Meter Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
18. Jahrgang
Di n Stag, 3. 3«H 1928.
Einzelpreis: Sonntag« 20 Pfennig.
Nummer 155
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig
San der Saar", in der im Saargebiet nicht erst
beitenden Bevölkerun, Hoffnung, daß man ei
Der------
tos Hau«, in
zur Volksabstimmung kommen läßt, sonder« daß man es baldigst
freigibt und ungehindert heimkehre« läßt nach Deutschland. Nach einem Vortrag von Draeger (Vorstand deutscher Vereine) über .Das Saarunrecht u. die Kriegsschuldlüge" hob Geheimrat Dr. von Dry and er M. d. R. hervor, die im Saargebiet herrschende Tyrannei verletze nicht nur alle demokratischen, sondern alle in der Kulturwelt selbstverständlich gewordenen Grundsätze über die Mitwirkung de« Volkes in der Bestimmung seines Geschickes in grober und frivoler Weise. Bei einer Kundgebung im Hofe des Heidelberger Schlosser von mehr als zwölfhundert Sängern der Saarsän- gerbundes wurde nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden der Saarvereine, SeruttSpräsk dent Andres, ein
Telegramm deS Reichspräsidenten mit stürmischem Beifall ausgenommen. Stadt» schulrat B o n g a r t betonte in einer Ansprache: .Deutsch war die Saar, deutsch ist die Saar, deutsch wird und muß die Saar sein und bleibe«, wenn sie überhaupt sein und bleiben, leben und blühen sollt"
Im Elsaß weiß man nun allerdings ebenso- (ut wie in Deutschland, was man auf diese latlenfängennelodien zu geben hat. Und die Empörung über das Urteil in Colmar hatte überhaupt nur durch einen sofortigen Akt der französischen Regierung einigermaßen abgedämpft werden können, durch den sich hätte zeigen müsien, daß sie den Colmarer Prozeß als
Ozeanflieger-Fie-er.
Heute huldigt London den Bremenhelde«.
London. 2. Juli. lEigene Drahtmeldung. > Baron von Hünefeld, Hauptmann Köhl und Ma- >or Fitzmaurire werden um heutigen Wontag mittag auf dem Flugplatz von Croydon erwnrtrt. Im Savoy-Hotel wird ihnen der Luftklub ein Frühstück geben. Der deutsche Botschafter hat sie zum Tee eingeladen. Der Jrlandklub gibt abend« ei« Diner mit daraussolgendem Ball. Die englische Prelle bereitet den Fliegern ein herzliches Willkommen, Irland könne stolz darauf sein, daß einer feiner Söhne ein Mitglied dieses unsterblichen Trios sei. England fei erfreut darüber, daß dieser jüngste Zweig des
jungen krischen Freistaates seine Tüchtigkeit so- chkld schon habe erweisen können.
tfln hochherziges Slieaergefchenk.
Hamburg, S. Juli. Rach einem SenatSem- pfang sprachen die Brcmenslieger im Conventgarten vor großer Zuhörerschaft über ihren Flug nach Amerika. Bei einem Ehreneffen der Hapag wurden ihnen alS Zeichen der engen Verbindung zwischen ihnen und der Hapag Fahrtausweis überreicht, die sie für Lebenszeit für Benutzung aller Hapagschtffe auf allen Meeren berechtigen. Später waren die Flieger Gäste deS Hamburger Vereins für Luftfahrt. Abends besuchten sie einen Oze- anflugfilm.
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2 Polen starten nach Aewyork.
Abflug dieser Tage über die Ar ?tt
Paris. 2. Juli. Gestern abend trafen zwei polnische" Flieger, die seit Wochen Vorbereitungen für einen Transozeanflug getroffen haben, in Le Bourges ein. Sie beabsichtigen, nach einigen Probeslügen voraussichtlich am DienSiag oder Mittwoch zum Flug nach Rewyork über die Azoren aufzusteigen.
