Kasseler Neueste Nachrichten
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Kasseler Abendzeitung
Aesfische Abendzeitung
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Nummer 91.
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Mittwoch, 18. April 1928.
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.
18. ZaHrgaug
Schneesturmtreiben im Blütenlenz.
Auf zum Vol!
Zur Ankunft der Italia" in Siolp.
Erlebnisreiche Tage — der Flug der „Bremen", der Anschlag auf den italienischen König, das schreckliche Straßenbahnunglück in Berlin — di: Ereignisse jagen sich, und mit ihrer Rapiditäi wächst auch in gleichem Maße der Menschheit Sunger nach immer neuen Sensationen und rregungen. Dieser Hunger wird gestillt — schon bewegt ein neues Unternehmen die Gemüter — das Interests der Welt gehört zurzeit dem Unternehmen des italienischen Generals Nobile: dem Luftschifflug zum nördlichen Pol. Bor allem tn Deutschland ist seit der durch mancherlei Zufälligkeiten gefährdeten Reise nach Swlp dem Ausgangspunkt des Polfl. ges, die Anteilnahme an dem bevorstehenden Wagnis brennend geworden, zumal lebhafter denn je zuvor wieder die Erinnerungen wach werden an die Jahrhunderte währenden Anstrengungen, welche die Welt, die Polarregionen zu erreichen und zu erforschen, gemacht hat. Bei den Runs auf den Pol kann man deutlich drei Gesichtspunkte unterscheiden. Man drang, zunächst aus reiner Abenteuerlust und unruhiger Sehnsucht zum Unbekannten, dann von praktischeren Motiven bewegt, als da sind Erschließung neuer Länder, Verlangen nach der Auffindung der nordwestlichen und nordöstlichen Durchfahrten, auf Schiffen nach Norden vor; nordwärts ferner führte manchen Forscher der Drang, Genaueres zu ermitteln über die rassische Art und die Lebensweise der am nördlichsten lebenden Menschen, der Eskimos; erst in neuester Zeit endlich trat dann der Versuch, den Nordpol auf dem Luftwege zu erreichen, tn den Vordergrund.
Nobiles erster Vorgänger ist der unglückliche Schwede S. A. A n d r ö e gewesen. Er stellte den Luftballon tn den Dienst der Polarforschung, nachdem solche Vorschläge wiederholt auch von anderer Seite erörtert worden waren. Andrie ging davon aus, daß schon viel gewonnen fet, daß man möglichst nahe am Ziel aussteige. Daher wurde der Ballon Oernen (deutsch Adler) an die Nordwestecke Spitzbergens gebracht und dort in einem Bretterhaus mit Wasterstoffgas gefüllt. Er hatte dreitausend Kilogramm Tragfähigkeit und sollte Andröe mit zwei Begleitern sowie vielen Instrumenten, mit Booten, Schlitten, Lebensmitteln und dergleichen aufnehmen. Man wollte in sechs Tagen zum Nordpol treiben, hatte aber Betriebsstoff für einen Monat ausgenommen. Erst am 11. Juli 1897 erfolgte der Starr Selten haben Menschen ein kühneres Unternehmen gewagt als dieses. Heute wissen wir, daß der Versuch scheitern mußte — und dennoch; immer erfüllt es mit Achtung und Bewunderung, das Wissen um Menschen, die schicksalstrotzig ge- nung gewesen, um kühn das Unmögliche gewagt zu haben! — Kein menschliches Auge hat jemals AndrLe und seine beiden Begleiter Strindbeig und Fränkel wiedergesehen! Eine Taubenpost kam fünf Tage nach dem Aufstieg zurück mit der Meldung, daß „an Bord alles wohl sei". Dann vergingen fast zwei Jahre, ohne daß die geringste Nachricht von Andree kam. 1899 trieb bet Island eine Flaschenpost an Land. Später fischte man noch vier weitere Bojen mit Meldungen auf, die letzte im Jahre 1912. Alles andere liegt im Dunkel. Der Adler kehrte nie wieder, und nie hat man Genaueres über das Schicksal der Forscher gehört. Man kann nur vermuten, daß wilde Stürme den Ballon verschlugen, daß « endlich niedergehen mutzte, datz die Männer vermutlich zwischen Franz Josef-Land und No- waja Semlja ihren Tod fanden. Vage Spuren haben zu der Annahme geführt, daß sie einem Mordanschlag von Eskimos zum Opfer fielen.
