Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 9. Amtliches Organ der Stadl Raffel Mittwoch, 11. Januar 1928.
Amtliches Organ der Stadt Raffel 18. Jahrgang
Der Antikllegöpakt schon aufgegeben.
Kolonien noch in weiter Ferne / Ealonder schafft in Oberschteflen Ordnung.
Zünglein an derWage
Bon den Handelskriegen der Zukunft.
Die Betrachtung der Rachkriegsgeschichte, für die man sich ja leider-weniger an Persönlichkeiten als an Leitartikel, Tagungen und Statistiken zu halten hat, ist zwar nach wie vor von dem Wort-.Krieg' beherrscht, aber doch hat dies Wort einen gewissen unwahr- fcheinlichen Nimbus bekomme», umso wahrscheinlicher und nackter hat sich dagegen der Begriff .Wirtschaftskrieg" herausgeschält. Ihn haben wir in verschiedensten Formen kennen gelernt, zunächst rings um Deutschland, wie ja überhaupt das zweite Versailles weniger als abschließender Zustand anzusehen tft, denn als gedachte Einleitung eines großen kom zentrischen Wirtschaftskrieges aller gegen einen mit dem Ziel der Ausschaltung Deutschlands aus dem europäischen Wirtschaftssystem, ein Versuch, der zwar zu einer starken Schmückung Deutschlands geführt, gleichzeitig aber seine völlige Verfehlthett eingeseben hat. Höchstens den letzten dieser Wirtschaftskriege, den deutsch- polnischen, kann man noch unter modernem Gesichtspunkt betrachten. Das gleich« gilt, um sofort auch hier den allein möglichen Kontakt zur Welrpolitik herzustellen, von dem englischrussischen Wirtschaslskamps und noch viel mehr von dem größten aller Wirtschaftskriege, der, wenn uns nicht alles täuscht, in einer heute kaum allgemein vorstellbarenWeise während des nächsten und übernächsten Jahres die Welt erfüllen wird und der ja auch schon das Kremproblem für die City an Bedeutung verlieren läßt: dem Kamps zwischen London-Citv und der Newvorker Wallstreet. Der große Kampf um das Prae, der sich hier so gut wie in den früheren Kriegen abspielt, findet seine Funktion vorwiegend im Handelsvertrag, der die Konstellationen beherrscht.
Zunächst interessiert in diesem Zusammenhang das russisch« Handeisvertragssystem. Tatsächlich gibt es kaum eine Macht, die ihre Handelsverträge so offen ihren hochpolitischen Funktionen dienstbar macht, wie S. S. R. Durch den mit Persien hat Rußland seine asiatische Flanke durch ein diplomatisches Glacis gegen England umgürtet, nachdem es ja schon früher sich der Türkei und Afghanistan in ähnlicher Weise liiert hatte. Auch die baltischen Handelsverträge dienen ganz offensichtlich politischem Ziel. Die polnische Stellung tm Osten tft durch sie ohne Frage erschütttct, der T'raum der Hegemonie des baltischen Staatenbundes zerstört.
Eine besondere Erscheinung ist weiter in dem weiten Gefüge dieser modernen politischen Systematik nunmehr fraglos Amerika. Es will verdienen, den Verdienst flcherstellen, das gewonnene Kapital aus den gewaltigen Zentren von Wallstreet heraus anlegen, muß infolgedessen neue Jnvestierungsmöglichkeiten und Absatzgebiete suchen und selbstverständlich kennt seine Politik, die auch eine Politik der Weltherrschaft, aber alles andere als eine napoleonische, eben eine kaufmännische ist, kein anderes Ziel: sie hat nie anders denken gelernt. Daß sie da- bei sehr skrupellos sein kann, hat sie nicht nur aus ihrem eigenen Erdteil oft genug bewiesen, wenn sie aber die ganze Schwere offener Konfliktstörungen, wie der amerikanisch-englische eS sein würde, bis zur Unumgänglichkeit vermeidet, so ist auch dies nur der gleiche Instinkt. Er war eS, der das ursprünglich mit fremdem Kapital ausgebaute Land gelassen den geeigneten Zeitpunkt zum Eintritt in daS große Ge- schäft Krieg abwarten ließ und der jetzt die amerikanische Anleihepolittk nationalpolitische Grundsätze größten Stil? vertreten läßt, der die amerikanischen Kapitalien für fremde Industrie stets unter dem Gesichtspunkt anlegt, keine unangenehme Konkurrenz großzuziehen und der schließlich auch seinen Botschafter, den Dollar ebenso wirksam wie kaltblütig für Einzelaktionen benutzte.
