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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

18. Jahrgang

Donnerstag, 24» Mai 1928

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Nummer 122.

Einzelpreis- Wochentags 10 Pfennig.

Fmnkreich wird nicht williger

H

Südtirol ganz verwaist

Paris, 23. Mai. Der Sozialist Paul Bon­cour äußerte sich zu den deutschen Wahlen: Ich glaube nicht, daß die neue Lage über folgenden Rahmen hinausgeht: Günstige Lage für eine moralische Annäherung und leichtere Verhand­lungen. Die Sozialdemokraten sind Patrioten und ich bin sogar mehr als einmal ihren Angrif­fen ausgesetzt gewesen, denn sie wissen, daß ich die Rheinlandräumung nicht ohne Gewäh­rung berechtigter Kompensationen, Garantien und Sicherheitspfänder ins Auge fassen könnte. Wir müllen entschlossen sein, aus den deutschen Wahlen die für Europa und die Welt sich erge­benden Vorteile zu ziehen. Trotz aller günstiger Aussichten wiederhole ich, daß die großen Schwierigkeiten sortbestehen und daß im Interesse beider Länder Vorsicht am Platze sei.

det worden, daß man itn Falle einer glücklichen Landung in Nordamerika auch den Rückslug

Flucht des letzten deutschen Bürgermeisters vor den Faschisten-Häschern.

Berlin 23 Mai. Aus Bozen wird gemeldet,Ium der drohenden Verhaftung und Verbannung daß dieser Tage der lebte deutsche Bürgermeister i zu entgehen. Pixner sollte, wie ihm Freunde aus Südtirol Josef Pixner über die italie- noch rechtzeitig mitteilten .wegen italirnfeindli- nische Grenze nach Oesterreich geflohen ist,Ichrr Propaganda verhaftet werden.

Noch eine Regierung gesucht

Wie sich Griechenland mausert. Benizelos lenkt wieder die Drähte.

Lin trauriger Vertreter.

Marschall Fach hetzt weiter. Aber es gibt auch bessere Franzose«.

Paris, 23. Mai. In einem Interview äußerte ich Marschall Fach u. a.: Das Gedeihen einer Nation hängt auch heute ab von der Aufrechter­haltung des Friedens au ihren Grenzen, jenes Friedens, den der gemeinsame Sieg ge- chasfen (!) hat. Wie würde man inmitten der Erschütterungen der Zeit die Sicherung dieses

Kein Müstug nach Europa.

DieBremen" unbrauchbar. Heimkehr aus dem DampferColumbia."

versuchen wolle. Die für alle Fäll« fertiggestellte Ersatzmaschine war bisher noch nicht endgültig verkauft. Durch den Ankauf derEuropa" durch Köhl und v. Hünefeld erledigen sich alle ande­ren OzeanfluxKrojekte, die in allernächster Zeit durchgeführt werden sollten, da die einzige ge­genwärtig für einen Ozeanslug verwendungs­fähige Maschine dieEuropa" war, die nun jetzt zu Schiff nach Rewyork transportiert wer­den, wird, um dort für den Rückflug Köhls und Hünefelds benutzt zu werden. Der Rückflug soll möglichst Anfang Juni erfolgen.

Endlich zum Nordpol r

Die Jatalia heute morgen abgeflogen.

Kingsbay, 23. Mai. (Durch Funkspruch.) Die Italia ist heute früh um 4 Uhr 40 Minuten bei günstigem Wetter wieder aufgestiegen.

Kingsbay, 23. Mai. (Funkdienst). Die Italia wird in gerader nördlicher Richtung bis zum 83. Breitegrad und fodann nach dem Nordpol fliegen.

