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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 263.

Einzelpreis Wochentags 10 Pfennig.

Dienstag, 6. November 1928.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig

18. Iahraang

Voincare noch nicht reif zum Sturz.

des Luftschiffes bewundern. Es mutz wahrlich eine Lust sein, mit einem solchen Schiff zu rei­sen. Auch das Landungsmanöver des Graf Zep­pelin machte in seiner Exaktheit aus der Vogel­schau einen überwältigenden Eindruck.

deuten hat, zumal auch der jetzige Gebieter im Weißen Haus, Coolidge, schon jetzt Hoover btt Steigbügel hält.

dium des Feldzuges, die Zeit der Reisen und Reden, das persönliche Heraustreten der Kan­didaten zum Kampf und Werben um das höch­ste Amt der Nation. Gleichzeitig mit der Ab­reise Hoovers von seinem

ersten Ranbzng in die Farmstaaten des MittelwestenS. In den Vereinigten Staa­ten gibt es ein Gesetz, daß den Parteien schon

tographen unablässig an der Arbeit sind; vier­zehn Tage lang immer das gleiche Bild. Al Smith, man nennt ihn den .glücklichsten Kam»

Berlin, 5. November. (Durch Funkspruch.) Um 8 Uhr 45 ist das LuftschiffGraf Zeppelin« über dem Flugplatz Staaken cingetroffen. Das Luftschiff überfloa den Flugplatz in 200 Meter Höhe unter dem brausenden Jubel der Menge und fuhr in Richtung Berlin weiter.

Berlin, 5. November. (Funkdienst.) Kurz vor 9 Uhr erschien der Zeppelin über der Stadt. Trotz des regnerischen Wetters waren die Dä­cher besetzt mit Schaulustigen, die das Lustschiss mit Jubel begrüßten, das seine Schleifen­sah rt über dem Osten und Norden der Stadt fortsetzte und dann nach Staaken zu entschwand.

Die schlafende Ministerkrise.

Herriots Partei will Poincart noch nicht stürze«.

Paris, 5. November. Die Radikale Partei billigte Herriots Widerstand gegen die Zulas­sung religiöser Orden und Misstonsgefe-llfchaf- ten und forderte u. a. einjährige Dienstzeit, Schäftung eines endgültigen ReparationS- shstems, obligatorisches Schiedsgerichtsverfahren, Anerkennung des uneingeschränkten Gewerk- schastsrechtS. Kein radikaler Parlamentarier darf an einer Regierung teilnehmen, die nicht diese Richtlinien einhält. Minister Herriot warnte

Viel erlebt.

Auf Wahlreise mit Al Smith.

AlS einziger Europäer im Präsidentcnzug.

Die Riesendimenstonen bes amerikanischen Präffdentschastskamofes rieben jetzt aller Ange« ans sich. Wir sind in der Lage, unseren Lesern eine Sonberpartie im Wabl-Sonberzng bes nassen" Kandidaten Al Smitb zu «ermitteln, an besten Wablreise als einziger Europäer der deutsche Georg Richters (Erfurt) teilaeuommen hat, der sich zu journalistischen Studien in U. S. A. ausblelt. Hier seine Eindrücke:

Die Fahrt ist vorüber. Eben war zwischen Milwaukee und Chikago die letzte Pressekonfe­renz, dann Abschiednehmen und Händeschütteln. Nun blicke ich, während ich langsam mit mei­nem Koffer über die Bahngleise der kleinen Rangierstation steige, noch einmal auf den Zug zurüch der noch einige Minuten hier halten wird, ehe er nach dem Osten zurückfährt. Mein Blick geht die lange Reihe der Wagen entlang, in deren Fenstern sich die Abendsonne spiegelt und verweilt noch einen Augenblick auf der Menschenmaste, die sich um das Ende des Zu­ges geschart hat. Dort steht Governor Smith auf der offenen Platftorm des letzten Wagens, grüßt, »schüttelt Hände" mit den Nächststehen­den u. beantwortet launig ermunternde Scherz­worte, die man ihm zuruft, während Prestepho-

wieder glücklich gelandet!

Wie sie den Zeppelin auf dem Flugplatz niederholten.

