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Kasseler Neueste Nachrichten

Nummer 162*

Dienstag, 14. 3uli 1931

21 Jahrgang

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Amerika immer noch unentschlossen!

Maßnahmen gegen Kapitalflucht gefordert / BLZ für Erneuerung des Rediskontkredits / Die Banken bleiben Dienstag und Mittwoch geschloffen

500 Millionen Dollar finb nötig!

Sagen die amerikanischen Bankiers

Ursachen und Wirkungen

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Neuyork, 14. Juli.

Die Ereignisse des Montags scheinen ver Regie­rung in Washington die Uöberzougung gebracht zu haben, daß die deutsche Finanzlage bei aller vorhandenen Unsicherheit keineswegs mehr so Hoffnungslos ist, wie Ende der letzten Woche. Es ist ganz offensichtlich, .daß maßgebenoe amerika­nische Politiker die Lösung der Krise in erster Linie von entsprechenden Maßnahmen der Reichsregierung erwarten, und nichts ist kennzeichnender für diese abwartende Haltung der Washingtoner Kreise, als die unverholene Befriedigung über die von Hindenburg verfügten Bankfeiertage. Man hat in Washington das Gefühl, daß die Krise nicht nur durch die Verschleppungsmanöver der Franzosen bei den Verhandlungen über den Hoover- vorschlag, sondern auch durch das Ausbleiben der erforderlichen Schritte seitens der Reichsregierung herbeigeführt wurde.

Ein von Deutschland vorgelcgter vernünftiger Sta- bllisierungsplan, der vor allem jede weitere Kapitalflucht verhindern müsse, würde, wieHerald Tribüne" in einem Washingtoner Be­richt hervorhebt, die amerikanische Bankwelt zwei- s-Mos veranlassen, Detltfchlanp finanziell unter die Arme zu greifen.

Eine solche Hilfsaktion wird von der Washing­toner Regierung geradezu empfohlen werden, denn man wisse genau, daß eine Verlängerung der 100= Millionenkredite allein nicht ausreiche, Deutschlands Schwierigkeiten zu beheben.

Dauerkonferenzen der amerikanischen Bankiers

Neuyork, 14. Juli.

Der Vollzugsausschuß der Neuyorker Federal-Reservebank tagte am Montag in Perma­nenz, da man von den Baseler Beratungen kein praktisches Ergebnis erwartete und keine Zeit ver­lieren wollte, die Kreditaktion ins Werk zu setzen. Die Konferenz wurde erst am spülen Nachmittag abgebrochen, als die Nachricht eintraf, daß nach dem Baseler Beschluß weitere Verhandlungen zwischen den interessierten Regierungen erforderlich wären.

Zahlreiche führende Privatbanken, die mit der Federal-Reservebank in ständiger Fühlungnahme stehen, erklärten nach einerTimes"-Meldung, daß die Beteiligung ihrer Banken an der Kredichilse für Deutschland durchaus im Bereiche der Möglichkeit lege. Es sei indessen allerhöchste Eile geboten. Die katastrophale Entwicklung der deutschen Finanzen während der letzten Tage lasse schon heute einen Kredit von weniger als 500 Millionen Dollar als unangemessen erscheinen, und jede weitere Verzögerung berge die Gefahr in sich, daß dieStützungsaktion für Deutschland zu spät komme und damit nutzlos werde.

Das unbelehrbare Frankreich

Neuyork, 14. Juli.

In amerikanischen Regierungskreisen wird, wie eine Meldung der Assoziatod Preß aus Washington besagt, Deutschlands Lage mit großer Spannung verfolgt. Auch die Frage, wie sich die vorübergehen­den Hilfsmaßnahmen für Deutschland auf die künf­tige politische Lage Europas auswirken werden, wird erörtert. I« diesem Zusammenhang wird eine deutsch-französische Verständigung, um die politische Spannung zwischen den beiden Län­dern zu bcheben, als eine notwendige Folge der gegenwärtigen Krise angesehen. Im Staatsdeparte­ment wurde allerdings eine Erklärung darüber ab­gelehnt, ob irgendwelche Anregungen in diesem Sinne auf diplomatischem Wege erfolgt seien.