Die Raffelet Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachminaa». Der Äbonnementsvreis beträgt für den Monat 2.20 Jt bei freier Zustellung ins Haus, t« der Geschäftsstelle abgedolt 2. JK. Durch die Post monatlich 2.20 Jl ausschltefflich Zustelluna-aebüdt. Aernsvrecker 951 uud 952 ftür anverlanM eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Beraniwortung oder Gewähr in keinem isalle übernehmen RückzaUung des Bezugsaeldes oder Anlorüche wegen etwaiger trid» ordnungsmäßiger Lieferung fit ausaelchloffen. Postscheckkonto Frankfurt a M Nummer 6390 S1n»elnummer 10 A SonntagSnummer 90 A

m .... *fl,,f en und neue Wahlen vorzunehmen. Die Kam-

Athen, 24. Mai. Der Präsident der Republik, ihre Arbeiten für die Dauer der Kabi- hat nach dem Rücktritt der Regierung Venizelos ncttg!rjfc eingestellt. Eine Rekonstruktion des mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt ^rückgetretenen Kabinetts Zaimis hält man für und ihn auch ermächtigt, die Kammer ««f»uW|£uggCf$ioffen.

Sine harte Nuß.

Vereitelt Paris den Kriegsächtungspakt?

Englands Parlamente haben ihrem Außen­minister Chamberlain sehr schnell in nicht miß­zuverstehender Weise mitgeteilt, welche Wünsche sie inbezug auf den Kellogg'schen Antikriegspakt besitzen. Macdonald plädierte unumwunden für ' die Annahme der Kelloggvorfchläge ohne Ein- schränkungen und ohne Vorbehalte. Lloyd Ge­orge bemerkte zur Älche, daß die Briten keiner- lei Rücksichten auf andere nehmen sollten.Laßt Frankreich sehen, wie es mit seinen eigenen Schwierigkeiten fertig wird und laßt das Aus- : wärtige Amt im Namen Großbritanniens und des Weltreiches antworten!" Und sogar das Haus der Lords hieß die Vorschlägeherzlich willkommen." .Aber der heimliche Busenfreund Mariannes, Chamberlain, machte sich die Sache sehr viel schwerer. Er bemühte sich, eine Ver­mittlung zwischen den Vorschlägen Kelloggs und Briands herzustellen und streckte in seiner Rote die eine Hand nach Washington und die andere nach Paris zur Verständigung hin. Dies wurde natürlich sofort von den Diploma­ten jenseits und diesseits des Atlantischen Ozeans bemerkt und gewürdigt. Dabei zeigte sich söhr schnell, wie undankbar heute jede Ver- mittlertätigkeit ist. In Frankreich, vornehmlich in französischen Regierungskreisen, scheint dte Befriedigung über die Antwort Chamberlains an Kelloag indessen wesentlich größer zu sein uls in Washington. IM übrigen nehmen die mahnenden und warnenden Stimmen, dte in der amerikanischen Presse zu Wort kommen, stünd­lich zu.

Chamberlain stellte die Uebereinstimmung der Großmächte in folgenden drei Fragen fest: Erstens: die Kelloggschen Vorschläge berühren nickt das natürlich Recht der Selbstverteidigung, zweitens: sie berühren nicht die bestehenden Ver­träge, drittens: sie stehen nicht im Gegensatz zu den Grundsätzen des Genfer Völkerbundes und dessen Sanktionen für den Fall kriegerischer Ver­wicklungen. Der Brückenbauer Chamberlain kann aber nicht umhin, die zwischen der französischen und amerikanischen Auffassung bestehenden Gegensätze zuzuaeben. Was soll geschehen, um sie Hetzulegen? Chamberlain regt den gewöhn­lichen diplomatischen Geschäftsgang an, den ohnehin Kellogg im Auge hatte. Dabei dürften aber erst recht dte vorhandenen Schwierigkeiten in aller Schärfe herausgestellt werden, denn schon jetzt schlagen inspirierte Londoner Blätter aller­lei Auswege vor, die auf automatische Ent­bindung des Angegriffenen von den Verträgen, auf Sondererklärungen der Vertrags­partner je nach ihrer individuellen Lage usw. hinauslaufen. Daraus erhellt die ganze Proble­matik der Chamlberlaln'schen Antwort. Nicht minder deutlich ergeben sich aus diesen Presse­kommentaren die ungeheuren Schwierigkeiten, die dem Vertragsabschluß heute^noch entgegen­stehen. Es ist das Verdienst des südafrikanischen Generals S m u t s, hier klärend eingegriffen zu haben. Seiner Meinung nach sucht Kellogg die in den Völkerbundsverträgen bestehende Lücke durch den von ihm angeregten Pakt MiSzusüllen, der den Krieg schlechthin ächtet und ibn absolut für außerhalb der Gesetze stehend erklärt. Das ist umso erfreulicher, als das Kreuz und die Sauvtschwierigkeit jeder Dölkerbundsaktion im Artikel Ifi des Völkerbund Spaltes liegt, der ein Wirtschaftliches Vorgehen argen den Friedens­brecher vorsieht, also eine Maßnahme, die ohne Mitwirkung der Vereiniaten Staaten Nordame­rika» absolut nicht durchführbar ist.

