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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Die Raffeln Reoeftee Nachrutnen erlcheioe» wS-earli» lechtmat nachmmaa«.

Der SbounemeniSvret» beträgt für kn Monat 4. at bei fretn Zustellung tu» Haus tu der lSefchaitsitelle ebgebolt i.t*> X Durch die «oft monatlich 4.- X auSschlieftlich Zuftellungsgebützr. fternforetbet 951 und 954 früi «nt>erlangt etngefanbte Beiträge kann die Redaktion eine Beraniwonung oder Sentäbr in keinem Kalle übernehmen iRüdiablnng des vezugSgeldes oder Ansurüche wegen etwatgn nicht orduungSmaftiger Liefernng tft audaekchlollen. «ofttoedtont» krankfuri a M Nummer «SAo. Einzelnummer 10 4 Sonnragsuummer 40 4

Hessische Abendzeitung

»u^iaenvretfe: Ein bet mische iAefchäftdanzetgen bi« mm-ättl« 10 J auswärtige GeschSktsanjeigeu die mw-Zeile 10 4. ftamtltenanieigen die mw-Zeile 10 4. Kleine Sn,eigen aus Kassel da» 48ort 5 4. auswärtige kleine flnteigen die mm- Zeile 10 4. Reklamen die mrn-Zeile 88 4. CtfertgebQbi 45 4 (bei Zustellung 35 4>. Rechnungsbeträge tanerbalb 5 Tagen zablbar kür bte Richngkeit aller durch kernlvrecher aufgegebenen Sn«igen sowie für Sufnabmedaten und Plätze kann nicht garantiert werben. Für Sn,eigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag Druderei: Sdtladttbofftr. 48'80 Geschäftsstelle! Rölntfdteftr. 6.

Nummer 9. Amtliches Organ der Stadl Raffel Mittwoch, 11. Januar 1928.

Amtliches Organ der Stadt Raffel 18. Jahrgang

Der Antikllegöpakt schon aufgegeben.

Kolonien noch in weiter Ferne / Ealonder schafft in Oberschteflen Ordnung.

Zünglein an derWage

Bon den Handelskriegen der Zukunft.

Die Betrachtung der Rachkriegsgeschichte, für die man sich ja leider-weniger an Persön­lichkeiten als an Leitartikel, Tagungen und Statistiken zu halten hat, ist zwar nach wie vor von dem Wort-.Krieg' beherrscht, aber doch hat dies Wort einen gewissen unwahr- fcheinlichen Nimbus bekomme», umso wahrscheinlicher und nackter hat sich dagegen der Begriff .Wirtschaftskrieg" herausgeschält. Ihn haben wir in verschiedensten Formen kennen gelernt, zunächst rings um Deutschland, wie ja überhaupt das zweite Versailles weni­ger als abschließender Zustand anzusehen tft, denn als gedachte Einleitung eines großen kom zentrischen Wirtschaftskrieges aller gegen einen mit dem Ziel der Ausschaltung Deutschlands aus dem europäischen Wirtschaftssystem, ein Versuch, der zwar zu einer starken Schmückung Deutschlands geführt, gleichzeitig aber seine völlige Verfehlthett eingeseben hat. Höchstens den letzten dieser Wirtschaftskriege, den deutsch- polnischen, kann man noch unter modernem Ge­sichtspunkt betrachten. Das gleich« gilt, um sofort auch hier den allein möglichen Kontakt zur Welrpolitik herzustellen, von dem englisch­russischen Wirtschaslskamps und noch viel mehr von dem größten aller Wirtschaftskriege, der, wenn uns nicht alles täuscht, in einer heute kaum allgemein vorstellbarenWeise während des nächsten und übernächsten Jahres die Welt er­füllen wird und der ja auch schon das Krem­problem für die City an Bedeutung verlieren läßt: dem Kamps zwischen London-Citv und der Newvorker Wallstreet. Der große Kampf um das Prae, der sich hier so gut wie in den früheren Kriegen abspielt, findet seine Funk­tion vorwiegend im Handelsvertrag, der die Konstellationen beherrscht.

