Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Ein Deutscher im Jallboot über den Ozean
Die Raffeln Kennten Nachrichten erscheinen wöchentlich tat) »mol «achmMaat. Da LbonnementSpretS beträgt Jät den ®murt 1.90 X bei freier SufteOnng ins »au«, in da »ekchäftSktelle abgebolt i.~ Dur» die Poff monatlich 9.90 .£ — - - - --- 1 - DM und 951 ftftt nnnaUnei
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Nummer 181. «»^IPIUS: Woauitags io efemdg. Donnerstag, 2. August 1928.
95 4>. Rechnungsbeträge tnwr&to 5 tagen ,ablbar Kür bte Ktirtgfdt aller »rnient anff6Ug Druckerei: Scklachtbotttr 19/80. ®ef6äft8ffeHe! SSlntkche«. 6.
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Britische Zkitfraaen. Taucher heben einen MMovenschatz
iahletu^^^" Parlamentarie^"bes^Wettretthes. Erfolgreiche Bergungsarbeiten am Wrack des Dampfers „Elisabethville". -- Die Ozean
überquerung des Kapitän Römer im Faltboot. — Furchtbare Wirbelstürme im Stillen Ozean.
Der
Paris, 1. August. (Drahtbericht.) Dem ita. lienischen Bergungsdampfer „Artiglio" ist es nach wochenlangen schwierigen Arbeite» gelungen, aus dem Wrack des Dampfer» „Elisabeth. Ville", der im Kriege von einem Unterseeboot auf der Höhe von Belle Jsle Versen« wurde, den Geldschranf mit einer Diamantsendung im Werte von 50 Millionen Franken zu bergen.
* * *
Line unvergleichliche Tat.
Im Faltboot über den Ozean.
London, 1. August. (Drahtbericht.) Der deutsche Kapitän Römer, der am 3. März von Lis- abon mit einem Faltboot in See gegangen war, um den atlantischen Ozean zu überqueren, ist in St. Thomas (Westindien) eingetroffe«. Sein
England marschiert...
... nach den Schlachtfelder« Frankreichs.
London, 1. August. (Drahtbericht.) Anläßlich des 14. Jahrestages des Eintritts Englands in den Weltkrieg veranstaltet man in England einen großen Marsch nach den Schlachtfeldern Rordfrankreichs. Neber 11000 englische Kriegsteilnehmer, darunter auch der Prinz von Wales und Admiral Jellicoe, werden daran teilnehmen. I« Upern finden große Gedenkfeier« statt.
Vor dem Anschluß.
Gleiches Recht für alle Deutsche.
Berlin, 1. August. (Eigener Drahtbericht) Oesterreichische Bertreter find wieder hier ringe- troffen, um an den Vorbereitungen zur Straf-
»eileid des Reichspräsidenten.
Berlin, L August. (Drahtbericht.)
Der Toöeszug Lllm-AugSburg
Bis jetzt 16 Todesopfer. — Mit 70 Kilometer Geschwindigkeit fuhr der Personenzug auf die Güterwagen. — Nur die alten Wagen vierter Klaffe wurden zertrümmert.
Wagen befinde« sich viele Turner auS dem Bezirk-Miesbach, die vom Deutschen Turnfest aus Kölri zurückkehrlen.
Die falsche weiche.
, Was der Weichenwärter erklärt.
Infolge des gegenwärtigen Umbaues der Strecke Augsburg-Ulm für den elektrischen Betrieb werden die Weichen zur Zeit provisorisch mit der Hand bedient. Der diensttuende Wei- chenwärter gibt an, die Weiche vorschriftsmäßig gezogen zu haben, diese habe aber augenscheinlich nicht funktioniert. Wie die Reichsbahndirektion Augsburg mitteilt, hängt die falsche Weichenstellung mit dem Umbau des Stellwerks auf der Westseite des Bahnhofs Dinkelsscherben zusammen. Zur Wahrung der Sicherung während des Umbaues wurde dort ein Behelfsstellwerk aufgestellt, durch das die erforderlichen Abhängigkei- leiten zwischen Weichen und Signalen hergestellt werden. Diese Abhängigkeiten zeigten insofern eine Lücke, als das Signal für die Einfahrt in aufgezogen werden konnte, wenn die Eingangsweiche auf Gleis gepellt war. Diese Lücke trat weder bei der Abnahmeprüfung noch im bisherigen Betriebe des Behelfsstellwerks zu Tage. Es hat sich erst jetzt bei den nachträglich gemachten Versuchen am Stellwerk gezeigt, daß dieser Mangel nur bei einer ganz bestimmten, zufällig sich ergebenden Stellung der Verschlußelemente zu- einander auftreten konnte. (Ausführlicher Bericht auf der 2. Seite der 2. Beilage.)