General SmutS besitzt auch den Freimut, aus die Sonderverträae hinzuweisen, die Frankreich mit seinen europäischen Verbündeten geschlossen hat Er erklärt offen, daß diese mit dem Geist des Völkerbundes nickt vereinbar sind, wobl aber mit dem. Buchstaben und den Statu­ten der Genfer Völkerbundorqanisation. Aus diesen Sonderverträgen Frankreichs ergeben sich jetzt die arößten Schwierigkeiten für den Abschluß des Kelloggvaktes. Da-u kommt, daß her SechSmächfevakt unter den Großmäch­ten solanae unvollkommen bleibt, wie ihm Eowjetrußland nicht beigetreten tft. Wäre einmal dieses Ziel erreicht, die Groß­mächte der Geaenwart also unter sich und mit Sowietrußfand über die internationale Aechtung des Krieges einig, dann müßte das Weltvro- tiTem der allgemeinen Abrüstung in ein neue? Stadium eintreten und endlich emmal auS den» theoretischen Erörterunaen herauskommen.

-er Tat steht die Abrüsiunasfrage in tbrer ganren Schwere und Traaweite hinter all den dachdivlomatischen Poktverbandlungen mit dem amerikanischen Staatssekretär

eigen vreile: #tnbetnrtf*e ®ef<Mft»awd»en Me mm-äetk 10 -auswärtige ÄckLästSanzeiaea die mn>»3eile 10 4. 9a.mtltenan»eia« Me mm-eUile 10 4. Kleine Anzeigen aus Kassel das Wort auswärtige klein« An,etgen die mm- Seile 10 A. Reklamen die mm-Seüe to A. Offertgebübr 25 A (6et Sufteffuna 95 4). Rechnungsbeträge innerhalb 5 Lagen ,ablbar stür die! Richtigkeit aller Lurch Kernfvrecher aufgegebenen Ameisen sowie für «"wahmeLaten und Platze kamt nicht garantiert werden. Mr Anzeigen mtt besonders schwierigem §06100 Proient Aufschlag. Druckerei: Schlachtbokstt 28'30 Geschäftsstelle: Kölnischeste 6.

Paris, 23. Mai. Nach einer Meldung der j kers-Flugzeugwerken A.-G. in Dessau, verabre- Chicago Tribüne aus Rewyork wurde dort offi- -- -**-*»*--

ziell mitgeteilt, von Hünefeld, Hauptmann Köhl und Major Fitzmaurice würden am 9. Juni die Rückreise nach Europa an Bord des DampfersColumbia" antreten. Der Un­fall derBremen" bei dem mißlungenen Start auf Greenly Island habe die Absicht der Flieger, auf dem Luftwege nach Europa zurück- zukehren, zunichte gemacht. Anderen Blättern zufolge will Fitzmaurice in Amerika bleiben und das amerikanische Bürgerrecht erwerben, da et ein äußerst verlockendes Angebot auS Luftverkehrskreifen erhalten habe.

