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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kaffeler Abendzeitung

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18. Jahrgang

Freitag, 3. August 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

Nummer 182

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Kein Tag ohne GifenbahnunMe.

Dinkelscherben

,,, und das System der deutschen Reichsbahn.

Ms der Reichsbahnprästdeit Dr. Dorpmüller vor einigen Tagen in einer Berliner Pressekon­ferenz die bayerische Katastrophenserie besprach und die Maßnahmen erörterte ,die zur Abhilfe getroffen würhen, erinnerte er auch an die be­kannte .Duplizität der Ereignisse", der es zuzu­schreiben sei, daß sich zu gewissen Zeiten die Eisenbahnunglücke häufen, daß es aber anderer­seits lange Perioden gäbe, in denen sich der Verkehr frei von jedem Unglücksfall vollziehe.

Diese »Duplizität der Ereignisse", auch »Ge­setz der Serie" genannt, ist eine viel zu bekannte Erscheinung, als daß man sie ins Reich der vagen Ausflüchte verweisen könnte. Aber bei jener entsetzlichen Unglücksreihe, bei dieser Kata- strophen-Epidemie, die auf den bayerischen Bah­nen grassiert, kann sie gewiß keine Rolle spielen. Das Gesetz der Serie bringt ein stetes Auf und Ab, eine wellenförmige Bewegung im Wechsel ruhiger mit unruhvollen Zeiten, sie drängt wohl jenen gewissen Prozentsatz an unvermeidlichen Unfällen, mit welchen jeder Betrieb zu rechnen hat, zeitlich zusammen, aber dieses unheimliche Gesetz bezieht sich eben nur auf. »unvermeidbare" Unglückssälle. Auch der vollendetste Eisenbahn­betrieb wird mit einer bestimmten Anzahl von Zwischenfällen zu rechnen haben, deren Vermei­dung durch menschliches Bemühen kaum möglich ist. Erdrutsche, Damm-Unterspülungen, Achsen­brüche, Keffelexplosionen werden kaum jemals völlig auszuschalten sein. Aber die letzten baye­rischen Katastrophen fallen sämtlich aus diesem Rahmen heraus, sie stellen jede für sich einen Sonderfall dar und rangieren nach Art ihrer Ur­sache durcyaus nicht in der Reihe jener Unglücke, mit denen die Eisenbahn und das Publikum »zu rechnen" haben. Die vier letzten größeren und zwei kleineren Katastrophen hatten Vorgänge, Umstände und Unterlassungen zur Ursache, die durchaus vermeidbar waren und keinesfalls un­ter das Gesetz der Serie fallen können. Wenn ein System nicht einwandfrei ist, dann »st die Katastrophe eine logische Folge der vorhande­nen Unzugänglichkeiten und verwunderlich kann höchstens der Uyrstand sein, daß es Monate und Jahre lang verhältnismäßig ohne Unglücke ab­ging.

Die unmittelbare Ursache der Katastrophe von Dinkelscherben liegt in falscher Weichenstellung. Ob das Behelfsstellwerk nicht funktionierte oder ob die Schuld unmittelbar den Weichenwärter trifft, wird die Untersuchung ergeben. Für die allgemeine Beurteilung des Vorfalls ist diese Frage nicht von Betracht, denn ein moderner Eisenbahnbetrieb verläßt sich weder auf die Zu­verlässigkeit des Materials allein noch auf die Beamten, sondern baut sich auf einem vollende­ten Zusammenwirken beider Kräfte auf. Es ist jedenfalls völlig unzulässig, daßfimf einer Haupt- iftrecke, die sogar von internationalen D-Zügen befahren wird, »Behelfsstellwerke" in Betrieb sind. Ein modernes elektrisches Stellwerk schal­tet jede Weiche selbstätttg um, wenn eine Strecke besetzt ist und blockiert jede Durchfahrt, wenn keine der beiden Strecken frei ist. Wenn die Reichsbahn zur Entlastung anführt, daß in eben jener Station ein neues elektrisches Stellwerk sich im Bau befinde, so ist das durchaus keine Entschuldigung. Auch der absolute Laie wird es merkwürdig finden, daß ein derartiger Umbau gerade in der Reisesaison vorgenommen wird. Und der Fachmann wird darauf Hinweisen, daß der Betrieb eines behelfsmäßigen Stellwerks, wenn es nun einmal da ist, nicht von der Zuver­lässigkeit eines einzelnen Beamten abhängig sein dürfte. Und. da dies tatsächlich der Fall war, kann es wiederum nur als Beweis dafür gelten, daß die Reichsbahn ganz und gar unzulässige Einsparungen an Personal durchgeführt hat.

