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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 108. Amtliches Organ der Stadt Kassel.

Dienstag, 10. Mai 1927.

Amtliche- Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Außer Mmungs- auch Separations-Off*.

Noch nicht sturmreif?

Aber die Reparations-Offensive kommt!

Einen sehr üblen Dienst hat der Repara- tionSvogt Parker G i l b er t Deutschland mit seinem Monatsbericht erwiesen, der zum Aus­druck bringt, daß Deutschland eine Revision des Dawesplanes solange nicht erwarten könne, als aus Reichsmitteln Kredite und Sub­ventionen gewährt würden. Der Bericht soll dann weiter das Reichsbudget kritisieren und den wirtschaftlichen Fortschritt Deutschlands feststellen. Wie wir von unter­richteter Seite dazu hören, ist der Reparations­agent tatsächlich gegen jede Revision des Da­wesplanes eingestellt und sein Standpunkt ist zweifellos als ein offener V o r st o ß gegen­über den Bestrebungen der Reichsregierung aus eine Revision des Dawesplanes zu bewerten. Auffallend ist, daß die Reichsregierung, vor allein der Reichsfinanzminister es bisher ver­mieden habe, offen auszusprechen, daß Demsclf- land im Hinblick auf die im Jahre 1928 bevor­stehende unerhörte Mehrbelastung an Reparationen schon in der allernächsten Zeit einen offiziellen Antrag auf eine Revision des Dawesplanes zu hellen. In den politischen Kreisen will man wissen, die Reichsregiernng habe sich aus dem Grunde noch nicht für einen derartigen Antrag entschlossen, weil der Repa­rationsagent dem Reichskanzler gegenüber of­fen zum Ausdruck gebracht habe, daß -ine Re­vision des Dawesplanes für die nächste Zeit nicht in Fra ge kommen könne.

Die ReichZregierung wird sich nunmehr nut der Reparationsfrage umgehend beschäftigen müssen. In unterrtchteten Kreisen erwartet man, sobald der Halhjahresbcricht des Repa­rationsagenten vorliegt, einen Schritt des Ka- binettes bei Parker Gilbert. Man wird zu­nächst die Behauptung des Agenten, wonach Deutschland aus staatlichen Mitteln der Indu­strie umfangreiche Kredite zur Verfügung stelle und weiter Subsidien gewähre, unter allen Umständen richtig stellen. Schon jetzt kann gesagt werden, daß die Auffassung G.l- bertS durchaus unzutreffend ist. Es sei nur daraus hingewiesen, daß die Reichsrez.crung erst unlängst ein K r e d i 1 e rs u ch e n der Firma Krupp abschlägig beschieden hat. Wenn das Kabinett in anderen Fällen der Industrie Kre­dite gewährt hat, so ist daS nur aus dem Grunde erfolgt, um die Leistungsfähig­keit der deutschen Industrie im Interesse der Ausführungen deS Dawesplanes ausrecht zu erhalten.

Was die Kritisierung des Reichsbud­gets durch den Reparationsagenten betrifft, so stellt sie eine ganz unberechtigte Ein­mischung in die innerdeutschen Verhältnisse dar. Es sei nur daraus hinzuweisen, daß ,ur Ausbalanzierung des Etats bi« Regierungs­parteien in Gemeinschast mit dem Kabinett erst unlängst Millionenbeträge gestrichen hatten, die lediglich für soziale Zwecke be­stimmt waren. Man glaubt im übrigen den Vorstoß des Reparationsagenten gegen das Kabinett auf unheilvolle Einflüsse des bekannten amerikanischen Finanzmannes Kahn zurückzuführen, der noch immer in Berlin weilt und hier eingehende Besprechungen mit Parker Gilbert hatte. Allem Anschein nach be­steht in den internationalen Finanzkreisen noch immer die Absicht, auf die Reichsregierung jetzt einen Druck dahingehend auszuüben, die Reichsv ost in ein privatwirtschaft­liches Unternehmen umzuwandeln, und diesen Bettieb gleichfalls den Reparationsglau- bigern Deutschlands zu verpfänden.