Nationalfinanzen. __„ _____ „
Zahlen. — Parlamentarier des Weltreiches.
Die britische Finanzprefse beschäftigt sich gegenwärtig viel mit dem Bericht des Schatzamtes über die tatsächliche Entwicklung des Reichshaushaltes während des letzten Jahres. Mit allgemeiner Genugtuung wird hinaenom- men, daß es dem Schatzkanzler Churchill glückte, den Reichshaushalt mit einem tatsächlichen Ueberschuß von rund 4,5 Millionen Pfund Sterling abzuschließen. Freilich können erst die nächsten Reichshaushalte zeigen, ob Curchills Ziel einer SeWstbalancierung der Einnahmen und Ausgaben Im Staatshaushalt erreicht werden kann. Der Finanzbericht über das erste Vierteljahr des laufenden Rechnungsjahres ist wiederum recht verheißungsvoll, denn er schnei- det mit einem Ueberschuß von 10,5 Millionen
Abrüstung zur Lee.
Die englisch-französische Einigung.
Paris, 1 August. (Drahtbericht.) Ebenso wie in London hüllt man sich auch in Paris vollkommen in Schweigen über den Inhalt des fron- züsisch-englischen Flotten-KompromiffeS. Ttt offizielle Petit Parisien teilt mit, daß die Verhandlungen von Paris und London anerkannt hätten, daß bestimmte Schiffsthpen trotz ihrer schwachen Tonnage in ihrer Bestückung einen großen An griffswert haben könnten. Man hätte es sich angelegen sein lassen, die Bestückung derart zu begrenzen, daß der Angriffswert der Kriegsschiffe vermindert werde. Aus seine einfachste Formel gebracht .kann das Abkommen so ausgelegt werden, daß Frankreich künftig auf seine ursprüng liche Haltung in der Flottenabrüstungsfrage, die sich mit dem amerikanischen Standpunkt, Gesamt- tonnageeinschränkung deckt, vazichten muß.
Amerika ist einverstanden
Rewyork, 1. August. (Drahtbericht.) Die englisch-französische Kompromitzformel zur Marineabrüstung wird für die Bereinigten Staaten als einem Mitglied der Genfer Abrüstungskonferenz
Verhaftete Normen.
Wer ist der Anstifter deS Obregon-MordeS?
Newport, L August. (Drahtbericht.) Wie aus Mexiko gemeldet wird, hat die Polizei die Oberen eines Klosters als angebliche Anstifter deS Mordanschlages aus Obregon verhaftet. 16 Nonnen, die gleichfalls verhaftet wurden, hätten be- (tätigt, daß die Oberen zusammen mit einem Manuel Trejo dem Mörder den Gedanken eingegeben hätten, durch Beseitigung Obregons das religiöse Problem in Mexiko zu lösen. Trejo, bet Mitglied des mexikanischen Gewerkschaftsbundes sei, habe bem Mörder den zum Attentat benutzten Revolver verschafft. Die Polizei hat für die Festnahme Trejos, der nach den Bereinigten Staaten geflohen sein soll, eine hohe Belohnung ausgesetzt.
Gesundheitszustand ist besriedigend. Die englische Presse bringt dem Unternehmen große Bewunderung entgegen und sagt, diese Tat stehe in der Welt unvergleichlich da.
* * * Wirbelsturm und Wassersnot.
Eine ganze Insel verwüstet.