Es gibt überhaupt keinen Menschen, dem man uneingeschränkt Hunderte von Reisenden über­antworten kann. Jeder Mensch ist irgendwie, psychisch und physisch unzulänglich. Und wenn er Jahre lang seine Pflicht nach bestem Wissen und Können versteht einmal mutz er versagen. Diese einmalige Möglichkeit hat jede Betriebs­leitung in Betracht zu ziehen. Darum gibt es keine Lokomotive, die von einem einzelnen Mann geführt wird, darum dürfte auch kein Stellwerk einem Einzelnen anvernaut werden, es sei denn, daß die technische Konstruktion jederzeit selbst­ständig zu arbeiten beginnt, wenn der bedienende Mann ausfällt oder einen Fehler begeht. Die Schuld wird also jedesmal unbedingt aus das System, auf die Organisation und ihre Leitung zurückfallen, gleichgültig, ob die Untersuchung den Menschen oder den Mechanismus belastet.

Französischer Schnellzug entgleist «ÄSSSÄ

Bei Prag fährt ei« Schnellzug auf einen Personenzug. Rechtzeitiges Bremsen Der» hütet das Schlimmste. 35 Reisende verletzt.

Bo« A. von Jordan

Prag, 2. August. (Drahtbericht.) Gestern abend fuhr in der Station Bienendorf bei Bud- weis, vermutlich infolge falscher Weichenstetlung oder mangelhaften Funktionierens der Signal- Vorrichtung, ein Schnellzug auf den in der Sta- tion stehenden Personenzug auf. Der Lokomo­tivführer des Schnellzuges hatte rechtzeitig die Gefahr erkannt, setzte die Bremse in Tätigkeit und fuhr mit erniedrigtem Tempo auf den Per- vnenzug auf. Trotzdem war der Zusammenstoß o heftig, daß die beiden Lokomotiven zertrüm­mert wurden. Auch der Dienstwagen des Schnell- zuges, der aus den Gleisen gehoben wurde, wurde stark beschädigt, ebenso der erste Perso­nenwagen des Schnellzuges, der dicht besetzt war. Insgesamt wurden etwa 35 Personen ver­wundet, darunter drei schwer.

* * *

Das Signal überfahren.

Prag, 2. August. (Drahtbericht.) Die Staatsbahndirektion Prag meldet ergänzend: Der Schnellzug überfuhr das SignalLangsam fahren" und stieß mit dem Personenzug zusam­men, der in der Station Bienendorf wartete. Die Lokomotive sowie die Waggons wurden in­folge des Zusammenstoßes stark beschädigt. Etwa 50 Personen wurden leicht verletzt. Die Ver­letzungen find größtenteils durch daS herabfal- lende Gepäck verursacht worden. Sechs Personen wurden schwer, niemand indes tödlich verletzt. Die Verletzten wurden sofort von zwei Aerzten behandelt. Aus Budweis wurden ein Hilfs­zug und ein Sanitätsauto nach Bienendorf diri­giert. Die Störung auf der Strecke wurde in­nerhalb vier Stunden beseitigt.

Au öen Schiene« geworfen.

Köslin, 2. August. Gestern abend gegen 7 Uhr fuhren beim Hauptbahnhof Köslin zwei Rangierabteilungen in einer Weiche zusammen.

