Meler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Amtliches Organ der Stadt Kassel 18. Jahrgang
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Nummer 13. Amtliches Organ der Stadt Kassel Sonntag, 15, Januar 1928
Bayern lehnt den Einheitsstaat glatt ab.
Belgrad, 14. Januar.
Maffemazzia gegen Verbrecher
Eine furchtbare Maffia-Bilanz. — Sizilien atmet auf.
Washington, 14. Januar.
werden.
stei auf einen zweiten Völkerbund fürlder eigenen Volksgenossen, wenn auch für
beide Dollarkontinente von Alaska
«.brachte sich eine bei, der sie später
Bulieff heisse und aus !----
stamme. Man hält den Anschlag für des mazedonischen Revolutionären Komitees, weil Mara «uliesf mit einem bulgarischen
von Kardorfs, selbst der des Zentrumsabge- ordneten Er sing werden laut. Vielfach wtrd angenommen, dass der Reichspräsident ohne vorheriges Befragen der Parteien auf den Vor- chlag des Reichskanzlers hin den Nachfolger be- timmen wird.
Berlin, 14. Januar. sPrivattelegramm.) Die Entscheidung über den Nachfolger des Reichs- wehrministerS Grtzler wird kaum vor Montag, möglicherweise aber noch später fallen. Der Reichspräsident empfängt heute bte Parteiführer.
Handwerker verheiratet ist und kurz vor dem Attentat nach Uesküb kam.
Belgrad, 14. Januar. Unmittelbar nach dem Attentat auf den Gerichtsriw richtete Frau
tinent ein. ES solle fe ein Gericht für Nord Mittel, und Südamerika, sowie alS BerufungS instanz ein für ganz Amerika zuständiges Ge
sizilianischen Maffia nahmen starke Karabinierie- Raubübersällen, 120 Erpressungen, 70 Diebstäh. Abteilungen gleichzeitig in sieben Gemeinden len und sechzig anderer Bergehen. Die terrori. 308 verschiedenster Verbrechen beschuldigte Perso fierte Bevölkerung hatte bisher keine offenen neu fest darunter die Urheber von vierund-! Anzeigen gewagt.
im Hospital erlag. Sie verweigerte jede Aus. kunft über die Motive zu dem Attentat.
renb das uns dafür abaezapsie Blut die Luxus" beete einiger Grossverdiener düngt. F. R.
Wer wird Neichöwehrminister?
Favoriten der Bolkspartei. — Gröner als Anwärter. - Heye und Sülz nicht abgeneigt.
Palermo, 14. Januar. Zur Bekämpfung der,dreißig Morden, zwanzig Mordversuchen, 96 lianischen Maffia nahmen starke Karabinier»- Raubüberfällen, 120 Erpressungen, 70 Diebstäh teilpngen gleichzeitig in sieben Gemeinden len und sechzig anderer Vergehen. Die terrori-
srentde Rechnung mästeten, so sollt» doch auch der sonst so eifrig schnüffelnde Reparationsagent sein« Rase in diese Düfte stecken. Denn idm muß doch noch viel mehr wie uns daran liegen, daß der WedergutmackungSfond nicht von Leichenfledderern ausgeplündert wird Es kann schließlich doch niemand damit gedient fein, daß bte Ruinen und Granatcnwüsten der Wiederaufftauzonen als stumme Zeugen gegen uns weiter ausgeschlachtet werden, toSh-
Aoch nicht Parteien genug.
Eine Reformationspartei im Zeichen Bismarcks Berlin, 14. Januar.
Eine vom Hofprediger Döring gegründete .deutsche Reformarionspartef wendet sich gegen die Zersplitterung der nationalen Kräfte durch da- Parteigeklüft und fordert alle bismarckisch gesinnten Deutschen auf, der als unzulänglich erwiesenen Parteistruktur den Abschied zu geben und an die Stelle von fünf und mehr Parteien die „Deutsche Reformationspartei* zu setzen.
