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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Die Radelet illeueften Uladiticbten erf»einen mo»entlt» itdjsmal naSmittaeS. I Der äbonnementeprets beträgi für ben Monat 2.2U * bei tretet Zustellirn» I ine Haus in bet GeichSilSttelle abaeholt "2.- Jl Durch bte Pott monatlich 2.20 X I auS<Lliettlich Bukett nnaSaebübr ft mH »reibet 951 und 952 ftüt nnnertonet etneefanbte Beiträge kann bte Redaktion eine Verantwort««« ober Gewähr in I keinem ftalle flbemehmen Rück,abluna be» BezuaSaeldeS o»et Anlvrüche wegen I etwaiger nicht ttrbnnngSmäSget Steferung tft anSgeichlotten Postscheckkonto I ft rankt nrt a M Nummer «MN Tin»elnnmmer 1(1 A TonntagSnnmmer 20 A I

Hessische Abendzeitung

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Nummer 175

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig

Donnerstag» 26. Juli 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

18. Jahrgang

Wenn Frankreich gerecht wäre.

Löbes jüngstes AnscMuWgnal / Alarm im Osten / Sin Bruchtag der Segelflieger.

ANes für die Wahlen.

Arbeits- und Wirtschaftskrisen im Jnselreich.

Die im nächsten Jahr stattfindenv.. clau­schen Wahlen Wersen bereits jetzt ihre Schal­ten voraus. Den Konservativen, welche seit 4 Jahren am Ruder sind, wird von vielen Kreisen eine vernichtende Wahlniederlage pro­phezeit. Besonders die schon totgeglaubte li­berale Partei unter Lloyd George hat durch die Aufstellung eines radikalen Pro­gramms versucht, die Massen angesichts der Wahlurne zu sich hinüber zu ziehen. Insbeson­dere sind es drei Fragen, die im Vordergrund stehen: die immer noch bedeutende Arbeitslo- sigkoit, die durch die Koh 1 enkrise erheblich verschärft wurde, die unbefriedigende Lage der englischen Landwirtschaft und die teilweise sehr schlechten Aussichten der großen ettglischen Grundindustrien, zu denen der Bergbau, oer Schiffbau und die Eisen- und Stahlin- d u st r i e zu zählen sind. Arbeiterführer MacDonald Hai eine Arbeitslosendebatte im Unterhaus inszeniert. Die Arbeitslosenziffer ist in den letzten vier Wochen um 80 000 gestie­gen und war vor kurzem um mehr als 200 000 höher als im Juli 24, wo MacDonald als Mi- niisterpräsiLent am Ruder war. Es sind vor allem die Gebiete der Kohlenindustrie, in denen sich mstzr als 20t* 000 Arbeiter befinden, größ­tenteils verheiratet, die nicht von anderen In­dustrien übernommen werden können. Für diese Arbeitslosen müßten besondere Maßnahmen er­griffen werden, und es kämen nur zwei Mög­lichkeiten in Betracht, die betreffenden Arbeiter in anderen Bezirken anzusiedeln oder ihre Auswanderung in die Dominions zu er­möglichen.' Und obwohl gerade Australien und Kanada auch mit Arbeitskräften übersättigt sind und höchstens gelernte Landwirtschaftsarbeiter einstellen könnten, haben sich auch die Stockkon- servativen schwern Herzens in diesen Aufschub wertvollst Menschenmaterials fügen muffen.