Vier Güterwagen und ein fahrbarer Kran wür­ben aus den Schienen geworfen. Der Kran stürzte die Böschung hinab und zerriß die elek­trische Lichtleitung, sodaß der größte Teil pes Bahnhofes für eine Stunde ohne Licht war. Der angerichtete Materialschaden ist nicht erheblich. Die Ursache des Unfalles ist noch nicht geklärt.

Gin Schnellzug entgleist.

Sechs Reisende tot, elf verletzt.

Paris, 2. August. (Drahtbericht.) Auf dem Bahnhof von Le Mans ist heute vormittag ein von Paris kommender Sonderzug, in dem sich Schüler auf dem Wege zur See befanden, entgleist. Rach den bisher vorliegenden Meldun­gen wurden fünf Personen getötet, und zwar zum größten Teil Bahnbeamte, die sich im Ge­päckwagen befanden. Die genaue Zahl der Ver­letzten steht noch nicht fest.

Paris, 2. August. (Drahtbericht.) Ueber das Eisenbahnunglück bei Le Mans, bei dem eS sich nicht um einen Feriensonderzug, sondern um bett regelrechten Schnellzug ParisSt. Brieux handelt, wird weiter bekannt, daß die Zahl der Toten sich auf sechs erhöht hat. Verletzt wurden im ganzen elf Personen, davon mehrere schwer. Die Lokomotive und der Tender sprangen bei der Einfahrt in den Bahnhof aus den Schienen und kippten um. Drei Postwagen und ein.Per­sonenwagen wurden ineinandergeschoben. Der Materialschaden soll außerordentlich groß sein. Der Verkehr ist jedoch nur auf einer Strecke unterbrochen.

Die Älftnbahn stürzt um

Rom, 2. August. (Drahtbericht.) Aus noch unbekannten Gründen stürzte bei Turin eine elektrische Kleinbahn um. Der Zugführer und der Maschinist wurden getötet. Bon den Passa- gieren wurden einige leicht verletzt.

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lebet ein Szeanflieger unterwegs

Der Engländer Courtney von den Azoren nach Neufundland gestartet. Graneos Weltflug mißglückt.

Porta (Azoren), 2. August. (Drahtbericht) Der englische Flieger Courtney, der am 28. Juni von Lissabon kommend, auf den Azoren landete, ist gestern abend zum Weiterflug nach Neufundland gestartet. Die Wetterlage war denkbar günstig. Es herrschte Sonnenschein und die See war bei leichtem Nordwind vollkom- men ruhig.

Barcelona, 2. August. (Drahtbericht.) Aus Huelva (Portugal) trifft ein Telegramm ein, daß das Wasserflugzeug Numancia, daS in der Frühe von Cadiz aus nach den Azoren fliegen wollte, um 9 Uhr abends bei Huelva auf dem Meere niebergegangen sei. Es handelt sich um das Flugzeug Grancos, der mit drei Begleitern einen Weltflug unternehmen wollte. Es scheint, daß die Numancia infolge Motordefektes auf

die Erreichung der Azoren verzichtete. Die Be­satzung des Flugzeuges wurde an Land ge­bracht.

Botschaft der Toten.

Eine Flaschenpost verschollener Ozeanflieger.

London, 2. August. (Drahtbericht.) Bei Fint, an der Küste von Wales, wurde eine Flaschenpost aufgefischt, in der sich folgende Botschaft befand: Auf Wiedersehen an Alle: Elfte Mackay und Ka­pitän Hinchliffe. Wir find in Sturm und Nebel geraten." Die Flasche wurde der Polizei über­geben, die die Botschaft dem Vater der Fliegerin und der Witwe der Piloten Hinchcliffe zur Prü­fung der Schrift vorlegte.

Zapan kommt nicht zur Ruhe

Neue Taifunverheerungen, Erdstöße und Mberschwemmungen. Tokio schwer heimgesucht.