Di« Vorlesungen am Genfer Katheder an­ders kann man die bisherigen Reden der Sach­verständigen in Genf, die mit ziemlich banalen Theoremen reichlich gespickt waren, wohl kaum bezeichnen haben die Welt nicht sonderlich er­schüttert. Keiner der Wirtschaftssachverständi­gen hat eS fertiggebracht, einen neuen und er­folgversprechenden Weg aus der Krise der Weltwirtschaft hinaus zeigen zu können. Rur darin waren alle sich einig, daß die künftige Parole der Weltwirtschaft die internationale Wirtschaftsverständiaung sein müsse. Man braucht aber wohl kaum nach Gens zu gehen, um auf diesen Gedanken zu verfallen, denn dte so viel gepriesene Annäherung der internatio­nalen Wirtschaft ist eine Entwicklung, die durch aus nicht durch die Genfer Wirtschastskonferenz eingeleitet wird, sondern die schon seit langem im Gange ist. Run haben auch M o s k a u s V e r tretet ihre Rezepte angepriesen. Sokolnikow empfahl eine engereZusammenarbert zwischen der Sowjetwirtschaft und den kapitalistischen Win- schastsmächen. Mit allen nur möglichen M'i lein versuchte er, den Vertretern der übrigen Länder diese Zusammenarbeit schmackhaft zu machen. Er betonte, daß Rußland keinen Wert auf Isoliertheit lege, daß Kapitalismus sehr

Berlin, 9. Mai.

auch die

SS ging noch gut ad

Die Wasser schweigen.

wohl nebeneinander und miteinander arbeitenl Rußland sich bemüht, auch in der kapitalistischen könnten, und daß gar kein Anlaß vorliege, diel Wirtschaft gut Wetter für sich zu machen.

Treffen fk& Lrianv-Stesemann wieder?

London, S. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Ein gutunterrichteter Korrespondent meint, daß Botschaftsrat v. Rieth bei Briand wohl nur den Weg für künftige Verhandlungen vorbereiten sollte. Wahrscheinlich würden sich die Außen­minister in Genf treffen.

zeug überhaupt nicht gesichtet wurde. Nach einer dritten Meldung ist das Flugzeug gestern vor­mittag 10,50 Uhr, also mehr als fünf Stunden nach dem Start, über West-Irland erblickt wor­den. Es sei wegen dichten Nebels zu weit nach dem Norden gesteuert.

ten, und wenn di« Russen auch nicht viel dazu beitragen werden, daS Problem der Weltkrise zu lösen, so werden sie doch sür sich selbst sicher eine ganze Menge auS Gens mit nach Moskau nehmen können.

Nach einer unkontrollierbaren Nachricht auS Rewyork soll eine Radio-Station auf Long-JS- land einen Funkspruch aufgefangen haben, wonach das Flugzeug Nungessers im Atlanti­schen Ozean niedergegangen fei. Bon zwei sich widersprechenden Meldungen besagt die erste, daß das Flugzeug gestern früh an der iri­schen Küste gesehen worden sei, während in der zweiten Meldung berichtet wird, daß das Flug-

Paris, 9. Mai.

Der französische Flieger Nungesser hat gestern früh 5.20 Uhr von le Bourget aus den Flug nach Newyork angetreten. Gegen 7.30 Uhr passierte das Flugzeug l e H a v r e in bet Richtung auf England.

* * *

Xreldt Nungesser auf der Wafferwüste?

Paris tappt im Dunkeln.

Paris, 9. Mai.

Auch das zenttum macht mobil.

Rhein, Saar und Reparationen als nächste Ziele / Paris tauscht sich

Saint Romains Flug . .. eine Tragödie?

Rio de Janeiro, 9. Mai.

Rach dem verschollenen französischen Marine­flieger Saint Romain «erden längs der ganzen brasilianischen Küste fieberhafte Nachfor­schungen betrieben. Bier Kriegsschiffe su­chen die Küstengewässer ab, und ein brasiliani­sches Flugzeuggeschwader kreuzt gleichfalls dort. Man vermutet jedoch bereits, daß die Mann­schaft ihrem Versuch zum Opfer gefallen ist.

Ein weißer Nabe.

Ein Franzose für... Räumung. Und Poincare?

(Eigene Drahtmeldung.j

Puris, 9. Mai.

In einem Artikel spricht sich der sozialistische Atzg. Bracke sehr mißbilligend über dtc Art und Weife aus, mit der die französische Presse die Unterredungen Dr. Rieths mit Briand be­handelt. Erstens sei eine Beendigung der Be- setzunq ins Auge zu fassen. E>e Weigerung sei nicht mehr zu rechtfertigen, nachdem man Deutschland in den Völkerbund aufgenommen habe und man die Erfüllung seiner Verpfltch- tungen anerkenne. Eine solide Weigerung

Noch ein NäumungS Appell

Auch das Zenttum macht mobil.

(Eigene Drahtmeldung f

Köln, 9. Mai.