*

Die folgende Pariser Meldung läßt leider er­kennen, daß Frankreich nach wie vor unbelehrbar ist: Die französische Presse berichtet eingehend über die Lage in Deutschland und über die gestern im Verwal­tungsrat der Internationalen Zahlungsbank in Basel geführten Verhandlungen. Die gesamte Presse ver­tritt wie in den letzten Tagen den Standpunkt, daß ohne politische Garantien langfristige Kredite nicht zu erlangen sind.

Einzelne nationalistische Blätter verhalten sich sogar vollkommen ablehnend. Die meisten stellen Betrach­tungen an. auf welche Ursachen die Krise in Deutsch­land zurückzuführen ist. Fast übereinstimmend kom­men sie zu dem Ergebnis, daß Deutschland selbst daran Schuld trage, also auch selbst wieder für die Heilung sorgen müsse. Nur wenige Blätter versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen. ------" r .

ImPopulaire" erklärt Leon Blum, wenn die amcrtkanische Regierung sich weiterhin fernhalte, müßten die

europäischen Staaten ohne Amerika das notwendige Rettungswerk versuchen,

und Frankreich müsse endlich die Initiative und die Führung übernehmen. Es handele sich nicht darum, vorherige Bedingungen zu fordern, denn nur spontan eingegangene und durchaus aufrichtige Verpflichtun­gen hätten eine» Zweck.

Tatkräftige Hilfe tut not!

Luther wird interviewt.

Basel, 14. Juli.

Reichsbankpräsident Dr. Luther, der bei dem Verlassen des Bankgebäudes der B. I. Z. von den anwesenden in- und ausländischen Pressevertretern nach seiner Beurteilung der Situation befragt wurde lehnte kategorisch nähere Auskünfte ab, doch war aus seinen Aeußeruugen zu entnehmen, daß die Lage nach wie vor sehr e r n st sei und daß nach seiner Ansicht noch mehr geschehen muß als bisher geschehen sei.

Es sei ein undenkbarer Zustand, daß laufend er­hebliche Zahlungen von Deutschland verlangt würden und daß man auf der anderen Seite mit der tat­kräftigen Hilfe zögere. Es werde darauf hin­gewiesen. daß dadurch das deutsche Volk immer mehr verarme, wovon letzten Endes nicht nur Deutschland allein den Schaden zu tragen haben werde, sondern die ganze Welt, da Deutschland immer weniger in der Lage sein werde, zu importieren, d. h. Lebensmittel, Rohstoffe ufw. aus dem Auslande zu kaufen. Die Folgen müßten sich dann diejenigen zuschreiben, die die wirkliche Lage Deutschlands nicht erkannt und den Erfordernissen dieser Lage keine Rechnung getragen hätten. Das deutsche Finanzproblem müsse heute vor allen anderen Fragen den Vorrang haben.

Zwei Bankfeiertage durch

th. Berlin, 14. IM.

Die Erfahrungen, die man gestern mit der Schließung der Danatbank und mit der Schließung der Börsen gemacht hat, haben die Reichsregierung veranlaßt, noch in der letzten Nacht eine neue Not­verordnung zu verkünden, durch die für heute und morgen auch sämtliche Banken, Sparkassen, Postscheckämter und alle son­stigen Zahlstellen geschlossen werden, während die Schließung der Börse bis Sonnabend aufrecht erhalten bleibt.

Die Ursache für die Verkündung dieser beiden Bankfeiertage" liegt darin, daß man für Donners­tag und Freitag wegen der Monatsmitte und des Lohnzahltages unbedingt genug flüssige Zahlungs­mittel haben muß, die inzwischen sicher gestellt wer­den sollen, über die man aber wahrschänlich nicht verfügen könnte, wenn man den Dingen einfach ihren Lauf ließe, denn gestern haben nicht mir in Berlin, sondern auch in anderen Orten vielfach ge­radezu Stürme auf die Bankenund Spar­kassen eingesetzt, wo die Kontoinhaber chr Geld unbedingt zurückhaben wollten.