Mtt 6erEuropa" nach Europa? * I

Anderslautenden Berliner Meldungen zufolge hüben Köhl und v. Hünefeld jedoch die Funkers- maschineEuropa" angekauft, um mit ihr von Rewyork nach Deutschland zurückzukehren, nach­dem dies mit derBremen" infolge ihrer neuer­lichen schweren Beschädigung auf Greenly Is­land unmöglich geworden ist. Bereits vor dem Abflug der Ozeanflieger auS Deutschland war zunächst unverbindlich allerdings mit den Juu-

tein Aufbäumen gibt.

In der anderen, schnell gewachsenen umbrodelt chn frisch-frohes, aber in seinen Wirkungen noch nicht vorauszuberechnendes Wollen der Stürmer. Die Stimme des reifen Alters ver­hallt und die neue Zeit hat das Wort bis auch sie sick an den Widerständen des Hauses die Ecken und Kanten abgeschliffen haben wird. Der Abgeordnete Müller-Neustadt bat uns nie verraten, zu welcher Fraktion er eigentlich ge­hört. Er meint, weil er Müller heiße, könne er in jeder Fraktion unauffällig vorhanden sein. Aber er selbst hält sick durchaus nicht für irgend jemand. Er bat als Persönlichkeit gelitten, ge­stritten und gesiegt. Er bat auch den eisernen Willen seinen Namen Müller-Neustadt min­destens so bekannt zu macken, wieMüller-Mei- ninaen",Müller-Franken",Müller-Rastatt", Müller-Emden" und andere große Weltmül­lers. Er hat den Willen und schon trifft ibn der Schlags Beim Namensak'fn,f in der Frak­tion ertönt es auf einmal:Müll-r-Hintermal- den". Das kann nur er sein, denn HinterNmlden ist sein Wahlkreis. Er meldet sick i>nd bemeßt: Ich heiße allerdingsMüller-Neustadt"So hießen Sie bis heute", bemerkt der gütige alte

Auf glattem Parkett.

Der Reichstag-Neuling kennt sich nicht aus.

Das Lebe« uod Treibe» der Veteranen nnd der Neulinge im Reichstag ist de« «eiste« Wähler« «och immer reichlich fremd. Dem Buch von Waliber LambachDie Herrschaft der 500" (Hanseatische Verlagsanüalt, Hamburgs eatnebme» wir über die erste Tätigkeit der «e« gewählten Abgeordnete» das folgende recht a»- schanliche Kapitel:

Schon an der Eingangstür zum Parlament prüft der Pförtner die Papiere und besieht sich den neuen Erwählten des Volkes, dieses fünf­hundertstel Stückchen Volksmajestät recht genau und prägt sich seine Züge ein. Der Pförtner muß seine Abgeordneten kennen, sonst stockt der Betrieb. Beim Durchschreiten der Abgeordneten­garderobe wirft der Garderobendiener einen kleinen roten Hebel herum, der die Aufschrift Müller-Hinterwalden trägt. Ter Herr Abgeord­nete ist jetzt der Zentrale gemeldet, erläutert er. Dann trägt ihn der Fahrstuhl nach dem ersten Obergeschoß. Und dort findet er bald die Num­mer seines Fraktionszimmers. Auch hier erkun­digt sich ein betreßter Diener vor der Tür noch­mals nach Nam' und Art. Tann steht erin der Fraktion". Ein paar bekannte und eine Masse unbekannter Gesichter. Alte und junge, selbstsichere und Neulinge in bunter Mischung. Bis zu diesem Augenblick war Herr Müller- Neüstadt Einzelwesen, von allen Bindungen losgelöste Persönlichkeit.Nur seinem Gewis­sen" bleibt er auch jetzt verantwortlich. So will es die Verfassung. Und doch wird ihm im Augenblick seines Eintritts in die Fraktion ein Teil dieser Selbstherrlichkeit genom­men. Nur, wenn erWilder", d. h. fraktions­los bleibt, behält er seine volle Freiheit, dafür verliert er aber so ziemlich alle Auswir­kungsmöglichkeiten im Parlament und durch das Parlament. Die Partei hat die Wahlagitation betrieben. Die Partei hat den Kandidaten empfohlen. Nun er gewählt ist, tritt er naturnotwendig in die Fraktion ein, die die Mitglieder seiner Partei im Reichstage um­faßt. Das ist der Kreis, mit dem er von nun ab

