Einzelbild herunterladen
 

Nummer 209

Mon^oa, 7. Seviember 1031

21 Jahrgang

Hessische Abendzeitung

»Ä8 beftknrnten Ä» 8 m 6t n an Mnnh,8,.6? «rS ** l6£' Zustellung 85 4». - Für Las Erscheinen non Anzeigen le nunäbeträa" innertäü) D0B R »nL Glatzen und für televdonifch erteilte Auftrage keine Sewäbr. Rech, nunaeoenage tnneroaw von 6 Tagen zahlbar Gericvrsnand ffafiel - Postscheckkonto Kronttur, a SR 6384

MI« Am» MnS

- Kaffeier Abendzeitung

SSÄ VAShSB ft

»ttrfMbtSna hVa A" döherei Gewalt besteh, kein Ansoruch auf Lieferung der Altung ober auf

0e6 «ezugsvreises Berlag sLriftleiiung und Druckerei: Kölnische Ltrakie in

kammelnumnner 6800 Jurttrrsche Lorechitunben Dienstag und »reitao» 17-10 Ubr SölEe 6ttu|e MK L

Auftakt zur 12. Völkerbunds-Versammlung

^£e Eröffnungs-Sitzung / Oer Haager Spruch vor dem Völkerbundsrat / Staatssekretär v. Bülow reist nach Genf / Ernste Lage in Chile

Titulescu wieder Präsident?

Eigener Drahtbertcht.

Gedanken zum Genfer Geschehen

Von Staatssekretär z. D. Frhr. v. Rheinbaben.

werde.

standrechtlich erschaffen

Weiter wird berichtet, daß die Regierungs-

Es nahm seinen Ursprung von der Reise der deut­schen Minister nach Paris. Der französische Minister­präsident versuchte durch Vorweis eines längeren *'CL Panzerkreuzerbau, Ver- rtahlhelmparaden) Erklärun-

tzo«don, 7. September.

Rach Meldungen ans Santiago de Chile hat der Kriegsminister General Vergara den Befehl erteilt, alle Kommnnistenführer zu verhaften, da man annimmt, daß die Matrosen-Meuterei auf kommunistischen Einfluß zurückzuführen ist.

Die Lage wird immer noch als außerordentlich ernst angesehen, lleber ganz Chile ist vorläufig ei» dreißigtägiger Belagerungszustand verhängt worden.

Nach einer Meldung aus San Diago de Chile gibt die Regierung bekannt, daß die vor Fort Coquimbo liegende Flotte der A u f st ä n d i s ch e n am Sonn­tag nachmittag von Regierungsflugzeugen bombardiert worden sei.

Die Bombenabwürfe, verbunden mit Maschinen­gewehrfeuer hätten 20 Minuten gedauert.

Die Aufständischen hätten das Feuer nicht erwidert, da sie sich in die unteren Räume der Schiffe geflüchtet hätten. Sechs Schiffe seien schwer beschädigt worden, und es habe zahlreiche Tote und Verwundete gegeben. 5 Kriegsschiffe, darunter zwei U-Boote, hätten die Weiße Flagge gehißt. Der Kriegsminister kündigte an,

daß jeder 10. Aufständische nach Gefangennahme

Beschlüffe in Genf vom Gesamtkabineti gefaßt wor­den seien, so muß man diese Nachrichi wohl im all­gemeinen als Alarmnachricht bewerten.

Ob unter den gegenwärtigen politische» Verhält- niffen der französische Besuch in Berlin aller­dings noch Ende dieses Monats stattfinden wird, wird jetzt in politischen Kreisen ebenfalls be­zweifelt.

DieWelt am Montag" will in diesem Zusammen­hänge wissen, daß Deutschnationale und Na­tionalsozialisten für den Berliner Besuch der fran­zösischen Minister Gegendemonstrationen planten. Während die Deutschnationalen sich auf geschlossene Protestversammlungen beschränken wollen, fordern die Nationalsozialisten Straßcndemonstrationen beim Empfang sowie vor dem Hotel, in dem die französischen Gäste wohnen.

truppen an verschiedenen Punkten gute Erfolge erzielt hätten. Bei der Erstürmung von Talcahuano sind 50 Regierungssoldaten getötet worden. Andere Berichte nennen weit höhere Zahlen.

Die WashingtonerRegierung beabsichtigt nicht, in die Kämpfe in Chile einzugreifen, erklärt je­doch, daß sie die Aufständischen als Piraten behandeln würde, wenn diese fremdes Eigentum beschlagnahmen würden.

I in erster Linie zu einem deutsch-französischen Duell I werden zu lassen, scheint es aus der ganzen Welt­lage heraus nun einmal Sckicksal zu werden, daß I nichts, was irgendwie auf der deutschen Zukunsts- linie liegt, ohne eine schwierige und unerfreuliche deutsch-französische Auseinandersetzung geschehen I kann. Ja, in der Tat, das deutsch-franzö­sische Problem beherrscht wieder einmal in I voller Schwere und Wucht die Stunde, und eine internationale Diskussion über Außenpolitik oder Weltwirtschaft ist völlig nutzlos, wenn man nicht zu ihm Stellung nimmt.

