Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Sonntag, 24. Znli 1927
Paris wirst wieder die Netze aus
von Genf bi
Sied ton sich in Drutstyl nd beranito orten
beiden Flieger blieben unverletzt.
Noch ein Lusthusar?
Unfall nicht unerheblich verletzt wurde.
Der
Nottanduna nach der 24. Runde.
Tie
Der Vrobrflug fast geglückt!
Ucker sechzehn Stunden in der Luft.
Nach 100 Äahren
In den Riesenstädten der Zukunft.
Berlin, 23. Juli. (Funkdienst.) Das Auswärtige Amt hat im Falle Pieck bei der öfter-
Amtliche- Organ der Stadt Kastel. 17. ZahrgttUg
Paris, 23. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) In dem Beileidstelegramm des Prinzen Carol von Rumänien an feine Schwester, di« Äflni- gin von Jugoslavien heißt es u. a.: In Abwesenheit — was mir vor Schmerz das Herz zerreißt — bitte ich dich, weiße Blumen auf den Sarg des BaterS zu legen. Möge er wenigstens jetzt von den Boshaftigkeiten der Welt verschont, durch dieses Symbol fühlen, daß ein Herz für ihn schlägt, das ihn immer geliebt und geachtet hat.
SS geht auch mit Nahe.
Liquidation der Hundert-Toten-Krawalle.
(Eigener Drahtbericht.)
Wien, 23. Juli.
Der Wiener Gemeinderat verlief ohne die erwarteten Sturmszenen. Ein christl.-soz. Miß- biligungsantrag gegen den Bürgermeister wurde abgelehnt, dagegen ein Antrag auf Untersuchung der Vorfälle im RathauS einstimmig angenommen. Ein Antrag auf Auflösung der Stadtschutzwehr wurde abge- lehnt, einer auf Einsetzung einer U n t e r s n - chungSkommisfion, namentlich über die Rolle der städtischen Angestellten bei den Unruhen, angenommen. Schließlich wurde ein sechsgliedriger Untersuchungsausschuß gewählt, dem vier Sozialdemokraten angehören.
Nummer 171. Amtliches Organ der Stadt Kastel.
Delitzsch, 23. Juli. (Privattelegramm.) ZL beiden Junkerspiloten Loose und Ristiez haben auf ihrem Ozeanprobeflug infolge Motor- schadens kurz vor Vollendung der vierund-
London, 23. Juli. (Eigene Drahtmeldung.)
Ein Rewyorker Blatt wirst die Frage auf, wie lange Oesterreich noch unter den augenblicklichen Berhältniffen weiter existieren könnte, die unbedingt zu weiteren Unruhen führen müßten. Die einzig praktische Methode sei, die Unzufriedenheit in Oesterreich ,u beseitigen. Frankreich und Italien sollten in dieser Angelegenheit einen verständigen Standpunkt einnehme«. Der Anschluß würde eine Unterstützung für den europäischen Frieden sein, da er die Wunde Oesterreichs beseitige.
Earo! wird doch noch König
Kein Thronvrrzicht f Wird ihn Bratian« selbst zurückholen?
Schade um den Ozeanflug!
Könnecke fliegt noch nicht im September , Graf Solms muß erst genese«.
Mein geht Oesterreich unter
Di« Anschlußwunde brennt , Ein offenes Wort aus Amerika an Italien-Frankreich.
Was fleckt dahinter?
Wir sollen uns die Räumung . . . erkaufen. I ^ichischen" R'eg'temng TnterÄrt“ Auch "'die Paris, 23. Juli. Der bekannte Außenpoli- reichsdeutsche Strafbchörde wird stch mit der tiker Sauerwein tritt heute für die Ausdehnung Wiener Reise Piecks zu befassen haben.
einen. Dort ist die Berwaltungsmaschine zu schwerfällig und es find zu leicht Schikanen möglich. (Damit meldet das schlaue Pariser Bäuerlein ganz offen den Anspruch aus Per» e w i g u n g der Ostgrenzen und vermutlich die Einglied-rung OesteierreichS in einen Donaubund im Tauschhandel gegen die Räumung des Rheins em. Es gbt keine Worte, um die Infamie dieses Ansinnens zu brandmarken, das lur höheren Sicherheit Frankreichs Vertragseide als Papierfetzen behandelt, dem ehrlichen Vertrauen seiner Parteien ms Gesicht schlägt und die Stabilisierung des Weltfriedens zur Phrase macht.
