Einzelbild herunterladen
 

Meler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

18. Jahrelang

Dienstag, 16. Oktober 1928

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig

ghimmer45

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig

Landung nicht vor heute abend

I

Lrröenöorff geht nach China?

Moskau hat ihn als Militärlehrer empfohlen.

London, 15. Oktober. (Eigene Drabtmelduntz.) Ein diplomatischer Korrespondent schreibt zu dem Preffegerücht, daß General Ludendorff von

Viermal ausgesuchtes Pech.

Aber Ozeanschiffrn geht eS noch viel schlimmer Friedrichshafen, 15. Oktober. (Eigene Draht­meldung.) In leitenden Kreisen äußerte man sich hier dahin, daß der Graf Zeppelin ausgesuch­tes Wetterpech habe. Er scheine sich dabei gerade um solche Wetter gehandelt zu haben, die zahl­reich an dieser Küste auftreten und deren Regen- und Sturmwellen mit so großer Schnelligkeit auftreten, daß die Wetterstationen oft davon überrascht werden. Bet diesen Stürmen würden selbst große Seeschiffe oft in ihrer Fahrt­dauer um vierundzwanztg Stunden aufge­halten und erlitten noch andere Dinge als das Luftschiff. Man hegt hier absolutketneBe- sorgnisse um eine gute Ankunft in Lakehurst. Vielleicht geht sein Weg sogar über Washington

Paris, 15. Oktober. Die gestrigen General- ratswahleu in Frankreich find ruhig verlaufen Nur in einem Dors auf Korfika wurden bei einer Schlägerei ein Stadtverordneter getötet und sechs Wähler verletzt. Die bisherigen Ergebniffe las sen kaum eine Aenderung in der politischen Zu sammensetzung der Generalräte erkennen. Im Elsaß find mehrere Autonomisten erfolgreich ge­wesen, so find Ricklin und Rossee, deren Wählbarkeit bekanntlich noch unklar ist, an der Spitze. Die Autonomisten HauS, Brogly und Antoni wurden ebenfalls gewählt.

der Nanking-Regierung eingeladen worden sei, die südchinefischen Armeen zu reorganifieren; Ludendorss habe niemals eine seindliche Ein- stellung SowjetrutzlandS gezeigt und eS könne daher durchaus möglich sein, daß Moskau mit seinen engen Beziehungen zu General Feng diesem dir Zuziehung von General Ludendorss empfohlen habe. Die astatischen Länder schätzten nicht so sehr die technischen Fähigkeit der deut- scheu Militär, sondern fühlen sich vor dem Land ohne Kolonien völlig stcher.

Hermes Gyttonuearve» m Wonchou

Warschau, 15. Oktober. Minister Hermes hatte nach seiner Rückkehr aus Berlin eine ein­stündige Konferenz mit dem polnischen Handels­bevollmächtigten TwardowSki, den er über die Stellungnahme des ReichSkabinetts gegen­über den Postulaten der polnischen Regierung zum Handelsvertrag informierte.

London. 15. Oktober (Eigene Drahimeldung.) Die einzige Rachtmeldung besagt, daß das Luft­schiff um 3 Uhr die Nordwestrckc des Bermuda- Archipels überflogen hat. Das Luftschiff kommt nur fehrlangsamvorwärts Um 5 Uhr 30 soll eS fich 150 Meilen westlich der Bermuda Inseln mit Kurs auf Kap Hatteras be­funden haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte es Lakehurst nicht vor Mittag er­reichen können.

Aus dieser Meldung schließt man, daß das Luftschiff, nachdem cs gestern abend nur noch einige hundert Meilen von Kap Hatteras ent­fernt war. durch die dort herrschenden Stürme gezwungen wurde, seinen Kurs derart zu ändern, daß es fich geradezu in der Rück­fahrt befindet.