Der Demokrat SomerS brachte im Reprisen- instanz ein für ganz Amerika zuständiges Ge- tantenhauS einen Antrag auf Einrichtung einer richt zur Schlichtung aller Konflikte geschaffen Art Völkerbundes für den amerikanischen Kon- werden.
(Saft der Republik.
Saison im ReichspräfidentenpalaiS.
ES bars nicht viel kosten. — Die grotze Tour tLIt fort. — Fünf Simoers im Jahr. — »er dnge- laben wird. — Hindenburg als Gesellschafter.
GemüüiS und unterbauen».
Zur Kaiserzeit waren in Deutschland die Empfänge beim Hose der Höhepunkt der gesell- chaftlichen Veranstaltungen. Alles, Was sich mich Rang und Namen auszeichnete, wurde durch die bekannten Einladungskarten zu Hose gebeten, und es war das höchste Ziel des Ehrgeizes für diejenigen Kreise, die zum Hofe nicht direkte Beziehungen hatten, bei einem solchen Empfang dabei zu sein. Wochenlang vorher wurden von den jungen Damen, die zum ersten Mal das glatte Parkett der Kaiserlichen Schläfer betreten durften, der tiefe Hoftmr studiert, wurden die Tänze geübt, die bei Hosfestlu^ei- ten üblich waren. Dann kam das große Ereignis des ersten Hofballes, vor dem man tm Talon der Oberhofmeisterin der Kaiserin de- butteren muß». Vorher kamen noch die aro- ßen Schlotzproben und endlich nahm am Kro- nungs- und Ordensfest die große Hofsatson ihren Anfang. Ungeheurer Pomp wurde damals entfaltet in dem Weißen Saal und in ben anderen Prunkräumen des königlichen Schlosses, denn eS galt, die Feste in einer dem Staatsoberhaupt entsprechenden Form zu feiern. Heute verfügt das Staatsoberhaupt der Republik nicht mehr über eine reichhaltige Zt- villiste, sondern hat ein sehr bescheidenes Ein- kommen, wenn man die ungeheuren Aufwendungen in Betracht zieht, die ihm durch seine Stellung erwachsen. Das gesamte Einkommen des Reichspräsidenten beträgt noch
Berlin, 14. Januar.
Die Blätter nennen alS kommissarischen Verwalter des Reichswehrministers nicht nur Reichskanzler Dr. Marx, sondern auch Wirt- schastsminister Dr. Curtius. Man befurchtet jedoch in der Koalition, dass eine solche Art der Lösung als „Abwickelungszustand* des ictzigen Kabinetts aufgefasst, also als Bereitschaft zu baldiger Vornahme der Wahlen und etwaiger späterer Kabinettsumbildung aufgefatzt «erden. Der Reichspräsident dürfte sich daher nach einem RechtSblatt zu einer provisorischen Regelung erst entschließen, wenn die Versuche, einen neuen Mann für das Wehrministerium zu finden, gescheitert fein sollten. Trotz der vielen genannten Volksparteimänner scheint eS -einem Zen- trumsblall noch nicht festzustehen, daß unbedingt ein Mitglied dieser Partei Reichswehrminister werden wird, indem es meint, darüber hätten auch noch andere zu befinden. Es gibt nicht unbedeutende Kreise, die eine s arteipolitisch nicht gebundene Kandidatur empfehlen. In diesem Zusammenhang hört man den Namen von General Gröner, der ernsthaft favorisiert werden soll. Auch General Heye wird als Stellvertreter genannt, der übrigens nicht abgeneigt sein soll, nicht nur Stellvertreter, sondern Reichswehrminister zu werden. In der Umgebung des Kanzlers wird dxr Gedanke erörtert, den Innenminister a. D. Dr. Külz zu berufen.
bis zum Feuerland zuzusteuern, da man sich an das leidige Genfer Gängelband doch niemals würde gewöhnen können. Jedenfalls wird PoincarL schließlich froh fein müssen, wenn er den alten Schiedsgerichtsvertrag mit Amerika etwas aufgeputzt und aufgefrischt erneuert bekommt. Macht ihm der zum Himmel stinkende ReparationSsumpf doch genug zu schaffe». Ist die gesamte beutfd» Oeffenklich- leit auch von den traurigen deutschen Vampiren äbgerückt,. die sich wieder einmal vom Schweiß
Bayern bleibt für sich.