Dessau, 23. Juli. (Privattelegramm.) Gegen 22 Uhr haben die beiden Flieger der Funkerswerke auf ihrem Ozeanprobeflug nach ununter, brochenem sechzehnstündigem Fluge eine Strecke von rund zweitausendfünfhundert Kilometer zurückgelegt und die Strecke Dessau Leipzig zweiundzwanzig Mal umrundet. Flug geht regelmäßig weiter.
Paris, 28 Juli. Laut Pressenotiz beginnt die gestrige Note des Prinzen Carol von Rumänien an die Presse mit den Worten: „König Carol von Rumänien „sw." Danach betrachtet er sich als rechtmäßigen König von Rumänien. Das Blatt meint, daß der Regentschaftsrat in Rumänien nicht lange Zeit wirkskain werde regieren können. Carol von Rumänien könne ruhig in Reuilly bleiben. In einigen Monaten werde Braiianu de« Orieniexpretz besteigen und ihn auS Paris nach Bukarest auf den Thron führen.
nub „Hamakrisch« formen aunehmeti. wie unser MU-rbetter in folgenden heute -och belächelte« Visionen aubeutet.
Steigende VerkechrSnöte zwingen jetzt die Städte etwas für den Ausbau der Staidt tun zu müssen, soll nicht das Volkstum unter den Kala- mitäten des Verkehrs und der Wohnungsnot schwersten Schaden erleiden. Die Folgen der Planlosigkeit im Ausbau der Städte liegen Heu. te so recht deutlich vor unseren Augen: es sind die düsteren
Maffenquartiere und die Mietskasernen mit ihrem tausendfachen Elend. Im Stadtbild der modernen Großstädte muten sie wie em häßlicher Schandfleck an. DaS europäi- sche Festland hat den zweifelhaften Vorzug, in dieser Hinsicht an der Spitze zu marschieren. In Berlin zum Beispiel kommen auf em Gebäude ungefähr sechsundsiebzig Bewohner, tn London dagegen nur acht und selbst tn dem raumbeschränkten Rewhork nicht mehr als zehn. Der Unterschied springt in die Augen. Das Problem zu lösen, sind nicht in erster Linie die Sozialpolitiker und Verwaltungsfachleute, fon- dein der Ingenieur, der Stadtbau. techniker berufen. Roch niemals wurde in der Oeffentlichkeit von Fachleuten so häufig das Städtebauproblem erörtert, wie gegenwärtig, dabei ist es auch für den Laien reizvoll, einen Einblick zu bekommen, wie man sich in Fachkrei. sen die praktische Durchführung des Großstadt, baurs vorstellt. So äußert sich u. a. Dipl.-Jng. Heinz Höner zu diesem Problem: „Geht dieses Wachstum in Zukunft im gleichen Schritt toct. ter, so wird Berlin in hundert Jahren etwa sechzehn Millionen, London und New. York etwa sechsundzwanzig Millionen Einwohner haben. Das sind Zahlen, die uns schwin- dein machen, zumal wenn wir daran denken, mit welchen Schwierigkeiten die Abwicklung des Verkehrs schon jetzt vor sich geht. Soweit es sich um neu anzulegende Stadtteile handelt, wird
Hände, denen der Müßiggang wenn nicht zuml wieder beängstigend ausschnellen dürste, wird tödlichen Qual und demora- man nicht gerade mit rosiger Opiimistenbrille
Uslerenden Elend wird Wenn man bedenkt, ins Dunkel des „Katastrophenjahres- 1997 blik- daß diese Fieberkurve im Herbst und Winter ken können F R
der Abkommen von Locarno auf Mitteleuropa und den Balkan ein und schreibt u. a.: Frankreich kann seine Truppen nicht vom Rhein zurückziehen, well über Rächt in Europa eine solche Lage eintreten könnte, da 1 das einzige Mittel Frankreichs, einen Druck fü den Frieden auszuüben, gerade diese Rheinlandbesetzung ist, obgleich sie im Widerspruch zum Geist von Locarno steht. Da Frankreich sich in einer sehr schwachen Lage befinden würde, wenn cs während der Jahre, (!) die
ihre Erschließung für den Verkehr keine Schwie- rigkeiten machen. DaS Problem beginnt erst da, wo die auS verschiedenen Richtungen heranflie- ßenden Verkehrsströme sich vereinigen, um sich dann in die City zu ergießen, deren Straßen schon für den heutigen Verkehr kaum mehr aus- reichen. Bereits jetzt ist die Verkehrskalamität in der Berliner Innenstadt so groß, daß der Magistrat sich ernstlich mit dem Plan beschäftigt, zwischen dem Potsdamer Platz und dem Alexm. derplatz einen großen Tunnel für die Straßen- bahnen anzulegen. Auch an die Anlage einer unterirdischen Güterbahn durch das GeschästSviertel, wie Chicago sie aufweist, hat man gedacht, wodurch die Straßen der Innenstadt von dem ganzen gewaltigen Lastwagenver. kehr befreit werden würden. Diese Pläne zei. gen deutlich, daß für die Großstadt der Zukunft eine Vergrößerung der Straßenflächen in der City nur in der Weise möglich ist, daß man die Straßen in