Staaken, 5. November. (Privattelegramm). Gegen 9 Uhr 20 senkte sich das über dem Platz kreuzende Luftschiff. Begeisterte Zurufe ertönten, die Kapelle spielte das Deutschlandlied. Auf ein Signal springt die Haltemannschaft zu dem Luftschiff. Es steht dicht über den Mannschaften Immer tiefer senkt sich der Vorderteil des Schiffes. Die Mannschaften halten die Halte­taue, das Luftschiff ist gelandet. Es ist 9,46 Uhr.

Um 9 Uhr 48 Minuten setzte die Führiraon- del zur Landung 300 Meter vom Ankermast ent« sernt auf. Das Luftschiff liegt quer zum Anker, mast.

Wer möchte nicht mitfliegen!

Bon fieben Flugvögeln geleitet.

Berlin, 5. November. (Funkdienst.) Als eine Staffel von fünf Flugzeugen in Sicht kam, die von Staaken aus dem Luftschiff entgegengeflogen war, erhoben flch auch die beiden Großflugzeuge

. . Hauptquartier Wa­

shington in die Neuenglandstaaten fährt der Tonderzug des Governors Smith aus Albany, der Hauptstadt seines Staates, Newyork, zu seinem

netts und aller maßgebenden Beamten (und mei- stens auch der unwichtigen Stellen aber das fällt unter das Kapitel: Parieikrippe) und eine Aenderung der Richtlinien in der gesamten Po­litik auf dem Spiel, was naturgemäß dem Land alle

vier Jahre große Beunruhigung bringt. Der besondere Wahlnachweis wird in Amerika verlangt von einem Präsidentschafts­kandidaten und seinen Beratern ein sehr genau­es Studium der besonderen Bedingungen eines jeden Staates und schon für die Annahme­rede der Kandidatur ein geschicktes Herausstellen von Programmpunkten, die in möglichst vielen Einzelstaaten eine günstige Resonanz findet. Der Umstand, daß außerdem gleichzeitig mit der Präsidentenwahl in vielen Staaten die Wahl der Governors (Staatspräsidenten) und der Ab- geordneten für den Kongreß vorgenommen wird, trägt noch ein Uebriges dazu bei, das Schicksal einer nationalen Frage von unendli­chen Imponderabilien und oft von persönlichen Intrigen lokaler Art abhängig zu machen. Es läßt sich danach ermesten, wieviel besonder- in der letzten Zeit des Kampfer auf die

Geschicklichkeit der Wahlleitung einer Partei und ihr schnelles und wirksames Reagieren auf jede neue Entwicklung im ständig wechseln­den Bild der Schlacht ankommt. Die aufgewühl­te Wählerschaft ist den Einflüssen der Propagan- da stärker zugänglich, von der lebendigsten Presse der Welt über alle Phasen und Einzelheiten der Entwicklung des Feldzuges unverzüglich unter­richtet und durch alle ihre Schichten von dem­selben angeborenen Interesse beherrscht, daS man hier jeder Art von Sport oder Kampf zu­wendet. Es ist dasselbe Volk, das die Arenen der Baseballspieler und Borkämpfe mit Zehn­taufenden von Zuschauern füllt. . . Und ist eine Präsidentenwahl nicht zunächst auch nur ein gi­gantisches Duell zweier auserlesener Kämpfer vor dem Forum der Nation? Nach endlosen Vorbereitungen beginnt, etwa zwei Monate vor dem Wahltage, das entscheidende Sta-

Nachtsahrt im Lrrftsalsn.

Wenn das größere und stärkere Schiff kommt.