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In den Durchführungsbestimmungen dieser Nowerordnung wird folgendes bestimmt:

§ 1: Die Staatsbanken der Länder, die öffentlich- rechtlichen Kreditanstalten, die Sparkassen, die Kom­munalbanken, die Genossenschaftsbanken, die Banken und Bankgeschäfte, die Hypothekenbanken, Lanoschaf- ten, Stadtschaften und anderen öffentlichen und pri­vaten Realkroditinstituie und deren Banken bleiben in sämtlichen inländischen Niederlassungen mit ihren Geschäftseinrichtungen, Kassen- uns Wechsel­stuben für den Verkehr mit ihrer Kundschaft, ihren Gläubigern und Schuldnern am Dienstag, den 14. Juli 1931 und Mittwoch, den 15. IM 1931, ge­schlossen. Die Leistung und Entgegennahme von Zahlungen und Ueberweisungen an das In- oder Ausland, auf welchem Wege auch immer, sind nicht zulässig. Dasselbe gilt für den Postscheckverkehr. Der Handel an den Wertpapierbörsen ist untersagt.

§ 2: Mr die Berechnung von Fristen und Ter­minen, für Willenserklärungen und Leistunaen, die von einem Institut der in Absatz 1 genannten Art oder ihm gegenüber zu bewirken sind, gelten der 14. und 15. Juli 1931 als staatlich anerkannte allgemeine Feiertage.

§ 3: Für die Hinterlegung von Aknen zur Teil- nahme an Generalversammlungen darf, sofern es

Der scharfe Einschnitt in die Finanzpolittk des Kabinetts Brüning, der sich aus der Krise der Da­natbank ergeben hat, ist in seinen Ursachen und Wir­kungen auf das engste mit allen den Erscheinungc^t verbunden, die seit langer Zeit in ihrer Gesamtheit das Bild der Wirtschaftskrise ausmachen, ivelche nicht nur auf Deutschland, sondern in steigendem Maße auch auf anderen Ländern lastet. Selbstverständlich sind die letzten Ereignisse, der Zusammenbruch des Nordwolle-Konzerns und die Ver­luste bei der Karstadtgesellschaft nur der Anstoß, nicht aber die eigentliche Ur­sache der Danatkrise gewesen. Die anderen deut­schen Großbanken, die jetzt in der Lage waren, jede vom Reich angehotene Garantie abzulehnen, sind trotzdem auch nicht gerade auf Rosen gebettet. Die Belastung mit sogenannten eingefrorenen Krediten, die Ungewißheit der Zahlungsmittelbestände und der Widerspruch, der in der langfristigen Investierung kurzfristiger Auslandsguthaben liegt, sind Erschei­nungen, unter denen heute mehr oder minder alle großen Bankunternehmungen in Deutschland leiden. Hinzu kommt, daß die industriellen Unternehmungen, die den Kredit der Banken in Anspruch nehmen, mit­unter derart üb-torganisiert und damit in ihrer Ge- sch-Zsgeba:>en unonrchfichtig sind, daß «schon diese Eigenschaft des Kreditnehmers ein Risiko für den Kreditgeber in sich schließt. Auch ist die Rtvali- tät unter den Großbanken ju erwähnen, die neben den anderen Ursachen des Dänatkonfliktes zur Verschärfung der Lage beigetragen hat, denn durch eine absolute Solidarität aller Großbanken würde dieser Zusammenbruch vielleicht verhindert worden sein. Allerdings ist hierbei zu bemerken, daß bei der Ablehnung der gemeinsamen Bürgschaft auch ein Ge­sichtspunkt maßgebend war, der nicht auf eine mehr

Notverordnung verkündet

sich um den letzten Tag der Hinterlegungsfrist han­delt, an den Hauptniederlassungen der als Hinter­legungsstelle benannten Banken und Bankgeschäfte ein Schalter von 1012 Uhr geöffnet sein.