Aber noch andere Sorgen drücken John Bull. Die Organisation der Arbeitslosenunter­stützung ist ebenfalls durchaus unbefriedigend Beinahe eine halbe Million Erwerbsloser wird von den Armenbehörden unterstützt. Diese Un­terstützung muß von den einzelnen Gemeinden aufgebracht werden. Je dürftiger ein Bezirk ist, desto linksgerichteter ist die Majorität in der Armenbehörde, und desto höher wird die Unterstützung bemessen, die dem Arbeitslosen zufällt. Die Unterstützung selbst dagegen wird durch eine Steuer aufgebracht, die d>e einzel­nen Betriebe nach dem Grundsteuerwert zu zahlen haben. Eine Reihe von solchen radikalen Armenräten sind bereits ausgelöst und durch einen Regierungskommissar ersetzt. Um irgend­welchen Mißbräuchen vorzubeugen, beabstchtlgt die Regierung, diese Unterstützung zukünftig vom Schatzamt zahlen zu lassen. Zu gleicher Zeit machten die Konservativen einen Borswß, um einen Zollschutz für die Eisen« und Stahlin­dustrie zu erbitten. Baldwin, der kürzlich auch in unserem Blatte von den schweren Bürden «ines Premierministerhauptes gesprochen hat. wies zwar die Hochschutzzöllner ab, aber di« enge Zusammenarbeit mit Amerika dürfte da­mit wohl in die Brüche gegangen sein.

Natürlich suchen sich die Parteien mit Ren- formvorschlägen zu übertrumpfen. Weit aus­einander gehen sie bezüglich der Landwirt- schaslskrise. Die Liberalen haben ein radikales Programm aufgestellt, das auf eine Zerschla­gung des Großgrunobesitzes hin­zielt, während.die Konservativen ein großzü­giges Kreditsystem Vorschlägen, das dem Land­wirt langfristigen und kurzfristigen Kredit zu vorteilhafteren Sätzen, als er sie bisher erhal­ten konnte, zusichert. Den notleidenden Indu­strien soll eine Art Subvention in Höhe von fast einer halben Milliarde Goldmark zuge- führt werden, um auf diese Weise die Erport- fähigkett der hergestellten Erzeugnisse herbeizu­führen. Die Regierung wird mit diesem Kra­gt amm zweifellos eine starke Schwächung der Partei vermeiden. Baldwin als Haupt der Konservativen ist als Gegenspieler gegen den lebhaften Lloyd George sehr ernst zu nehmen, da er es verstanden hat, sich eine große Volkstümlichkeit zu erwerben. Er bemüht sich persönlich um Wohl und Wehe der Wähler. Das ist eine Methode, die ihm Lloyd George und auch Mac Donald nicht ohne weiteres nachmachen können und die für die konservative Partei die Wohlchaneen wesentlich aussichts­reicher gestaltet.

Kein Brot für Bergarbeiter

London, 25. Juli. Schatzkanzler Churchill teilte im Unterhaus u. a. mit: Ein Plan ist auf­

gestellt worden, um die Auswanderung von an­nähernd 2500 Knaben, siebentausend unverheira teten Männern, zweitausend unverheirateten Frauen und 2500 Familien ans den Bergwerks- oezirken zu ermöglichen. Diesen Plan wird Lord Lovat in Kanada erörtern. Außerdem hat die Regierung einen Plan vetresfend A n s i e d - lungsdarlehen für Auswanderer vorberei­tet. Diese Siedlungspolitik wird eine neue und schwere Belastung des Schatzamtes mit sich bri» gen, die in einigen Jahren wahrscheinlich zwei MillionenPfund jährlich ausmachen wird.

wenn alle drüben so dächten.

Ein Verständigungssreund für Anschluß und Räumung. Sogar die Kolonien will er zurückgeben.

Paris, 25. Juli. (Eigene Drahtmeldung. 1 Bei Besprechung der Anschlutzsrage erklärte G u - stav Her»^ in derBicloire" rund heraus, daß der wahre deutsch-französische Friede und die wahre Versöhnung der beiden Völker vom repu­blikanischen Frankreich außer der Räumung der Rheinlande noch einige andere schwere Opfer fordert, darunter zunächst die

Zustimmung zum Anschluß der 7 Millionen österreichischer Deutscher an das rcpablilauischi Deutschland. Zum Schluß gesteht Herve ein, daß er in dem glühenden Wunsch, an der Verständi­gung der beiden republikanischen Volker mitzu- arbeiten, sogar bereit ist, dem neuen Deutschland die beiden Teile von

Togo und Kamerun zurückzugeben, die den einzigen Anteil Frankreichs an den Ueberrcsten der deutschen Kolonien darstellen.

JSoincarö belohnt öte 3lutonomiftentembe.