Nicht nur weil Deutschland sehr große Men­gen an Kapital braucht, um zu rationali­sieren, zu fabrizieren, zu exponier-n alles im Dienste des Dawesplanes. son­dern weil man aus Deutschland grobe Neue­rungen aus dem Gebiet der Technik, große u m- wälzende Erfindungen erwartet, kurz, ungeheure Dinge, an denen Amerika beteilige sein Will, einmal um technisch und Wissenschaft lich aus der Höhe zu bleiben, zum andernmal damit die Dollars, die man in Deutschland sät, reichliche Ernten bringen Daß nun gerade ein solches Meister- und Musterwerk deutscher Wn- senschast und Technik wie der .Gras Zeppelin- geführt von dem hier so populären Dr Eckener nach Amerika kommt, ist den Plänen amerika­nischer Hochfinanz sehr günstig. Freilich vor einer Enttäuschung ist zu warnen: In feste Ver­kehrslinien werden sie wegen des noch zu gro­ßen Navigations- und anderer Risikos lhre Millionen noch nicht stecken.

Aber die Amerikaner lauern aus andere deutsche Erfindungen, gan, besonders auf che­mischem und auf motorischem Gebiet. Ich brau­che nur an die Probleme der Erzeugung von Oel aus Kohle und aus Holz, an die Verarbei­tung gewisser wertloser Abfallstoffe zu Krast- futtermitteln. die Ausnützung der Molekular- kräste des Wafier zu kalorischen und motorischen Zwecken zu erinnern, die man heute in Deutsch­land mit den Schlagworten »Wasser als Brenn­stoff- und .gebändigtes Knallgas- bezeiknet Es wird Sache der deutschen Wirtschaftsföhrer sein, den nach Deutschland sttebenden Dollar nach den Stellen hinzuleiten, wo er am nutzbarbringenv- sten für bi: Wirtschaft des eigenen Lan­des verwendet werden kann. Und da rst es vor allem das Gebiet der Kraftwirtsckaft. der Erzeugung billigen elektrischen Sttomes, wo Deutschlands große und dauernde Belange lie­gen. Von der Verbilligung ber elek­trischen Straft hängt die Zukunst Deutsch­lands. die Ueberwindung der Schwierigkeiten des Dawesplanes ab. Die deutsche Wissenschaft und Technik haben das Problem gelöst ohne viel Lärm zu machen. Die betreffenden deut­schen Arbeiten find in Amerika registriert wor­den. und eine große technisch-wissenschaftliche Vereiniouna bat einen deutschen Ingenieur auf* gefordert, auf ihrem im Herbst stattfindenden Kongreß persönlich einen Vorttag zu halten Die deutsche Wirtschaft wird eS hoffentlich ver­stehen, die amerikanischen Dollars möglichst für deutsche Interessen zu verwenden Für bte Ban­kers wirb noch immer rin anlockenber Gewinn übrigbleiben, denn ber Zinsfuß in Amerika ist fetzt so niedrig, daß man ihn in Deutschland leicht überbieten und bock noch ein für Deutsch­land segensreiches Geschäft damit ma­chen kann. Es hängt eben alles davon ab. da? amerikanische Kapital in wirklich entsprechenden Unternehmungen anzulegen.

Wo sind toir jetzt?

Wie der Zeppelin seinen Weg findet.

Eckener m«6te leine« Luftrlelen lozni-se« Ins Ungewiße binansfteaern. de«« lei« Kurs »ich fottlattfenb durch die augenblicklich herrichende« Wiiter«»gsverbältnille diktiert. Ma« weicht den Unwetter«einfach aus. Das birt fich alles le «chdu und einfach a». Aber esift iu Wirklichkeit eine der Ich wi er laste« » S «- #e. die ein Sterblicher von Hente rn erlernen vermag, wie nnfer fachkundige Mitarbeiter in folg, lelchtfahlicheu «»gaben erkennen lastt.

