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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 165.

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig

Sonnabend, 14. Juli 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Voincare räumt mit den Schulden auf.

Zwischen den Tagen.

Louchers soziale Tat. Das edle Brüderpaar Robile-Muffolini.

Frankreichs ArbeiiSminister Loucheur, der bekanntlich im Weltkrieg die Munutionsfabri» ken aus dem Boden stampfte, hat mit einem großzügigen Wohnungsbaugesetz sich von neuem die Sympathie der Masten errungen. Eine Reihe von Prozessen und Mordtaten, die unver» söhnliche Mieter und Vermieter bedingten, hat­te die öffentliche Aufmerksamkeit des Landes schon lange auf das Höllendasein in zahlreichen französischen Familien und Häusern gelenkt. Loucheur selber kam zu der Uederzeugung, daß Frankreich einer Revolution entgegentreibt, wenn im Jahre 1931 die Miererschutzgesetze ab­geschafft werden und die Wohnungskrise nist gelöst ist. Mit Palliativmittelchen ist der Rie- senkalamität nickt zu steuern. So wurde denn em großzügiger Plan entworfen und dann kurz vor den Ferien von der Kammer gutgeheißen, wozu sie namentlich die Rücksicht aus die Volks­gesundheit, das Kinderproblem und den sozia- lett Frieden bestimme. Auch politische Erwä­gungen spielten mit. Arbeiter und Angestellte, die ein eigenes Häuschen haben und mit der Scholle fest verbunden sind, hören in der Regel sehr bald auf, revolutionäre zu sein. So hat daS neue Wohnungsgesetz unverkennbar einen antisozialistischen und antikommunistischen Ein- schlag, wenngleich es auch den genossenschaft­lichen Hausbesitz fördert.

Frankreich wird also in den nächsten fünf Fahren 'tber eine Vierte* Million Hauke- bau» en, wobei tzi.dbi..iicksichtigen ist,'daß beim Wi? deraufbau der Krieg »gebiete über 600 000 Häuser neu erstellt wurden, sodaß z. B. einige Städte wie Reims geradezu einen WohnungS- überfluß besitzen, da die alteirogefefiene Bevöl­kerung nicht vollzählig zurückkehrte Anders lie­gen die Verhältnisse in Paris und in den französischen Hafenstädten. Voraussichtlich wird auch das neue Wohnungsgesey nicht in bei Lage fein, ihren Wohnungsbedarf zu decken. Der zugrunde liegende soziale Gedanke Loucheurs besteht darin, die monatliche Last dee Familienvaters nicht über 110120 Franken steigen zu lasten, also über die Summe, die der Arbeiter heute schon für eine erbärmlickc Mietswohwrng ohne Licht und Lust bezahlen muß. In ähnlicher Weise vollzieht sich der Dau der mittleren Wohnungen. Auch hier macht stck der Staat zum Bankier, indem er den Jmmo- biliar-Gesellschafteu oder den Privaten das Geld unter der Bedingung zur Verfügung stellt, daß sie selber 20 Prozent des Baukapitals auf» bringen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß eine weitgehende Heranziehung der Sach liefe» rung auS dem Dawes-Abkommen erfolgt Man hofft bestimmt, daß die Förderung deS Wohnungsbaues durch den Staat auch die pri­vate Bautätigkeit anspornen wird, so baß die WohnungSkrisis in wenigen Fahren endgültig überwunden ist. Sollte uns Frankreich mit dieser sozialen Großtat nicht weit überholt haben, nachdem wir selbst seit fast zehn Fahren hilflos an diesem chronischen Vollsübel herumgedoktert haben?

Dem Nordpoltod entronnen!

Nobiles Abenteurer fast alle geborgen. Nur die Ztaliagruppe und der große Amundsen kehren nicht wieder.

Rom, 13. Juli (Eigene Drahtmeidung). Nach einem Funkspruch der Citta di Milano hat der russische EisbrecherKrassin^ die Gruppe Bigiieri am Donnerstag abend um 9 Ahr an Bord genommen.

Damit sind nach der glücklichen Errettung auch der Malmgren-Gruppe, worüber die Kasseler Neuesten Nachrichten an anderer Stelle berichten, sämtliche Nobile-Schiffbrüchigen geborgen mit Ausnahme der mit der Italia-Ballonhülle Abgetriebenen, die man wohl ebenso als Der» loren betrachten muß, wie Norwegs großen Sohn Amundsen.

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Moskau, 13. Juli. Esigene Drahtmeldung. > Der Eisbrecher Krasstn besand sich gestern nach­mittag nur noch fünf Kilometer von der Viglieri- gruppe entfernt. Er stchtete Menschen und erwi­derte auf ihre Signale, daß er sie auf dem Rück­wege aufnehmen werde.