An Bord des Grafen Zeppelin, 5. November. ^Privattelegramm.) Der Mond im letzten Vier­tel steht am Himmel. Sterne leuchten in die kühle Novembernacht, das Wetter ist also gün­stig. Da wir Zeit haben, können wir uns einen Umweg leisten. Im Salon herrscht reges, ge­selliges Leben. Dr. Eckener selbst begrüßt seine Gäste, die von seinem anmutigen Töchter­lein und seiner freundlichen Sekretärin mit ei­nem Glase Schaumwein und Kaffee bewirtet werden. Im übrigen sammeln sich die Grup­pen um Dr. Dürr, den Erbauer des Luftschif- seS, um Kommerzienrat ColSmann, den kaufmännischen Leiter des ZeppelinwerkeS, um Dr. Maybach, den Schöpfer der berühmten Mo­toren, die sich so glänzend bewährt haben, und Die drei amerikanischen Marineoffiziere. Aus Berlin kommen schlechte Wetternachrichten, die mit einigem Kummer ausgenommen werden, weil sich alles auf den festlichen Empfang freut. Umsomehr kann das Luftschiff sich Zeit lassen. Bei der Unterhaltung über den Ort des künfti­gen Luftschiffhafens wird auch die Kandidatur Berlins oerreten. Es scheint jedoch, daß klima­tische Bedenken dieser Wahl entgegenstehen. Dr. Eckener will überhaupt ersi die neue Halle und das größere und stärkere Luftschiff gebaut sehen. Der jetzige Gras Zeppelin wird ja den Ozean nicht mehr sehen. Die Fahrt geht weiter über

Gießen, Marburg, Kassel, es ist 6% Uhr und am östlichen Himmel zeigt sich der erste Schimmer des TageS. Run schie­ben sich aber auch die Morgennebel zwischen das Lustschiff und die Erde, und ein frischer Wind saust um seine Flanken, nachdem bie gan­ze Nachtfahrt unerhört friedlich gewesen war. Braunschweig bleibt zur Linken. Um &20 Uhr wird die Elbe bei Tangermünde überflo­gen. Die Sicht läßt zu wünschen übrig.

Berlin, 5. November. (Funkdienst.) Unter nicht endenwollendem Jubel begab fich Dr.

entscheidung am 6. November noch tragen? Nicht nur die Stellung des Präsidenten ist hier eine andere, wie etwa in Deutschland, weil ihm hier neben rein repräsentativen Funktionen noch ein ungleich stärkerer Anteil an der praktischen, täg­lichen Regierungsführung zufällt, da er gleich- zeitig Chef des von ihm ernannten Kabinetts ist. Viel wichtiger ist, daß nur zwei große Par- teien um die Herrschaft kämpfen, jede mit einem festen Programm, das in wichtigen Dingen von dem der anderen abweicht. So steht bei jeder Wahl neben dem Wechsel der Person des ersten Bundesrepräsentanten ein Wechsel des Kabi-

Eckener zur Empfangstribüne. Reichsminister v. Guerard feierte bie Leistungen des Zeppe­lin und feiner Erbauer. Deutschland habe nie gezweifelt, daß es der Tatkraft Eckeners und dem Können der Besatzung gelingen werde, trotz aller Widrigkeiten die Ozeanfahrt zu vollbrin­gen. Die Fahrt fei ein Markstein für den transkontinentalen Verkehr. Oberbürgermeister Böß fprach die Hoffnung aus, daß Berlin ein Hafen des Weltluftschiffverkehrs werden möge. Die Berliner werden mit Eckener durch Dick und Dünn gehen. In das Hoch stimmte die Menge ein. Dr. Eckener unterstrich auch seiner­seits die Hoffnung, Berlin in einen regelmäßi­gen Luftschifsverkehr mit einzubeziehen. Rach der Begrünung fuhr Dr. Eckener zum Empfang beim Reichspräfidenten.

plötzlich war er -a.

Ankunft bei Rebel und Regen. Kein Massen­besuch.

Berlin, 5. November. (Funkdienst.) Die Stadt Berlin zeigte am frühen Morgen bereits Flaggenschumck. Es regnete feit Sonntag vor­mittag unaufhörlich. Die Sicht ist sehr schlecht. Gegen acht Uhr zeigt der Verkehr noch da- ge­wohnte Bild. In den äußeren Bezirken aber haben sich an allen freien Plätzen die Menschen angesammelt, auch die Schuljugend, die ausgezogen ist, um das Luftschiff zu be­grüßen Es herrscht Flaggenfriede. Reben den neuen Reichsfarben zeigen sich auch bie alten. Bei