London, 1. August. (Eigener Drahtbericht.) Aus Manila (Phllippinen) wird gemeldet, daß die Panay-Jnsel von einem Wirbelsturm verwüstet worden sei. Die über die Ufer getretenen Wasserläufe hätten mehrere Ortschaften sowie die Ernte vernichtet. Die Stadt Jquebaras in der Proviitz Jlo-Jlo fei vollständig zerstört worden. Bon ihren 12 000 Einwohnern sei der größte Teil ertrunken.
München, 1. August. (Drahtbericht.) Nach einer bahnamtlichen Meldung hat sich die Zahl der Todesopfer des gestrigen Eisenbahnunglücks in Dinkelsscherben bei Augsburg auf 16 erhöht, da in den Krankenhäusern noch einige Schwerverletzte in der Nacht verstorben find.
Die rechte Hand.
Btttrauenspersonen unseres Reichskanzlers.
In bet breiten Oeffentlichkeit hört man wenig neu ihm. man kennt kaum seinen Namen. Unb doch ist der Ltaatssekretär bet Reichskam- lei. wie des Kanzlers rechte Sand betet, eines »er wichtigsten Bestandteile Ser groben nnd komplizierten Maschinerie, die die Retchsregie» tuns deute darstellt, wie unser sachknndtger Mitarbeiter in folgenden Betrachtungen darlegt.
Der Staatssekretär der Reichskanzlei ist nicht nur Kabinettschef des Reichskanzlers, unter dem außerdem noch ein Ministerialdirektor, zwei Vortragende Räte und verschiedene Hilfsarbeiter be« chäftigt sind, sondern vor allem sein erster Berater in allen politische« und persönlichen Angelegenheiten, der Verbindungsoffizier mit den Parteien und den großen Wirtschaftsverbänden. Es ist daher verständlich, daß fast immer Persönlichkeiten, die dem jewelligen Kanzler menschlich und politisch nahestanden, mit diesen Posten betraut wurden. Ausnahmen hiervon waren die Nurbeamten-Staatssekretäre Albert, der in vier Kabinetten Chef der Reichskanzlei war, Kemp- ner, der getreue Knappe und nicht gerade erfolgreiche Ratgeber Suchers — die ungeschickte Behandlung der Flaggenfrage ist auf sein Konto zu setzen — und der dem Zentrum angchörende Pünder, den Marx kurz nach seinem Antritt als zweiter Kanzler im Juli 1926 als rechte Hand wählte. Er wird weiter im Amte bleiben, und alle Gerüchte, die von seiner Ersetzung durch den preußischen Ministerialdirektor Brecht sprechen, sind falsch. Hat doch das Zentrum in dem neuen Reichskabinett Hermann Müller nur einen Minister. Man wird chm daher den wichtigen Posten des Staatssekretärs der Reichskanzlei nicht nehmen können. Achtzehn deutsche Kanzler und ebenso viele Leiter der Reichskanzlei haben wir gehabt. Der erste, der diese Stellung, wenn auch mit sehr erweiterten Funktionen, als Präsident des Reichskanzleramtes bekleidete, war der 1903 verstorbene und 1896 geadelte Staatsmini- ster Rudolf von Delbrück. Von seinen Nachfolgern hat namentlich der gleichfalls geadelte Herr von Rottenburg Bismarck sehr nahe gestan- den, der
ganz im Kanzler ausging.
