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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

10

Pro,ent Aufschlag

28'30.

n sowie fgen mit

Rümmer 25. Amtliches Organ der Stadt Kassel Sonntag, 29. Januar 928. Amtliches Organ der Stadt Kassel 18. Jahrgang

Gtlksemann wild wieder aktiv.

5m Dorüberachen.

Quer durch da- Labyrinth der Wellhändel.

Al- wir dieser Tage all eine- der ersten eu­ropäischen Blätter die über den großen Teich herüberschmetternde Kunde wie em Menetekel an die Wand der Öffentlichkeit malen konnten: .Amerika erwartet den Krieg" mag mancher Friedfertige aufgehorcht, manche Schlafmütze ungläubig gekopfschüttelt haben. Und der olle, grobschlächtige Seebär, BramarbaS und Aankee- Ädmiral Plunkett, auf windumtoster Kom­mandobrücke sicher besser in seinem Element alS auf geöltem Diplomatenparkett, hätte vielleicht da- Wort, kaum daß eS ihm all Hauptschlager seiner Flottenbau-Revue entfahren, gern im Ge­hege seines Schnauzbarts bewahrt. Hat ihn doch der aus seinem versteckten Rüstungsbau aufge- fcheuchte Britendachs nicht zu knapp angefaucht und auch die eigene, nach außen fast pazifistische hohe Obrigkeit in zornigen Unwillen über den ehrlichen Kriegspolterer ohne weiteres über die Klinge springen lassen. Wer wird denn auch gleich mit der Tür ins Haus fallen! So etwas darf man natürlich jederzeit tun, um Gottes­willen aber doch nicht... sagen. Man baut die Riesen-Spielzeugschachtel der Dreadnoughts und aller Seekriegsschrecken der Hölle selbstver­ständlich, wenn auch nicht gerade zum Zeltoer- treib, so doch nur zum Schutz der heimischen Goldküsten, wie die frommen Klosterbrüder von allen Kabinettskanzeln herab immer wieder und wieder salbadern und die Einfältigen glauben machen wollen. Dis venn eines Tages irgend ein cholerischer Haudegen aus seinem Herzen keine Mördergrube macht und ein panischer KriegS- fchreck den Herzschlag der Welt lähmt...

So im Vorübergehen laßt unS auch den jüng­sten, verfrühten, luftigen Lustspiel-Frühlings­falter aufspietzen, der soeben die Perücken der Geheimdiplomaten in sämtlichen Großmacht- Amtsstuben Europa wackeln machte. Wißt Ihr noch, wie eines Tages alle großen und kleinen Kläffer der Siegermächte, an der Spitze die Kleine Ententeklique, über da- zerstückelte, ge­schundene, aber mit verzweifelter Energie sich wieder auskurlerende Ungarländchen herfielen, das über den St. Gotthard heimlich Waffen ein­schmuggelte, um sich der ranke- und händelsüchti­gen Balka---Hammeldiebe im Notfall erwehren zu können? Hatte der geschäftstüchtige Völker­bundreisende Benesch aus Prag nicht a tempo wieder in Genf die Waffenkontrolle durch die wild gestikulierenden Nachbarn beantragt, oie jetzt so milde und nachsichtig, d. h. schon mehr vorbeistchtig durch das Völkerbundskomitee ge­handhabt wird. Da aber drückte Mussolini auf den Knops und schaltete den Gegenstrom der großen Ueberlandzentrale London ein. Saß er doch als ertappter Waffenlieferant und Balkan- Intrigant selbst tn der Fuchsfalle, die er für seine umlauerten Gegenspieler in Belgrad aus­gestellt hatte. Schon drehte er den Spieß um, ließ durch die Londoner- und eigne Weltpresse Frankreich als heimlichen Waffen-Großlieferan- ten für Jugoslavien anprangern. Schon wink­ten, bliese.., trommelten die Drahtzieher an der Seine und Themse die reisigen Scharen der Balkan-Liliputs zurück. Und schon hatte der Balkanchef Benesch hellhörig und dienstbeflissen verstanden und legte mit dem leisen Gemurmel des Revue-Refrains vom Kasseler Pressefest: .Wer weiß... Vielleicht... Vielleicht auch nicht .. 1 Vielleicht auch doch" der Monstrefall ad acta.