Tokio, 2. August. (Funkspruch.) Das mitt­lere Japan wurde von heftigen Gewitterstürmen heimgesucht, die von Erdstößen begleitet waren. Mehrere Brücken wurden zerstört, der Eisen­bahnverkehr schwer behindert. Hunderte von Hstusern wurden überschwemmt, an den Feldern wurde großer Schaden angerichtet, der aus meh­rere Mill. Neu geschätzt wird. Man befürchtet, daß etwa 20 Personen bei de«, Unwetter ums Leben gekommen find. Einige Ortschaften in der Nähe von Tokio wurden durch die aus den Ufern getretenen Flüsse unter Wasser gesetzt, so­daß nur noch die Dächer der Häuser herausragen.

London, 2. Mtgust. (Drahtbericht.) Japans Hauptstadt Tokio ist von einem Taifun heimge­sucht worden. In der inneren Stadt standen gestern über eintausend Häuser unter Wasser. Eine große Zahl von Brücken ist überschwemmt.

Utbenthtoemmte vrovmzen

Moskau, 2. August. (Fnnkspruch.) Das UeberschwemmungSgebiet in Oststbirien gewinnt immer mehr e« Umfang, da nun auch die Re. benflüsse des Amur, Burej und Bira über die

Ufer getreten find und die in der Nähe liegen­den Dörfer überflutet haben. Rach einer Mel­dung aus Blagoweschtschensk hat die jenseits des AmurS gelegene Chinesenstabt Sakhaljan schwer gelitten. Die erst vor kurzem errichtete Acker­baukolonie im Birobidschan-Bezirk, der jüdischen Siedlern zur Berfügung gestellt wurde und aus der eine autonome jüdische Sowjetrepublik er­wachsen soll, ist durch die Ueberschwemmung sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, und es steht zu befürchten, daß die Früchte der Pionierarbeit aus Jahre hinaus vernichtet sein werden.

Dreizehn Dergieute verschütte

Kapstadt, 2. August. (Drahtbericht.) Auf der City Deep-Grube in WitwaterSfeld in Süd- asrika wurde nach Berichten aus JohanniSburg durch niedergehende Gesteinmaffen dreizehn Bergleute, zwei Europäer und elf Eingeborene getötet. Ein Europäer und sieben Eingeborene werde« noch vermißt, eS besteht keine Hosfnung, fie noch lebend zu berge«.

8od»««e8reifenbe müsse« nicht nnbebtngt wetterbarte Männer sei«. Einen Forschangs- reilenbe« gibt es der ist eine junge nnb lebe mondäne Dame a«S dem Berliner Weite», a»S der allergnt-bürgerlichften Umgebung der Wett, tio« dort ber. wo man gewöhnt ist, zum Wtn- terattfentbalt eher «ach St. Moris ober nach Srnmmbnbel itt fahren, als in be» afrikanischen «»ich: ES ift Statt Gnlla Pfeffer, bie bas Hoch- gebirae non Snner-Samerun erforschte, Die Murchison Hills, bie vor tot noch keines Sel­be« Satz betreten batte.

Im Herbst ist Gulla Pfeffer ausgezogen richtiger: ausgerückt. Denn erst vom Bord des deutschen Frachtdampfers, der sie nach Südafrika beförderte, schrieb sie ihren Lieben im Berliner Westen, daß sie diesmal den Winter im afrika- nischen Busch verbringen würde. Vor kurzem ist sie, merkwürdigerweise wohlbehalten und unbe­schädigt, in die Heimat zurückgekehrt. Eine kleine Malaria hatte sie zu überstehen, und ob sie sich nicht die Schlafkrankheit zugezogen hat, steht noch nicht fest, wie sie lächelnd erklärt, da die Jnkuba- tionsfrist noch nicht abgelaufen sei. Sonst ist sie aber gesund und nur von einer einzigen, frei­lich unheilbaren Krankheit ist sie besallen: von der Tropenkrankheit. »Das ist ein Leiden eigener Art", erzählt die schöne junge Frau.Eine Ma­nie, eine Art Besessenheit. Wer ihr verfällt, bleibt zeitlebens den Tropen verfallen.