Die wichtigste Grundbedingung feder Navi­gation ist natürlich die Kenntnis der iederzeltt- gen Position. Die Schiffsoffiziere müssen als» zunächst bauernd den Standort aufnehme«. Wenn das Schiff am hellichten Tag über e ne bekannte Landschaft fährt, so ist das noch eine einfache Sache. Obgleich auch dann Täuschun­gen eher möglich find, als man gemeinhin an- nehmen möchte. Diese Möglichkeit schwindel so­fort, wenn in der Nacht oder über dem Boden- nebel oder wie jetzt über dem offenen Meer geflogen wird. Auch dann spielt die K a r l e selbstverständlich die Hauptrolle. Aber ti Ift äußerst schwierig, gerade aus der Karte die Po- sttion festzustellen. Sie ergibt sich zunächst aus der Fahrtrichtung und der Geschwindigkeit. Die Fahrtrichtung zeigt ber magnetische oder Krel- elkompaß an. Die Geschwindigkeit zeigt die »genannte Pitotröhre, in welcher der Stau» d r u ck der Lust vor der Führergondel gemessen wird. Sind beide Größen bekannt, so laßt sich daraus theoretisch fortlaufend die Position bo- stimmen. Theoretisch! Denn der Kurs des Schis- fes wird fast immer durch Windstromungen be­einflußt. Weht der Wind zum Beispiel seitwärts mit zwanzig Metersekunden, so wird das Schm in der Sekunde um zwanzig Meter seitwärts abgetrieben. Weht er von vorne, wird die Ge- schwindigkeit in der Sekunde um zwanzig Me- ter herabgesetzt, weht er von rückwärts, so fahrt das Schiff um zwanzig Metersekunden schneller. Es kommt also darauf an. auch Windstärke und Windrichtung festzustellen. Und das ist bei Luft­schiffen, die nicht, wie der Meteorologe auf der Erde, einen festen Punkt zur Verfügung haben, äußerst schwer. In günstigen Fällen können

Rauch- ober Lichtbomben

Dek Dollar machte.

Ursachen für das Zeppellnsieber.

(Von unserem Newyorker Berichterstatter.)

Newyork, im Oktober

Die Freiheitsstatue m unserem Hasen »atict auf den »Graf Zeppelin" Trotz der Aufregung ber Wahlkampagne wird Die Ankunft des »flie­genden Hotels' eine große Sensation sein Und mehr als eine Sensation Die Presse wird sich von mehr begeisterten als geistvollen Artikel über Völkerversöhnung ergehen, sie wiro den Sieg des in Technik umgesetzien menschlichen Wissens Preisen aber eigentlich steckt doch et­was anderes, etwas Reelleres. Positiveres hin­ter all den schönen Phrasen, die im Dollarrelch gedruckt, geredet und gefunkt werden DaS Re­elle, Positive ist der Wunsch aller großen und kleinen Dollarsürsten. Gewinne im Auslände »u erzielen und zu diesem Zwecke ein Land zu fin­den, wo man sozusagen ergiebige Dollar- Plantagen anlegen kann Als ein solches Land aber erscheint den BankeeS jeden Tag mehr und mehr Deutschland Und man betrach­tet Eckeners Luitreise nach Amerika unter dem Gesichtspunkt einer großartigen Reklame ober sagen wir anständiger: Propaganda die Deutschland für feinen Kredit unternimmt und der man in Amerika mit Liebe entgegen- steht Die amerikanische Wirtschast. mit Gold bis zu dem Grade übersättigt, daß sie keine fruchtbaren Anlagemöalichkeiten mehr im eige­nen Lande sieht, erwartet grobes Heil von Deutschland, Dem »amertkanisiertesten- Lande Europas. Frankreich ist man wegen seiner mili­tärischen Allüren nickt wohlgesinnt England beargwöhnt man wegen seines nahen und ge­heimen Liebesverhältnisses zu Frankreich, Ruß­land und China sind zwar die großen Zukunsts- koffnungen. aber es bestehen doch noch viele Hindernisse ihrer Erschließung und so wen­det sich der Drang nach guter Dollaranlage ganz natürlich Deutschland zu

»nieiaenoteif«: iStnbttmiW l»el»aft»anwtaen Me mm-Setk 10 -1 auswärtige Setchältsan,eigen Me mm Heile 10 4 Famitienanzeigen 6te mm-Setle 10 4 yle,ite Anzeigen anS Saget baS Kort 6 4 auswärtige Kleine Anzeigen btt mm- 3?He 10 Trumen Me mm-Selle 98 4 CffertgebüM «4 'bei -Zustellung 85 4> Rechnungsbeträge innerhalb 5 ragen i-blbir ^i die Richtigkeit aller durch iternlvrecker aulaegebenen «n,eigen fo®le für flnfnabmebateTi nnb »labe kann nick, aarattfiert werden Mx Antigen mir besonders Awirrtaem Latz Prozent Auttchlan Truderct: 'ScbkichtboHtr 9^80 AeickattAstelle; Stöln ®tr. 6.

