Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Nummer 20. Amtliches Organ der Stadt Kaffe! Dienstag, 24. Januar 1928. Amtliches Organ der Stadt Kaffe! 18. Jahrgang
Die »ofidet Situefttn Nachricht«» ertodnen wöchentlich sechsmal mrchmtnags. D«r Lvoauemenisvreir beträgt Mr den Monat 2.— X bet freier SufteHan« lns HanS. tn ber SelchättS stelle abgebolt IM X. Durch bte Voll monatlich 2.— X au»schlietzl:ch. fluftellangSgebübr. ftcrnfpretber 951 nab 952. Wüt unverlangt etiteefaubte Beiträge kann Me Reöaklioo eine Beraniwormna ober «Sewäbr in keinem -falle übernedmen. Rückzahlung beS BezngSgelbeS ober Anforücke wegen enoaiger wicht ordnungsmäßiger Lieferung ill anSaelchlollen. — Poftfcheckkonto Frankfurt a. M. Nummer 6380. Einzelnummer 10 A SonntagSnummer 20 A
»meigeupreife: Einheimische GesibäftSanzdge- bte wm-Seile 10 «Swllrti« Geschäsiöanzeigen bte mm-Seile 10 A. Saunlienan,eigen bte mm-Setle 10 A. Kleine Anzeigen ans Raffel bas Sott 5 auSwarnge kleine «"«'gen bie mm. Zeile 10 A. Reklamen bte mm.Zetle 38 A. Crfertgebübr 25 A Ito 8ufteau«g 85 41. Rechnungsbeträge innerhalb 5 Tagen zahlbar ftör bie Richngkttt aller burch Fernsprecher aufgegebeven Anzeige» sowie Mr Aufnabmebaien uiich Platze kann nicht garantiert werben, ftür Anzeigen mit besonder» schwierigem Lad 109 Prozent Aufschlag. Druckerei: Siblatbtooiitt. 28'30. Geschäftsstelle: Kölnifchellr. 6.
tim Moskau steht es wieder schlecht.
Krtegsgespenster im Weißen Haus/Kein Antikriegspakt/ÄndustrieNir» und KabinettScßes.
Wenig erbaulich.
Bom Reichstag können wir nicht viel lernen.
Die Stimmung im Reichstag hat sich ohne Zweifel verschärft. Es beginnt sich eine nervöse Gereiztheit und krankhafte Ueberempfindlichkeit im Wallotbau einzunisten, die vielleicht den Parteiklüngeln, in keinem Falle aber der Sache der Allgemeinheit zu dienen geeignet ist. Am Sonnabend ging es zwar nicht um große Dinge, man hatte aber den Eindruck, daß die Diskussion äußerlich und innerlich tn Bahnen liegt, die den parlamentarischen Gepflogenheiten näher liegen als dem Herzen und... Magen des für Sticheleien nicht empfänglichen Staatsbürgers. Müller-Franken wollte wissen, wie Herr von Keudell das gemeint habe, als er den Landwirtschafts- Vertretern Pommerns erklärte, er sei lieber bei ihnen, als sich im Reichstag den dauernden An- grisfen der Opposition auszusetzen. Der neuerdings freilich allzu häufig ausbrechende brandenburgische Junker und derzeitige Jnnenvei- antwortliche brachte jedoch das aufgeregte Böl- lerschießen von links alsbald zum Schweigen und loyaler Weise mußte man ihm zugesteyen, daß er bei seiner Erklärung diesmal eine weit bessere Figur machte, als man das sonst von ihm gewohnt ist.