Denn die Tropen sind kein geographischer Be­griff, ein Schicksal sind sie. Wer den Geruch der Tropen einmal eingesogen hat ,ist für jedes an­dere, zivilisierte Parfüm verwren. »Und ich", sagt Fran Pfeffer, indem sie die persönliche Nutz­anwendung aus diesen allgemeingültigen Erwä­gungen zieht,werde sobald als möglich und im­mer wieder hinuntersahren." Sie hat schon ganz vergessen, wie fürchterlich schwer die Monate wa­ren, die nun hinter ihr liegen. Ganz langsam erst steigt ihr im Gespräch die Erinnerung an Fiebernächte im Urwald, an weglose Moraste, durch die ihr Trupp durchmutzte ,an höchst ver­dächtige Gestalten, Gespenster halb und halb Nc- gerhäuptling« ,und an die entsetzliche Einsamkeit eines halben Jahres auf. »Dreimal war diese Einsamkeit durch Begegnungen mit Weißen un­terbrochen. Denn drei englische Distriktsoffizie­ren, die am Rande des Busches siedeln, bin ich begegnet. Das war jedesmal ein ganz großer Feiertag. Wir haben natürlich miteinander sou­piert mein jeweiliger Kavalier im Smoking und ich im großen Abendkleid aus weißer Seide, das mich durch den Urwald begleitete. .

Deutschland ist in Kamerun nicht vergessen.

Der König von Bafut, einer der reizendsten Kan­nibalen, die mir je begegnet sind, wutzte sich noch sehr gut der Zeit zu erinnern ,in der er deutscher Untertan war. Heute liefert er sein Sixpence- Stück, das sie pro Kopf und Jahr an Steuer zu entrichten haben, einem britischen Steuereinneh­mer natürlich einem schwarzhäuttgen, ein Wei­tzer würde aufgefressen werden ab. In diesen Neuerungen erschöpft sich für ihn das Ergebnis des »großen Pallavers unter den Weißen", als welches sich ihm der Weltkrieg darstellt. Im afri­kanischen Busch ist man an europäischen Verwick­lungen nicht ganz so sehr interessiert. Nur Fran­zosen möchte man nicht im Lande haben! Die französischen Beamten im benachbarten Kongo haben ihre

kolonisatorische Unfähigkeit

so weit hin bekannt gemacht, daß der schwarze König von Bafut mir ganz entschieden erklärte, er würde jeden Franzosen auffressen, der sich in sein Territorium vorwage. Ich selber, erzählte Frau Pfeffer weiter, bin keinerlei ehrbaren An­näherungsversuchen ausgesetzt gewesen. Die zehn Kannibalenvölker mit deren Erforschung ich be­schäftigt war, hatten mich weder zum Fressen lieb, noch ist es je vorgekommen, daß mir ein Kavalier seine Liebe hätte beweisen wollen. Er hätte sich nach allgemein menschenfresserischer Auffassung selbst entehrt. Erstens, weil die Wil­den ein sehr stark ausgeprägtes Raffenbewußt­sein haben, das so weit geht, daß sich nicht ein­mal manche Nachbarstämme untereinander ver­mischen, zweitens aber, weil man Frauen nur auf einem standesgemäßen Wege erwirbt; ver­mittels Kauf. Zehn Hühner bis zu zwei Ziegen ist der Börsenkurs einer gutgenährten Frau.

Sie steht um so höher im Kurs, je voluminöser sie ist. Dort unten haben sie es noch nicht mit der überschlanken Modelinie. Als ich meinem Freund, dem König von Bafut, Komplimente über seinen Palast machte, der natürlich in Wahr­heit eine ganz gemeine Lehmhütte war, erwi-