In der langen K a b i n e t 1 s s i tz u n g, ine gestern abend wieder stattfand, 'hat man sich zu die­sem Schritte entschlossen, weil «nan nicht an ein sogenanntes inneres Moratorium und nicht an die Senkungsgrenze für die Reichsbank Herangehen wollte. Deshalb ist die andere etwas weniger ein­schneidende, aber auch noch recht empfindliche Maß­nahme der beiden Bankfeiertage getroffen worden, die übrigens in anderen Ländern nichts Seltenes ist.

Leider kann damft die Zusage von gestern nicht eingehalten werden, wonach die Danatbank bereits heute mit der Auszahlung der kleineren Gläubiger beginnen und wonach die Postscheckämter unter allen Umstände,, die Zahlungen aufrecht erhalten sollten.

Man kann aber natürlich, wenn mau sämtliche Banken und Sparkassen schließt, mit den Postscheck- ämtmn keine Ausnahme machen/ weil sonst auf diese der Sturm des Publikums sich konzentrieren würde, obwohl die Bereitstellung ausreichender flüssiger Mittel für die nächsten Tage beabsichtigt ist.

Luthers Verhandlungen in Basel

Das Kabinett hat nach Mitternacht sich noch mit der Frage der ausländischen Kredite besaßt, über die Dr. Luther gestern in Basel ver­handelt hat. Die Leitung der BIZ. hat darüber etn Kommunique ausgegeben, in dem u. a. fol­gendes gesagt wird:

Der Verwaltungsrat hat den Präsidenten ermäch­tigt, in Uebereinstimmung mit den anderen be­teiligten Instituten die Beteiligung an dem der Reichsbank kürzlich gewährten Rediskont- Kredit zu erneuern.

Dieses Kommuniquö klingt zwar recht unbefrie­digend weil es lediglich von einer Verlängerung der jetzt bestehenden Kredite, nicht aber von chrer Erhöhung spricht. Man konnte aber eigenttich nichts anderes erwarten, denn die B. I. Z. ist von sich aus garnicht in der Lage, neue Kredite zu be­willigen. Sie kann lediglich ihre Zustimmung und Bereitschaft in Aussicht stellen und das hat sie gestern getan. Das übrige muß nun in direkten Ver­handlungen zwischen der Reichsbank und den ausländischen Notenbanken geregelt werden.

oder minder persönlich zugespitzte Rivalität zurück- geführt werden kann. Das ist die Ueberlegung, daß der U eber entwicklu n g und Ueberspan- nung dieses in mancher Hinsicht unge­sund gewordenen Kreditwesens durch einen scharfen Einschnitt besser als durch weitgehen­de Hilfe begegnet werden könnte, wie ja auch dem Reichsbankpräsidenten Dr. Luther vom Auslande her schon der Vorwurf gemacht worden ist, daß er in seiner Hilfsbereitschaft als Leiter des deutschen Zen­tralnoteninstitutes schon zu weit gegangen fei, und daß er auch auf die Gefahr eines früheren Zusam­menbruches der einen oder der anderen Großbank schon etwas eher zu den einschneidenden Beschrän­kungen hätte greifen sollen, die nun doch nicht mehr zu umgehen waren.

