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Kasseler Abendzeitung

S esstsche Abendzeitung

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Nummer 2. Amtliches Organ der Stadt Stoffel Dienstag, 3. Januar 1928.

Amtliches Organ der Stadt Kassel 18. Jahrgang

Antiknegöpakte für die halbe Welt.

Gin spannendes Zahr.

Wahltheater und Gesetze in Fülle.

Das neue Jahr sängt gut an. Gleich der Ja­nuar birgt eine solche Fülle politischer Geheim­nisse in seinem Schoße, daß jeder Staatsbürger, der sich pflichtgemäß mit den öfsentltchen Ange­legenheiten beschäftigt, allerlei zu erwarten bat- Sobald der letzte Feiertag vorüber ist und die Heiligen drei Könige ins Land gezogen sind, wird der Prozeß des Jungdeutschen OrdenS- kompturS von TceSckow in zweiter Instanz stei­gen. Politische Prozesse sind immer interessant, aufpcitschcnd und nervenfressend und neben den Fällen Barmat und Kutisker hat die Aechtnng v. Tresckows mit Hilfe des Innenministers v. Kendell, den der Reichskanzler offen deckte, die hohe Gesellschaft am stärksten interessieren. Die Behauptungen des Reichskanzlers, die sich in erster Instanz als irrig erwiesen, verlangen ihre Richtigstellung am gleichen Platze und durch den gleichen Kanzler, wenn auch die zweite In­stanz in gleicher Weise für Tresckow entschei­den sollte Das fordert die ausgleichende Ge­rechtigkeit.

Am 10 -Januar tritt auch die französische Kammer zusammen. Eine große außcnpolitstche Aussprache ist anaekündigt. Sie warf in diesen Tagen schon ihre Schatten voraus, als PoincarL sich mit den Ministern seiner Regientng zusam- meufetzte tu ui Frankreich d n Linkskurs zu steuern suchen. Gedenkt P o t n c a r k sich ihnen anzuschließen oder gar mit gutem Beispiel vor- anzngehen? Die Frage wird nicht nur bei uuS, sondern auch in Frankreich lebhaft erörtert, da man vermutet, daß sie den Auftakt zur Wahlkampagne und die Wahlparole des Ministerpräsidenten andeutet. Mr werden es erleben und warfen ab, ob sich Frankreich ehrlich bemüht, endlich einmal durch Räumung des RheinlandeS und urch wirklichen Abbau der letzten Reste der Kriegspsychose, den so oft ge­priesenen Friedenszustand zu schaffen oder ob wieder jene etscnklirrende Galia vor unseren Augen erscheinen wird, deren ProPhetRah- mond Poincar« heißt Auch jenseits d e S K a na l S werden, wenn nicht alles täufeht, die Wahlen sehr heiße und erbitterte Kämpfe bringen. Auf Ueberraschungen kann man flc- faßt sein Diel hängt von der zukünftigen Ent­wicklung der englischen Politik und viel bängi auch für die Weltpolitik und für das Wohl Deutschlands davon ab, welche Führer sich das englische Volk dann wählen wird. Auch das Problem Rußland-England wird dann entschieden werden. Lösung oder neue Verwick­lungen heißt in dieser Beziehung dann die Parole - . . . .,

In der zweiten Januarwoche treten auch die Berliner Parlanientsausschüsse wieder zusam­men. Hugenbergs Silvesterscherz, der den Frak- tionssührer des Zentrums, von GuLrard nach der Kanzlerwürde streben und eine Linkskoali- tion bilden ließ, lenkte sie allgemeine Aufmerk­samkeit nachdrücklich auf die Beratungen des in­terfraktionellen Ausschusses, denen eine außerge­wöhnliche Bedeutung zukommt. Sie werden nicht nur über das Schicksal deS Schulgesetzes sondern auch über die Wünsche und Forderuw gen der Standesherren entscheiden, über di« noch absolut keine Einigkeit besteht. Für die Regie- rungskoalition kann unschwer daraus eine Krise entstehen, wie uns von Zentrumsseite verncdert wird, die dem Kabinett das Leben kosteL Wir können aber in aller Ruhe abwarten, ob die ver­schobene Weihnachtskrise früher oder später auf- ersteht, und wie sie sich im einzelnen gestaltet. Mit größtem Interesse steht die politische Welt der großen Landeskonferenz entgegen, die am 16. und 17. Januar in Berlin tagt. Preußens Ministerpräsident hat bereits mitgeteili, daß es keineswegs endgültige Beschlüsse und durchgrei­fende Unigestaltungen des Staats- und Reichs- recktS erwartet, sondern nur Anregungen, die geeignet sind, die angebahnte Entwicklung zu fördern. ES gibt keinen Staatsmann in Ber­lin und im Reiche, der glaubt, daß eine grund­legende Veränderung in den Beziehungen des Reichs zu den Ländern schon in allernächster Zeit erfolgt. Werden auch in Reden und Ent- schlietzungen der verschiedensten Organisationen große Rosinen aufgetischt und verspeist, in Ber­lin wird auch im neuen Jahre noch mit fil­triertem Spreewasser gekocht. In den Residenzen der Länder ist cs nicht anders, vor allem nicht in Isar-München.