Ein Gegenaufruf gegen den Einheitsstaat. München, 14. Januar.
Ein von führenden Persönlichkeiten unterzeichneter Presseausruf setzt sich für Aufrechterhaltung und Ausgestaltung des bundesstatalichen Charakters des Reiches ein. In dem Aufruf heisst es u. a.: Ohne eine gewisse politische bundesstaatliche Selbstbestimmung mit eigener Gesetz gebungslompetenz und Finanzverwaltung ist eine günstige Wirtschaftsentfaltung aufgrund der eigenen Borbedingungen des Landes und seiner Bundesstaaten nicht rnäglich. Das ist der Kernpunkt des Problems. Rur auf dem Wege des Bundesstaarsgedankens wird die Einigkeit und nationale Einheit.aöer Deutschen gesichert und der Boden für eine unbegrenzte Heimat- und Vaterlandsliebe aller Deutschen geschaffen. Und auch nur so bei wirklich bundesstaatlicher Struktur deS Reiches und feiner Verfassung ist dann der Zusammenschluss mit Deutsch-Oester- reich und die Wiedergewinnung der verloren gegangenen Gebiete u. der Weltgeltung möglich
Wie wett tommt man mit Smvkttsstaal?
Berlin, 14. Janauar. DaS Reichskabinett schloss gestersi die Vorbereitungen zur Konferenz des Ministerpräsidenten ab. ES wurde ein Einverständnis über die M behandelnden Die Entfcheidirnä'dürch den Reichspräsidenten! Ennkie erzielt. Vorgesehen ist zum Schluss kilrH» RnTh fl.raHt werden. Auch die Ramenleine gemeinsame Kundgebung der Reichsregie- Sm &Sl£ $r Wot" --- «. Stob«-.
Schluß mit...Genf.
Ein zweiter Völkerbund für Aankees. — Ein Konkurrenzunternehmen der Reuen Welt.
Revolutionsattentat einer Frau
Sie knallt den serbischen GerichtSrat nieder und erschiesst sich selbst.
wahren.
Diese RebelgebWe 1er Heimatscholle sollen UNS aber nicht das grandiose Zeilpanorama der weiten Weltpolitik trüben oder verdecken Und wie ein Lichtblick will ei uni dünken, daß die geschäftstüchtigen Dollarmagnaten im Werben Hgus sich diesmal nicht zu Handlangerdiensten flir französischen Eigennutz hergeben, sondern dem Operettenbuffo Briand und seinem Botschafter und lyrischen Versemacher Claudel gründlich das AntikriegSkonzept verderben. Weder für ein ewiges Fnedenskonku- binat mit Marianne allein noch für die von Briand rasch anSaelegten Leimruten eines auS- scÄießlichen Angrisss'riegsverbots allein >st der kluge Kellog zu haben. Mit einem genialen Sckachzug sucht der berechnende Yankee vielmehr den gesamten, drüben wenig geschätzten V ölkerbundappar at stillzulegen, indem er in die von den Franffchuldnern für sich gewünschte Aechtung deS Krieges alle Großmächteder Erde einbeziehen und so die Konkurrenz deS Völkerbünde» anSschtüten will Darüber hinaus scheint man sogar vollen Ern-
In der Tinte.
r Was kommt nach GeßlerS Rücktritt?