So hat Wallstreet fast ganz Südamerika mit Ausnahme von Chile von sich abhängig gemacht, so hat eS Polen unter Pfand genommen und Deutschland einen Kommissar vor die Nase gesetzt, als es die Nützlichkeit des deutschen Wiederaufbaues für seine eigenen Zwecke erkannte, so hat es im fernen Osten gearbeitet, so arbeitet eS schließlich überall da, wo es auf die englischen Lebensnerven seines großen Konkurrenten trifft, wie z. B. neuerdings in Aegvpten und Abessinien. Dieses Land, das sich noch 1867 hilseslebend an Bismarck wenden mußte, um seine Kriegsbonds auf den preußischen Markt zu bringen, ist beute tatsächlich mit seiner Dollardiplomatie soweit aekomwen, daß es den letzten entscheidenden Austrag erwarten kann. Daß
der schließlich zur Zeit keine andere Polittk treiben kann als die des Status quo, wie dies u. a. seine Hemmschuhpolitik gegenüber allen neuen wirtschaftspolitischen Anregungen etwa denen aus Genf, beweist. Deutschland aber kann unter Umständen darauf hoffen, in dem großen Entscheidungskampf noch einmal das Zünglein an der Wage zu spielen, denn Amerika wird das englische Geschäft nicht ohne europäische Sicherheiten, wie Deutschland und Rußland daS vielleicht in späteren Zeiten einmal werden, machen, dies allein auS dem Grunde nicht, weil daS Geschäft ja nur dann lohnend wäre, wenn es die bestimmte Möglichkeit erwarten ließe, die erheblichen in die englisch-französisch-polnische Gruppe investierten Kapitalien irgendwie mit erheblichem Aufschlag wieder hereinzubekommen.
Wie stehen wir zu polen?
Außenminister Zaleski baut unS Brücken. —
Warschau, 10. Januar.
Auf dem Bankett beurteilte Außenminister Zalewski die wirtschaftliche Konsolidierung und die weitere Entwicklung der polnisch-litauischen Beziehungen optimistisch, wenn auch der litauische Regierungschef stch mehr von politischer Logik leiten lassen müsse als bisher. Auch zu Deutschland hätten sich die überaus schwierigen Beziehungen gebessert namentlich durch die deutsch-polnische Zusammenarbeit in Genf und die merkbare Aendernng in der Einstellung der deutschen öffentlichen Meinung gegenüber Polen. Er hoffe, daß sich das Zusammenwirkeu verstärken und die trennenden Fragen, wie Dan- zig ufw. in Zukunft in Genf nicht mehr so viel Raum einnchmen werden wie bisher. Die deutsche Haltung biete zwar noch nicht die Gewähr einer normalen Entwicklung der deutsch- polnischen Beziehungen aber die Richtung sei klar und offenkundig. Heute gibt es keinen ernsten Deutschen mehr, der die Behauptung von einem polnischen Saisonstaat noch ernstlich wiederholte. Auch gibt es heute nicht viel Deutfche mehr, die behaupten, daß daS Fehksi normaler wirtschaftlicher Beziehungen zu Polen und der Zollkrieg für Deutschland vorteilhaft wäre und welche nicht eine unermeßliche deutsch-polnische Wirtschaftsverständigung wünschten. Hingegen werden die Deutschen immer zahlreicher, die aus einem Zusammenwirken mit Polen sich Vorteile versprächen. Polen wäre zufrieden, wenn auch die Sowjetunion ihre bisherige Haltung zu einem Nichtangriffspakt revidieren würde. Ausgezeichnet seien die Beziehungen zu den baltischen Staaten.
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Endlich einmal gerecht.
Ealonder gegen polnische Uebergriffe.
Kattowitz, 10. Januar.
Der Polizeikommandant von Brzezie machte kürzlich einem Gastwirt Borwürfe, daß er seinen Saal der deutschen MinderheitSschule für die Weihnachtsfeier zur Berfügung stelle. Außer- dem bemertte er, daß die Feier, wenn sie trotz- dem ftattfinden würde, von Aufständischen gestört werden würde und — daß die Polizei den Deutschen jeden Schutz versagen müßte. Zwei Stunden vor Beginn der Weihnachtsfeier wurde sie vom Amtsvorsteher ohne Angabe von Gründen verboten. Bor der gemischten Kommission wurden diese Vorgänge durch Zeugen eidlich bestätigt. Präsident Ealonder mitz-
Borteile eines Handelsvertrages.
billigte nun in seiner jetzt gefällten Entscheidung auf das entschiedenste das Verhalten des Polizeikommandanten. Sein Berhalten sei eine schwere Verletzung der Genfer Konvention, und ein Beamter, der mit Maßnahmen gegen die deutsche Minderheit drohe, sei keineswegs geeignet, in dem Gebiet, für das die Konvention gilt, öffentlichen Dienst zu tun. Der Kommandant müsse deshalb aus diesem Gebiet unverzüglich entfernt werden.
liebet die Kraft.