Noch weniger erhebend war dann das Schauspiel, das der Reichskanzler Dr. Marx dem Hause bot, als er, aus einen Passus der Rede seines Zentrumslollegen von Guerard zurück- greifend, sich und die Retchsregierung von deut Vorwurf zu reinigen versuchte, man drücke siq um die Durchführung eines klaren staalsgericht- lichen Urteils. Es handelte sich um den bekannten Verwaltungsratssitz bei der Reichsbahn, den Dr. Luther innehar und aus den Preußen laut staatsgerichtlicher Bestätigung berechtigten Anspruch erhebt. Der Reichskanzler konnte sich gegen den Heiterkeitserfolg, den seine etwas aufgeregte Erklärung bet der Linken hatte, kaum durchsetzen. Immerhin haben sich die kürzlich schon yaldvertteisterlen Risse im Zentrum burch diesen für die Wählermafien wenig erbaulichen Hauszwist der ParteUoryphäen kaum fester geschlossen- Und wenn der zur Zeit stärkste Zen- rrumsmann v. Guerard anlündigt, daß Vas Zentrum auch in Zukunft auf volle Freiheit seiner Entschlüsse bet aller Loyalität gegenüber der derzeitigen Koalition halten werde, dann läuft dieser Passus natürlich auf eine innige Apostrophierung der Sozialdemokratie tn der Richtung der großen Koalition hinaus und die verschiedenen Lehren, die der Redner in dieser Beziehung nach links und rechts erteilte wurden denn auch mit verständnisinnigem Schmunzeln auf der Linken ausgenommen.
Jeder Zentrumswähler, auch der sogenannte linke Flügel, so schreibt heute ein Parteiorgan, hält eine Auseinandersetzung für unaufschiebbar, weil sonst die Partei Schaden leidet. Ein Parteitag tut not. Und womit soll er sich befassen? Er wird sich nach einem führenden Zen- trumsblatt in erster Linie damit zu beschäftigen haben, tote er die Treue der katholischen Arbei terschast in Einklang bringt mit der laufenden Regierungspolitik. Weiter kann man sich dann auf dem Parteitag über die Vertrustung der Zentrumspresse unterhalten. Auch über das Briesschreiben >m allgemeinen und im besonderen könnte manches Zutreffende und Ersprießliche gesagt werden Es gibt noch mehr Beratungsstofs, z. B. die Haltung gewisser In- dustrieller, die dem Zentrum angehören, und in westdeutschen Eisenkonflikt doch nicht bte Gesinnung zeigten, die katholisches Empfinden erwecken mußte. Es gibt keine Opposition im Zentrum, schreibt das genannte Zentrumsorgan weiterhin, aber es gibt eine Richtung, die gehört werden will und gehört werden muß. Hm- busch selbst hat es gesagt, daß er die Schritt« nicht tun will, zu denen ihm übereifrige Freunde geraten haben. Aber davor soll man jetzt schon di« Augen nicht verschließen, daß die Einheit der Partei, die unter der jetzigen Regierung gelitten hat. toiederhergestellt werden muß Tas dürfte die wesentlichste Aufgabe des Parteitags sein. Auch hat nicht zuletzt das Ansehen der Zentrumspartei und der Zentrumssührer auch im Ausland« einigen Schaden gelitten; wenn z. B. ein großes Pariser Blatt schreibt: Die katholische Zentrumspartei ist eine bewegliche Sandbank, auf der man kein solides politisches Gebäude errichten kann. Gemeint ist natürlich die utMare Haltung des Reichskanzlers zur
Staatssormfrage, die dem Ausland wiedennal Gelegenheit gibt, sich in die inneren Angelegenheiten der deutschen Republik zu mischen.
Amerika erwartet Krieg.
Daher CoolidgeS Riesen-Flottenprogramm.
Rewyork, 23. Januar.
Der Kommandant der Marinewerft, Admiral Plunkett, erklärte zum Flottenbauprogramm CoolidgeS, die Vereinigten Staaten ständen sicherer denn je vor einem Kriege mit ihren Han- delskonkurrcnten. Mehrere der Redner forderten gleichfalls die Annahme des großen Bauprogramms.
* * *
Der Antikriegspakt begraben Frankreich macht den Weltfriedcnspakt nicht mit.