Hätten nicht am politischen Horizont der letzten Wochen ohnehin Wahlpsychose und Elektrizität gewitterschwül gezuckt, so wäre das Rücktrittsgesuch des Reichswehrministers Dr. Gess- ler, des eisernen Rolands in allen Regierungs- Völkerwanderungen und Krisenzeiten unseligen Angedenkens, wie ein Blitz aus heitrem Himmel in das Getuschel aller politischen Kaffeekränzchen, in den Klosterfrieden der Wilhelmstraße und das aufgeregte Ameisengewimmel unter der Reichstagskuppel gefahren. Hatte man Heinrich dem Wertbeständigen auch bei dem fast quartalsmässigen Parteigeraufe um die Reichswehr wiederholt tot gesagt, dem in der Parlamenlsesse hieb- und stichfest Geschweissten bald von rechts (bei Seeckts-Abbaui bald von links (Republika- nisierung der Reichswehr) den Gnadenstoß versetzt, hatte man noch bei den letzten Trauerfällen in der Ministerfamilie (Sohn und Mutter) seinen baldigen Abgang prophezeit und von geschwächter Arbeitskraft, Amtsüberbürdung usw. gemunkelt: der selbst von seinen Demokratenfreunden viel geschmähte Reichswehrhort hielt auf seinem Posten aus und betreute die Republikgarden weiter, baute sie . zum festen Fundament des Staatswesens aus, dessen ungestörter Gesundungsprozeß nicht zuletzt diesem scharfen Sicherheitsinstrument zu danken ist.
Doch nicht nur die junge Wehrmacht ist wieder eines ihrer unermüdlichsten, ehrlichsten, fähigsten Förderers und Wegweisers beraubt, unter den mancherlei schmerzlichen Verlusten der letzten Zeit nicht der geringste... Jenseits der Exerzierplätze gähnt ein leerer Ministersessel, den die joviale Gestalt des vertretenden Reichskanzlers nur als Dekoration und interimistisch füllt, reckt mit anderen Worten die erste ernste M i n i st e r k r i s e der an sich schon angekränkel- len Rechtskoalition drohend ihr Haupt. Wie will man diesen ausgebrochenen, am heissesten befehdeten und umworbenen Eckstein im Bürgerblockkapitol ersetzen? Könnte nicht leicht auch ohne den Schulgesetzstoss allein durch das Geß- lersteinchen die Krisenlawine in- Rollen kommen und Kabinett wie Reichstag in die Tiefe reissen? Warum hatte es der Heeresverwalter mit seiner Retirade plötzlich so eilig just in einem Moment, der allen seinen Kollegen Kopf und Kragen kosten kann? Ein _ verabredetes Klingelzeichen oder maßlose Bestürzung, heillose Verwirrung mitten im letzten Ml? Gewiß baden außer den schweren persönlichen Schm- salsschlägen die aufreibenden Duelle mit der Linken seine Gesundheit untergraben, seine Spannkraft gelähmt. Denn es war gewiß keine Kleinigkeit, sich durch da» Gestrüpp der Affäre mit dem Phöbussilm, dem Kreuzer .Berlin, der Flagenverordnung für die Reichswehr und Dutzende anderer Mißhelligkeiten hindurchzuwinden. Aber die Rücktrittsstunde ist nicht ge- rabe glücklich gewählt und man möchte fast t i e - iere Beweggründe für den überstürzten Ibschied vermuten. Setzt man nun die ?ahrt mit einem Ersatzrad fort oder umpelt man schnurstracks der Auflösung entgegen? Den unaufschiebbaren Etat würde wohl noch ein nur geschäfteführendes Kabinett bewältigen tonnen, aber Rentner, Kriegsgeschädigte, Mieter, Landwirtschaft, Verwaltungs- und Strafrechtsreform sollen warten? Ein Glück ist, daß der Reichspräsident auch diesmal wieder die Zügel fest in der Hand bat und Hof- fentlüft aus der Flut der Bewerberschar den rechten Mann für dar drückende Erbe Geßler» zu finden wissen wird, um un» vor einem mehr al» verfrühten Waylchao» zu be-