Zunächst interessiert in diesem Zusammen­hang das russisch« Handeisvertragssystem. Tat­sächlich gibt es kaum eine Macht, die ihre Han­delsverträge so offen ihren hochpolitischen Funktionen dienstbar macht, wie S. S. R. Durch den mit Persien hat Rußland seine asia­tische Flanke durch ein diplomatisches Glacis gegen England umgürtet, nachdem es ja schon früher sich der Türkei und Afghanistan in ähn­licher Weise liiert hatte. Auch die baltischen Handelsverträge dienen ganz offensichtlich politischem Ziel. Die polnische Stellung tm Osten tft durch sie ohne Frage erschütttct, der T'raum der Hegemonie des baltischen Staaten­bundes zerstört.

Eine besondere Erscheinung ist weiter in dem weiten Gefüge dieser modernen politischen Sy­stematik nunmehr fraglos Amerika. Es will ver­dienen, den Verdienst flcherstellen, das ge­wonnene Kapital aus den gewaltigen Zentren von Wallstreet heraus anlegen, muß infolgedes­sen neue Jnvestierungsmöglichkeiten und Ab­satzgebiete suchen und selbstverständlich kennt sei­ne Politik, die auch eine Politik der Weltherr­schaft, aber alles andere als eine napoleonische, eben eine kaufmännische ist, kein anderes Ziel: sie hat nie anders denken gelernt. Daß sie da- bei sehr skrupellos sein kann, hat sie nicht nur aus ihrem eigenen Erdteil oft genug bewiesen, wenn sie aber die ganze Schwere offener Kon­fliktstörungen, wie der amerikanisch-englische eS sein würde, bis zur Unumgänglichkeit vermei­det, so ist auch dies nur der gleiche Instinkt. Er war eS, der das ursprünglich mit fremdem Kapital ausgebaute Land gelassen den geeigne­ten Zeitpunkt zum Eintritt in daS große Ge- schäft Krieg abwarten ließ und der jetzt die amerikanische Anleihepolittk nationalpolitische Grundsätze größten Stil? vertreten läßt, der die amerikanischen Kapitalien für fremde Industrie stets unter dem Gesichtspunkt anlegt, keine unangenehme Konkurrenz großzu­ziehen und der schließlich auch seinen Botschaf­ter, den Dollar ebenso wirksam wie kaltblütig für Einzelaktionen benutzte.

So hat Wallstreet fast ganz Südamerika mit Ausnahme von Chile von sich abhängig ge­macht, so hat eS Polen unter Pfand genommen und Deutschland einen Kommissar vor die Nase gesetzt, als es die Nützlichkeit des deutschen Wie­deraufbaues für seine eigenen Zwecke erkannte, so hat es im fernen Osten gearbeitet, so arbeitet eS schließlich überall da, wo es auf die engli­schen Lebensnerven seines großen Konkurrenten trifft, wie z. B. neuerdings in Aegvpten und Abessinien. Dieses Land, das sich noch 1867 hilseslebend an Bismarck wenden mußte, um seine Kriegsbonds auf den preußischen Markt zu bringen, ist beute tatsächlich mit seiner Dol­lardiplomatie soweit aekomwen, daß es den letz­ten entscheidenden Austrag erwarten kann. Daß

der schließlich zur Zeit keine andere Polittk trei­ben kann als die des Status quo, wie dies u. a. seine Hemmschuhpolitik gegenüber allen neuen wirtschaftspolitischen Anregungen etwa denen aus Genf, beweist. Deutschland aber kann unter Umständen darauf hoffen, in dem großen Entscheidungskampf noch einmal das Zünglein an der Wage zu spielen, denn Amerika wird das englische Geschäft nicht ohne europäische Sicherheiten, wie Deutschland und Rußland daS vielleicht in späteren Zeiten einmal werden, machen, dies allein auS dem Grunde nicht, weil daS Geschäft ja nur dann lohnend wäre, wenn es die bestimmte Möglich­keit erwarten ließe, die erheblichen in die eng­lisch-französisch-polnische Gruppe investierten Kapitalien irgendwie mit erheblichem Aufschlag wieder hereinzubekommen.