Verzicht auf den Autikriegspakt. — Nur ein Dutzend Schiedsverträge mit Amerika.
Washington, 10. Januar.
Den neuen Briand-Kelloggschen Kriegsver zichtSplan wird man vermutlich fallen lassen, da schon der Schiedsvertrag alle irgendwie möglichen Fälle einbezicht. Der neue Vertrag unterwirft alle Streitigkeiten mit Einschluß der vitalsten Interessen und der nationalen Ehre einem Schiedsgericht: ausgeschlossen bleiben lediglich interne Angelegenheiten, Fragen, die ersten dritten Staat betreffen, die Monroe-Dol trin und Frankreichs europäische Bindungen. Aber auch Differenzen über diese vier Punkte müssen einem Versöhnungsverfahren unterworfen werden. Man hofft nach diesem Vertrag ein gewaltiges Netz gleichlautender Schiedsverträge mit möglichst vielen anderen Staaten abzuschließen.
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Spannung in Gens.
England zerhaut die SicherheitSknvten?
London, 10. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Genfer Korrespondent meldet, das britische Foreign Office werde dem Völkerbund binnen kurze« einen vollständigen Plan betreffend die Sicherheitsfrage unterbreiten. Dieser Note werde mit großer Spannung entgegengesehen.
Kolonien im Monde.
Drüben hat sich nichts geändert.
Berlin, 10. Januar.
In der deutschen Presse wird von neuem Deutschlands Anspruch auf Kolonien erörtert. Es handelt sich um akademische Aussührun. gen. Die maßgebenden offiziösen Blätter und Stimmen aus den Siegerstaaten lassen auf feine« Gesinnungswechsel der Gegenseite schließen.
Maffenverbannung nach Sibirien.
-V Roch schlimmer als unter dem Zaren.
Berlin, 10. Januar.
Ans Moskau verlautet: Dreißig der hervor- ragendsten Mitglieder der Opposition erhielten Befehl zur Abreise, ohne genaue Angabe ihres Bestimmungsortes. Jedoch ist das ganze un- wirtliche europäische und asiatische Rußland in Anspruch genommen worden, von Archangelsk
bis Mittelasien und Sibirien. Ein Teil der Verurteilten ist bereits deportiert. ES besteht nicht mehr der mindeste Zweifel, daß Trotzki, Radek, RakowSki und auch Kamenew, Sinowjew ufw. verbannt werden sollen. Rakowski soll Im Gouvernement Wjatka, fünfhundert Kilome- ter entfernt von der nächsten Eisenbahnstation untergebracht werden.
Wie fie sich das Fell vergerben.
Die Balkan-Faschisten find sich spinnefeind.
Prag, 10. Januar. I mußte die Flucht ergreifen. Die Prügelei zwi-
In einer politischen Versammlung der tsche-Ischen den tschechischen und mährischen Faschisten chischen Faschisten in Mährisch-Trübau wurde! setzte sich nun im Treppenhause fort, bis alle aus der mährische Faschistenführer verprügelt und j dem Bersammlungshaus vertrieben wurden.
aber die letzte Phase deS offenen Ausbruchs dieser Hochspannungspolitik unter Anwendung neuer Funktionen nickt mehr weit abliegt, beweist nichts besser, als der offene Kampf zwischen Standard Oel und Shell.
Es ist eine der größten Grotesken der Weltgeschichte, daß dasselbe Land, das vor dem Kriege den Krisen seines Exports dadurch zu begegnen pflegte, daß es immer neue Märkte schuf und die Kapilalerpansion fortwährend neu ankurbelte, daß dieses England jetzt produ- tionstechnisch selbst insHinlerlrefsenge- raten ist. England ist heute noch in der Lage, von seinen aufgehäusten Reichtümern zu zehren, aber bei nüchterner Betrachtung aller Umstände möchte man doch lieber in der Haut des deutschen Reichskanzlers stecken als in derjenigen des ersten Ministers der Vereinigten Reiche,
Otithl in Öen Krieg.
General v. Schönaich in der „Stadt Stockholm".