In Uesküb gab eine junge »rau von hinten mehrere Revolverschüsse aus den Gerichtsrat Trelitsch ab, der. schwer verwundet wurde. Dre sofort verhaftete Frau gab an, daß sie Mara »lientat auf een Gerichts, - - - - Letovo in Südserbien Bulieff die Waffe gegen fid)
i Anschlag für das Werk fchwere Verletzung am Leiv
nicht einmal 200 000 Mark, ödaß Festlichkeiten, bei denen drei- bi» vier- ausend Personen vereinigt sind, wie bei den rüheren Hoffesten, sich von selbst verbieten. Trotzdem aber ist es der Reichspräsident feiner Stellung schuldig, in der „Saison", einige ge- sellschaftlicheVeranstaltungen abzuhalten und an bestimmten Tagen die hervorragendsten Mitglieder der Regierung, der Parlamente und der Heeres bei sich zu empfangen. Die .Große Sour", bei der die Gäste vor den Gastgebern vorbeidefilieren und bei der die Neulinge den Gastgebern vorgestellt werden, ist nur eine Einrichtung der Monarchien, wenn auch beim Pra- ibenten der französischen Republik ähnliche Veranstaltungen üblich sind. Der deutsche Präsident dagegen kennt derartige Dinge nicht, gleicherweise wie bei unserem Reichspräsidenten selbstverständlich auch nichts ähnliches vorgesehen ist, tote die frühere Hoffähigketi. Damals waren bekanntlich nur Männer von Adel ober Inhaber hoher Aemtec hoffähig, während die Frauen nur dann hoffähig waren, wenn sie adlig ober Gattinen oder Töchter von Ministern waren. Die Empfänge beim Reichsprä- brnteit erstrecken sich im allgemeinen auf Regierung, Diplomatie und Heer. Auch die hervorragendsten Vertreter von Kunst und Wissenschaft erhalten oft Einladungen. Jnsae- samt sind fünf Festlichkeiten vorgesehen, die sich als Soupers barstellen. Ein derartige» Festessen vereinigt die hervorragendsten Vertreter der Regierungen und der Künste und Wissenschaften, ein zweites Diplomaten und Parlamentarier, ein drittes dir hohen Offiziere und
zwei gemütliche Bierabende
sind den Vertretern der Parlamente gewidmet. Der Reichspräsident wird bei bet Repräsentation von feiner Schwiegertochter unterstützt. Et ist al» Gastgeber ohne jede Steifheit, fodaß bei den Festlichkeiten Hindenburgs stets ein gemütlicher und heiterer Ton vorherrscht, da Hindenburg trotz seines berühmten Ernstes ein geselliger und unterhaltsamer Mann ist. Er erstaunt seine Gäste durch die Vielseitigkeit seiner JiOeressen, die sich besonders auf Fragen der Politik und des Heeres erstrecken. Durch die Zusammensetzung der Gästeschar hat er Ge- legenheit, diese beiden ihn besonders interessierenden Gebiete des öffentlichen Lebens zu pfle- gn. Es ist selbstverständlich, daß Hindenburg besonders bei dem Empfang der Generäle die Gelegenheit benutzt, sich durch persönliche Zwie- svrache mit den obersten Führern de» Heere» über alle Einzelheiten der Reichswehr zu unter- richten, soweit sie die alltäglichen Dinge betreffen, die dem Oberbefehlshaber auf dem Amtswege nicht zugeleitet werden. Bei den Empfänaen der Parlamentarier bildet die innere Politik da? HauptgefprächSthema. während bei den Empfängen her Diplomaten und Minister die oustoärtlgePolltff besprochen wird Ter gesellige Sinn Hindenburgs zeigt sich auch darln, daß er stets bis zum Schluffe bei Feste»