Wie stehen wir zu polen?

Außenminister Zaleski baut unS Brücken.

Warschau, 10. Januar.

Auf dem Bankett beurteilte Außenminister Zalewski die wirtschaftliche Konsolidierung und die weitere Entwicklung der polnisch-litauischen Beziehungen optimistisch, wenn auch der li­tauische Regierungschef stch mehr von politischer Logik leiten lassen müsse als bisher. Auch zu Deutschland hätten sich die überaus schwierigen Beziehungen gebessert namentlich durch die deutsch-polnische Zusammenarbeit in Genf und die merkbare Aendernng in der Einstellung der deutschen öffentlichen Meinung gegenüber Po­len. Er hoffe, daß sich das Zusammenwirkeu verstärken und die trennenden Fragen, wie Dan- zig ufw. in Zukunft in Genf nicht mehr so viel Raum einnchmen werden wie bisher. Die deutsche Haltung biete zwar noch nicht die Ge­währ einer normalen Entwicklung der deutsch- polnischen Beziehungen aber die Richtung sei klar und offenkundig. Heute gibt es keinen ern­sten Deutschen mehr, der die Behauptung von einem polnischen Saisonstaat noch ernstlich wie­derholte. Auch gibt es heute nicht viel Deutfche mehr, die behaupten, daß daS Fehksi normaler wirtschaftlicher Beziehungen zu Polen und der Zollkrieg für Deutschland vorteilhaft wäre und welche nicht eine unermeßliche deutsch-polnische Wirtschaftsverständigung wünschten. Hingegen werden die Deutschen immer zahlreicher, die aus einem Zusammenwirken mit Polen sich Vorteile versprächen. Polen wäre zufrieden, wenn auch die Sowjetunion ihre bisherige Hal­tung zu einem Nichtangriffspakt revidieren würde. Ausgezeichnet seien die Beziehungen zu den baltischen Staaten.

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Endlich einmal gerecht.

Ealonder gegen polnische Uebergriffe.

Kattowitz, 10. Januar.

Der Polizeikommandant von Brzezie machte kürzlich einem Gastwirt Borwürfe, daß er sei­nen Saal der deutschen MinderheitSschule für die Weihnachtsfeier zur Berfügung stelle. Außer- dem bemertte er, daß die Feier, wenn sie trotz- dem ftattfinden würde, von Aufständischen gestört werden würde und daß die Polizei den Deutschen jeden Schutz versagen müßte. Zwei Stunden vor Beginn der Weihnachtsfeier wurde sie vom Amtsvorsteher ohne Angabe von Gründen verboten. Bor der gemischten Kommission wurden diese Vorgänge durch Zeu­gen eidlich bestätigt. Präsident Ealonder mitz-

Borteile eines Handelsvertrages.

billigte nun in seiner jetzt gefällten Entschei­dung auf das entschiedenste das Verhalten des Polizeikommandanten. Sein Berhalten sei eine schwere Verletzung der Genfer Kon­vention, und ein Beamter, der mit Maß­nahmen gegen die deutsche Minderheit drohe, sei keineswegs geeignet, in dem Gebiet, für das die Konvention gilt, öffentlichen Dienst zu tun. Der Kommandant müsse deshalb aus diesem Gebiet unverzüglich entfernt werden.

liebet die Kraft.

Verzicht auf den Autikriegspakt. Nur ein Dutzend Schiedsverträge mit Amerika.

Washington, 10. Januar.

Den neuen Briand-Kelloggschen Kriegsver zichtSplan wird man vermutlich fallen lassen, da schon der Schiedsvertrag alle irgendwie mögli­chen Fälle einbezicht. Der neue Vertrag unter­wirft alle Streitigkeiten mit Einschluß der vi­talsten Interessen und der nationalen Ehre einem Schiedsgericht: ausgeschlossen bleiben le­diglich interne Angelegenheiten, Fragen, die ersten dritten Staat betreffen, die Monroe-Dol trin und Frankreichs europäische Bindungen. Aber auch Differenzen über diese vier Punkte müssen einem Versöhnungsverfahren unterwor­fen werden. Man hofft nach diesem Vertrag ein gewaltiges Netz gleichlautender Schiedsver­träge mit möglichst vielen anderen Staaten ab­zuschließen.