Aus diesem üblen und üblichen Kabinetts- Kuhhandel hat sich die Berliner Wilhelmstraße klüglich und mit vornehmer Distanz herausge- halten, um dafür die Netze im Osten jenseits von Memel «uszuwerfen. Auch in Litauen ist der Wind sehr plötzlich umgeschlagen, all die polnische Sturmflut selbst über die Wälle von Wilna leckte und btl nach Memel vorzubrechen drohte. Der erzwungene Friedensbandschlag zwischen Pilsudskt-WoldemaraS tn Genf ist da­mals auch von uns als Völkerbundsfarce sofort erkannt und belächelt worden. Soweit ist es nun doch schon, daß einer der Wilsonschen, aus deutschem Fleisch herausgeschnitteuen .Welt- staaren" sich seiner Nähr- und Stammesmutter entsinnt und von selbst die zerschnittenen Le­bens- und Blutbande neu zu knüpfen versucht. Wenn der neugewonnene Litauerfreund sich heute feierlich verbürgt, daß den vielgeprüften, abge- irennten Memeldeutschen kein Haar mehr gekrümmt werden soll, so werden sich auf diesem vielleicht historischen ersten Akt der Generalbereintgung im Osten auch Han­delsverträge und ein Wirtschaftsverkehr auf­bauen lassen, deren größerer Nutznießer nament­lich der Polenmeute gegenüber wohl der li­tauische Partner selbst sein dürfte. Außeror­dentlich fragwürdig ist allerdings, wie man den grollenden Polenkaufmann jetzt zu einen Han-

DerRegierungSkrife näher als je.

XumuItfOtj^fcei der JustiMbatte.

Wenn die Simultanschulen bleiben scheidet da!

Zentrum auS. Rur noch schwache Hoffnung.

Berlin, 28. Januar.

ltchen Simultanschule ihren geschichtlich gewor­denen Charakter, raubt aber der Elternschaft in

Zarte winke.

Stresemann wird energisch.

Pari!, 28. Januar.

Ein Blatt meldet de« gestrige« Besuch des deutschen Botschafters im Auswärtigen Amt. Man will darin eine Fühlungnahme in der Frage deS besetzten Gebiet! erblicken.

Rotterdam, 38. Januar. (Eigene Drahtmel­dung.) Wie aus London verlautet, konferierte gestern der deutsche Botschafter mit Chamber­lain. Ei« Blatt behauptet, daß die Besprech««, gen »nieder einmal der RSunmngSfrage gegol- wn IjuITCTT.

Die Blätter der Regierungskoalition, treten der in der Oppositionspresse vertretenen Version entgegen, daß durch die Annahme des vom Zen­trum bekämpften Anträge! zu Par. 20 (Weiter- bestand der Simultanschule) eine Kabinettskrise entstanden seif siehe auch Berichte 2. Seite) Diese .Tartarennachrichten" wurden von deutschnatio­naler Seite als völlig irrig bezeichnet. Da der Beschluß nach Auffassung der Regierung verfas­sungsändernd sei und Zweidrittel-Mehrheit er­fordere, könne er in dieser Form nicht bestehen bleiben, sondern es müsse eine Zwischenlösung gesucht werden. Ein noch nicht erledigter An­trag von recht! läßt der südwestdeutschen christ- geschichtlich getont»

Ist der Bruch zu heilen?

Schache AuSstchten für ein Kompromiß.