mehreren Ebenen übereinander anordnet. DaS alles sind Vorschläge und Pläne, die sich mit der allernächsten Zukunft beschäm« gen. Die Amerikaner aber, die bei aller Niich« ternheit eine merkwürdige Vorliebe für pH an- tastische Zukunftsträume haben, befassen sich alten Ernstes bereits mit der Frage, rote New- York in fünfzig ober hundert Jahren aussehrn wird. Das junge Amerika arbeitet bereits an dem technischen Aufriß dieser Zukunftsgroß, fiabt, ganz im Gegensatz zum deutschen Städtebauer, der zuerst an die Unterbringung der Menschen denkt. Tief unter dem Pflaster der Erde beginnt der Lebensraum im GeschLftshausviertel der Zu- kunftsstadt, und er findet seine obere Begrenzung hoch in den Lüften, wo die Luftschiffe »nd Flugzeuge dahinziehen. Zu tiefst schießen in gewaltigen Rohren die Torpedo-Wagen des Fern- Verkehrs dahin, die erst weit draußen vor der Stabt ans Tageslicht emporsteigen, um bann ihren Weg durch das Land zu nehmen. Ueber ihnen liegen, durch Fahrstühle von oben zugänglich. die Röhrennetze der Unter- grundbahnen, von denen ein Teil dem Fernverkehr zwischen den einzelnen Stadtteilen dient, während ein anderer den Lokalverkehr besorgt. Darüber rollen die Untergrundbahnen für den Nahverkehr dahin, und zu oberst, hart unter dem Pflaster, haben die T u n n e 13 der Straßenbahn ihren Platz. So spielt ich ein wesentlicher Teil des Verkehrs unter der Erde ab wie überhaupt ein Teil des Lebens im
Rewyork, 23. Juli.
Freiherr v. Barnekow Raven van der Richthofen-Smffel kündigte für nächsten Manat einen Rundflug um die Welt mit hundertachtzig Meilen Stundengeschwindigkeit an. Das in Aussicht genommene Flugzeug befindet stch im Bau und wird zweiundzw anzigtausend Dollars kosten. Als erste Flugstrecke wird ®an= Fronzisko-Hawai-Japan angegeben.
ftataftrop&enfa&r 1927.
Schicksalsschläge ahne Zahl in aller Welt.
Paris, 23. Juli. Rach einer Statistik find fett dem ersten Januar nicht weniger als 136 Raturkatastrophen zu verzeichnen gewesen. denen insgesamt 6371 Tote und 9849 Verletzte zum Opfer gefallen sind. Die Zahl der zerstörten StSdie wird mit vier angegeben 66 845 HäUser seien eingestürzt.
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noch zur Stabilisierung Europas nötig find, das Pfand der Rheinlandsbesetzung aus der Hand gebe, fa liegt es im Interesse aller, da i die Friedens-Probleme schon jetzt zwischen den Mächten verhandelt werden. Man muß wie in Locarno vorgehen, das heißt, außerhalb men der-
Auf dunklen Wegen.
Läßt uns der Sommer ganz im Stich?
Werden die fast schon zur Mythe gewordenen feurigen Licht- und Lebensspender aus fernen, eisigen, wollenbrodelnden Welträumen noch einmal die frierende Erde mit dem fonnenhungri- gen Millionen zu strotzendem Erntesegen, zu überguettenber Sommerseligkeit heranreifen lassen? Wird noch einmal aus brotduftendem Aehrengold, ans flammender Rosenglut, aus blauen Himmelsparadiesen. auS Blüten, Busch und Laub und auS brausenden SiebeSallorden glückstrunkener Menschenherzen die Fontäne irdischer Freudengesänge, sprühender Lebenslust und schenkender Menschenliebe hoch aufschäumen, eh die Kränze im Haar verwelken und die Berge immer früher im Dunkel versinken? Soll s nicht endlich genug sein der schwefelgelben Gewitterhöllen über eben noch sonnengleißenden Bergidyllen, der Massenmorde durch Blitz, Orkan und Wolkenbruch, der Vulkan- und Erbbebens-chreckm, diesseits und jenseits der Meere?