dichtem Rebe» traf das Luftschiff Plötzlich völlig unerwartet auf dem Landungsplatz in Staaken ein, sodaß das Publikum völlig über­rascht war. Um 8 Uhr 50 hörte man das Surren der Motore über Berlin. Das Lufffchiff wurde dann sehr bald überall in der Innenstadt sicht­bar. In Staaken rollen seit dem ftühen Mor­gen in ununterbrochener Folge Auto um Auto an. Fußgängerscharen ziehen gleichfalls zur Lufffchifshalle, oder richtiger gefaxt zum Ankermast. Ein reichliches Aufgebot führt bie Absperrungsmaßnahmen durch. Es hat jedoch den Anschein, als ob der erwartete Massenan­drang nicht zur Taffache werden sollte, da die Bevölkerung jetzt arbeitet oder sich von dem trüben und regnerischen Wetter zurückhalten ließ. Die Reichswehr marschiert auf, um bei der Landung als Haltemannschast zu wirken. Im Osten der Stadt warf das Luftschiff einen Post- beutel für WolffS Telegraphisches Büro ab, der in einem Auto dem Empfänger innerhalb einer

(knappen Viertelstunde überbracht wurde.

der Lufthansa, um stck der Stasfel anzuschließen.

Unmittelbar darauf erschien das Luftschiff über ______ ....... ......... ..........

dem Flughafen und die sieben Flugzeuge führtest' Pen". Wird er diesen Beinamen nach der Wahl­es zum Ankerplatz, während ste immer und im- "' -- ' ' '

mer wieder den Graf Zeppelin umkreisten. Im­mer wieder konnte man die majestätische Ruhe

linier Zeppelin zeigt sich Stier Berlin

Schleifenfahrt unter brausendem Jubel der Massen.

Wahl-hala«.

Hoover eine Nasenlänge vor Smith voraus.

Schon kann man nach Stunden berechnen, wann in den endlosen Gebieten der Vereinigten Staaten das letzte Hallali geblasen wird, wann der Sieger des sechs Monate lang währenden, von Leidenschaften burd; tobten Wahlkampfes von den brausenden Jubelrufen seiner Anhän­ger dem zur Strecke gebrachten Gegner die Hand zur Versöhnung reicht, wann das amerikanische Volk und die ganze Oeffentlichkeit zu erfahren bekommt, wer Herr im Weißen Haus werden soll, ob es der populäre, feuchtfröhliche Al Smith oder derttodene Hoover sein wird. Man wird wohl anzunehmen haben, daß der Kandidat der Republikaner am Dienstag siegreich aus der Schlacht hervorgehen wird. Vielleicht ist seine Persönlichkeit nickt so beliebt wie die Al Smith's, des Mannes ans dem Voll, des Bohemiens aber Hoover kann et­was auf sein Erfolgskonto bucken, was ihm mehr nützen wird als die größte Volks­tümlichkeit. Hinter Hoover stehen die Wall­street. bte Banken, bie großen Wirtschastsunter- nehmer, die großen und kleinen Sparer und Rentner, die Kaufleute, also alle die Amerika­ner, die das Geld in den Händen haben Und welche Rolle das Kapital in einem ameri­kanischen Wahlkampf fpielt, das braucht man nicht näher auseinanderzulegen. Jrn übrigen sind es die Republikaner, die die Wahl .machen" Ihre Regierung hat den Staatsapparat in den Händen, ihre Partei verfügt über die Tradition einer fast f ech z i g jäh r i g e n nur zweimal unterbrochenen Regierungszeit. Ueber eine Re­gierungszeit, die keine Parlamentskrisen kannte, keinen plötzlichen Kabinettswechsel. Fast auto­matisch vollzog , sich alle vier Jahre das gleiche Spiel. Der Präsident trat zurück, es tarn ein neuer Präsident, autotnatisck wechselt« von zwei zu zwei Jahren der Kongreß. Und es waren Durchweg auch die Republikaner, die im Kon­greß sich die Mehrheit sicherten. Alles wurde so tm Lause der Jahre zu einer starren Form, zu einer Maschine, unter bereit eisernen Rä­dern neue Weltanschauungen, neue Erkenntnisse, neue Probleme der Menschheit zermalmt wurden.