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Dem Wahnsinn nahe.

Furchtbare Wochen auf der Eisscholle. Wie Malmgren endete.

Berlin, 13. Juli. (Funkielegramm.) Nach einem Bericht aus Birgo-Bay (s. a. die Nach­richten auf der 1. Beilage z. Seite dieser Aus­gabe D. Red.) erKärten die beiden Ueberleben- den der Malmgrengruppe Mariano und Zappt, daß Malmgren bei der Italia-Landung sich be­reits eine Hans gebrochen hatte. Baid bolaUr seien ihm beide Beine erfroren. HSr sei auf seinen ausdrücklichen Wunsch in der Nähe der Brocks-Inseln zurückgölaffen worden, als Ma­riano und Zappi ihren Weg fortgesetzt Hütten.

Später seien sie dann wieder zu ihm zurückge- kehri, da das offene Wasser ihnen das Errei­chen des Festlandes unmöglich machte. Am 15. Juni sei er dann erfroren. Beide erklärten wei­ter, daß sie dem Wahnsinn nahe gewesen seien und daß sie höchstens noch drei Tage ausgehal­ten hätten. Während ihres Marsches hätten sie nicht weniger als acht Flugzeuge bemerkt, die ihnen jedoch nickt so nahe gekommen seien, daß sie vom ihnen bemerkt werden konnten. Sie seien überglücklich gewesen, als endlich Tschuch- nowski sie gesehen habe.

Rr affin sucht setzt die Letzten

Moskau, 13. Juli. Der EisbrecherKrassin" wird, nachdem die Rettung Marianos und Zap- pis t,bie orr Biglierigruppe geglückt ist, nun- .rie.y: Nachkvrschungen nach Amundsen und der Alessaudri Gruppe vornehmen. Der Eisbrecher Maligin" wird voraussichtlich zurückbeordert werden.

Abbau der Weltkriegs-Schulden?

Poincare will nur entgegenkommen, wenn Ame rika herabsetzt. Bor der Dawes-Revision.

London, 13. Juli. Nach zuverlässigen Infor­mationen aus Paris, werden die Verhandlungen über die endgültige Regelung der interalliierten Schulden in nächster Zukunft in ein endgültiges Stadium eintreten, da die früheren Schulden-Ab- kommen keine Aussicht auf Annahme im franzö­sischen Parlament hätten. Die Besprechungen würden au- neuer Grundlage geführt. Poincark sei bereit, namentlich hinsichtlich der JahreSzah- lungen den Gläubigern erheblich entgegenzukom- men, wenn diese eine entsprechende Herab- setzung der gesamten Schuldensumme vor­nehmen würden.

Paris, 13. Juli. (Eia. Drohtbericht.) Ein Blatt hält eS für wahrscheinlich, daß PoinrarL

gestern mit dem deutsche» Botschafter von Hoesch über den Dawesplan sprach. Nächste Woche wird der Generalzahlungs-Agent Parker Gil­bert in Paris eintreffen. Außerdem erwartet man die Ankunft des amerikanischen Bank- Gouverneurs und des Schatzamtssekretärs Mel­lon. Es ist damit zu rechnen, daß Deutschland in aller Kürze auf Verhandlungen über die

«Räumung der Rheinlande und der Revision des Dawesplanes bestehen

wird. Parker Gilbert wünsche dringend, daß die an den Reparationen interessierten Mächte sobald wie möglich zu einer allgemeinen Rege­lung der Kriegsschulden schritten.

Gluthitze und Tropenorkane.

35 Grad in Frankreich. Fabriken und Menschen ohne Master. Wolkenbrüche in Chile.

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Nun sind endlich nach wochenlanger Sei» zweiflungsqual die letzten lebenden Nordpol- abenteuiei geborgen, für die man mit Recht den Leichtsinn und die Ruhmsucht deS Faschistenge- neralS veiantwortlich gemacht hat. Seine unbe­dachte und fast verbiecherische Rordpolfahit (zwei der Geretteten find tot und ein Dutzend so­wie Amundsen ruhen verschollen irgendwo im RordpoleiS) stellt sich dabei so unerfreulich dar wie daS ganze System seines Herrn und Meisters Mustolini. Wenn auch dabei im Auge zu be­halten ist, daß nicht Italien an sich, sondern nur dar gegenwärtige italienische Regime so uner­freulicher Natur ist. Wir erinnern unS, daß NobileS Unternehmen alle mögliche deutsche Hilfe geleistet wurde, und daß unsere öffentliche Meinung, trotz einzelner laut werdender Wider­sprüche, im ganzen mit wirklicher Noblesse darü­ber bittweggegangen ist, daß Nobile ein betonter Faschist ist, und daß er von Mussolini, dem Ver­gewaltiger des deutschen Südtirol, mit Pomp und Trara auf den Weg gebracht wurde. Trotz­dem hält eS dieser Mann für Passend, seinen an Bord derCitta di Milano' niedergefchriebenen Expeditionsbericht mit den Worten zu schließen: Wenn ich nicht so fest entschlossen gewesen wäre, die italienische Flagge am 24. Mai, dem JahreS- lag deS Eintritts Italiens in den Weltkrieg, über dem Nordpol abzuwerfen, so hätte daS ganze Unglück vermieden werden können.* In der Tat, nobel! Man fleht, welch eine Verände­rung fich vom favoyischen zum faschistischen Jta-