Oder senken sich Fluch und Verhängnis kosmischer Katastrophen auch in die Seelen irrender, verdüsterter, verzweifelter Menschen. Hundert Menschenleben fraß der Vampir des Bru- derhasseS und . . . des teuflifchen Friedensvertrages allein in der künftigen Großdeutsckland- f Ui ole Wien. Und die ambrosische, von lächelnder Grazie, besonnten Erinnerungen und müder Resignation zitternde Praterluft ist verpestet vom Gisthauch des Mißtrauens, erbitterter Par- teifehden, blinden Machthungers. Nicht minder aber schmerzen die Splitter im eigenen Volksauge. Da sind dem preußischen Oberpräsidenten und Reichsbannerführer Hörsing in brüderlich-erregter Aufwallung gut gemeinte „Entgleisungen" passiert, die peinliches Aufsehen in den Amtsstuben der Ring, und Wilhelmstra- ße erregten und geharnischte Staats- und Par- teiproteste an den Spree« und Donauufern hervorriefen. Man wird auf beiden Seiten Temperament und Empfindlis^eit zügeln müssen, wenn der Großdeutschlandstern, der schon tief in das Brandrot und -Blut des Aufruhrs hinabgetaucht war, nicht noch mehr an Leuchtkraft und magischem Zauber einbüßen soll. Denn stürmischer als je umgarnen heute schmarotzende Donaunachbarn mit Paris an der Spitze die gottenlos trauernde Wiener Penelope, um sie unter dem Druck ungeheurer Wirtschaftsnot tn eine Wirtschaftsehe mit den „Nachfolgestaaten' hineinzuzwingen. Gelingt eS uns nicht, diese eiferne Umklammerung zu brechen, und den Großstaat rechtzeitig aus der Taufe zu heben, bann werden Frankreich-Italien über unseren Selb hinweg den südosteitropäischen Wirtschaftsblock aufrichten und das Gleichgewicht in Europa auf Jahre hinaus in ihrem Sinne verteilen.
Zu allem Ueberfluß und wahrlich nicht zur Steigerung unseres Prestiges, liegen sich auch wieder einmal Reich und Preußen in den Haaren. Denn wem soll damit gedient sein, daß sich Minister und hohe Beamte Irreführungen, Vertrauensbrüche, Verschleppungen (es handelt sich um den Verfassungstag) vorwerfen, daß Preußens Ministerpräsident persönlich für seinen angegriffenen Bevollmächtigten Dr. Badt vom Leder zieht und wiederum Innenminister v. Keudell schwerster Irrtümer und Unwahrheiten zeiht. Der Erziehung zur Staatsautorität erweist man damit Henkerdienste: sol- che internen Kabalen zwischen den StaatShäup- tern gehören nicht vor das Forum der Oeffentlichkeit. Oder will man dem nickt mehr anSzuweichenden Einheitsstaat dadurch in die Hände arbeiten, daß man die Kluft zwischen Haupt und Gliedern der Staatsmacht immer tiefer aufreißt?
Schwer genug lastet auch ohne diese Partei- und Ehrenhändel das Dunkel der Zeit auf ollen VolkSkreisen. Post und Kohlen wollen sich verteuern. Unter dem Druck der Zölle werden die Preise nickt gerade fallen. Tie Arbeitslosenkurve sinkt nur scheinbar. Denn zu der halben Million Vollerwerbslosen kommen die „Ausgesteuerten* der über zweiundsünfzig Wo- 1 eben Erwerbslosen (Krisenfürsorge), die noch tie- ' fer zu bedauern und . . . verelendet sind, als die Hauptunterstützten. Stellt man die ebenfalls nur zeitweilig oder kurzfristig beschäftigten Notstands- und Kurzarbeiter noch in ! Rechnung, so haben wir wieder oder immer i "och über eine Million arbeitswillige 1
Berlin, 23. Juli. (Eigene Drahtmeldung.)Izwanzigsten Runde eine Rotlandung zwi- Der für September geplante Ozeanflug Kön-Ischen Delitzsch und Leipzig vornehmen müssen. neckeS muß auf einige Zeit verschoben wer-1Dabei wurde der Apparat beschädigt. Die den. Der Grund hierzu ist darin zu erblicken, ' " daß Gras von SolmS aus Laubach in Oberheffen, der den Flug finanziert und als Passagier daran teilnimmt, bei einem Auto-
Dte »afltter «eneftee Kadnmbtea erlernten wöchentlich ie»»mel nachmtmtgS ier «bonnementepreii berräm ffliöen Motta! 1- X M freier SufttOnrie mS Haus, tn bet Ltkchüttoüklle rbaeboli L80 X. Durch btt »oft monatlich 1- X austchltetzli» 3nfte0nna»ae6ftbT «erlag und Redaktion Schlnchtbofftrafte iS/to.