Fast schien es zu Beginn dieses Wahlkamp­fes, als ob diesmal der Gegensatz der beiden großen amerikanischen Parteien durch die Be­tonung weltanschaulicher Ziele ausgefochten werden sollt«. Es blieb bet diesem Anfang. Der spätere Verlaus der Wahlkampaane zeigte bas übliche Bild der Wahlschlachten früherer Jahre, ein wenig vielleicht verändert durck ein beson­deres Ausmaß von Leidenschaftlichkeit und Wahlsieber. Auch die Prohibitionsfrage ver­schwand bald vom Programm. Sowohl Hoover als auch Al Smith stellten bewußt dieses um­strittene Problem In den Hintergrund, wenn auck bie Masse der Wähler selbst ganz genau wußte, wer von den beiden als .trocken" und als .naß" anzusprechen ist. Dieses fast still­schweigende Uebereinkommen der beiden Kandi- baten wurde getreulich innegehalten bis unmit­telbar vor dem Finish. Da legte Al Smitt) seine Starten offen aus den Tisch. In einer be- ieutfomen Rede in Chicago, der Stadt, in der Verbrechen und Korruption seit Einführung des Alkoholverbots einen besonders beängstigenden Grad erreicht haben, sprach der demokratische Kandidat über die Prohibiitonsfrage. und »war sehr bestimmt und sehr offenherzig. Als Prä­sident (so ihm das Glück hold ist) will er noch­mals einwandfrei feststeven lassen, was unter berauschenden Getränken zu verstehen ist. Er regt ferner Volksabstimmungen darüber an, ob alko- holische Getränke in Handel gebracht werden dür- fen ober nicht. Den Staaten, die sich al- ,trot­ten" bezeichnen, will er den vollen Schutz für ihre Prohibitionsgesetze lassen, dort aber, wo eine Mehrheit der Bevölkerung anderer Ansicht ist, will er dem betreffenden Staat das Recht ge­währleisten, die Frage nach eigenem Ermessen zu behandeln.

.Ich glaube", so schließt Al Smith seine letzte Programmrede, .daß in dieser Weise das Gesetz dem Willen des Volke- entsprechend ausgebaut

I Daladier, daß der Zusatzantrag zurückgenommen j werde. Die Bedeutung bet Tagung erblickt ein Matt darin, daß das Programm

weit von der Regierung entfernt ist. Andererseits hat bie Partei mit bet Ableh­nung deS Antrages Garnier erklärt, daß fie zur gegenwärtigen Stunde dieRegierungnicht zu stürzen wünscht. Wie werden die radika­len Vertreter im Parlament aus diesem Delem- ma herauskommen; zweiftlsohne, indem fie fich, wie bisher die Freiheit der individuellen Abstimung wahren. Die radikalen Parlamen­tarier sind nicht für die Unterwerfung unter das Parteikommando. Es ihnen aufzwingen zu wol­len, würde bedeuten, einer sicheren Spal­tung entgegengehen, was man bereits manch­mal befürchten konnte. Der radikale Kongreß hat die Verantwortung für eine Minister- fri fe nicht übernehmen wollen. Er begnügt fich damit, sie zu diskontieren.

werden tonn, Achtung vor dem Gesetz wieder tu unser Land einkehrt, die wahre Mäßigkeit geför­dert wird, während gleichzeitig der Korruption, dem Schleichhandel und dem Banditentum, das heute in unserem Vaterlande fo weit verbreitet ist, endlich Einhalt geboten werden kann." Es ist begreiflich, daß ein solches Programm gerade in Chicago den stürmischsten Beifall finden mutzte. Aber seine Popularität und feine vernünftigen Grundfätze und auch feine Einstellung zur Pro­hibitionsfrage werden Al Smith nicht viel nützen. Denn was sagen feine Gegner?Der Ra» cholik Smith wird den Papst nach Washington bringen darum darf kein protestantischer Christi vor Ueberstürzung und vor den Folgen einer fo- für ihn stimmen." Wer die Amerikaner kennt l sortigen Demission der radikalen Minister. Rach der weiß, wa- eine solche .Wahlparole" zu be-l Herriot verlangte auch der Parteivorsitzende