gen müffen, daß sie den Colmarer Prozeß als politischen Fehler mißbilligt. Zu diesem Schritt hat sich Jurist Poincare nicht verstehen können, wenn auch vielleicht der Politiker die Einsicht beseffen hätte. Jetzt ist eS zu spät. Das Elsaß wird eine den Ereignissen folgende Amnestierung nicht mehr als eine generöse Geste der Politik, sondern alS eine Frankreich abgetrotzte TeUforderung seines gesamten autonomiftischen Programms betrachten, das viel weiter gehl, als es Frankreich, wenigstens in seinem gegenwärtigen Geisteszustand, wirv bewilligen tön, nen. Gestern hat sich auf dem großen Delegiertentag die überwiegende Mehrheit deS unglücklichen Grenzlandes erneut für volle Selbstoer. waltung ausgesprochen. Ihr unvereinbarer, um nicht zu sagen tödlicher Gegensatz zu den Auffassungen jeder französischen Regierung und Kammer wird also bestehen bleiben und das ausmachen, was man trotz allen Leugnens die Elsässische Frage" nennt.
Inzwischen hat sich um die Anbringung einer von Veregltungswahn an Deutschland triefenden lateinischen Inschrift auf dem Giebel der neuerbauten Löwener Bibliothek ein Streit entsponnen. der in feinen bizarren Begleitumständen gewiß auch humoristisch zu nehmen ist, aber voch seine ernste Be. deutuna hat, weil man steht, mit große Reste ton Kreiqsbaß noch überall vorhanden sind. Die Universitätsbibliothek ist bekanntlich während der Einnahme der Stadt durch die Deutschen in Flammen ausgtkgangen, wobei bedauerlicherweise unerfätzliche Schätze zerstört
Auf ewig verbunden.
Der Rütlischwur oOer Saardeutschen.
Reichsminister a. D. Dr. Bell sührt da«« u. a. aus: Als der Versailler Machtvertrag daS seit einem Jahrtausend eng und unauflöslich mit uns verbundene Saarland grausam loslöste vom deutschen Stammland und untragbarer Fremdherrschaft unterstellte, da blutete wde»- wund die deutsche Seele, da eine bittere Rot und herbes Leid alle Deutschen zu tiesstem Mitgefühl, zu engster Verbundenheit mit ihr«, sa schicksalsschwer heimgesuchlen Saarbrüdern und -Schwestern verband. Doch heroische deutsch« Treue setzte sich überall dort, jegliche« Versuchungen kraftvoll widerstehend, alle Leide« und Schmerzen opfermutig ertragend, ein Denkmal säuernder als aus Erz. Ueber Saardeutschlands u. besetztes Gebiet kann keine Meinungsverschiedenheit unter Deutschen bestehen. So antwortet dem die deutschen Lande in harmonischem Einklang durchdringenden Ruf der gesamten Saarbevölkerung: »Wir wolle« frei fein, wie unsere Väter waren!"
vielmillionenfaches Echo aus allen deutschen Gaue» und auch aus dem Ausland, soweit dorthin die deutsche Zunge klingt: Wir stehen zu euch, bis zum Tode getreu, in Blutsbriiderschaft unauflöslich mit euch verein. Der allseitige Rus nach unverzüglicher Wiedervereinigung von Saarland und Saarbevölkerung mit dem deutschen Vaterland darf nicht ungehört verhallen. Notwendige Voraussetzung zur Durchführung des Frio- densaedankens ist die unbedingte
Gleichberechtigung und Gleichbewertung nationaler Belange. Wir aber wollen diese feierlich-ernste Stunde nicht vorübergehen lassen, ohne unserer machtvollen Kundgebung das blei, bende Gepräge aufzudrücken durch den Rütli- sckwur, zu dem alle Deutschen aug unbesetztem wie besetztem Gebiet und von der Saar ihr« Hände erheben: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, In keiner Rot uns teuaen und Gefahr." Nach dieser mit donnern-
»»«tgnwrette: «tnbtimW ®rf<Mft*an»eieen Me mm-Seil« H) 2.auSwärrt« ®etoäftean»tiacn die rcm-rteile 10 A. Kuanlienaa«i«iz die mm-Zette 10 A. Kleine Än^isen aus Kassel da» Wort 6 A. auswärtige kleine Änzeigca üt« mm» Seile Ifl A. Reklamen di« mw-Seil« 88 A. Cnertaebübi 36 A (bei Suftetluita 85 J). Rechnung-bk träge innerhalb 5 Tagen iabfb.it Für die Rlchtigk«1 oller durch sternlvrecher ausgegebenen Anzeigen sowie füt «usuabmebatrn utro Platz«
Hüben wie drüben
I Vertagte Krisen. — Die Elsaßwunde.
