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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Dl« Raflelet Neuesten Nachricht«» erscheine» wöchentlich sechsmal twchmiNasS Der Äbouncmenisvrei» beträgt für den Monat l.äü jt bei freier .Aufteilung ins Haus In der ILefchäitsitelle ibgebolt . 4 Durch die Poft monatlich 9.20 4 rusfchliefslich .AuftellnnaSaebübr Äemfnrtdxt 951 und 952 ftür unverlangt eingefandt« Beiträge kann btt 'tfetwftton eine Beravtwortung »der tBemäfn in keinem ftaü« fth»'nehmen fNflifinblnno de» Be,ug»aelde» ober «nforiiche wegen erwafger nicht orbnnnaSmiiA'aer Geiern na 'N nnäflefitloffen Vofticheckkonw fdrankfurt a M Shtmnt-t ÄS*' ff'nwTnnmmer 10 A TonntagSnnmmer 90 A

Hessische Abendzeitung

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Nummer 187.

Einzelpreis' Wochentags 10 Pfennig

Donnerstag, 9. August 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

18. Iahrgartg

Ein Trauertag für die italienische Flotte.

Hotz bis in den Tod.

Belgrad, 8. August. (Drahtbericht.) Gestern hätte das Begräbnis des in Agram ermordeten serbischen Redakteurs Ristowitsch stattfinden sollen. Die Leiche war in einem besonderen Waggon am Nwntag von Agram abgegangen und sollte am Dienstag in Belgrad sein, wo die Bestattung vorbereitet war. Der Waggon mit der Leiche traf aber nicht ein. Telegraphische Erkun-

Asiat! cfteDerwaltuno

Die kroatische Revolution so gut wie erklärt.

Was die Kroaten so gegen dieSerbianer- aufbringt, das ist die .asiatische Verwaltung-. Soviel sie gegen die österreichisch-ungarische Mo­narchie auch auf dem Herzen halten, es ging damals doch europäisch zu. Man warf der Büro­kratie Schlamperei vor, aber man traf doch auch auf Gutmütigkeit und Höflichkeit Man war mit wirtschaftlich und kulturell höherstehenden Ländern verbunden und das hatte zur Folge, daß diese einen stärkeren Anteil an den allge­meinen Lasten trugen als die Kroaten. Heute ist es umgekehrt: die von den Kroaten bewohn­ten Länder sind an Gebiete gebunden, die wirt­schaftlich und kulturell unter ihnen stehen, und die Steuerleistungen sind nicht nur absolut ge­stiegen das wäre noch zu ertragen sondern auch relativ. Im dreieinigen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zahlt derSer- bianer- die niedrigsten Steuern, der Kroate die höchsten. Serbianer nennt man hier nämlich die Leute von Belgrad. Serbe im ethnographischen Sinne ist auch der Kroate denn er spricht die serbische Sprache, aberSerbianer- will er nicht sein. Serbianer sind jene, die das ganze König­reich als eine Gelegenheit betrachten, um den paar reichen und einflußreichen Familien in Belgrad, Kragujewatz, Risch Stellen für ihre Söhne zu verschaffen. Unter dem Schlagwort derEinheit- (Jedinstwo) werden die Kroaten von den Serbianern als Bürger zweiter und dritter Klaffe behandelt. Die Folge sind die kroatischen Autonomiebestrebungen, die Stephan Raditsch vertritt und die nicht auf eine Los- reitzung Agrams von Belgrad, Wohl aber auf eine Selbstverwaltung gerichtet sind.