Paris, 25. Juli. Der Gerichtsrat M a z o y e r, der den Vorsitz bei dem Kalmarer Autonomisten- prozetz führte, ist mit der gleichen Ehrung be­dacht worden, wie bereits der Oberstaatsanwalt F a ch o t Ihm wurde eine Bronzeftatue über­reicht, die die Pflichterfüllung darstellt.

was soll -er Lärm?

Wie Paris den Anschluß verhindern will. Em diplomatischer Gegenstoß?

London, 25. Juli. Ein Pariser Berichterstat­ter schreibt: Der Ton der französischen Prelle ge­genüber der Einstimmigkeit des Sängerbundes­festes in Wien geht bis zu Drohungen. Der Berichterstatter betont, daß die Friedensverträgc nichts enthielten, was eine österreichisch-deut­sche Forderung nach Vereinigung verhin­dern könnte, und daß die Alliierten daher kein Recht hätten, sich einzumischen. Die Wiener Kundgebungen würden in Paris so ernst genom­men, daß eine diplomatische Rückwir­kung mehr als wahrscheinlich sei.

* * *

Einst kommt -er Tag.

Löbe fordert nochmals offen den Anschluß. Alle Deutschen und Oesterreicher stehn zusammen.

Wien, 25. Juli. (Privattelegramm.) Auf der Gründungsversammlung der Ortsgruppe Graz des österreichisch-deutschen Volksbundes schloß Reichstagspräsident Lüde seine Ansprache mit den Worten:Es wird der Tag kommen, an welchem in den Deutschen Reichstag auch die Vertreter Oesterreichs ein­ziehen werden. Bei einer öffentlichen Anschlutz- kundgebung, an der auch viele Sänger aus dem Deutschen Reiche teilnahmen, sprachen Abg. von Gilsa (Deutsche Volkspartei), Abg. Rönneburg (Dem.) und der württembergische Abg. Hoelscher (DU.). Es wurde eine vom Bürgermeister von Graz verlesene Entschließung angenommen, die die Vereinigung Oesterreichs mit Deutschland auf Grund des Selbstbestim­mungsrechtes der Volker fordert.

Greist Amerika zu?

Panama droht das Schickfal Nicaraguas.

London, 25. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Einem diplomatischen Korrespondenten zufolge ist mit einem Eingreifen der Vereinigten Staa­ten in Panama zu rechnen und zwar wegen Ueberwachung der Präsidentenwahlen, wie dies in Nicaragua der Fall gewesen sei. Die Panama- Regierung habe bereits 116 Oppositionelle ver­haftet. In Washington sei man über die Ge­währung weitgehender Konzessionen an die bri­

tischen Interessenten stark besorgt und betrachte diese als eine Beeinträchtigung der ame­rikanischen Kontrolle über Panama. Ein Regie­rungssturz des amerikafreundlichen Präsidenten fei nicht ausgeschlossen.

Sucht polen Vorwän-e?

Angeblich durch Litauen beunruhigt.

Warschau, 25. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Das Pilsudskiblatt läßt sich angeblich ans Kowno Bewegungen von litauischen Truppen melden, die von den Garnisonen Kowno, Schau- len, Memel, Mariampol und Calvaria in der Richtung zur polnischen Grenze vorgeschoben würden. Diese Truppenverschiebungen seien an­geblich aus Furcht vor dem polnischen Legio­närskongreß in Wilna angeordnet worden.

Reichsbahn läßt nicht nach.

Noch stärkere Taris-Erhöhung durch das Schiedsgericht?

Berlin, 25. Juli. In der Frage der Reichs­bahn-Tariferhöhung verhandeln jetzt Generaldi­rektor und Reichsverkehrsminister über die Zu­sammensetzung des Schiedsgerichts. Ein Brüsseler Blatt meldet, daß der früher geforderte Tariserhö'mngssatz von zehn beziehungsweise zwölf Prozent in der Zwischenzeit längst überholt sei.

Sozialistenstürme in Mexiko.

Der Präfldentenmord zieht weitere Kreise.