PoincaröS parlamentarische Gewaltkuren, Vertrauensfrage und RücktrittSdrohung wirken noch immer. Und fo hat auch wieder bei der letzten Kammerschlacht vor den Ferien sein Kabinett eine Mehrheit von 455 gegen nur 125 Stimmen der Kommunisten und Sozialisten erhalten, zu denen sich noch einzelne LinkS-EiN- spänner gesellten. Die Vorverhandlungen, bk Poincars vor der entscheidenden Sitzung besonder» mit den Radikalsozialisten sührte, sind also gelungen. Ihr Führer Daladier, der belanntlid auf dem linken Flügel steht, hat die Partei dennoch geschloffen zu der Poincarkschen Mehrheit geführt, allerdings mit der ausdrücklichen Feststellung, daß sich die Partei durch Ihr Votum nicht völlig an daS Regierungsprogramm b i n d e und ihre Unabhängigkeit der Regierung gegenüber wahre. Es besteht also in Frankreich enin ähnlicher Zustand wie bei uns. wo ebenfalls Parteien der Regierungsmehrheit al eiche Vorbehalte gemacht haben. Die Lage beider Regierungen, sowohl der deutschen wie der französischen. ist also so, daß man auS allerlei Zweckmäßigkeitsgründen eine offene Krise vermeiden wollte und mit der endgültigen politischen Klärung bis zum Herbst und zum Beginn der parlamentarischen Wtnterarbeit dem Kabinett einen Aufschub gewährt hat.
Poiri:pre ha- sich noch zuletzt in eint verzwickte Situation gegenüber dem gemaßregelten Elsaß hineingeritten, nachdem auch die Kammer den erneuten Antrag aus Haftentlassung der verurteilten autonomisttschen Abgeordneten Dr. Ricklin und Rosse mit großer Mehrheit abge- lehnt hatte, was bei der VerständniSlo- s i g k e i t sür das Wesen der elsäffischen Frage, die ohne Unterschied durch alle Parteien geht, nicht anders zu erwarten war. Die Elsaß-Ver- treter haben aber keinen Zweifel gelassen, daß die Mehrheit deS Elsaß sich jetzt gegen die Re- gierung wenden werde und daß .die französische Idee in Elsaß-Lothringen aufs Schwerste kompromittiert sei". Poincatö ließ wieder alle Si- renenkünst spielen, und kam sogar zum Aerger der eigenen Linksparteien dem klerikal gefärbten Autonomistenprogramm entgegen, indem er einen Aufschub für die Kultgesetze erließ, die in Frankreich selbst zu heute noch nicht völlig überwundenen Kämpfen geführt haben und die das zu zwei Dritteln katholische Elsaß mit seinem politisch außerordentlich aktiven Klerus leidenschaftlich ablehnt. Er winkte den Märtyrern auch mit dem Palmwedel der Begnadigung und überschlug sich förmlich in dem Bestreben, daS Elsaß mit Takt und Zartgefühl und unter Schonung seiner Traditionen zu behandeln.
wurden. Deutschland hat übrigens nach dem Kriege durch Hergabe aus feinen Bibliotheksbeständen alles getan, um den Schaden foweu es möglich war, gutzumachen, Ter Neubau der Bibliothek ist aber durch eine amerikanische Geldstistung möglich geworden und der ameri- tonische Archtteik, welcher den Bau leitete uchte diese Tatsache und den Akt der Zerstv rung durch eilten Spruch in schlechtem Latein zu verewige», durch den gesagt wird, daß das Gebäude durch den Furor Teuionicus zerstört und durch amerikanische Schenkung wiederhergestellt worden ist. Der Rektor der llmversität Mar. Laden,e hat sich »er Anbrin. güng dieser Jnsckrnist aus sachlichen und idealen Gründen widersetzt, weil er nicht zur Verewigung de» Völkeryasfes beitragen wolle Ser rabiate amerikanische Architekt, dessen Vor- zehen übrigens auch in der amerikanischen Pressen allgemein »eiurtemlt wrrd, konnte nur unter Zuhilfenahme von Poli^igewalt verhindert werden, seine Inschrift aus »em Ge- bände. auf die er offenbar fchr stolz ist. anbringen zu laffen. Die neue Bibliothek wird am 4. Juli ihrer Bestimmung übergeben, vor- läufig also, ohne daß der Furor Tenutonivu^ eine Rolle dabei spielt.