Darin sehen die Serbianer, die Männer der Jedinstwo- (so heißt auch ein in Belgrad er­scheinendes Blatt) offenen Hochverrat. Sie sehen darin auch die schwärzeste Undankbarkeit gegen die Blutopfer, welche die serbische Armee im Weltkriege gebracht hat. Zwischen den feind­lichen Stämmen steht der König, beladen mit der schweren Aufgabe, die Einheit des dreige­fügten Staates aufrechtzuerhalten, und einen Stamm gegen den anderen zu schützen. Das ra­tionelle Mittel, um beiden Zwecken zu genügen, wäre die Personalunion zwei Königreiche unter demselben Kronenträger. Es scheint, daß König Alexander einer solchen Lösung nicht ab­geneigt wirre. Er gilt für einen Freund der Kroaten. In den Tagen nach der tollen Szene in der Skupschtina, als der wilde Komitatschi Ratschitsch die Häupter der kroatischen Partei durch Revolverschüsse niedergestreckt hatte, be­nahm sich der König weit verständiger und an­ständiger als das Kabinett, das die Sache wie einenZwischenfall- behandeln wollte. Er sprach persönlich der Witwe des ermordeten Paul Raditsch sein Beileid aus und übernahm die Sorge für zwei ihrer Kinder. Die Personalunion würde Sie Teilung des Landes in zwei auto­nome Verwaltungsbezirke bedeuten, von denen jeder durch eigene Steuerleistungen die Mittel für seine Verwaltung aufzubringen hätte. Die Einheit würde der Träger der Krone wahren. Aber dieser Gedanke wird schwerlich die Billi­gung der Belgrader Kreise finden. Was bleibt dann übrig? Die Staatskrise, und in diese ist man durch das Fernbleiben der kroatischen Ab­geordneten von der Belgrader Skupschtina und durch die Bildung eines Sonderparlaments in Agram bereits eingetreten.

So ist denn eigentlich die kroatische Revolu­tion bereits erklärt, und der Slowene Koroschetz wird sie nicht verhindern können. Kommt noch irgend ein Zwischenfall dazu, und die Re­volver gehen in Agram und Belgrad leicht los so ist der offene Kamps, der Bürgerkrieg, gar- nicht zu vermeiden. Rur der König könnte ein Machtwort sprechen, aber auch er würde sich durch ein solches Wort in große Gefahr begeben. Er steht vor der fast unmöglichen Aufgabe, das asiatische Belgrad und das europäische Agram zugleich in seiner Hand zu halten. Die Kultur­gegensätze lasten sich schwerer vereinigen, als nationale Gegensätze. Am nationalen Gegensatz scheiterte das alte Oesterreich-Ungarn, am kul­turellen kann das heutige Jugoslawen zugrunde- gehen.

Sie ganze Belattung ton 314 erstickt»»ÄSS?-

Vergebliche Bergung des gesunkenen italienischen Unterseebootes. 31 Seeleute ums Leben gekommen.

Pola, 8. August. (Drahtbericht.) Einem Ma- rineponton ist es gestern abend um 6,30 Uhr ge­lungen, das vor 34 Stunden gesunkene Untersee­bootF 14" an die Oberfläche des Waffers zu bringen. Leider war das Rettungswerk vergeb­lich, da die gesamte Besatzung von 31 Mann in­folge von Chlorwafferstoff im Inneren des Un­terseebootes ums Leben gekommen ist. An den Rettungsarbeiten hatten sich fünf Torpedojäger zwei Rekognoszierungsfchisfe, einige Schlepp­dampfer und Barken unter dem Kommando des Admirals Foschini beteiligt. Das U-Boot konnte bereits am Nachmittag langsam bis an die Ober­fläche gehoben werden, im letzten Augenblick

riß aber das Kabel, sodaß das U-Boot wieder auf Grund gekästen werden mutzte. Vorher war es bereits gelungen, durch Taucher Luftschläuche an den Rumpf des Schisses anzubringen, und die Eingeschloffenen so vor der Gefahr des Erstickungstodes zu be­

wahren. Allem Anschein nach war die Luftzu­fuhr zu gering, sodaß die Besatzung erstickte. DieF 14" ist

ein Unterseeboot alten Stils

und im Jahre 1917 vom Stapel gelaufen. Es besitzt eine Wasserverdrängung von 255 Tonnen, eine Länge von 45 Metern und ist mit zwei Tor­pedorohren und einem 7,6 Zentimeter - Geschütz ausgerüstet. Die Schnelligkeit auf der Oberfläche beträgt 13, unter Waller 8 Knoten.