Dies ist auch bei der Würdigung all der Rach­richten zu berücksichtigen, die der Reparations- Jahresbericht Gilberts auslöste. Wir unter­schätzen gewiß nicht den - gewaltigen Einfluß den der Entschädigungsagent auf die herrschende Finanzwelt feiner Heimat besitzt und die ver­traulichen persönlichen Aussprachen, die er zur Zeit in Washington pflegt. Die Tatsache aber,

LlebemN geht

Neujahrsbilanz bei den Donaubrüdern.

Wien, 2. Januar. Beim diplomatischen Reu jahrsempfang hob Bundeskanzler Dr. Seipel hervor, daß trotz der schweren Erschütterungen die staatliche Autorität und der Kredit Oesterreichs im Auslande nicht gestört, sondern im Gegenteil noch gestärkt worden sei. Bundes- Präsident Dr. H a i n i s ch hob die Verdienste des Bundeskanzlers um die Stabiliserung der Wäh­rung und um die Befestigung der Verfassung hervor und wies auf die Notwendigkeit eines arbeitsfähigen und arbeitsfreudigen Parlaments für Demokratie^ und Repuvlik hin.

AM gutem Verspiel.

... gehen Washington-Baris voran.

Paris, 2. Januar.

Aus Washington wird gefunkt: Staatssekretär Kellogg hat dem französischen Botschafter Clau­del die amerikanischen Gegenvorschläge für den Antikriegspakt überreicht, in der Hoff­nung, daß der erste Vertrag dieser Art rin Beispiel für ähnliche Verträge zwischen an­deren Ländern abgeben könnte.

* * *

Jetzt auch Hie anösim.

Amerika schließt weitere Anlitriegspatte ab.

London, 2. Januar

Nach einem Telegramm aus Paris will Rme rika anscheinend zwei verschiedene Verträge mit Frankreich abschließen. Und zwar wollen sich beide Länder einmal verpflichten, alle Differen­zen schiedsgerichtlicher Entscheidung zu unterbreiten, mit Ausnahme von Fragen, die sich ans innerpolitischen Entscheidungen ergeben. Fragen, die eine dritte Macht berühren und Fragen, die sich auf die Anwendung der Mon- reodoktrin beziehen. Möglicherweise bestehen noch andere Vorbehalte. Die zweite Erklärung, internationale Differenzen nicht durch Krieg zu lösen, würde nicht einen rein französisch ame­rikanischen Charakter haben, sondern anderen Staaten, die zur Unterzeichnung Bereit sein sollten, würde dies s r e ist r h e n. Staatssekretär Kellogg soll in einem persönlichen Brief an Briand von einer Reihe ähnlicher Verträ­ge mit anderen Staaten sprechen. Besprech»» gen hätten bereits stattgefunden.

Die Berliner sind Helle.

Riesentrubel in der Silvesternacht.

Berlin, 2. Januar.

Die Silvesternacht ist ohne größere Zwi­schenfälle verlausen. ES wurden nur 234 Zwangsgestellungen vorgenommen, gegen 535 im Vorjahr. Die Unfallstellen wurden etwa 450 mal, meist durch leichtere Unfälle, in An-

es aufwärts.

Ansehen und Vertrauen im Wachsen, spruch genommen. Die Feuerwehr wurde in der Silvesterancht und am ReujahrStag 150 mal in Tätigkeit gesetzt und zwar meist bei kleine­ren Bränden. Der Verkehr in der Silvester­nacht war diesmal noch stärker als im Vor­jahre.

* * * I

Was den Russen blüht.

Berlin, 2. Januar (Privattelegramm.) Nach einer Meldung aus Kopenhagen nennt Stalin in der Prawda das Jahr 1928 das Jahr der gro­ßen Entscheidungen. Die Ernte in einer Reihe kapitalistischer Westftaaten fei jetzt reif.

Was geht in Ungarn vor?

Maschinengewehre im Zug. Schwerer Konflikt

Wien, 2. Januar.