Jahre vergingen, ehe man einen ähnlichen Versuch wagte. Diesmal ging er von einem Ame- rikaner aus, von W e l l m a n n, der ebenfalls schon polare Erfahrungen hinter sich hatte und nun den Plan entwickelte, mit einem lenkbaren Luftschiff den Nordpol zu erzwingen. Das sporteifrige Amerika entwickelte eine Riesenreklame, aber der Erfolg war auch danach. Nach einem vergeblichen Aufstieg wagte er am 2. September 1906 einen zweiten, der aber ebenfalls mißglückte Wellmann wurde südwärts über Land getrieben und landete auf einem Eisberg. Am 13. September wurde er von einer Hilfsexpedition auf den Dampfer übernommen. Dann kam das in der Geschichte der Polarforschung sensationelle Jahr 1909. Wellmann steigt abermals aus — am 15. August explodierte sein Luftschtsf. Damit haben die Wellmann-Unternehmungen ihr endgültiges Ende gefunden. Aber vierzehn Tage später treffen Nachrichten ein, daß der Nordpol tatsächlich entdeckt fei, und zwar streiten sich gleich zwei Amerikaner um die Ehre, die Entdecker gewesen zu sein -Cook und P e a r h. Cook wird als Schwindler entlarvt; aber auch der an-
Schon morgen nach Newyork?
Wenn der „Brernen"-Propeller fertig ist — Fräulein Junkers hilft.
Montreal, 17. April. Nach einem Funkspruch von der Point Amour-Statiou wird die „Bremen" mit Baron von Hüneseld und Haupimann Köhl an Bord ihren Flug nach Ncwnork am Mittwoch aufnehmen, falls bis vahin der Propeller ausgebessert ist Fräulein Hertha Junkers traf hier heute abend mit Dem Flugzeug ein, kurz nach einem Junkers-Mechaniker mit einem Vorrat von Ersatzteilen für die „Bremen". Kommandant Fitz Mauriee wird hier morgen früh erwartet.
Sie füllen jetzt Benzin für die „Bremen«.
London, 17. April. Die Zwischenlandung der Flieger Schiller und Fizmaurice in Ra- iatzhkwan erfolgte, um Brennstoff zn füllen. R. ist cm Dorf am Norduser der St. Lorenz Bucht, 200 Meilen von Greenly Island entfernt. Schiller wird heute den Flug nach der Mutray Bucht fortsetzen. (S. a. den Bericht auf der 1. Seite 2. Beilage der heutigen Ausgabe der „Kasseler Neuesten Nachrichten". (D. Red.)
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Newyork wird schon ungeduivlg
Ncwyork, 17. April. (Durch Funkspruch.' Oberbürgerrnei er Walker drahtete an Major Fitz Maurice mit herzlichen Glückwünschen: Sämtliche Bürger von Ncwyork, gleichgültig welcher Rasse, Farbe und welchen Glaubens fit auch sein mögen, erwarten mit größter Ungeduld, daß sämtliche drei „Brernen"-Flieger hier eintreffen. Ein gemeinsamer Empfang ist vorgesehen.
Wenn der Vroprüer patzt.
Ncwyork, 17. April. lDurch Funkspruch.) Man will die Junkersmaschine F. 13 so nahe wie möglich an Greenly JSlanv heranbringcn. Es toll dann die „Bremen" mit dem Propeller der F 13 ausgerüstet werden, um nach Rewyorl zu fliegen. Falls sich dies als unmöglich erweist, sollen die „Bremen"-Flieger auf der F. 13 nach Ncwyork gebracht werden.