Die letzten Signale der Toten

Mailand, 8. August. Ueber die letzten Augen­blicke der Unterseeboottragödie werden noch fol­gende Einzelheiten gemeldet: Die Besatzung des U-Bootes forderte gestern nachmittag durch Sig­nale dringend Hilfe, da sie es nicht länger aus­halten könnte. Als das U-Boot schon beinahe die Oberfläche erreicht hatte, hörten plötzlich die telephonischen Signale auf und die Hebung wurde foweit überhaupt noch möglich, beschleu­nigt. Als man die Luken aufbrach, waren Be­satzung und Offiziere bereits tot.

Erdbeben zerstört drei Städte.

Die Folgen des füngsten Erdbebens in Mexiko. Flieger stecken eine aufständische Stadt in Brand. Tolle Streiche mexikanischer Banditen

Rewtzork, 8. August. (Drahtbericht.) Aus Mexiko wird gemeldet, daß durch das jüngste Erdbeben im Staate Oaxata drei Städte voll­ständig verwüstet worden seien, und zwar Du- xebec, Huazokopilan und San Petrito.

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Brandbomben über Leon.

Paris, 8. August. (Drahtbericht.) HavaS- Agentur meldet: Die mexikanische Stadt Leon steht in Flammen. An 1000 Häuser brennen infolge des Abwurfes von Brandbomben durch die Regierungsflieger. In der Stadt war eine aufständische Regierung gebildet worden.

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Eine Stadl von Banditen überfallen

Rewyork, 8. August. (Drahtbericht.) Rach einer Meldung der Associated Preß aus Euer- navara in Mexiko überfiel eine größere Anzahl von Banditen auf der Landstraße in der Nähe von Puente de Jxtia etwa 80 Automobilisten, meist Mexikaner und Spanier, raubte sie aus und nahm ihnen die Automobile weg. Hieraus

überfielen die Banditen die Stadt Puente de Jxtia, plünderten das dortige Lagerhaus und die Bahnstation sowie einen soeben einsahren- den Eisenbahnzug aus, deffen Lokomotive sie loskoppelten und

unbemannt in wilder Fahrt weiterfahren ließen, in der Absicht, einen an­deren fälligen Zug zur Entgleisung zu brin­gen und auszuplündern. Die Lokomotive ent­gleiste jedoch bald, ohne Schaden anzurichten Der in Puente de Jxtia stationierten Bundes­garnison gelang es nach zweistündigem Kampf, die Mmditen zu vertreiben und einen Teil der Automobile wieder zu erlangen. Die Touristen wurden sämtlich unverletzt auf der Landstraße aufgefunden. In dem Kampfe wurden zahlreiche Banditen getötet oder verwundet, auch einige Bundessoldaten wurden verletzt. Der amerika­nische Botschafter Morrow verbrachte das Wo­chenende unweit der Stelle, wo der Ueberfall geschah, ohne von den Vorgängen etwas zu erfahren.

düngen ergaben, daß der Waggon mit der Leiche von Eisenbahnern, die der bäuerlichen demokra­tischen Koalition angehörcn, auf kroatischem Ge­biet abgekoppelt worden war, um das Begräb­nis Ristowitschs zu verhindern.

Hiir-endrrrg in Kiel.

Der Reichspräsident bei Schießübungen der Marine.

Kiel, 8. August. (Drahtbericht.) Reichspräsi­dent von Hindenburg traf heute früh gegen 2 Uhr hier ein, und verbrachte die Nacht in sei­nem Sonderwagen auf dem Hauptbahnhof. Um 8 Uhr wurde der Reichspräsident durch den Ehef der Marinestatiou der Ostsee, Vizeadmiral Dr. h. c. Raeder, und den Stadtkommandanten von Kiel, Kapitän zur See, Schumacher, auf dem Bahnhof begrüßt. In dem Empfang nahmen der seit einigen Tagen hier weilende Reichswehr­minister Grüner und der Chef der Marinelei­tung, Admiral Zenker, sowie zahlreiche hohe Offiziere der Reichsmarine teil. Rach der Be­grüßung begab sich der Reichspräsident an Bord des LinienschiffsSchleswig Holstein", von wo er btn Schießübungen der Marine auf daS FernlenkzielschiffZähringen" beiwohnen wird.