Eine ähnliche Geschmacksverirrung wird neueidings aus Italien gemeldet. In einem in allenWeltsPrachen abgensaßten Fremdenwerbeblatt Venedigs wird auch die neue Votivkir- che am Lido im Bild gezeigt, die zum Dank für die Verschonung Venedigs im Kriege errichtet wurde. Die- wird dr-rch-elnett klar gemacht, der ungesähr sagt, daß die Madonna die .heiligen Schätze während der zahl- tetoen Luftangriffe beschützte, durch welche die Barbaren an der Kunst ihre Wut auSlafsen wollten." Bekanntlich haben wir alS Vergel- tungsmahregel im Weltkrieg das Hasenarsenal von Venedig au8 der Lust angreifen muffen. In der törtchten Inschrift aber werden »tr glatt beschuldigt es auf die Zerstörung der Kunstschätzen Venedigs abgesehen zu haben Man weiß nickt nickt, ob man mehr die Torheit ober die Naivität einer solchen Fremden- Propaganda bewundern soll.
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Die alte Treue lebt.
Ganz Deutschland fordert die Saar zurück.
Nickt xne die Slbeix-NSiming ist fett laioe« fällig, -ick di« Saargridri kdnnen unb wolle« wir eit ehrlich verdientem Geld von den wel» irhen Schmarotzern znrückkanfen, die te nnS schon durch Raubbau halb rnarnnde gewirtfckai, lei baben. Wirtz der machtvolle Ruf deS gesamten SaaUandes. in Ne «an» Dentscklatch eiistimmt, wieder nnsebSrt verfallen?
Heidelberg, L Juli. Auf der Tagung de« Zaarvereine führte Abg. Profeffor Moldenbauer u. a. auS; Die Franzosen vergeflen, daß das Saargebiet feit dem fünften Jahrhundert von deutschen Stämmen besiedelt und daß 1925 unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung btt tausendjährige Zugehörigkeit zu Deutschland gefeiert ist. Ihr krasser Eigennutz ist es. der den Verstoß gegen das gerade von der (interne immer wieder betonte Selbstbestim- mungsrecht der Völker rechtserttgen soll. Nachdem der Geschäftsführer des Technikerverbander Kratz-Berlin auf .Die Warndtgesahr (Frank» reichs Kohlenraub oder Landraub) die Aufmerk» samkeit gelenkt hatte, sprach Direktor Löffler- Berlin über .Die Rot und die Treu der ar«
(Srlöft die (Saar und das Elsaß!
Dor dem Generalstreik in Griechenland / London erwartet die Bremenflteger
Der Konsul im Krtegsdelirtum
Pari», 2. Juli. Rach Meldungen aus Brüssel soll der französische Konsul in Loewen, Roo. man, wegen Hausfriedensbruches verfolgt werden, weil er bei den Demonstrationen der Stu> benten gegen den Rektor der Universität Loewen wegen der deutschfeindlichen Jnschris an der Bibliothek, die Manifestanten, die den Bauplatz stürmten, geführt hat. Vermutlich wird sich das Außenministerium mit der Sache befassen. (Siehe auch den heutigen Leitartikel. Die Redaktlon.s
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Ein Aufschrei -es Elsatz.
Fort mit der Sanktion»- und Gewaltpolitik!