Eine schwarze Menschemnauer vor der Sladt Stockholm. Schupo sperrt die Türen, die Treppe zum vollgepfropften Saal. Hier eifert im Auftrag und zu Gunsten der Gesellschaft der Sriebengf reunbe General a. D. von ch ö n a i ch, eine gedrungene, volle sanguinische Soldatenstgur mit denkerischen Zügen, oet aus einem Saulus zum Paulus wurde, gegen daS wahnwitzige Völkermorden. Volkstümlich und drastisch geißelt er int Bilde von Schäferhund- und Schafherdeninstinkten die rückständigen Triebfedern brutaler Kriegssreunde, betten er internationale Verflechtung praktischer Weltwirtschafts. und VerkehrSintereffen als naturgesetzliches Friedensgebot und sinnvolles Weltge- schehn entgegensetzt. Deshalb solle man den noch unvollkommenen Völkerbund nach Kräften festigen. Uoberzeugend war auch der Nachweis für die Verschärfung der inneren Gegensätze, die nach der äußeren Landaufteilmig auch int Aufschwung der Großindustrie und schweren sozialen Mißständen vor dem Kriege ihren Nährboden hätten. Die Gewerkschaf, t e n sind dem politisierenden General noch
längst nicht stark genug, wie das Beispiel in England zeigt, wo sie den Generalstreik verloren. Weil der Krieg auch die Sieger ins Verderben reißt und bei der heutigen mörderischen Technik den Sinn des Zwei- kampfes verloren hat, gehören nach dem Pazi- slstenadvokaten alle Kriegsprediger ins Narrenhaus, zumal sie das wahre Krieas- gesicht verschleiern, das von Schönaich sei- ber.Srausigen Farben malt. Aller scharfite Ausfälle macht er auch gegen die christ- "che Kirche im allgemeinen und die
evangelische Geistlichkeit im besonderen, die heute wie damals mit wenigen Ausnahmen öoffig versagt Hütte. Nach einem Seitenhieb gegen die Monarchisten ein erlösendes Wort: Wir kennen noch kein Allheilmittel gegen alle Note der Zeit. Wir sind allesamt S u - chende und müssen auch Andersdenkende verliehen uyd achten lernen Hier schaltet der
Etwas weitschweifig feine inRußland unb Palästina erworbenen Ansichten und Erkenntnisse über die dortigen halb privat, halb kommunistisch-gemischten WirtschaftS- u. Agrar- fysteme ein, die ihm trotz innerer Ablehnung als Demokrat höchste Bewunderung abgenötigt hat- ten. Der palästinensische Bauernstaat erschien -hm sogar als Ideal der Demokratie.
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Der auS beiden Parteilagern vielfach von l ä r - mender Zustimm ung und scharfen Pro- testen begleiteten, an stch durchaus lobenswerten und von edler Menschlichkeit beseelten FriedenS- apotheose mangelte leider jede Berücksichtigung her unS mit brutaler Gewalt aufgezwungenen realpolitischen Sage. Kein Wunder, daß der zweifellos von einem heilgen MenschheitS- und Zukunftstraum durchglühte Denker für den Fall deS Angriffskrieges stutzte und schwankte nub mit der eleganten, freilich etwas mageren Weisheit darüber hinwegglitt, daß man heute noch nicht wisse, wer im letzten Krieg angriff und wer Verteidiger gewesen sein. An diesem konkreten Punkte setzen die Schwierigkeiten erst ein. Hier eine praktische, für alle Völker der Erde bindende .Patentlösung' zu finden, dürfte vielleicht des Schweißes der Edlen mehr wert fein, akS die unübersehbare Abwehr aus den Massen heraus, die in der
Ausrufung des Generalstreiks gipfelt und, da sie von wahrscheinlich gleichstar- ken Volksteilen als Landesverrat empfunden wird, den Keim zu einem noch blutigeren Bürgerkrieg in sich birgt Auch die International organisierte .KriegSdienstverweige- rungs'-Bewegung, der heute in Deutschland über 200 000 eingeschriebene Mitglieder angehö- reu (Sachsen und Westfalen) muß natürlich frei von Gehässigkeit, Verblendung und Parteidog- mattk, leidenschaftslos und sachlich erörtert werden. Sonst kommen wir tatsächlich dahin, wie es in der zum Teil erregten Diskussion radikale unb radikalste linksstehende Pazifisten offen propagierten, daß wir nicht von Volk zu Volk, son- Dem uns nur
gegenseitig die Schädel einschkagen, was im Endeffekt ja Wohl auf dasselbe hinaus-- laufen würde. Nur mit dem Unterschiede, daß wir statt der proletarischen die Diktatur der Franzosen, Polen, Tschechen, Kroaten und an. derer Balkanier im Lande und über den auz