Paris, 23. Januar Die französische Ant- Wortnote ans KelloggS Antikriegspaktabänderungen hält die Erweiterung auf alle Großmächte für sehr schwierig. Sie hebt besonders hervor, daß die meisten Großmächte schon durch daS Bölkerbundsstatut gebunden feien. daS ihnen gegenseitige Verpflichtungen auserlege, sowie ferner durch Abkommen wie das von Locarno usw., die die Neutralität garantieren. Das seien Bindungen, die ihnen Verpflichtungen auferlegten, denen sic nicht zuwiderhandeln könnten. Frankreich fei wie immer zu jeder Erklärung * er eit, nie darauf hinziele, den Krieg als ein Verbrechen zu bezeichnen und internationale Sanktionen vorsehen, die ihn verhindern oder beseitigen können.
Faschisten bewaffnen Europa.
WaS kann Gens dagegen tun?
London, 23. Januar.
Nach einer Meldung aus Genf steht wahrscheinlich hinter den Waffensendungen nach Ungarn eine faschistische Organisation, die bereits große Mengen von Waffen nach Zen- tral-und Südeuropa transportiert hätte. Vermutlich werde man in Genf eine beson- bere Konzession im Waffenhandel Vorschlägen.
Das Elsaß als Stiefkind.
Auch der Völkerbund wird sich die Finger nicht verbrennen.
Paris, 23. Januar.
Ein Kommunistenblatt kündigt an, daß die drei ins Ausland geflüchteten Autonomisten Pinck, Rosee und Hitzel die Absicht hätten, an den Völkerbund zu appellieren.
*
Bolen fetzt sich mit Litauen zusammen.
Warschau, 23. Januar. Gerüchtweise verlau- tet, daß Polen eine neue Rote nach Kowno richten werde, die konkrete Vorschläge über Zeit und Ort der geplanten polnisch-litauischen Verhandlungen enthalten werde.
Washington wirb stark.
Mexiko will den großen Rivalen Mrzen.
Havanna, 23. Januar.
Die mexikanische Delegation kündigte einen Antrag aus Neuorganisation der panamerikanischen Union an. Dieser Antrag will de» ständigen Vorsitzenden der Bereinigte» Staaten beseitigen und damit deren starken Einfluß einfchränken. Außer der Einsetzung von ArbeitsanSschüffen wlrd das Ergebnis in einer Resolution für den wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenschluß der amerikanischen Staaten und Völker bestehen.
Aach außen nur ein Ziel.
Wie die Deutschnationalen über alles denken.
Kiel, 23. Januar.
Bei der deutschnationalen Reichsgründungs- feier führte Verkehrsminifier Dr. Koch u. a. aus: Auf der Länderkonserenz seien sich wenigstens alle Regierungen einig gewesen, daß die Weimarer Regelung des Verhältniffes zwischen Reich' und Ländern einer grundsätzlichen Reform bedürfe. Eine Vollständigkeit des Aufbaues des Deutschen Reiches sei erst erreicht, wenn alle geschlossen siedelnden Deutschen tn einem
einheitlichen Staat vereinheitlicht seien.
Die Möglichkeit dafür zu eröffnen, sei Aufgabe unserer Außenpolitik. Die formale Gleichberechtigung Deutschlands im Völkerbund müsse zu einer wahren Freiheit und Gleichberechtigung
unter den Völkern ausgestaltet werden. Der Redner verlangte ferner eine endgültige Dawes- summe, der der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und dem Lebensstandard der deutschen Nation angepatzt ist. In einer Welt der Freiheit, in einem Europa der Freiheit darf es
weder ein Volk von Sflaven noch von Freigelassenen
geben. Auch diejenigen, die daS parlamentarische System njchl billigten, müßten erkennen, daß man neue politische Verhältnisse nur auf dem Wege über die Parteien durchsetzen könne. Notwendig sei vor allem auch eine soziale Befriedung. Wir brauchen ein größeres Verständnis aller Gruppen füreinander, ein klares Erkennen der großen Gemeinsamkeit ihres Schicksals. Die Arbeiterklasse müßte der eigentliche Kämpfer für den deutschen FreiheitSgedanken sein.
*
Roch eine Wadibilanz.