Bekanntlich hat fi* die Volkspattei erst im letzten Augenblick entschlossen, im Hinblick auf ihre liberalen Wahlparolen die Erhaltung der in Hessen, Helsen-Nassau und Da- den bestehenden Simultanschulen zu fordern, nachdem st» zuerst tn eine zehnjährige Sperr- frist gewilligt hatte. Aber die Ausztoingung der geistlichen Schulaufsicht hat dem Faß dm Boden auSgeschlagen, sodaß eS jetzt zu dem oft prophezeiten Äuseinanderfallen der Koalition gekommen ist. In den vierzehn Ta­gen, die zwiscken der ersten und der zweiten Lesung im Ausschuß voraussichtlich liegen wer­ben, wird man zweifellos versuchen, zu einer Kompromißsormel zu gelangen, obwohl die! bei dem tiefen sachlichen Gegensatz ziemlich schwer sein wird. DaS Zentrum legt natürlich entscheidenden Wert darauf, daß der Siegeszna, den eS von dem Gesetz für die Kon- scssionSschule erhofft, vor den sogenannten Si- multanschulländern nicht Halt macht. Die Hal- tung nicht nur der Lehrerschaft, sondern auch der politischen Organisationen und der breiten Be-

vaden, Hessen und Hessen-Nassau

nicht bauemb baS Elternbestimmungsrecht. Ein weitere! Rechtsblatt betont mit dem weiteren Willen zur Mitarbeit, daß keine Krise be­stehe. DaS Kabinett zeige am besten durch die neue außenpolitische Initiative (Litauen-Polen) daß e! nicht daran denke, seine Tätigkeit vorzei- tig abzubrechen. Sollte daS Zentrum, so schließt ein Volksparteiblatt auS der Angelegenhett des MrtrageS zu Par. 20 eine KabinettSsrage machen, so würde sich die Volkspartei dadurch tn ihren Entschließungen nicht beeinflussen lassen. Ihre Stellungnahme zu Par. 20 ist ein Bekenntnis zu ihrer liberalen Ueberlteserung. Sie würde durch Forderungen oder

Drohungen nicht erschüttert

werden. Ein Zentrumsblatt betont, daß ihm mutwilliger Streit fern liegt. Aber darüber ist man sich doch wohl im volksparteilichen Lager ganz im klaren, daß, wenn der Volksparteiantrag Gesetz wird, da! gesamte Schulgesetz gefährdet ist. ES muß rasch festgestellt werden, wieweit Verhandlungen ein anderes Resultat erhoffen lassen. Ist eine Einigung nicht erzielbar, dann würden sich darau! die Konsequenzen ganz von selbst ergeben.

* *

völlerungSmassen überhaupt lassen jedock kei­nen Zweifel darüber zu, daß man die Besei­tigung der Simultanschule mit einer Gefahr der Klerikalisierung der Bevölkerung für identisch hält. In beiden Lagern wird demgemäß vor- läufig versichert, daß an ein Nachgeben nickt gedacht werde Beim Zentrum ist man zur of­fenen Drohung bei Sprengung bei Koalition mit anschließende!

Auflösung und Neuwahlen im Frühjahr gegangen Partrivorstand und ReickSauSschuß des Zentrum- werden sich in diesen Tagen nicht nur mit den bekannten Differenzen in der Partei beschäftigen. Ein Zusammenhang zwi- schen diesen und der Schulvorlage besteht zwar an und für sich nicht, aber selbstverständlich wird die Krise im Vordergrund stehen. DaS Zentrum würde allerdings durch Bei zickt auf die Schulvorsage, die große Frucht der Koa­lition, ohne jeden positiven Vorteil au! diesem Erperim.-nt herauSkommen das ihm ohnehin <chon manche Sympathien gekostet hat. Da an­dererseits eine Zweidrittel-Mehrheit für das Gesetz im Reichstag auszubringen ist, wird selbst bei größte Optimist um einen Ausweg verlegen sein.

* * *

Soweit ist er noch nicht.

England soll sich nicht z« früh «nfiegen.