und ihm im letzten Jahrzehnt seiner Amtstätigkeit unschätzbare Dienste leistete, von Rottenburg hat später in Bonn Erinnerungen an diese interessante Zeit geschrieben, die leider verloren gegangen oder vernichtet worden sind. Bülow wurde als Kanzler von Herrn von L o e b e l l beraten, der 1907 die Amtsbezeichnung eines Unterstaatssekretärs erhielt. Ms Herr von Beth- mann-Hollweg den Fürsten Bülow ablöste, ging auch Herr von Loebell, der zuerst Oberpräsident der Provins Brandenburg, später preußischer Innenminister wurde. Ihm folgte der erste vor- ttagende Rat in der Reichskanzlei Herr W a husch a f f e, der der bekannten pommerschen Grotz- grundbesttzerfamilie entstammt. Zwischen ihm und Herrn von Bethmann-Hollweg herrschte ein besonderes
inniges Vertrauensverhältnis, so daß er im Juli 1917 mit ihm die Reichskanzlei verließ. Der Reichskanzler der neunundneunzig Tage Mchaelis machte den ihm persönlich nahestehenden Leiter der Reichsfettstelle, Landrat von Graevenitz, zum Unterstaatssekretär der Reichskanzlei. Selbstverständlich ttat er mit ihm zurück .als Graf Hertling ftn Oktober 1917 die Führung der Reichsgeschäfte übernahm. Sein Nachfolger wurde der dem Zentrum nahestehende Vortragende Rat im Auswärtigen Amt, Herr von Rado Witz dellen Vater jahrelang Botschafter in Madrid und Konstanttnopel gewesen war. In- folge der Kränklichkeit und des Alters des Grafen Hertling, der schon 74 Jahre war, als er sein schwierige- Amt übernahm, erlangte Herr von Radowitz in allen politischen Dingen eine Macht und einen Einfluß, wie sie
nie vor ihm und nach ihm ei« Chef der Reichskanzlei gehabt hat. Nach der StaatS- umwälzung wurde enffprechend der schnellen Aufeinanderfolge der deutschen Reichskanzler auch die Stelle des Staatssekretärs in der Reichskanzlei immer wieder neu besetzt ,so daß Staatssekretär Albert (1919 bis 1921) mit einer Amts- dauer von etwas über zwei Jahren der ruhende Pol in der Flucht der Erscheinungen war. Herr Sttesernann ließ sich in den drei Monaten seines Kabinetts sogar nacheinander von zwei Parteifreunden beraten, und zwar den volksparteilichen Reichstagsabgeordneten Frhr. v. Rheinbaben, der neun Wochen Staatssekretär war, und Kempkes, der dies Amt nur zweieinhalb Wochen versah und mit Sttesernann zurücktrat. Marx hatte während seines ersten Kabinetts den dem Zentrum angehörigen Ministerialdirektor im preußischen Wtohl^ahrtsministerium Bracht
Pfund Sterling ab.
Weniger erfreulich ist die neueste Statistik von Lloyd's Register, des weltberühmten und international onerlannten britischen Flottenalmanachs, über di, Entwicklung der britischen Flotte feit Kriegsende und ein Vergleich mit den Flotten anderer Länder. Die Weltflotte besitzt heute nahezu 20 Millionen Tonnen Schiffs- raum mehr als im Jahre 1914. Nahezu die Hälfte des Tonnagenzuwachses Mt auf dieVer- einigten Staaten Nordamerikas. Japan und Italien haben ihre Handelsflotte doppelt so stark vermehrt wie GroAritaimien. Selbst Frankreich. Holland und Norwegen haben, ab- fÄut betrachtet, ihre Flotten stärker vermehrt als England. Besatz im Jahre 1914 Großbritannien 41,6 Prozent der Welttonnage, so verfügt es jetzt nur noch Mer 30 Prozent, wahrend die Vereinigten Staaten Nordamerikas von 9 auf 21 Prozent stiegen. Im JahrelS14waren rund 90 Prozent der Handelsschiffe mtt Kohlen gefeuert worden; 8% waren Segelschiffe. Die Zahl der Segler ist auf 3 Proz. und d:e Zahl der kohlenverbrauchenden Schiffe aus 60 Prozent gesunken. Die Oel-seuernden Schiffe sind dagegen auf übet 28 Prozent und die elektrisch betriebenen auf über 8 Prozent gestiegen. Großbritannien kann sich aber damit trösten, daß es durchschnittlich über neuere und purere Schiffe als alle anderen Länder verfugt. Sorgen bereitet aber die Tatsache, daß dre Welt- tlninage gegenwärtig größer ist alS der Bedarf und die Nachfrage nach ihr.