Mannheim, 23. Januar. In einer Wahlrede bezeichnete Wirtschaftsminister Dr. CurtinS das Ergebnis der Länderkonserenz für günstiger, als es in Presse und Oeffentlichkeit aufgenommen würde. Der Transferschutz für die Reparationen sei für Deutschland ein Palladium, das man nicht leichthin auS der Hand geben dürfe. In der Höhe der Ausländsanleihen sieht der Minister noch keine Gefahr für die Lösung der Reparationsfrage. Er warnt davor, tn der Sozialpolitik den Weg zurückzuge- hen, dagegen erscheint eine Revision der Ver- toaltung aller derjenigen Körperschaften, die sich mit den sozialen Dingen zu befassen hättten. angebracht.
Getreide unö Gelb.
Ernste Wirtschaftssorgen im SowfetparadieS.
Kopenhagen, 23. Januar. Der Rückgang der russischen Getreideernte gegen daö Vorjahr erreicht nach den offiziellen BeröfsentlichuNgen fast vierzig Prozent. Die Sowjetregierung sührt in großen Mengen ausländische Gentrei- de ein. was die russische Valuta weiter verschlechtern wird. In Leningrad sind Massen- Verhaftungen von Privatpersonen wegen verbotenen Besitzes großer Mengen Lebensmittel und Gentreide erfolgt.
Auf dem Gipfel.
Der Großindustrielle regiert Japan?
Tokio, 23. Januar.
Wie verlautet, beabsichtigt der Ministerpräfi- dent und Minister Baron Tanaka, wegen Ar- beitsüberlastung das Außenministerium abgeben. Für den Posten soll der Großindustrielle Kuhara in Betracht kommen, dessen kürzlich erfolgter Besuch in Europa auch der Vorbereitung auf diesen Posten gegolten hat.
Ueber Nacht Winter.
I« Amerika erfrieren fte schon wieder.
Berlin, 23. Januar.
Ein Blatt meldet aus Rewyork dreiundzwan- zig Grad Celsius. Biele Menschenleben find zu beklagen. Heftige Stürme toben auf bem Atlantic.
Rewyork, 23. Januar. (Durch Funkspruch.) Der Verkehr liegt in der Union zum Teil lahm. Die Züge treffen mit großer Verspätung ein. Der Schiffsverkehr ist stark gehemmt, da der Temperatursturz auf dem Atlantic mit schweren Stürmen verbunden ist. Mehere Dampfer kamen nach furchtbarer Fahrt erst zwei Tage später an
Die Straße rumort.
Erregrmg wegen verhafteter Kommunisten- Vertreter.
Paris, 23 Januar. A» einer großen kommunistischen Stratzenkundgebung in SevalloiS, die sowohl brr Wiederkehr des Todestages Lenins galt als auch eine Protestkundgebung gegen die Verhaftung der sranzöfischen kommn- nictirtf)rn Aba sein soll, nahmen etwa 2000 Personen teil Ein starkes Polizeiaufgebot war zur Stelle.
Die Beschlagnahme ist verdächtig
Berlin, 23 Januar. In Kowno wurde eine Nummer des „Berliner Tageblatts von ber Militärzensur beschlagnahmt, offenbar durch eine Depesche, die von schweren Meinungsverschiedenheiten im litauischen Gencralstab Mitteilung machte
Nervöse Geister.
Kleine und große ReichStagSneuigkeiten.
Der iSagft« .Lall SenbtO". — Stttirnm gegen Zentrum. — Marr durch seinen Freund gekränkt.
Sine Philippika aus Bayern.
Berlin, 23. Januar.
Im Reichstag verlangte am Sonnabend der Sozialiftenführer Abg. Müller-Franken eine Erklärung der Regierung zu den vom Reichsinnenminister Dr. v. Keudell aus einer pommerschen Landbund - Versammlung gemachten Aeutzerun- gen, in denen Abg. Müller eine Verächtlichmachung des Reichstages erblickte. Diesem Verlangen schlossen sich auch Zentrum und Demokra- len an. Minister Dr. von Keudell antwortete, bei der verzweifelten Lage der Landwirtschaft habe er allerdings den Besuch ver Landbundver- fammlung für wichtiger gehalten als die Teilnahme an der gestrigen Reichstagssitzung. Jede herabsetzende Kritik des Reichstages habe ihm fentgelcgcn.