Auf einem Parteitag sprach der ZentrumS- nvrfltzende v. Guerard von bet großen Locarno-Enttäuschung. Auf die völlige Räumung und die baldige Rückkehr des Saarlandes ru Deutschland hätten wir ein gutes Recht. Das Saarland werde wirt­schaftlich verelenden, wenn es bis 1935 von uns getrennt bleibe. Wir können unmöglich die ungeheuerlzche Greuzziehungim Osten abermals garantieren und uns der Mög­lichkeit berauben, auf friedlichem Wege eine Aenderung herbeizufübren. Wir erwarten von bet Reichsregierung, in der Räumungsfrage entsprechend zu handeln. Neben dem Fiasko von Locarno" steht das Fiasko der Abrüstungskonferenz. Wir wünschen

irterung deS DaweSplaneS und bet ReparationSfrage. Die Ver­längerung bes Republikschutzgesetzes bezeichnete er als äußerst dringlich. Er sehe im übrigen keine Krisenlust.

Das Mißtrauen, das fast alle WirtschaftS- mächte bisher gegen Rußland hegten, verltert sich mehr und mehr, und der Wille Rußlanos, im Verhältnis zu seinen wirtschastlichen Kräj- ten am Welthandel teilzunehmen, wird schon beute nicht mehr auf den Widerstand stoßen, der noch vor kurzer Zeit sicher zu er­warten war. Die größte Aktivität werden die Vertreter Rußlands zweifellos hinter den Kulissen der offiziellen Konferenz entfal-

müßte die Erfolge der deutsch-französischen An­näherung wieder in Frage stellen. Zweitens legt Bracke dar, sei eS einigermaßen absurd, wenn man sich ständig LocarnoS und Thoirys rühme, ohne jedoch die notwendigen Schlußfol­gerungen zu ziehen. Man widerrufe damit die Hoffnungen, die man seinerzeit uit dieser Poli- ttl geweckt habe. Gleichzeitig setzt man sich nicht, allein der Gefahr aus, Kundgebungen wie die des Stahlhelms zu provozieren, sondern bereits solchen Kundgebungen geradezu einen Erfolg, indem man de» Anschein erweck, als ob man sich zu etwas zwingen lasse.

Paris, 9. Mai.

Laut Pressenotiz hat gestern eine weitere Besprechung zwischen Briand und Dr.Rieth über die deutsch-französischen Beziehungen statt­gefunden. In der bisherigen Lage habe sich bis zur Stunde nichts geändert.

Paris, 9. Mai. (Eigene Drahtmeldung.j Das Befindne des Botschafters v. H o e s ch ist stationär, sodaß der Antritt seines Erholungs­urlaubs noch un b e st i m m t ist.

Paris, 9. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Di- Presse führt die Unterredungen auf französische Initiative zurück. Ein Blatt meint, daß der Besuch nicht den Charakter einer deutschen De­marche trug. (?) Es scheint nicht, daß bei der Unterredung der vollkommen allgemeine Cha­rakter verlassen wurde, auf den sich der erste Besuch Dr. Rieths beschränkte. Der deutsche Ge­schäftsträger hat auch beim zweitenmal keine schriftliche Note zurückgelassen und man kann unter diesen Umständen behaupten, daß mau sich keiner offiziellen Demarche der Ber­liner Regierung gegenüber befinde, die sich auf klar definierte Forderungen bezieht, die Stärke der Befatzungstruppen in be­stimmtem Umfang verringert zu wissen. (Wenn die Pariser heute noch nicht an die gefürchtete Demarche' glauben toottt u, so wird ihnen hof­fentlich Berlin bald klar machen, daß es sich um eine (freilich waffenlose) Räumungsoffen­sive großen Stils handelt. (D. Red.)

Beim Frontsoldatenappell im Lust­garten sah der Lustgarten aus wie ein Feld- lfl$er. Aus Rucksäcken, aus Zeltplanen oder Mänteln ausgestreckt, so ruhten die Teilnehmer, bis scharfe Signal« ertönten und alles zum An- treten aufforderten. Ter Lustgarten war zu klein für die nach polizeilicher Schätzung über hunderttausend Mann. iodaft

3 Flieger über dem Szeaa verschollen.

Drechen auch noch die letzten Missiffippldamme?

rttaufenb M ann, sodaß auch alle ZugangSstraßen noch besetzt waren. Verschiedentlich hatten Gegenoemon- st r a n t e n versucht, in dte Marschkolonnen ein- sudringen, waren zedoch immer rechtzeitig von der Polizei daran verhindert worden. Daß es zu keinen ernsten Zwischenfällen ge­kommen ist, ist einmal der

könnten, und daß gar kem Anlatz vori .

eine Wirtschastsresorm im Gegensatz zu der andern zu stellen. Man kann Sokolnrkow selbstverständltch keinen Vorwurf daraue machen, daß «r sür fein eigenes Land Reklame macht«. Dasselbe hatte vor ihm in viel schär­ferer Form der amerikanische Delegierte Ro­binson ebenfalls getan. Nur scheinen uns vie Schloßfolgerungen Sokolnikows nicht ganz richtig zu fein. Die Wirtschaftswinke Sokol- nikows sind zweifellos geeignet, der rufnscheu Wirifchast aus die Beine zu helfen. Ob aber eine Annäherung der kapitalistischen Witticha? an Rußland auf die allgemeine Krise grossen Einfluß haben wird, ist wenig wahrscheinlich Immerhin ist e8 ein gutes. Zeichen, daß

Kritisch« Momente. Schwerer Pokizeidienst.