Mexiko, 25. Juli. (Durch Funkspruch.) Die Union der revolutionären und Agrarparteien hat, da ihnen die Demission des sozialistischen Arbeitsministers Morones nicht genügt, die Entlassung aller übrigen sozia- listischenBeamten und den Ausschluß der sozialistischen Parlamentarier gefordert. Ein Ausschuß soll die Möglichkeit einer Amtsenthe­bung aller sozialistischen Gouverneure prüfen.

Die Deutschen haben Pech.

Unglückstag für die Segelflieger.

Paris, 25. Juli. Beim Segelslugwettbewerb in Vauville mußte Kegel bei dem Versuch, den Stundenrekord zu brechen, vorzeitig auf einer Düne niedergehen. Ein Bauer lief dem Flugzeug entgegen, warf sich aber, als es in ge­ringer Höhe über ihm hinwegflog, zu Boden und erlitt infolge derErregungeinenSchlag anfall. In der gleichen Weise mußte Req - ring, um Badenden am Strande von Dielette auszuweichen, auf einem »cüstenfelsenlan- d e n, wobei fein Apparat beschädigt wurde. Prctzen-Stuttgart erlitt bei der Landung Bruch. Der Erbauer derDarmstadt" Groß stürzte, als er einen Baum ersteigen wollte, ab und brach einen Arm.

Wer am 11. Aug. nicht flaggt.

Grzesinski läßt sich die Städte melden.

Berlin, 25. Juli. Der preußische Innen­minister gibt bekannt, daß auf Beschluß des Staatsgerichtshoses die kommunalen Verbände am Bersaffungstag zum Flaggen nicht mehr angehalten werden können. Er weist deshalb die kommunalen Aufsichtsbehörden in dem neuen Erlaß an, vorläufig von Zwangsmitteln gegenüber den Kommunen abzusehen. Die Aufsichtsbehörden werden gleichzeitig ansgefor- dert, die Namen der Städte, die am 1L August nicht in den Reichsfarben flaggen, dem Ministerium zu melden.

Sie wollen -en Kenig stürzen.

Ein spanischer General als Heiser?

Paris, 25. Juli. Einer der in Carcassonne verhafteten vier spanischen Anarchisten sagte u. a. aus: Ich wollte mich der revolutionären Bewegung zum Sturze des Königs Alfons von Rarbonne aus zur Verfügung stellen. Der Schatzmeister des revolutionären Komi­tee s für die Ostpyrenäen" sagte aus: Wir trei­ben Propaganda für Abschaffung des gegenwär­tigen Regimes und zur Gründung einer Republik. Wir werden unsere Revolution unbedenklich und surchtlos beginnen, sobald wir bereit sein werden. Er nannte auch den Namen eines spanischen Generals, der den Staatsstreich ausführen werde. Weitere Ver­schwörer wurden verhaftet.

Mamedmma 1914.

Als wir dicht vor Paris standen.

Vielleicht stad «och niemals zuvor von einer amtliche« Stelle aus mit solcher Offenherzigkeit die Ursache« des Maraedramas von 1814 ge­schildert und beurteilt morde«, wie tu der so­eben erswieaene» Schriste«solge »Das Marne- drama 1914", der wir mit (Scuebmiguag »cs Verlages Gerb. Stelling in Oldenburg die uach- solgeude Schlnbbetrechtnng entnehmen. Ma« kann dafür ««r denkbar sei«. Wir wollen »lar- hett und verlange« «ach Wahrheit auch wen« he, wie hier, bittere Gefühle auslöst. Tetz ma« die Marueschlacht schildern kau«, so «rteilt der Verfasser Archivrat George Solde«, ohne di« Führung der Oberste« Heeresteit»«g zu berüh­re«, ist ««zweiselhest ihr trübstes Cherekterisii- knm! Des Maraedrama wird ««ter dem Ge- üchtsvuukte der Bewertung dieser höchste« Füh- rung schlechthin zu einer Tragödie.