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Niemals in den Fahren des Wiederaufbaus der deutschen Wirtschaft nach der Inflation haben sich berufene Kreise veranlaßt gefühlt, die Gefahren, die das geltende deutsche Aktienrecht nicht nur für den Aktionär, sondern ebenso 'gut für den Bestand der Gesellschaften birgt, richtig und rückhaltlos zu kennzeichnen. Niemals Hat ein autoritatives Gremium es für nötig gehalten, sich außerhalb der Buchstaben deS Gesetzes über die Pflichten der Vorstände und Aufsichtsräte der Aktiengesellschaften bindend zu äußern. Man entwarf Wirtschaftsprogramme, man garnierte die Geschäftsberichte je nach Geschmack mit politische,n oder wirtschaftsphilofophischen Abhand­lungen, aber -man merkte nicht, daß der Boden, auf dem das ganze Gebäude stand, brüchig wurde. Man gefiel sich in Konstruktionen, die bis zur völligen Unübersichtlichkeit tollster Verschachtelungen führten, man wurde infolgedessen 50lOOsaches Aufsichtsrats- miiglied und dachte keinen Augenhlick daran, wie man den Pflichten gerecht werden sollte, die das Aktienrecht theoretisch immerhin noch dem'Aussichts- rat auferieflt. Bei der mächtigen Aufblähung der verschiedenen Unternehmungen und der Teilhaber­schaft der Banken daran entstand der Zwang zur Ausnahme fremder Mittel, und es ist gewiß kein Zufall, daß diejenige Bank, die -das ungünfttgste Verhältnis der fremden zu den eigenen Mitteln zeigt, die Danatbank, den Stürmen dieser Tage erlag.

Die Frage, wie es kommen konnte, ist nicht da­mit beantwortet, daß man sagt, es sei selbstver­ständlich unerträglich, wenn im Laufe von fünf oder, sechs Wochen die Mittel abberufen werden, die im Lause von fünf oder sechs Jahren auf fremde Rech­nung in die Geschäfte der Bank investiert wurden. Beantwortet wird jene Frage nur werden können, wenn man jetzt endlich einmal ernsthaft und genau utttersucht, in welchem Verhältnis die investier­ten Kapitalien zu der wirtschaftlichen Kapazität stehen, die Deutschland bei der gegen­wärtigen wirtschaftlichen Lage Europas und der Welt noch zu entfalten in der Lage ist. Daß diese Kapazität die bis jetzt' investiert gewesenen Kapi­talien bei weitem nicht oder jedenfalls nicht mehr rechiferttgt, ist keine Erkenntnis dieser letzten Tage. Man war sich dieser Tatsache längst dumpf bewußt, aber man widmete sich mit zäher Verbissenheit der hoffnungslosen Aufgabe, unter selbstbetrügerischem Hinweis auf einen kommenden Konjunkturumschwung das aufgeblähte Gebilde der deutschen Wirffchast noch notdürftig mit Blut, mit fremdem Blut wohl- gemeikt, zu versorgen.

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Reben diesen wirtschaftlichen und banktechnischen Wurzeln der jetzigen Krise haben natürlich auch politische Ursachen mitgewirkt. In erster Linie wird man dabei an die verhängnisvollen Quertreibereien denken, durch die in den letzten drei Wochen von Paris aus eine Gegenwirkung gegen den Hooverplan eingeleitet wurde. Wenn nach dem 21. Juni der Vorschlag des amerikanischen Präsiden­ten unverzüglich und unverändert durchgeführt wor­den wäre, so würde es am 13. Juli zweifellos nicht zur Schließung der Schalter der Danatbank gekom­men sein. Dann würde die große internationale Kreditoperation längst durchgeführt fein, denn chließlich ist die Zahlungseinstellung der Danatbank eine unmittelbare Folge davon gewesen, daß die Schätzungen «des Reichsbankpräsidenten über die internationale Kredichilse vom Gange der Ereignisse um einige wenige Tage abgewichen ist, und diese wenigen Tage kommen einzig und allein auf das Konto des französischen Ministerpräsidenten und sei­ner politischen Freunde. Mchrcre Male ist durch die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Washington der französische Vorstoß abgeschlagen wor­den. Der Rückschlag, den unsere Bemühungen am vorigen Freitag bei den Verhandlungen Dr. Luther» n Paris erlitten haben, konnte jedoch nicht f» schnell überwunden werden, daß man die Knie der Danatbank noch hätte aufhalten können. Di« politisch« Verflechtung der Urjocheu «reift aber

Der Kamps gegen die Nervosität