Feuerschein über Neapel.

Neuer Vesuvausbruch. Dörfer nicht gefährdet.

Neapel, 8. August. Rach einer vom Vesuv- observatorium veröffentlichten Mitteilung öffnete sich gestern gegen Mittag im südwestlichen Ab­schnitt des Vesuvkraters ein Feuerschlund, aus dem unter Explosionserscheinungen ein starker Lavastrom hervorquillt. Die helleuchtende Waffe bildet einen ovalen See von etwa 70 Metern Durchmesser, aus dem sich zwei große weitz- glühende Ströme ergießen. Der kleine Erup­tionskegel, deffen Spitze in einer Länge von etwa

30 Metern abgesprengt wurde, wirft unter starken Explosionen aus einer etwa 40 Meter im Durch­messer betragenden Oeffnung größtenteils schwarze Mallen heraus. Die Seismographen des Observatoriums befinden sich seit über einem Monat in lebhafter Bewegung und haben zahl­reiche Erdstöße und lokale Erdbeben verzeichnet. Die um den Vesuv gelegenen Dörfer find zum Glück nicht in Gefahr.

Slater ist entschädigt.

120 000 Mark bietet die englische Regierung.

London, 8. August. (Drahtbericht.) Die eng­lische Regierung hat Oskar Slater einen Betrag von 6000 Pfund als Gnadenzahlung für unschul- dig verbüßte Gefängnisstrafe angeboten. Slater hat das Angebot angenommen.

Lin Tag der Flug-Unglücke.

Mer Tote im Bombenflugzeug.

Paris, 8. August. (Drahtbericht.) Bei dem Abstrrz des Bombenflugzeuges in der Nähe von Revers, über den bereits berichtet wurde, find sämtliche vier Insassen, ein Hauptmann, ein Offizierstellvertreter und zwei Serganten um8 Leben gekommen. Der Absturz ereignete fich be. einem Uebungsflug, der in der Nacht von Pou aus mit dem Ziele Mainz unternommen wor­den war.

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Vie Stteckenrekordfiieger verunglückt

Rio be Janeiro, 8. August. (Drahtbericht.) Die italienischen Flieger Ferrarin und Delprete, denen vor etwa einem Monat ein Streckenrekord­flug Jtalien^Südamerika gelang, wurden bei einem Flugzeugunfall schwer verletzt. Ferrarin brach beide Beine, Delprete erlitt einen Sinn­bruch und Halsverletzungen.

Die Erde kann mebr als drei Mal so viel Men­sche» «ruäbreu, wie beute leben. Verminde­rung der Begabungen durch Nachwuchsbeschrau, tuns. Genies ans kinderreichen Familien.

Die Nachwuchsbeschränkung hat in Deutsch- land einen Grad erreicht, der die Regierungen mit besonderer Sorge erfüllt. Insbesondere das preußische Wohtsahrtsministerium ist wie« derholt gegen die Nachwuchsbeschränkung her« vorgetreten und ließ mehrfach öffentlich bei Meinung Ausdruck geben, daß die Nachwuchs-, beschränkung, die ja jetzt von allen Volksschick)« ten und ausgesprochen stark auch von der Land- bevölkerung ausgenommen worden ist, für Deutschland sich verhängnisvoll durch den Aus« fall von Talenten auf allen Gebieten gestalten müsse. Unsere Wirtschaft gerate in Gefahr, den Vorsprung in der Qualitätsarbeit und der Herstellung wertvoller Aussuhrwesen auf den Weltmarkts mangels genügend intelligenten Nachwuchses zu verlieren. Die amtlichen Stel­len haben sich damit zu Besürwortern der Auf« fassung gemacht: daß der erforderliche Jntelli- genznächwuchs nur durch eine

