meine Fran

Paris, 17. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Im Verwaltungsrat ber Amortisationskaffe würbe mitoeteitt, baß bisher hundert Mil­lionen Franken in freiwilligen Betträ­ben aus Wirtschaftskrisen eingegangen seien.

Brland wirbt um Voincar«.

Europas Totengräber als Finanzminister?

(Eigene Drahtmelbung.)

Paris, 17. Juni.

Rachbem gestern bet Reihe nach Poincatö, Franklin, Bouillon, Marin usw. vom Präsibenten der Republik empfangen worben waren, würbe auf beten Vorschlag S rin nb die Silbung des Kabinetts übertragen, der den Auftrag annahm. Briand erklärte, daß er die vetschiebenen Parlumentsgruppeu vereinigen wolle, um fein Programm der finanziellen Wie- beraufridjtung Frankreichs verwirklichen zu kön­nen. Et werde sich bemühen, bie Sozialisten von der Notwendigkeit zu überzeugen, direkt oder indirett mit ihm zusammen zu arbeiten. Er werde sogar einen Appell an bie Kruppe ber republikanischen Union richten. An Herriot werbe er herantreten, und Poincark werbe er das Finanzministerium anbie­ten. Er werbe bas Parlament auffordern, dem Kabinett alle notwendige» Vollmachten zur Verwirklichung feines Zieles zu gewähren.