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Sür Nrauzoienfliegrr eine Kleinigkeit.
Paris, 17. April. (Eigener Drahtbericht.) Der Wcltflieger Costes hat erklärt, datz er bereit sei, von Paris nach Ncwyork zu fliegen, sobald ihm ein paffendes Flugzeug zur Verfügung gc- strllt werde. ,
Der Isländer im Dienst der „Bremen«.
Quebec, 17. April. (Durch Funkspruch.) Als das kanadische Hilfsslngzeng gestern mit Fitz Maurice von Grrenlh Island abslog, blieben Dr. Cuisinier und ein Mechaniker auf der
Insel zurück, um bei der Wiederherstellmm der „Bremen" zu helfen. — Fttz Maurice will persönlich in Montreal den Ersatzpropeller in Empsaiig nehmen und nach Greenly Island bringen.
Hat man das schon erlebt?
Ein närrischer Frühling. — Der größte Schneefall des Winters. — Ohne Telephon, Licht und Post. — Die Züge bleiben aus.
Landshut, 17. April. Während der letzten Nacht gingen unter heftigem Sturm im ganzen östlichen Riesengebirge ungeheure Schneemassen nieder, wie sie während des ganzen Winters nicht zu verzeichnen waren. Die Landwege sind völlig unpassierbar. Die feuchten schweren Schneemaffen haben viele Sei- tungs- und Antennendrähte zerrissen. Auch in den Wäldern wurde großer Schaden angerichtet. Die Ueberlandzentrale ist zerstört, sodaß Landshut ohne Licht und Kraft ist. Der Eisenbahnbetrieb ist start behindert. Die Zieder- talbahn verkehrt vorläufig nicht. Auch find die Morgenzüge der Staatsbahn ausgebliebcn, sodaß Landshut auch ohne jede Post ist.
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Fast einen halben (Mieter hoch.
Krumhübcl t. Riesengebirge, 17. AprU. (Pri- vattelegranrm.) Seit gestern herrscht ununterbrochen bis heute morgen 7 Uhr sehr starker Schneefall. In Krumhübcl hat die Schneedecke 40 Zentimeter erreicht bei 3 Grad Kälte. Aus dem Hochgebirge meldet man 7 Grad Kälte, 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee u. starken Nordwestwind.
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3m Schwarzwald noch immer Schneesturm.
Freiburg, i. B., 17. April. (Eigene Drahtmeldung.) Der starke Temperatursturz hat auf dem südlichen Schwarzwald bei heftigem Sturm Schneefall gebracht. Bis zu 800 Meter herab ist eine geschloffene Schneedecke von fünf Zentimeter vorhanden. Bei sinkender Temperatur hält der Schneesturm auch heute noch an. Die Fernverbindungen sind zum Teil noch gestört.
Grüne Stübte im weißen Gewand
Breslau, 17. April. (Privattelegramm.) Nachdem gestern abend ziemliche Regengüsse niedcr- gegangen waren sank dieTcmperatur und in den Morgenstunden herrschte ein mächtiger Schnee- sturm ,der binnen kurzer Zeit alles mit dichten Schneemassen bedeckte. Im Telefon- und Zug- verkehr traten Störungen auf.
Wenn es schief geht.
Verirrt sich Nobile auch über dem Nordpol-
Den Etavvenflas des Rordvoltckssfs ..Italia" bat man mit einiger Uebetrai<6nng »erfolgt. Wenn man nicht annebmen mag, datz es mangelnde Fädigkeiten des Führers waren, die die erste Fahrt io nbentenerlich gestalteten, fe muh man non einem gan» n n g e be n e r l i <6 e n ÜÄ i 6 g e i <6 i <f wrechen, das nicht gerade die besten Aussicht«» für das grobe Nordpol«ben- tener erweckt, wie unter Mitarbeiter im folgenden Artikel barlegt.