In Szent Gotthard, der auf ungarischem Ge­biet gelegenen Zollstation, an der steyrisch-un- garischen Grenze trafen am Sonntag mit einem Güterzug aus Verona fünf Waggons, deren Ladung alsMaschinenbestandteile" deklariert waren, ein. Die Waggons enthielten aber, wie sich herausstellte, zerlegte Maschinengewehre. Trotz Einspruch schoben die ungarischen Bahn­behörden unter militärischer Bewachung 'sie fünf Waggons mit den Maschinengewehren weiter und traten den österreichischen Zollbeamten, die sie daran hindern wollten, mit Waffengewalt entgegen. Die österreichische Zollbehörde verließ darauf Szent-Gotthard, sodaß die Züge seitdem nicht mehr abgefertigt werden. Das Telephon ist gestört.

Was bringt 1928?

Ein Sack voll Gesetzes- und Staatsarbeit.

Berlin, 2. Januar.

Im Arbeitsministerium werden zurzeit Ver­änderungen der sozialen Versicherung gesetz- technisch vorbereitet. Das Finanzministerium hat noch den Etat sowie das Kriegsschäden- gesetz und das Steuervereinheitlichungsgesetz zu erledigen. Außer neuen Handelsverttägen steht dann noch das Gesetz über den endgültigen Reichswirtschaftsrat aus, das im Fe- brckdr den Ausschuß beschästigen wird. Reben der Strafrechtsreform laufen dann noch die Behandlung des Auslieferungsgesetzes und die Aenderung des Mieterschutz- und Reichs- mietengesetzeS. Eine Reihe neuer Vorlagen ist in Aussicht genommen. Die Reichspost rationa­lisiert weiter Von den Parteien dürfte die Aenderung deS Postfinanzgesetzes gefor­dert werden. Reue Kanalpläne kommen für 1928 nicht in Frage. Ein einheitlicher R ei ch s st ra­st enpl an ist vorgesehen. Im Luftverkehr ist durch die Schaffung der Flngsicherungsstelle eine Organisation für das ganze Reich gebildet.

Auch Engländer werden wild.

Silvesterkrawalle auf dem Truppenübungsplatz.

Loudon, 2. Januar.

Am Silvesterabend wollten Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Oldershot einen ver­hafteten und in die Polizeistalion gebrachten Kameraden gewaltsam befreien. Polizeiverstär­kungen zogen einen Kordon um die Polizei­

wache. MS eS gelungen war, die Soldaten zur Rückkehr nach den Kasernen zu veranlassen, er­neuerten sich dort die Ausschreitungen. ES wurden Fensterscheiben zerschlagen und anderer Materialschaden verursacht. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

Erst bas Vaterland!

Glückwünsche der Staatslenker für 1928.

Der Reichspräsident gibt die Parolen aus: Macht uns frei! Mahnungen an alle Par­teien. Reichskanzlers Herzenswunsch.

Berlin. 2. Januar. NeilbSvrästdent von Hindenburg empfing gestern mittag die Chefs der bieiigen fremden divlomatsicken Vertretun­gen, denen im Cbrenbof von einer Abteilung Reichswehr die üblichen militärischen Ehrenbe- ienguitgen erwiesen wurden

Nuntius P a c e l l i wies als Ueberbringer der Glückwünsche des diplomatischen Korps auf die Friedensfortschritte und die Zusammen­schließung der Völker hin. Er fügte hinzu: Das Gefühl des Vertrauens, das die Wohl­taten des Friedens und die internationalen Uebereinkommen bei den Völkern Hervorrufen, hat das große Werk des Wiederaufbaues geför­dert. Unter diesen Staaten nimmt einen wich­tigen Platz die Ration ein. deren oberstes Amt Sie, Herr Reichspräsident, innehaben. Der Reichspräsident richtete seine Glückwünsche zu­gleich auch an die Regierungen und Völker.

Die Nöte der Zeit müßten bei allen den Willen zur Zusammenarbett und das Verständ- nis für die Lehcnsnotwendigkeiten jedes einzel­nen Volkes vertiefen und verstärken. Opferwil- lige Hingabe an das Vaterland, so betonte er, schließt den Dienst an der Menschheit nicht aus. Die Völker aber werden sich um die Herbeifüh- rung einer wahren Friedettsgemeinschasi der Nationen, umso freudiger bemühen, wenn sie von der Neberzeugttng erfüllt fein können, daß dieser Friede zugleich die Herrschaft der

Gerechtigkeit und ihres höchsten Gutes der Freiheit

begründet. So sehr das deutsche Volk noch von eigenen Sorgen bedrückt ist, die es weder ver­gessen noch zurückstellen kann, wird eS sich doch an allen Bemühungen um einen echten Frieden entschlossen und aufrichtig beteiligen.

Es wir- uns gelingen.

Marx über die Aufgaben von 1928.