Straßburg, 2. Juli. lPrivattelegramm.) Die Delegiertenversammlung der katholische« Elsaß- Bereinigung stellte fest, daß die Politik der Sanktionen und bet Gewalt, bie ble Regierung seit zwei Jahren treibt, im Elsaß zn einer ge- Knnten unb unerträglichen Lage ge- rt hat. Obwohl bie überwältigende Mehrheit bei den letzten Kammerwahlen ihren entschiede- nen Willen zum Ausdruck gebracht hat, daß die- ser Santtions- und Gewattpolittk ein Ende bereitet werde, habe die Regierung dieser Sagt noch über olle Maße« verschärft durch ihre Ber- antwortung für den Prozeß und das Urteil in Kolmar. Eine vollständige Behebung der „Malaise", die auf dem Lande laste, könne nur durch VerwaltungSresorm, durch Förderung deS SprachenprobkemS und vor allem durch f o - fertige Aufhebung der Folgen bet im- heilvollen Sanktion«- unb Gewaltpolitik erzielt werben.
Keine Antwort und vergedttche Flüge.
Rom, 2. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Die finnische Glettkuvenmaschine ist noch nicht abge folgen, weil bie Biglieri-Gtuppe mitgeteilt hatte, daß sich die Eisverhältniffe in bet Umgebung des Lagers verschlechier haben, sodaß vie beab stchtigte Lmibnng bes finnischen Flugzeugs unmöglich sei. Eine Funkenstation erhielt auf ihre Anrufe wahrscheinlich infolge der besonderen atmosphärischen Bedingungen keine Antwort. Beim Kap Smyth stießen die drei Wasserflugzeuge auf dichten Rebel, bet es ihnen unmöglich machte, das tote Zelt der Biglieti- Gtnppe zu erkennen unb ihre Nachforschungen fortzusetzen. Jnfolgedeffen kehrten fie um. Sie berichteten, daß der starke Ostwinb große Riffe und Kanäle im Packeis verursacht hat, bas wahrscheinlich daS Vordringen des Eisbrechers „Krassin" zur Gruppe Biglieri erleichtern wird.
(S. a. Depesche» 2. Seite. D. Red.)
DvikerwrNvewerv in den Lüsten.
Pari», 2. Juli. DaS Berliner Lufthansa. Flugzeug sür das internationale Flugseft tras mit 10 Passagieren i« Bincennes ein.
Wien gehört zu uns.
Müller muntert Seipel aus. — Oesterreichs Kanzlet weicht au».
Wien, 2. Juli. Der deutsche Reichskanzler Hermann Müllet hat Bundeskanzler Dr. Seipel in einem Telegramm versichert, daß auch die neue deutsche Regierung in der Pflege inniger Beziehungen zu dem österreichischen Btudetstaat eine ihrer vornehmsten Ausgaben erblicke» wir». Dr. Seipel antwortete u. a.: „Möge es der neuen Regierung, die so hetvortagenbe Persönlichkeiten zählt, gelingen, die zum Wohle des Deutschen Reiches angestrebten Ziele glücklich zu erreichen. Gleich Ihnen hosse ich, daß innige und herzliche Beziehungen zwischen den beiden Bruderftaaten sich zugunsten einer sriedlichen Zukunst Europas noch auswirken werden. Ich werde mich glücklich schätzen, in diesem Sinne mit Ihnen zusam- menorbeiten zu können."
Gin gefährlicher Moment.
Generalstreik u. Regierungskrise in Griechenland.
London, 2. Juli. Nach Meldungen aus Athen find allem Anscheine nach bie Berhand» langen der Regierung über eine Beilegung deS Streike» bet Tabakarbeiter gescheitert. Der Streikausschutz hat nunmehr beschloffrn, den Generalstreik in ganz Griechenland auszurufen Auch die Kabinettskrise ist i och nicht geklärt.
Wie wir- Moskau urteilen?
Richt« erwiesen und viel gelogen.
Moskau, 2. Juli. I« SÄachtyprozetz führ- ten die Verteidiger u. a. aus, »ah von der Bet- waltung von Juqostal eine Erklärung vorliege, nach der Kusma niemals Mitglieft der Abbnah- mekommiffion gewesen sei. Deshalb habe Bastieber gelogen, al» er auSsagte, daß Kusma Be- ftechungSgelber sür die Abnahme Snappscher Maschinen erhalte« habe. Baschkin« phnstschet und seelischer Zusammenbruch gebe Anlaß zu bet Annahme, daß er übet die Selbstbelastung hinaus auch Otto und Meier belasten wollte um sich einer günftia-n Stimmung des Gerichtes zu versichern.