Denn die Fahrt von Mailand nach Stolp ist bei dem heutigen Stand der Technik kein Unternehmen, das einem Luftschiff Schwierigkeiten bereiten dürfte. Die ,Italia" hat aber für den Flug dreißig Stunden benötigt, also nicht viel weniger als die „Bremen" sür ihren Ozeanflug, hat mehrere Male die Orientierung verloren und ist schließlich mit zwei defekten Motoren und einer zerbrochenen Stabilisierungsfläche in Stolp gelandet. Die Italia" ist ein ehemaliges Militärlustschiff des besonders in Italien gepflegten „halbstarren" Systems. Dieses stellt eine Kombination aus den Prallschisfen (Parseval-) und den starren (Zeppelin-) Luftschifsen dar. lieber einem gebogenen starren Träger besindet sich der Ballon, der nach dem
Zeppelin-System in einzelne Gaszellen
geteilt ist. Die Motor- und Führergondeln, der Laufgang und die Betriebsvorräte sind an bezw. in dem starren Träger untergebracht. Die italienischen Militärluftschiffe sind während des Krieges nicht sonderlich hervorgetretcn, sodaß genauere Angaben über Erfahrungen mit diesen Schiffen nicht vorliegen. Ein älterer deutscher Typ dieser Art konnte sich gegen die anderen Systeme nicht durchsetzen und wurde noch 1914 abgewrackt, nachdem es einige Patrouillenfahrten über der Nordsee unternommen hatte. Auch über die ,Italia" liegen nähere Angaben nicht vor. Sie ist zirka hundert Meter lang und hat einen Gasraum von einigen zwanzigtausend Kubikmetern, ist also ungefähr so groß wie die „Bodensee", das kleinste, 1919 gebaute Zeppelin-Lustschiff. Ob sie allerdings dessen Qualitäten erreicht, ist fraglich. Die „Bodensee" hat ein volles Jahr lang einen ununterbrochenen Dienst zwischen Berlin und Friedrichshafen ohne jeden Unfall versehen, bis sic schließlich auf Befehl der Entente abgeliefert und übrigens den Italienern übergeben wurde, die sie in
irgendeiner Halle verrosten
ließen. Sie hatte mit vier Motoren eine Leistung von 960 PS. und entwickelte eine Geschwindigkeit von 36,8 Motorensekunden, die höchsteGeschwindiakeit, die bisher von einem Luftschiff überhaupt erreicht wurde, den L. Z. 126 nicht ausgenommen. Was die Ge-
Wie Könige Politik machen.
Dänemark-Belgien verbrüdern sich — Galatage in Kopenhagen.
Empfang statt, bei dem beide Könige das
Wort ergriffen. Heute Vormittag wird König
Hofzug mit dem belgi- Albert das diplomatische Korps empfan- i König Christian und gen. Zum Empfang im Rathaus sind auch die
Vertreter der ausländischen Presse geladen. Auch der belgische Außenminister ist anwesend.
Kopenhagen, 17. April. (Eigene Drahtmel- dung.) Jui reichgeschmücktcn Kopenhagen traf gestern um fünf Uhr der £:‘"'2Z scheu Königspaar ein, von König Christian und ver Königin mit Gefolge empfangen. Am Abend fand im Stadtschloß Christiansborg ein Gala-
3u schade sür die Rückgabe.
Den Riesen-Ozeanlolotz und neun der besten Schiffe behält Amerika selbst.