Die handelspolitischen und wirtschaftlichen Sorgen in Weltbritannien haben jetzt die parlamentarische Gesellschaft des Weltreiche, der- anlaßt, die ihr angeschlossenen Parlamentarier aus England, den Dominien und den Kolonien zu einer Sitzung nach Kanada einzuberusen, die am 29. August in Ottawa beginnt. Auf chr werden aus dem vereinigten Komgreich achtzehn Unterhausmitglieder der Konservativen, der Liberalen und der Arbeiterpartei erscheinen. Australien sendet acht, Neuseeland wer, Südafrika neun, Irland vier, Neufundland 2. Indien vier, Rhodesien einen und Malta zwei Vertreter. Unter ihnen befinden sich zahlreiche aktive und frühere Minister. Aus der^Konfe- renz werden ausschließlich Fragen behandelt, die für das britische Weltreich von gemetnsa. men Interesse sind. Im Vordergründe sichen brennende Probleme deS Handels und der Wirtschaft. Im Anschluß an die Konferenz in Ottawa durchreisen die Kongreßteibiehmer Kanada. um in zahlreichen Städten und Industriegebieten Sonderkonferenzen abzuhalten. Geschäftsinteressen stehen im Vordergründe. Auf diese Weise treibt man in Weltbritannien praktische Politik.
Reichspräsident hat an den Generaldirektor bet Deutschen Reichsbahngesellschaft folgendes Tele- gtamm gerichtet: „Anläßlich des neue« schweren Eisenbahn««glücks bei Dingelsscherben spreche ich Ihnen meine aufrichtige Teilnahme aus. Ich bitte Sie, biefe auch den Hinterbliebenen der Todesopfer und den Verletzten, biefen zugleich mit meinen besten Wünfchen für ihre Wieberherftel- lung zu übermitteln."
Reform im Reichsjustizministerium teilzunehmen. In Zukunft sollen alle neuen Reichsgesetze in tunlicher Uebeteinstimmung mit Oesterreich fertiggestellt werden. Der Anschluß auf gesetzge- berischem Gebiet ist damit bereits Tatsache.
Den Tod vor Augen.
Der Lokomotivführer bremste vergeblich.
Augsburg, 1. August. (Drahtbericht.) Der Unglückszug war bereits von Ulm aus, befonders aber von Stuttgart fehr stark mit Ferienreifenden, die zum großen Teil Frauen und Kinder bei sich hatten, besetzt, besonders die Wagen 4. Klasse. Nach der Haltestelle Neuofsinge« fuhr der Zug in ungefähr 70 Kilometer Geschwindigkeit. AlS der Zug durch falsche Weichenstellung aus das durch einen Güterzug versperrte Gleis fuhr und der Lokomotivführer die Katastrophe nahen sah, foll er nach Möglichkeit gebremst haben .was aus dem starken Schwanken der letzten Wagen des Unglückszuges geschlossen werden kann. Der Anprall erfolgte trotzdem mit ungeheurer Wucht. Die letzten Wagen des Güterzuges wurden vollkommen zertrümmert und die Frachtstücke umhergestreut. Die Lokomotive des Personenzuges stürzte um und kam auf einen aus dem Gleis gesprungenen Wagen einer Münchener Brauerei zu liegen.
Der Lokomotivführer kam vollkommen heil davon,
während der Heizer verletzt wurde. Bor der Lokomotive türmten sich die Trümmer von Güterwagen auf. Die «nmUtelbar hinter der Loko- motive befindlichen modernen Perfonenwagen blieben vollkommenunbeschädigt. Es wurden bei ihnen nicht einmal die Fensterschei- ben zertrümmert. Die Perfonenwagen 4. Klaffe älterer Bauart jedoch, die in der Mitte des Zn- geS waren, bilden ei« unentwirrbares Chaos, einen wüsten Trümmerhaufen. Die Schlußwa- gen des Personenzuges sind weniger stark mitgenommen. Unter den Insassen der zerstörten annehmbar fei«. Die Wortführer der Regierung haben anfcheinend nichts gegen den Kompromiß einzuwenden und erwarten, daß er wahrfcheinlich im Herbst zu einer Wiedereinberufung der Genfer vorbereitenden Konferenz führen werde.