Paris, 13. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Auch Frankreich wird von einer Hitzewelle heim­gesucht. In Paris steht das Thermometer auf zweiunddreißig Grad im Schatten. In Süd frankreich wurden sogar fünfunddreißig Grad ge­messen. Die Trockenheit hat der Landwirtschaft sehr geschadet. Der DoubS ist ausgetrocknet. Zahlreiche Jndustrieunternehmungen mutzten wegen Wassermangel ihre Betriebe einschränken. Auch Triukwaffermangel herrscht.

lien vollzogen hat! Victor Emanuel II., der Einiger Italiens, der Großvater des jetzigen italienischen Königs von Gnaden des Fasclo, hatte den Beinamen RS Galantuomo, König- Lhtenmann. Aus dem modernen italienischen Lexikon scheint diese Vokabel gestrichen zu sein. Auch über dem Kapitel von der Mißhandlung Südtirols steht als durchstricheneS Motto ein nicht gehaltenes italienisches Königswort: daß die deutschen Südtiroler bei ihrem Eigen­leben, ihrer Sprache und Sitte gelassen werden sollten!

Wie der Herr, so das Gescherr! Wie der große faschistische Bruder Mussolini, so der kleine Bruder Nobile!

Wir wissen nicht, wie der Faschismus und sein ungekrönter Herzog sich benehmen würden, wenn eines TageS eine Katastrophe über sie hereinbräche. Ihre Methode, gegen den'Schwa­chen aufzutrumpfen, gegenüber dem Stärkeren aber (Amerika, da? die Italiener offiziell für minderwertige Zeitgenossen erklärt!) tzch zu

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London, 13. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, herrscht enttang der chilenischen Küste starker Sturm. Zugleich wird das Innere von heftigen Wolken­brüchen heimgesucht, die große Ueberschwemmun- gen anrichten. Die Stadt Conpepcion ist Über­flutet. In Antosagasta wurden die Hafenanla­gen durch riesige Sturzwellen beschädigt. Man spricht von zahlreichen Toten.

ducken, spricht nicht für wahres Heldentum. Mussolini hat durch ihm dienstwillige Federn schon mehr als einmal die versttctte Anfrage nach Deutschland richten lassen, warum wir denn auf der Rolle deseinzigen wahren Freunde- Frankreichs* beständen, statt unserepanger- manistische Sentimentalität* wegen Südtirol fallen zu lassen und mit Italien zu gehen? Wir antworten daraus: Erstens verkauft man sein §leisch und Blut nicht. Zweitens werden die taliener selbst am besten wissen, was ein Bündnis mit ihnen wert ist. Drittens soll zwar Napoleon gesagt haben,eine- Tage»? würden die Italiener die besten Soldaten sein aber er muß da sehr weit in die Zukunft voraus- geblickt haben. Viertens endlich: wenn ein Jta- liener sich so feige und schäbig benimmt, wie der General Nobile, und feinDuce* schüttelt ihn nicht kräftig und unzweideutig ab, so ist ein sol­ches ,FdleS Brüderpaar* wahrhaftig keine Ein­ladung zur politischen uni) moralischen Genos­senschaftsbildung!

6r ist unser!

Kassel ehrt Fieseler im Fürstenhof.