London, 28. Januar. Den Gegensätzen im deutschen Reichstag In der Schulfrage messen die Berliner Korrespondenten ernste Beden- tung bei, sodaß von einer Art Kabinettskrise gesprochen wird. Ein Blatt spricht sogar von einem religiSsen Feldzug in Deutschland, was von weittragender Bedeutung für die kommen­den Wahlen sei« werde.

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Dar rote Tuch am Rhein.

Schluß mit bet BesatzungSkomüdiel

London, 28. Januar.

Ein Sonderberichterstatter fordert in einem Bericht an! Wiesbaden überGroßbritanniens verlorene Legion am Rhein", die Rückbeförde­rung der britischen BesatznngStruppen, die zweck­los für jede ernstliche Aktion und trotzdem zahl­reich genug find, um ein r o t e S T u ch für de« auskommenden Geist beS deutschen NationaliS- mus und eine aufreizende Erinnerung an Er- eignisfe zu fein, die am besten vergessen werden. Die Komödie ist lang genug gespielt worden. Die Leute sollten unverzüglich heimgebracht werden."

Wer ist der Wolf im Schafspelz?

Wie Pari! Stresemann!

Pari!, 28. Januar. Zur Ueberreichung eine! deutschen Sicherheitsmemorandums an den Ausschuß in Prag äußert sich ein Blatt: Stresemann legte mit der unschuldigsten Miene der Welt feine SophiSmen dar und umkleide ste mit dem ernsten Locarnogeist. Ein Ende des Wolfsohres schaue jedoch aus dem Schafsfell heraus, wenn er auf die völlige Abrüstung Hinweise und Deutschland mit seinem furchtbaren Kriegs-Potentiell und einer

delsvertrag pressen will, nachdem ihm Litauen die Butter vom Brote genommen hat. Sttesemann aber hat einstweilen den tausenden im Frühjahr heimatlos werdender Stammesbrüder, Hos, Herd und Scholle erhalten und seinem erschrek-

Abrüstungsider begeifert.

als Stahlhelm organisierten Reichswehr (!) eine Art versteckter Hegemonie als pazifistische Autorität ausüben würde. Seine Wiederholung des Protokolls von 1924 in irgend einer Form mache dieses nock illusorischer. Solange derar­tige Dottrinen mit dem Grm dsatz der soforti­gen Bereinigung aller Völker gegen die etwai­gen Angreifer Abdruck täten, gebe es in der Welt keine andere Sicherheit als die, die jede Macht in ihrer eigenen Stärke und in der ihrer Alliierten finden könne.

kend zusammengeschmolzenen außenpolitischen Konto einen versöhnenden und dick unterstriche- nen Aktivposten hinzugesügt, ehe er vor der hoff­nungslosen Stagnation zu südlichen Gestaden entfleucht, F, R,

Do! MttfUHnngbfiebet IW m Schulgesetz-»»!- (Minm * .1 «4i «nt QB eil#»

»W wwf ui. widuiviiigövwicx -»vt» n - formtet«, wie bte folgenden ZumakUenen beim Snststetat erkennen lagen.

Berlin, 28. Januar

Im Reichstag ridrtete gestern Abg. Haa! (Dem ) scharfe Angriffe gegen die Rechtspre­chung in politischen Prozessen, die von Mün­zenberg (Komm.) unter Anführung vieler Bei­spiele noch verstärkt wurden. Abg. Dr. Pfleger (B. Vp.) wandte sich besonder! gegen den de­mokratischen Antrag auf Uebertragnng der Ju­stizhoheit der Länder ans da! Reich. Abg. Sa enger (Soz.) kam bezüglich des bayeri­schen parlamentarischen Untersuchungsausschus­ses über den Hitlerputsch zu der Schluß- solgerung, daß die Justiz gegen die überführten Hochverräter Kahr und Lossow nicht eingeschritten fei. Mit dieser bewußten Scho­nung von Hochverrätern habe die Rechtspflege sich um den letzten Rest bei Vertrau­ens gebracht. Reichsjustizminister Hergt erwi­derte, der bayerische Untersuchungsausschuß habe dal abschließende Ergebnis noch nicht fest- gestellt) eS handle sich also bei den Vorwürfen des Abg. Saenger gegen Kahr und Lossow zu­nächst nur um einseitige Angaben. Schon bei dieser Ministererklärung gab es auf