Berlin, 9. Mai.

Obwohl es, wie gemeldet, nur zu kleinen Reibereien gekommen ist, hatten die Kommu­nisten nicht aus jede An von Gegendemonstra­tionen verzichtet. Nachts waren von ihnen un­zählige rote Klebezettel mit Gegenkundgeoungeu angeklebt worden. Während des Stahlhelm- auftnarsches stauten sich an den Einmarschstraßen Tausende, die .mit Fahrrädern ausgerüstet waren und die Internationale anstimm­ten, während Sprechchöre immer wieder riefen Den Faschisten Den Tod, Berlin bleibt rot'. Im Norden konnte die Polizei nur mit äußerster Anstrengung di« Straße von den an- drängenden Gegendemonstranten frei halten. In diesen Straßenzügen schwiegen die Kapellen der Stahlhelmabteilungen, um die Kommandos der Führer und der Polizei nicht unverständlich zu machen. Die vielen Zurufe wurden aus der Stahlhelmkolonne in keinem Fall er­widert. Als sich vor dem Lustgarten die an» marschierenden Kolonnen stauten, wurde dort gegen Mittag die Situation vorübergehend kritisch. Die Polizei sah sich deshalb genö­tigt, diese Straßen zeitweise abzuriegeln. Hier ging es bei der Zerstreuung der linksradi- taten Elemente manchmal etwas stürmisch zu. Der Kaufmann Bernhardt brach im Fest­zuge plötzlich zusammen und verschied trotz ärzt­licher Hilfe am Herzschlag. Das heiße Wetter hatte auch eine ganze Reihe von Ohnmachtsan- sällen und Hitzschlägen zur Folge.

strengen Disziplin bet Stahlhelmcr und zum anderen den ausgedehnten Sicher­heitsmaßnahmen der Polizei zu verbankeu, die m umsichtiger Weise ausgestellt war und sofort energisch emschritt. Aus der Freitreppe des alten Museums sah man unter den Gästen viele hervorragende alte Generale und Admirale, be­kannte Polttiker und Parlamentarier, lieber dem Lustgarten kreisten während der Kund­gebung mehrere Flugzeuge mit schwärz- weiß-roten Wimpeln und dem Stahl- helmabzeich'eit. Ein Flugzeug warf unter ge­waltigem Beifall einen schwarz-weiß-roten Wimpel ab. Um %2 Uhr begaben sich die Bundesfühtet Seldte, Oberstleutnant Düsterberg und Major von Stevhani zum Denkmal Friedrichs des Großen und legten dort einen Kranz nieder. Darauf schritten sie unter den Klängen des Präsentiermarsches stür­misch von den Stahlhelmern begrüßt, die Front ab. Trompeten schmetterten von der Kuppel des Domes das Niederländische Dankgebet, das die Massen entblößten Hauptes mitsangen. Die Fahnen senkten sich und man gedachte der toten Helden des Weltkrieges mit dem LiedeIch halt' einen Kameraden'.

Besser als gedacht.

Der Stahlhelmtag ist vorüber.

Dis,ivl!» btt ftronHolJmfen. aufopfernder V-li- wtbtatt nnb peruünftme Haltung der breite« «rbcitermohcn habe« den Plelgeiürchteten Stabl- belm-Sonnta« bis auf einige blutige UebcrfSlle durch radikale Messer- und Reuolverbeldeu im- «erüi» rubrg uerlaufe« lassen, wie aus de«

Die Botschaft im Lustgarten.

Freiheitsprogramm. Keine Partei.

Berlin, 9. Mai.

In einer von den Stahlhelmführern Seldte und D ü st e r h e r g bei der Kund­gebung im Lustgarten verlesenen Botschaft wen. bet sich der Stahlhelm gegen das Versail­ler Diktat und fordert bie Anerkennung des Nationalstaates fiir alle Deutschen, bie Wieder- Herstellung des deutschen Wehrrechtes, einen wirksamen Widerruf des erpreßten Kriegs» schuldbekenntnifseS, die Regelung und Wiedergutmachung der Weltkriegsschöden auf Grund der folidarischen Haftung flk? de«