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Spannung in Gens.

England zerhaut die SicherheitSknvten?

London, 10. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Genfer Korrespondent meldet, das bri­tische Foreign Office werde dem Völkerbund binnen kurze« einen vollständigen Plan betreffend die Sicherheitsfrage unterbreiten. Dieser Note werde mit großer Spannung entgegengesehen.

Kolonien im Monde.

Drüben hat sich nichts geändert.

Berlin, 10. Januar.

In der deutschen Presse wird von neuem Deutschlands Anspruch auf Kolonien erörtert. Es handelt sich um akademische Aussührun. gen. Die maßgebenden offiziösen Blätter und Stimmen aus den Siegerstaaten lassen auf fei­ne« Gesinnungswechsel der Gegenseite schließen.

Maffenverbannung nach Sibirien.

-V Roch schlimmer als unter dem Zaren.

Berlin, 10. Januar.

Ans Moskau verlautet: Dreißig der hervor- ragendsten Mitglieder der Opposition erhielten Befehl zur Abreise, ohne genaue Angabe ihres Bestimmungsortes. Jedoch ist das ganze un- wirtliche europäische und asiatische Rußland in Anspruch genommen worden, von Archangelsk

bis Mittelasien und Sibirien. Ein Teil der Verurteilten ist bereits deportiert. ES besteht nicht mehr der mindeste Zweifel, daß Trotzki, Radek, RakowSki und auch Kamenew, Sinowjew ufw. verbannt werden sollen. Rakowski soll Im Gouvernement Wjatka, fünfhundert Kilome- ter entfernt von der nächsten Eisenbahnstation untergebracht werden.

Wie fie sich das Fell vergerben.

Die Balkan-Faschisten find sich spinnefeind.

Prag, 10. Januar. I mußte die Flucht ergreifen. Die Prügelei zwi-

In einer politischen Versammlung der tsche-Ischen den tschechischen und mährischen Faschisten chischen Faschisten in Mährisch-Trübau wurde! setzte sich nun im Treppenhause fort, bis alle aus der mährische Faschistenführer verprügelt und j dem Bersammlungshaus vertrieben wurden.

aber die letzte Phase deS offenen Ausbruchs die­ser Hochspannungspolitik unter Anwendung neuer Funktionen nickt mehr weit abliegt, be­weist nichts besser, als der offene Kampf zwi­schen Standard Oel und Shell.

Es ist eine der größten Grotesken der Welt­geschichte, daß dasselbe Land, das vor dem Kriege den Krisen seines Exports dadurch zu begegnen pflegte, daß es immer neue Märkte schuf und die Kapilalerpansion fortwährend neu ankurbelte, daß dieses England jetzt produ- tionstechnisch selbst insHinlerlrefsenge- raten ist. England ist heute noch in der Lage, von seinen aufgehäusten Reichtümern zu zehren, aber bei nüchterner Betrachtung aller Umstände möchte man doch lieber in der Haut des deut­schen Reichskanzlers stecken als in derjenigen des ersten Ministers der Vereinigten Reiche,

Otithl in Öen Krieg.

General v. Schönaich in derStadt Stockholm".

Eine schwarze Menschemnauer vor der Sladt Stockholm. Schupo sperrt die Türen, die Treppe zum vollgepfropften Saal. Hier eifert im Auf­trag und zu Gunsten der Gesellschaft der Sriebengf reunbe General a. D. von ch ö n a i ch, eine gedrungene, volle sanguinische Soldatenstgur mit denkerischen Zügen, oet aus einem Saulus zum Paulus wurde, gegen daS wahnwitzige Völkermorden. Volkstümlich und drastisch geißelt er int Bilde von Schäferhund- und Schafherdeninstinkten die rückständigen Triebfedern brutaler Kriegssreunde, betten er internationale Verflechtung praktischer Welt­wirtschafts. und VerkehrSintereffen als naturge­setzliches Friedensgebot und sinnvolles Weltge- schehn entgegensetzt. Deshalb solle man den noch unvollkommenen Völkerbund nach Kräften festigen. Uoberzeugend war auch der Nachweis für die Verschärfung der inneren Gegen­sätze, die nach der äußeren Landaufteilmig auch int Aufschwung der Großindustrie und schweren sozialen Mißständen vor dem Kriege ihren Nährboden hätten. Die Gewerkschaf, t e n sind dem politisierenden General noch