* * *
wieder Arach im Zentrum.
Diesmal zwischen den Familienhäuptern.
Bei der folgenden Rede des Zentrumsführers von Guerard erwartete man Aufschlüsse über die künftige Haltung des Zentrums. Der Redner äußerte sich, bas Zentrum lasse sich seinen Blick burch koalitionsmäßige Liebe nicht trüben, eS behalte immer volle Entschlußfreiheit. Die Zentrumspartei halte an ihrer republikanischen Grundeinstellung fest. Bezüglich des Tele- grammS von KeudellS an die deutsche Studentenschaft nehme er eine andere Haltung ein wie Dr. Marx. Weiter bedauerte der Redner, daß das Urteil des StaatSgreichtShofS, daS der preußischen Regierung einen Sitz im Verwaltungs rat der Reichsbahn zubilligt, noch immer nicht durchgeführt sei. Nach dieser Rede erhob sich Reichskanzler Dr. Mar x, um seine
Ueberraschung und sein Befremden darüber auszudrücken, daß Abg. von Guerard die Angelegenheit des Reichsbahnverwaltungs- rats hier vorgebracht habe. Er meinte, dieser Fall eigne sich schlecht zur Erörterung im Plenum. Er hab: sich aufrichtig bemüht, den Spruch des Staatsgerichtshofes durchzuführen, dieser Spruch gebe aber nicht den Weg an, auf dem Preußens Anspruch befriedigt werden könne. Er habe alle Reichsvertreter im Verwaltungsrat gefragt, ob sie zugunsten eines preußischen Ver- treters aus ihren Posten verzichten würden, aber alle hätten abgelehnt. — Dieses Rede-Duell zwischen dem Zentrumskanzler und dem Zentrums- fraktions-Borsitzenden wurde von den Abgeordneten mit
vielen Hört-Kört-Rufen begleitet.
*
Sin heftiger Ausftang.
Nachdem Abg. Dietrich (Demi für den Em- hettsstaat und Abg. Drewitz (W Bg.) für größere Sparsamkeit in der Verwaltung einge. treten waren, erwiderte Abg. Leicht (Bay Vp.) sehr scharf auf die letzten Ausführungen des Abq. Dr Cremer (Vp) über die Nottoen- bipteit des Einheitsstaates Er trat demgegenüber für die Selbständigkeit der Länder em — Wetterberatung Montag 15 Uhr
Etwas für Lotteriespieler.
Heftige Debatte» im Landtag
Im Preußenparlament ergab sich nach Annah»« kleiner Haushalte bei der Lotterie-Verwaltung eine heftige Debatte Hoffman» (Komm.) wies darauf hin, daß die Einnahmen mit 168 Millionen eingesetzt sind, daß aber nur 98 Millionen an die Lotteriespieler ausgezahlt würden. Der Staat bemogele daher die Spieler um über 70 Millionen. Präsident Bartels rügte entschieden diese AuSdrucksweise. Hierauf polemifierte der Abg Borck (Dnat.) gegen den Verwaltungsausschuß der Klassenlotterie, dem Parlamentarier und Sotterieein- nehmer angehören und der neuerdings die Verteilung der Einnehmerstellen vornehkmeu wolle, was einen Eingriff in die Exekutive bedeute. Auch die weitere Beanstandung, daß der ReichSarbettsminister den Kollekteuren, soweit sie mehr als 400 Mark monatlich verdienen — es handelt sich dabei um pensionierte und kriegsverletzte Cf filtere — den Neberschuß auf die Pension anrechnen wolle, erwiderte ein Regierungsvertreter, eS bandle sich um ReichSvorfchriften AlS der Abg. Borck fDnat.),