Washington, 17. April. Der Oberste Gerichts-1 Fünf weitere Gesuche sind noch nicht behandelt Hof hat neun deutsche Forderungen für die Rück-»worden. Zwei sind von der Hamburg-Amerikagabe deutscher Schisse abgelehnt, darunter Linie u. eines von einer dänischen SchiffahrtS- die Fordening, die den Leviathan betrifst.lgesellschaft gestellt.
geblichen Pearyschen Entdeckung steht man reichlich skeptisch gegenüber. Jedenfalls ist der Run auf den Pol damit keineswegs zu Ende. Graf Zeppelin und der Meteorologe Hergesell arbeiten an weitschauenden Plänen zu einem Rotd- polslug, errichten bereits eine ständige Station auf Spitzbergen zur Vorbereitung für ein Zeppelin-Unternehmen. Der Ausbruch des Weltkriegs wirft diese Pläne für immer über den Haufen.
Erst das Jahr 1925 bringt neue Flugversuche in Richtung Nordpol. Am 21. Mai fliegt Amnnd- fen mit Ellswotth in Kingsbav auf Dornier- Wal-Flugzeugen ab — aber er muß nach Kings- bay zurückkehren, ohne den Pol erreicht zu haben. Immerhin: er gibt die Hoffnung keineswegs auf Im nächsten Jahre schon startet er abermals und
Überfliegt am 12. Mai tatsächlich auf dem in Italien gebauten Luftschiff „Norgc" unter Führung des Generals Nobile, des Mannes, der soeben daran geht, das gleiche Unternehmen noch einmal, diesmal von Deutschland aus, zu wagen, und begleitet von Ellsworth, den Pol: am 15. Mai landete er bei Teller aus Alaska. Eine gewisse Tragik umweht diesen Erfolg — genau drei Tage früher nämlich als er hat ein Amerikaner, der Marineoffizier Byrd, auf einem Fokker- Eindecker, den Nordpol überflogen! Er ist der Erste gewesen... Amundsen und Nobile kamen um drei Tage zu spät — um drei Tage, nachdem man Jahrhunderte lang unzählige Male erfolglos versucht hatte, den nördlichsten Punki unserer Erde zu erreichen.
schwindigkeit anbelangt, wird die „Italia" mit der gleich großen „Bodensee" kaum zu vergleichen fein . Dagegen ist es möglich, daß sie deren Nutzlast von zehntausend Kilogramm um einiger übertrifft, weil sie als halbstarres Schiss selbst leichter ist, als die „Bodensee". Alles in allem ist anzunehmen, daß die Leistungsfähigkeit der „Italia" nicht größer sein kann, als die der „Norge", mit der Nobile mit Amundsen den ersten Polarflug unternahm. Ter Flug der „Norgc" aber hatte kein sonderliches wissenschaftliches Ergebnis, weil ihre Betriebsstoffe gerade nur aüsreichten, um übet den Pol hinweg zu kommen und ein Verweilen über dem Pol unmöglich war. Die bevorstehende Erpcdition Nobiles hat gegenüber der bet „Norge" deshalb günstigere Aussichten, weil für diesmal kein Ueberfüegen des Pols von der einen auf die andere Erbhemisphäre geplant ist. Vielmehr sollen von Kingsbay auf Spitzbergen aus
einzelne Flüge nach dem Pol
unb in die Polargebiete unternommen werben Mir Kingsbay als feststehenber Operationsbasis kann natürlich mehr geleistet werben, als auf einem einzigen Flug über den Pol. Es fragt sich aber, ob bas Luftschiff „Italia" an sich geeignet ist, diese Fahrten zu unternehmen. In den Po- largebtefen mit ihren, für die Orientierung mit dem Kompaß denkbarst ungünstigen Verhältnissen sind Flüge schwieriger auszuführen als über Deutschland, und die „Italia" hat sich >a auch auf ihrer letzten Fahrt nicht sonder- lich bewährt. Nobile ist sicherlich ein mutiger, unternehmungslustiger Mann, er hat auch die Energie, um derartige Aufgaben anzufassen und burchzuführen. Aber ob die „I alia" den an sie gestellten Anforderungen entsprechen wird, bas ist mehr als fraglich. Das Interesse» bas die Welt an dieser Fahrt nimmt, wird dadurch noch gesteigert, denn es wird ein kühnes unb an aus-