Beim Empfang der Reichsminister führte Reichskanzler Marx u. a. aus, daß der Wie- deraufstieg unseres Volkes nur schrittweise und in unablässiger Arbeit zu erreichen ist. Zwar ist der Herzenswunsch des gesamten deutschen Volkes, die Befreiung der besetzten Gebiete, noch nicht in Erfüllung gegangen, aber dennoch ist eine Besserung der auswärtigen Lage unser- kennbar. Die Arbeitslosigkeit fei gesunken, schwere Wirtschaftskämpfe seien ausgeblieben, der Gedanke einer gemeinsamen Meisterung der schweren Wirtschaftsprobleme durch Arbeitge- ber und Arbeitnehmer möge sich immer tiefer festsetzen. Mit besonderer Genugtuung erfülle ihn, daß es gelungen ist, der treuen und be­wahrten Beamtenschaft zum Jahresschluß das nach Lage der Staatsfinanzen und Wirtfchafts- verhaltnifle Mögliche zu geben. Er erinnerte zum Schluß an die schweren Aufgaben und dringenden Probleme, die sich für das kom­mende Jahr aus der historischen Gliederung deS Deutschen Reiches ergeben. Er vertraue darauf, daß auch in den Kämpfen des kommen- den Jahres die am 80. Geburtstage des Reichs- Präsidenten neu empfundene

Einmütigkeit deS deutschen Volkes nicht verloren gehen werde.

* * *

Das fördert uns.

RrujahrSmanlfest des Reichspräsidenten.

Ein Wunder am Silvesterabend.

Zwei Züge kaufen über dem Abgrund aufein ander. Rur ein Lokomotivführer verletzt.

Ehur, 2- Januar.

Am Sylvester Abend stieß der Schnellzug St. Morin Chur auf dem hohen Viadukt oberhalb BergÜn mtt dem um 17 Uhr 2C in Ehur abfüh­renden Personenzug zusammen. Die Lokomo­tiven und die nachfolgenden Personenwagen

daß 1928 die Vereinigten Staaten Nordamerikas ihren Präsidenten neu zu wählen ha­ben, und der Nachfolger Eoolidges erst im Früh­jahr 1929 sein Amt antritt .trägt die Gewißheit in sich, daß Entscheidungen von großer Trag­weite auf dem Gebiete der Kriegsschuldfragen schon bis Jahresschluß kaum zu erwarten sind. Poincarös 132 Milliarden-Motiv hat uns einen kleinen Vorgeschmack vom kommenden Repara­tionstanz gegeben. Roch schlimmer ist es, so bald die Sprache auf den Friedensvertrag von

wurden vollständig ineinandergeschobcn, der Lokomotivführer des Personenznges ist erheblich verletzt. Die Passagiere kamen aber wie durch ein Wunder mit dem Schrecken davon. Der Ver­kehr ist unterbrochen. Ter Materialschaden sehr groß. Offenbar handelt es sich um falsche Wei­chenstellung.

Versailles und die Kriegsschuldlüge zu sprechen kommt, wobei einfach Kurzschluß eintritt. Bleibt es dabei im neuen Jahre, auch nach den nächsten Kammerwahlen im Mai, dann ist es um den Frieden Europas bedenUich schlecht bestellt trotz aller Neujahrsschwüre der in Friedensbuße er­sterbenden Staatsgewaltigen. Wiederum ein­mal hat Frankreich das Wort. Setzt dazu noch die Presse auch im neuen Jahre die außenpoli­tische Brunnenvergiftung fort, dann ist cs um die Befriedung Europas geschehen.

Der Reichspräsident erwiderte u. a.: Wir ge- denken heute wiederum in schmerzlicher Anteil- nähme der Volksgenossen im besetzten Gebiete und geben im Bewußtsein, in diesem Wunsche mit dem ganzen deutschen Volke einig zu fein, auch heute der Erwartung Ausdruck, daß ihnen baldige Befreiung werde. Fremde Mili- tärgewalt und Besatzung im Land ist unver- einbar mit einer endgültigen Befreiung. Nur auf freiem Boden und zwischen freien Völkern können die Gedanken der Verständigung und deS Ausgleichs voll zur Auswirkung gelangen. Dagegen werde den Versprechungen für daS schwerbedrohte Ostpreußen baldigst die Ber- wirklichung folgen und die schweren Sorgen, die über diesem von der Heimat getrennten Landes­teile und feiner arbcitssreudigen Bevölkerung feit Jahren lasten, werden in Kürze behoben fein. Er hoffe, daß der Gedanke des sozia- len SriebenS und Ausgleiches sich im neuen Jahre stärken und vertiefen möge, und bezeich- trete eS als feinen dringenden Wunsch an alle Deutschen, besonders aber an die führenden Männer im Parteileben, in der Presse und in den Volksvertretungen, daß die kommenden Wahlen nicht zur Vertiefung der Gegensätze und