annähernd sicheren Aufschluß geben. Sonst aber ist der Luftschifser genötigt, bei in der Nahe Ik- genden Schiffen anzufragen, welche Windrich­tung und Stärke sie gemessen haben. Für den Notfall werden die angeführten Behelfe genu- gen. Aber soweit es nur irgend möglich ist, ver- sucht die Schiffsleitung, eine Bestätigung ihrer eigenen Berechnungen durch die Funkpei­lung zu erlangen. Sie ruft zwei ihr ber -»age nach bekannte Küstenfunkstationen an. Der Bord­funker stellt nun genau bie Himmelsrichtungen fest, aus benen bie Rufzeichen ber antwortenden Stationen kommen. Diese Richtungen werden auf der Karte aufgetragen. Der Schnitt- vunkt ber beiden, von den betreffenden Sta­tionen ausgehenden Linien ergibt annähernb genau den Standort des Schiffes. Es kann na­türlich auch Vorkommen, daß eine sunkentelegr»- phische Verbindung mit zwei Stationen zur an- nähernd gleichen Zeit nicht möglich ist. Dan« bleibt alS

letzter und äußerster Notbehelf

p - agronomische Positionsaufnahme nach Art .er bei der Seeschiffahrt gehandhabten Methode. Die Himmelskörper werden dann von einer klei- nen Plattform ans beobachtet, die sich auf dem »Rücken- leben Luftschiffes befindet. Hat «u« das Schiff seinen Standort festgestellt, so gilt es. den weiter zu verfolgenden Kurs zu bestim­men. Dieser ist, wie schon gesagt, von ben Wit­terungsverhältnissen abhängig. In ber Nähe der Kontinente ist die Situation verhältnismäßig einfach. Die Küstenfunkstationen senden Anga­ben, die dann in die an Bord befindliche Wet­terkarte eingetragen werden. Sie enthalte« dann alles Notwendige. Barometerdruck. Wind­verhältnisse. -stärken, -richtungen und so weiter. Der »Graf Zeppelin- hat sogar eine Bild- empsangsanlage an Bord, mit deren Hil­fe er fertige Wetterkarten empfängt. Besonders in ber Mitte beS OzeanS wirb man aber ver, suchen, mit

möglichst viel Schiffen Verbindung

aufzunehmen und von ihnen Witterungsberichte einzufordern. Deren Angaben werden bann in die Wetterkarte eingetragen, und man erhält so ein rohes, aber doch wohl hinreichendes Bild ber Wetterlage. Ist bie augenblickliche Wetterlage also bekannt, fo wirb ber Kurs des Schiffes so gedreht, baß bie ungünstigen Gebiete nickt be­rührt, also umflogen werben. Der »Graf Zeppe­lin- verfügt bei dieser Fahrt über eine Kraft«

Zeppelin im Sturmlabyrinth. Zweimal über den Bermudas. 80 Meilen in siebzehn Stunden.

London, 15. Oktober. (Eigener Trahtbericht.) Die Blätter machen darauf aufmerksam, daß der Gras Zeppelin" feit Ueberfliegung Der Bermu­das vor beinahe zwölf Stunden geringe oder garkeiueFortschritte gemacht habe. Ein Blatt überschreibt bie letzten Mitteilungen:17 Stunden um 80 Meilen zu fliegen" mb stellt Meldungen gegenüber, wonach derGraf Zeppe­lin" sich nur etwa achtzig Meilen von Bermuda entfernt befinde. Auch in den übrigen Blättern wird auf bie außerordentliche Stärke des Sturmes hingewiefen, in den bas Luftschiff hineingeriet.

Ausführliche Berichte über bie abenteuerliche Sturmfahrt desGras Zeppelin" enthält bie heutige Ausgabe derKasseler Neuesten Nach­richten".

* *

wie die Nerven fiebern.

Frau Miller stirbt vor Aufregung.

Newyork, 15. Oktober. (Funkdienst.) Die 77- jährige Frau Marie Miller starb vor Auf­regung auf dem Flugplatz Lakehurst, wo fie ininitten einer gewaltigen Menschenmenge Die Ankunft des Luftschiffes erwartete.