möglichst große Masse von Nachkommen gesichert werde. Dem gegenüber vertreten be­kanntlich die Vorkämpfer der Nachwuchsbeschräu' hing die Auffassung, daß Deutschland und an­dere Länder übervölkert seien, und daß es da­rauf ankomme, möglichst wenig Kinder mit ge- stelgetter Behutsamkeit aufzuziehen, in der Äeinung, daß bann ein zahlenmäßig vermin­derter, in körperlicher und geistiger Hinsicht aber überlegener Nachwuchs gesichert sei. Ueber den Ernährungsspielraum der Erde liegen bereits ziemlich genaue Ermittlungen von Wiffenschaft- lern vor. Professor Penck hat die kultivierbare Fläche der Erde unter Berücksichtigung der ver­schiedenen Bodenarten und der klimatischen Ver­hältnisse an sämtlichen Erdteilen berechnet und meint, daß die Einwohnerzahl der Erde bei Ausnutzung alles Kulturbodens sich im Rahmen von 8 Milliarden Menschen halten muffe, das würde heißen, daß die beute die Erde bewoh­nenden 1,8 Milliarden Menschen sich um das Vierfache vermehren könnten. Wenn deshalb heute bereits in weiten Gebieten der Erde ge­hungert wird, dann ist dafür die

ungeregelte Verteilung der Menschen auf unserem Planeten, nicht aber feine Lei­stungsfähigkeit in der Hervorbringung von Nahrungsmitteln verantwortlich zu machen. Eine Vervierfachung des Menschengeschlechtes erscheint auf den ersten Blick in weite Ferne ge­rückt; wenn man aber weiß, daß zur Zeit rund 100 Millionen Menschen jährlich mehr an den irdischen Eßtisch gesetzt werden, dann mutz man die Erweiterung der Kulturslächen oder die Be­schränkung des Nachwuchses heute schon als zeitgemäßes Problem betrachten. Ebenso dring­lich scheint eine richtige Verteilung der Men­seln auf die einzelnen Erdteile zu werden. Professor Rubner, der bekannte Ernährungs- wiffenschaftler, nimmt an, daß Europa-Asien bei gegenwärtig 1440 Millionen Einwohnern noch 640, Afrika mit seinen 126 Millionen noch 2194 Australien mit 9 Millionen noch 471, Nordame­rika mit 162 Millionen noch 958, Südamerika mit jetzt 63 Millionen, sogar noch 1937 Milli­onen Menschen mehr aufnehmen und ernähren könnten,Wenn Professor Pencks Rechnung stimmt Für Deutschland wird von zahlreichen Agrar- und Ernährungsfachverständigen angenommen, daß es bei voller Ausnutzung der kultivierbaren Oedländereien sogar noch 40 Millionen Men­schen mehr als heute aus eigener Kraft ernäh­ren könnte, wenn die heutigen Erkenntnisse über intensive Bodenbewirtschaftung allgemein zur Anwendung gebracht würden, obwohl Deutsch­lands beiwertem größter Einfuhrposten zur Zeit so dringliche und so leicht in Deutschland selbst zu erzeugende Nahrungsmittel. wie Brotgetrei­de, Butter, Fleisch, und Eier sind. Ueber die Frage der Abhängigkeit der

für Deutschlands Zukuntt unentbehrlichen Begabungen

von der Masse des Nachwuchses hat Hof. Lob- kemann sehr reiches Material gesammelt. Er sand, daß die meisten Genies aus kinderreichen Familien stammten, die sich als ergiebiger Nähr* boden für einen tatkräftigen Nachwuchs erwie» sen, da alle Eigenschaften in der Richtung des .erfolgreichen Daseinskampfes, der Ursprünglich« (eit, Selbständigkeit, Anspannungsfähigkeit an gegebene Verhältnisse und manches ähnliche, ist der kinderreichen Familie zwangsläufig stärket betont werden, als bei Einzelkindern.

Die Hochzüchtung bet Einzelkinder, die von der Nachwuchsbeschränkung erwartet