vier Jahre lang Freud' und Leid

teilen soll. Er hat keinen Einfluß aus die Aus­wahl der Mitglieder dieser Fraktion gehabt. Ob er sich mit diesen Leuten überhaupt verstehen wird? Ob er ihre Reihen nicht stört? Ob da nicht vielleicht irgend ein Unbekannter dazwi­schen ist, der eines Tages Schmach und Schande auf die gesamte Fraktion bringt? Ob der große Führer in diesem Zimmer steht, der Meister der neuen Zeit, noch unerkannt, aber dereinst der Retter des Vaterlandes?--

Ein eisgrauer Abgeordneter meinte kürzlich: Unseres Hergottes Zorn und der Wähler uner­gründliche Weisheit stellen allemal die Fraktio­nen zusammen. Müller-Neustadt kommt sich vor, wie damals als er Soldat wurde. Genau so wie damals werden hier fremde Menschen durch einen fremden Willen zur Gemeinschaft ge­zwungen. Und genau wie damals bemerkt er auch jetzt bald, daß es in dieser Gemeinschaft f»genanntealte Leute" gibt, die den Betrieb schon kennen und deshalb etwas zu fügen haben und junge Rekruten ( oder Füchse, wie mau's nimmt), die einige Zeit brauchen wer- den, bis sie ernsthaft mitzureden vermögen. In der einen Fraktion wird der Neuling nun gleichsamaufgesogen". Eine feste Ordnung umfängt ihn, gegen die es

Englands Frauen am Siel.

Endlich den deutschen Frauen gleichgestellt. Jetzt fehlt nur noch die Französin.

London, 23. Mai. DaS Unterhaus nahm nach Ian zugesteht. (In Frankreich hat man bekannt- einer Intervention Lord Birkenheads mit 114ilich den Frauen dieser allgemeine Natur- und gegen 35 Stimmen den Gesetzentwurf an, der (Menschenrecht bis auf den heutigen Tag verwei- den Frauen daS Wahlrecht vom 21. Lebensjahre igert. Die Redaktion^

Kalte Duschen aus Paris.

Sie lassen auch unsere Linksregierung zappeln. Poincares Geist hat auch die Sozialisten angesteckt. Räumung nur gegen Pfänder. Stresemann beißt weiter auf Granit.

Friedens sich anders denken können, als in einer ununterbrochenen Verständigung zwischen den Völkern, die ihn errichtet hatten, angesichts der­jenigen, deren Grundsätze und Moral den Kampf entfesselt hatten, und deren Gefühl, ver­bunden mit einer falschen Aufsassung ihrer eige­nen Interessen noch heute überall einen Zu­stand der Ruhelosigkeit und Angst zu erhalten droht?

*

Diese geradezu idiotische Einstellung des Füh­rers der heute noch Frankreichs Geschicke maß­geblich beeinflussenden Kriegskaste müßte nieder­schmetternd wirken, wenn man nicht doch auf das wachsende Vertrauen und Verständigungs­streben der breiten Massen auch drüben mehr bauen wollte, das hoffentlich durch den deutschen Wahlsieg nach links neue Nahrung er­halten hat. Die Redaktion.

Piolen-Lttauen am grünen Tisch.

Berlin, 23. Mai. Bei den gestern in Berlin aufgenommenen Beratungen der polnisch-li­tauischen Kommission wurde ein detaillierter li­tauischer G e g e n e n t w u r f für den sogenann- ten kleinen Grenzverkehr der polnischen Delega­tion überreicht. Nachmittags wurde dann die­ser litauische Gegenentwurf, den die polnische Delegation als Ausgangspunkt dieser Diskussion angenommen hatte, eingehend besprochen.