längst nicht stark genug, wie das Beispiel in England zeigt, wo sie den Generalstreik verloren. Weil der Krieg auch die Sieger ins Verderben reißt und bei der heutigen mörderischen Technik den Sinn des Zwei- kampfes verloren hat, gehören nach dem Pazi- slstenadvokaten alle Kriegsprediger ins Narrenhaus, zumal sie das wahre Krieas- gesicht verschleiern, das von Schönaich sei- ber.Srausigen Farben malt. Aller scharfite Ausfälle macht er auch gegen die christ- "che Kirche im allgemeinen und die

evangelische Geistlichkeit im besonderen, die heute wie damals mit wenigen Ausnahmen öoffig versagt Hütte. Nach einem Seitenhieb gegen die Monarchisten ein erlösendes Wort: Wir kennen noch kein Allheilmittel gegen alle Note der Zeit. Wir sind allesamt S u - chende und müssen auch Andersdenkende ver­liehen uyd achten lernen Hier schaltet der

Etwas weitschweifig feine inRußland unb Palästina erworbenen Ansichten und Erkenntnisse über die dortigen halb privat, halb kommunistisch-gemischten WirtschaftS- u. Agrar- fysteme ein, die ihm trotz innerer Ablehnung als Demokrat höchste Bewunderung abgenötigt hat- ten. Der palästinensische Bauernstaat erschien -hm sogar als Ideal der Demokratie.

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Der auS beiden Parteilagern vielfach von l ä r - mender Zustimm ung und scharfen Pro- testen begleiteten, an stch durchaus lobenswerten und von edler Menschlichkeit beseelten FriedenS- apotheose mangelte leider jede Berücksichtigung her unS mit brutaler Gewalt aufgezwungenen realpolitischen Sage. Kein Wunder, daß der zweifellos von einem heilgen MenschheitS- und Zukunftstraum durchglühte Denker für den Fall deS Angriffskrieges stutzte und schwankte nub mit der eleganten, freilich etwas mageren Weisheit darüber hinwegglitt, daß man heute noch nicht wisse, wer im letzten Krieg angriff und wer Verteidiger gewesen sein. An diesem konkreten Punkte setzen die Schwierigkeiten erst ein. Hier eine praktische, für alle Völker der Erde bindende .Patentlösung' zu finden, dürfte vielleicht des Schweißes der Edlen mehr wert fein, akS die unübersehbare Abwehr aus den Massen heraus, die in der

Ausrufung des Generalstreiks gipfelt und, da sie von wahrscheinlich gleichstar- ken Volksteilen als Landesverrat empfunden wird, den Keim zu einem noch blutigeren Bürgerkrieg in sich birgt Auch die In­ternational organisierte .KriegSdienstverweige- rungs'-Bewegung, der heute in Deutschland über 200 000 eingeschriebene Mitglieder angehö- reu (Sachsen und Westfalen) muß natürlich frei von Gehässigkeit, Verblendung und Parteidog- mattk, leidenschaftslos und sachlich erörtert wer­den. Sonst kommen wir tatsächlich dahin, wie es in der zum Teil erregten Diskussion radikale unb radikalste linksstehende Pazifisten offen pro­pagierten, daß wir nicht von Volk zu Volk, son- Dem uns nur

gegenseitig die Schädel einschkagen, was im Endeffekt ja Wohl auf dasselbe hinaus-- laufen würde. Nur mit dem Unterschiede, daß wir statt der proletarischen die Diktatur der Franzosen, Polen, Tschechen, Kroaten und an. derer Balkanier im Lande und über den auz