der Linken Unruhe und Gelächter, dal sich verstärkt wiederholte, als der bayerische Bevollmächtigte erklärte, daS Putschverfahren fei eingestellt worden, weil e! in der damaligen äußerst erregten Zeit schwere Störungen der öffentlichen Ordnung heraufbeschworen hätte. Zu Lärmszenen und stürmischen Auseinander­setzungen kam el dann, all Abg. Dr. Frick-Müu. chen (Nat.-Soz) Amnestie für den am Ra- thenaumord beteiligten Techow und für die Erzbergermörder Schulz und Tilleffen verlangte Gr erregte links und in der Mitte einen Sturm der Entrüstung, al! er im An­schluß daran

Erzberger eil Verbrecher bezeichnete. Hierfür erhielt er einen Ordnungs­ruf. All bei den dann folgenden schweren An- griffen auf den Reichstagspräsiden- tenLöbe und anderer Republikaner die Linke ein Einschreiten de! Präsidenten verlangte, er­klärte Vizepräsident Graes-Thüringen, er könne bei dem großen Tumult die Einzelheiten der Rede nicht verfolgen und behalte sich vor, nach Einsichtnahme in daS Stenogramm später einzuschreiten. Florian (Kom.) wurde von ihm au! dem Saale gewiesen, weil er Dr. Frick einen .abgefeimten Lumpen" nannte und diese Beleidigung trotz Ordnungsruf dreimal wie­derholte. Zu einem

Handgemenge droht

e! zu kommen, all bann » e r 6 (Som.) auf die Rednertribüne stieg und sich Dr. Frick drohend gegenüberstellte. Der Fall nahm aber einen friedlichen, wen« auch lärmenden AuSgang, al! Abg. Bertz au! dem Saal gewiesen wurde. Pfui- und S ck l u ß r u se setzten ein, als Dr. Frick die deutsche Republik ein jämmerliche! Gebilde au! Hochverrat und Meineid nannte. Dr. Breitscheid (Soz.) warf dem Vizeprä­sidenten parteiisihe Amtsführung vor und unter Lärm und Tumult wurde die Weiterberatung auf Sonnabend vertagt.

Nieder mit öem Krieg!

Was Berlin dem Sicherheitskomitee vorschlägt.

Berlin, 28. Januar.

Dal gestern in Prag überreichte Sicherheit!- Memorandum verlangt im Sinne der auch in Gens vertretenen Schiedsgerichtsbarkeit zuerst die Ursachen zu beseitigen, bte zum Kriege führen können, wenn man den Krieg als solchen be­kämpfen will und ein praktisch durchführbares Verfahren zu finden, auf das sich die Mächte zur friedlichen Regelung von Konflikten festlegen können. Eine besondere Rolle würde hierbei dem Ausbau des Vergleichsverfahrens, sei eS ovr dem VölkerbuudSrat, sei e! vor beson­deren, mit hinreichender Autorität auSgestatteten Instanzen zukommen. Die! könnte sowohl durch zweiseitige Verträge, wie auch durch Verträge geschehen, die eine

größere Anzahl von Staaten umfassen und zwar tn Verbindung mit dem Völkerbund. Sollten die Mittel friedlicher Streitschl'chtung versagen, so stehen dem Völkerbund die Bestim­mungen seiner Satzung über Kriegsverhütung und Bekämpfung des Friedeusbruches zur Ver- fügung. Die Aufgabe, ,« v e r h ü t e n, daß ein Konflikt doch zum Appell an die Waffen treibt, fällt in erster Linie dem Rate zu. Es wird da-