Nach dem Empfang Fieselers auf dem Kasse­ler Flugplatz, worüber an anderer Stelle aus­führlich berichtet wird, versammelte sich um die achte Abendstunde vor dem im neuen Geiste ent­standenen HotelFürstenhof* am Bahnhof eine größere Menschenmenge, die darauf wartete, Gerhard Fieseler vor seiner Ehrung durch die Stadt Kassel begrüßen zu können, aber . . . nur von den wenigsten bemerkt, erschien Fieseler in dem Hotel, in dem er zum Mittelpunkte einer wirklich großzügigen Ehrung wurde. An fest­licher Tafel, reich mit Rosen geschmückt, versam­melten sich um den zu Feiernden Oberbürger­meister Dr. Stadler, Vertteter der Staats« regierung, Polizeipräsident Dr. Hohenstein, Oberstleutnant Schulz, der Schupokommandeur, Oberregierungsrat Heine und Landesrat Dr« Schellmann, die durch Hauptmann Knebels ver­tretene Luftpolizei, die städtischen Körperschaf­ten mit Stadtral Dr. Paulmann und Stadtver­ordnetenvorsteher-Stellvertreter Geck an der Spitze die maßgebendsten Persönlichkeiten der Industrie und des Handels, der Raab-Katzen­stein-Werke und der Flugleiter der Deutschen .Lufthansa, der ehemalige Kampfflieger Heym. Mit ihm erschienen auch von Olis und andere Führer im Flugwesen. Im VekWkfe eines der Würde des Abends entsprechenden Essens er­hob sich

Oberbürgermeister Dr, Stadler

und begrüßte, wie er es schon am Nachmittag auf dem Flugplatz getan, den Helden des Tages den deutschen Kunstklugmeister Gerhard Fieseler. Er hob hervor, daß nicht die Technik in diesem Falle maßgebend sei, daß das Entscheidende viel­mehr in den T a 1 liege. Das stärkste Attivum in Deutschland der Nachkriegszeit sei die Entwick­lung, die das Flugwesen trotz aller Einengun­gen und Einschränkungen durch kriegsgegnerische Seite genommen habe. Sie habe sich durchge­setzt gegen eine Welt von Widrigkeiten und Gegensätzlichkeiten. Hier war eS, wo letzten Endes der Geist formte und gestaltete. Die Er­folge FieselerS beweisen, daß

Führerpersönlichkeiten vorhanden sind, Männer, die ihre Person dem großen Ganzen unterordnen und aufgehen im Dienste für einen großen Gedanken und eine gute Sache. Unser ganz besonderer Stolz aber ist, daß Fieseler, der ein hervorragendes Vor­bild geworden ist, zurückhaltend und bescheiden blieb, während er Opfermut und starken Willen bekundete. Diese Tugenden haben ihn zu seinem Erfolge geführt. Mit dem Dank dafür verbin­det die Bevölkerung der Stadt Kassel den Wunsch, daß Fieseler noch viele Erfolge aus dem Gebiete des Flugwesens beschieden fein mögen, nicht zuletzt zum Wohle deS gesamte» deutsche» Vaterlandes. Als

Ehrengeschenk der Stadt Kassel

wurden Fieseler hierauf zwei prachtvolle Kri- stallkarasfen überreicht. Im Namen der Staats­regierung teilt Regierungs-Vizepräsident Gehrke mit, daß der im Urlaub befindliche Oberpräsi­dent der Provinz Hessen-Nassau, Dr. Schwan- der, Fieseler bereits schriftlich seine Glück­wünsche übermittelt hat. Fieselers Taten seien ein leuchtende» Vorbild für alle, die die Ehre haben, fich Deutsche zu nennen. Die deutsche Jugend habe aufgehorcht, waS ein deutscher Mann geleistet hat. Sie werde dadurch ange­feuert, auf den von ihm beschrittenen Bahne» weiter zu wandeln. Betriebsleiter Garneli« von den Raab-Katzenstein-Werken gab einen Rückblick auf den Werdegang Fieseler, in de« sich die uralte Sehnsucht jedes Menschen verkör­perte, der einmal geflogen hat ... er kommt nicht wieder davon los. Sein Erfolg ist begrün­det in seiner bewunderungswürdigen

eisernen Energie.

Wenn schon die Fliegerei zum Sport gerechnet werde, so sei sie die Königin aller Sportarten, die obendrein die heilige Aufgabe erfüCe, die Verbindung unter den einzelnen Völkern herzu- Sellen. Stadttat Sarrazin als Vorsitzender eS Kurhessischen Vereins für Lustschiffahrt, dem Fieseler als ordentliches, arbeitskräftiges und helfendes Mitglied angehört, feierte den Helden bei TageS als Vorbild für jeden, der tat Dienste der Luftfahrt steht. Ein schöne» Wort war dieses:

Ein Kasseler Flugtag, wie der letzte, ohne Fieseler, wäre kein Flugtag gewesen!

Wenn der Niederhefstsche Verein in erster Linie den Segelflug fördere, so sei Fieseler auch hier Meister und Vorbild, dank seiner Energie, baitf feiner immer gleichbleibenden Bescheidenheit. Der Redner erhob sein Glas, nicht nur auf deg