* * *

Friedrichshafen, 15. Oktober. (Privattele­gramm.) Nach den letzten Wettermeldungen liegt das Tief östlich des amerikanischen Kontinents immer noch an derselben Stelle. Das würde er­klären, warum Graf Zeppelin bei dem starken

Nordwest, den er auf seiner Route nach Newyork antraf (30 Sekundenmeter) nach Süden abdrehte und das Hoch südwestlich der Bermuda-Inseln zu erreichen versuchte. In diesem Manöver ist das Luftfchiff wieder

stark nach Osten bis über die Inselgruppe abgetrieben

worden. Nachdem nun Graf Zeppelin jetzt das Hoch erreicht hat, dürfte er mit seiner verringer­ten Geschwindigkeit frühestens gegen 16 Uhr Kap Hattaras rereichen. Graf Zeppelin fährt nur mit halber Geschwindigkeit, weil er durch bie am Sonnabend erlittene Beschädigung in der Erzielung hoher Geschwindigkeiten gehemmt ist

Der schwerwiegendste Grund aber ist: Man will möglichst an Betriebsstofs sparen, da es immerhin noch möglich ist, daß daS Luftschiff

Die flafitlei Reueltea Nachrichten ertche'nrn wöchentlich ledjemal nachmittags. Der ilboanemenisvrei» btträgi für den Monat 2.20 4 bei freier ,-iultellung ns Haus in der i»eichüilsftell« abgevolr 2 - 4 Dur» bie «oft monatlich 2.20 4 ausichlieftlich .-zuftellungSgedühr üernlorecher 951 ond 952 Für unverlangt eingeiandie Beiträge kann die Redaktton eine Verantwortung oder Bewahr m keinem -falle übernehmen Rück^blnnaen deS BemaSgeldeS oder Aniorüche Wegen etwaiger nicht ordnungSmdftiger Lieferung ift auSge'chloücn. Poftfcheckkonto itranffun n M Nummer WO Tinnlnnmmer 10 4 TonntagSnummer 20 »

Nur mit halber Kraft vorwärts

Wie Eckener den Stürmen entflieht.

Das Naß stimmt gegen Paris

Wahlsiege der Autonomisten. Sonst keine politische Uebermschung.

kurz vor Erreichung seines Zieles starken Gegenwinden ausgesetzt ist und jetzt

schon über hundert Stunden in der Lust ist Die Strecke von Kap Hatteras nach New- yo k beträgt 700 Kilometer, sodaß günstigenfalls das Luftschiff in den späten Abendstunden europäischer Zeit den Landeungsplatz er­reichen dürste. Das Wetter in Lakehurst ist jetzt besser geworden. <

* * *

Der Erfolg umso größer.

Wie Amerika das Flugdrama bewertet.

Newyork, 15. Oktober. (Durch Funkspruch.) < Der Unterslottensekretär Warner klärte in Lakehurst vor Pressevertretern, .rf der Flug deS Zeppelin besonderSh.^ bewertet wer- den müsse, weil der Zeppelin bewiesen habe, daß er trotz großer Schwierigkeiten nicht zu landen gezwungen worden sei. Marine- technisch gesehen komme es auf die Ausdauer des Luftschiffes an. Der Flug sei daher gerade in dieser Beziehung ein großer Erfolg.

* * *

2ine Wege jum Flugplatz verftvpsi.

Lakehurst, 15. Oktober. (Funkdienst.) In­folge des unausgesetzten Zustroms von Menschen, ist auf allen Landstraßen in einem Umkreise von zwanzig Meilen eine betätige Menge von Kraft­fahrzeugen im Anrollen, baß der Verkehr völlig g e st a u t ist. Auf der neun Meilen langen Land straße Lakewood-Lakehurst stehen die Automobile in dreifachen Reihen, fie müssen stundenlang warten, ehe fie wieder ein paar Meter vorrücken können.

«Das Luftdrama vom Sonntag wird auf bet 1. Seite 2. Beilage ausführlich geschildert. D. R.) * * *

Die letzten 700 Kilometer.

Standort von heute Bormittag.

Washington, 15. Oktober. (Durch Funkspruch.) Nach dem letzten Funkspruch war die Position des Zeppelin um 9,50 Uhr morgens annähernd 480 Kilometer östlich von Kap Hatteras.

Newyork, 15. Oktober. (Durch Funkspruch.) Ein Dampfer berichtet, daß er um 9 Uhr vor­mittags das Schiff geflchtet und mit ihm in Verbindung gestanden habe. Es befand fich 700 Kilometer südöstlich Lakehurst. Das Luft­schiff flog niedrig. DaS Wetter ist klar bei ge­ringen Winden.