Weit hinter der Front sich aushaltend, ver- mag öte «u. H. L. lern zutreffendes Bild von oem gewaltigen Ringen zu gewinnen, geschwei­ge öeun einen Emsiutz zu nehmen. Auch die viel umstrittene «endung des Überftleut, u a ni s H e n t s ch, Der, mit weitgehenden Vollmachten des iLyess des Generalstaoes bet- sehen, gewissermaßen als Etsatz-Hreresieitting vei den ilrmeeO "manDos öte Rolle eines wahrhaft unheilv . Schwarzsehers spielte, tanii historisch nur; ""hologisches Interesse er­wecken. Wollte mafl, Sie er es allerdings selbst für sich in Anspruch genommen hat, diesem ver­hältnismäßig jungen Offizier, der über Tage hinaus von seinem Chef getrennt war, nur m dürftiger Weise vorübergehend, in der Krisen­zeit überhaupt nicht mit ihm in Verbindung stand, einem bestimmenden Einfluß oder gar eine Beschlsgewalt zuge stehen, so müßte man zugleich das

System des Geueralpabes als verhängnisvoll angreifen! Tatsächlich haben die Armeeführer es auch abgelehnt, ihre Verantwortung mit dem Abgesandten der O. H. L. zu teilen. So wie die Ereignisse sich abgespielt haben, waten sie allein die Führer in dem Kampfe...Die Führung der 2. Armee kann sehr im Gegen­satz zu der Führung der 1. Armee am Outcq nicht für sich in Anspruch nehmen, mit ope­rativen Gedanken, geschweige denn Wiaßnah- men, die Schlacht geführt zu haben. Gneral- oberst v. Bülow, der hervorragende Taktiker der Vorkriegszeit, verleugnet auch als Armee- sühter nicht die Stärke seiner Begabung. Er hat die Schlacht nicht als Feldherr, der in al­len Lagen durch großzügige, ftrategifdfe Erwä­gungen besondere Vorteile zu erlangen sucht, geführt er leitet sie als Taktiker... Es ist augenfällig, daß es in der Marneschlacht der Führung nicht gelingt, so rechtzeitig einen zu­treffenden Einblick in den KArnpf zu gewinnen» daß darauf folgerichttge Maßnahmen aufgebaut werden konnten... Als nicht minder bedeu­tungsvoll haben sich die Schwierigkeiten einer rechtzetttgen Befehlsübermittlung erwiefen. Un­gezählt sind die Beisp-iele, wo nicht durchdrin­gende Befehle Truppen in

geradezu verzweifelte Lagen bringen, die auch die hervorragende Initiative deutscher Unterführer nicht immer ausgleichen kann. Man Weitz nicht, was man ernster bewerten soll: die ans diesen Verhältnissen erwachsende Schwierigkeit für die Führung, sich von der Lage des Kampfes rechtzeitig genug ein richti­ges Bild zu machen, oder jenes Gefühl der Verlassenheit, das die im Kampfe stehende Truppe umfängt! Der im Kriege von jeher eine grotze Rolle spielende Zufall, spielt Tra­gik menschlicher Weisheit eine um so größeres Rolle, je vollkommener die Werkzeuge werden, die in den Dienst der Kriegskunst treten!... Am 6. September stehen wir vor der ersten großen und weittragenden Enffcheidung. Es ist viel über die nun folgenden Entschlüsse der beiden beteiligten Armee-Oberkommandos ge­stritten worden. Generaloberst v. Kluck zieht, für die 2. Armee unvorhergesehen, das 3. und 9. Korps zurück, um die Truppen für einen Einsatz am Ourcg verfügbar zu haben. In der ersten Ueberrafc6ung läßt Generaloberst v. Bü­low feinen rechten Flügel (10. Reserve korps U. 7. Korpsf der Bergung in dem Bestreben fol­gen mtt dem linken Flügel der 1. Armee (9J Fühlung tu behalten. Bis hierher gehen die Wege der beiden Drmeeführer grundsätzlich noch einigermaßen zusammen, denn dieses Absetzen konnte im Sinne der O.H S. die Sicherung deS rechten Heeresflsigels gegen Paris einletten. Mit dem Augenblick aber, wo nun nach -weite­rer Klöruna der Sage am Ourcg Generaloberst v. Kluck in schnellem und kühnem Entschluß sei-