So wird diesmal das eigentliche .Gens" kaum etwas W.'entliches produzieren können, weil ja ge­rade in dem deutsch-französischen Kernproblem wei­tere Entwicklungen erst nach Beendigung der Völ­kerbundsversammlung gelegentlich des Berliner Be­suches der französischen Minister einsetzen sollen. Lebten wir nicht in der überaus ernsten Periode einer über die ganze Welt gehenden Krise, dann Ware wohl auch von diesen Verhandlungen wenig zu erwarten. Aber wenn auch unsere außenpoliti­sche Bewegungsfreiheit aus machtpolitischen und innerdeutschen Gründen stark gehemmt ist, so ist doch, ob wir wollen oder nicht, eine wachsend. inter­nationale Tendenz vorhanden, die zu irgendwelchen neuen Aktionen nicht nur auf wirtschaftlichem, londern auch auf politischem Gebiete drängt.

Um die beiden Pfeiler der ..wachsenden Einsicht in internationale Gebundenheiten" und der Erkenntnis des .deutsch-französischen Pro­blems als Kernproblem jeder möglichen Besserung der Lage" dreht sich im Wesentlichen heute die inner­deutsche Diskuffion über die außenpolitische Zukunft. Die einen lehnen grundsätzlich jeden neuen Ver­such einer Auseinandersetzung mit Frankreich ab, schalten sich aus dem Einfluß auf die wirklichen Ge­schehnisse aus und lebe- in ihrer Gedankenwelt in einem tatsächlich in dieser Welt leider nicht vorhan­denen Wunschreich. Unter den Anderen verzichtet der eine flugs <"»f den Bau von Panzerkreuzern, der andere predigt friedliches Abfinden mit Polen, vom formellen Verzicht auf den Anschluß Oester­reichs oder tatkräftiges Eintreten für die deutsche» Minderheiten garnicht zu reden. Faßt man einmal alles zusammen, was deutscherseits in einer neuen Auseinandersetzung mit Frankreich nach Ansicht derer, die täglich zur .Verständigung" drängen, zu konzedieren" wäre, dann stößt man sehr bald auf

das neueste Schlagwort vompolitischen Mora- toriurn".

Gravinas Bericht. Danziger Anklage.

Genf, 7. September.

Der Wortlaut des Berichtes, den der Oberkom- miffar des Völkerbundes in Danzig, Graf Gravi- n a. auf Wunsch des Völkerbundsrates für dessen heu­tige Sitzung erstattet hat, ist gestern abend hier be­kannt geworden. Das umfangreiche Dokument besteht aus einem einleitendem Schreiben a-n den General- sekretär des Völkerbundes und mehreren Anlagen

In seinem einleitenden Schreiben führt der Ober­kommissar u. a. aus: Es muß anerkannt werden, daß die von der Danziger Regierung getroffenen Maß- nahmen sich bis jetzt als wirksam erwiesen haben, um die Aufrechterhaltung der Sicherheit und öffentlichen Ordnung im Gebiet der Freien Stadt Danzig stcher- zustellen. Ich freue mich, dem Rat gleichzeitig mit- teilen zu können, daß die B e f f e r u » g in den Dan­zig-polnische» Beziehungen angehalten Hai Leider hätten die persönlichen Beziehungen zwi­schen dem Danziger Senatspräsidenten und dem Vertreter der Republik Polen noch keine befriedigende Klärung erfah­ren. Aber es könne der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß diese Beziehungen in einer ruhigeren Atmosphäre beiderseits in einem versöhnlicherem Geiste geprüft werde» könnten.

Der Oberkommissar erklärt fernerhin, er glaube, als dem outen danzig-polnischen Beziehungen un­zweifelhaft schädlich, gewiffe Kundgebungen erwähnen zu müssen, die von den Rechtsparteien sowohl Deutschlands als auch Danzigs auf dem Ge­biet der Freien Stadt veranstaltet worden seien

Die tatsächliche» Verhältniffe in Polen erfahren eine besondere interessante Beleuchtung durch einen dem Bericht als Anlage beigegebenen

Bericht der Regierung der Freie» Stadt Danzig über die Entwicklung der Danzig-polnischen Bezie­hungen seit Ende Mai 1931. Die Danziger Regie­rung führt darin u. a. aus: Wenn in der Zusam­menarbeit zwischen Danzig und Polen seit der letz­ten Ratstagung eine Stetigkeit noch nicht eingetreten ist, so liegt das daran, daß polnischerseits bedauer­licherweise weder das genügende Verständ- n i s noch das genügende Entgegenkommen bewiesen worde» ist, daß für eine erfolgreiche Zusammen­arbeit zwischen beiden Staaten Voraussetzung ist. Eine ganz besonders schwere Belastung erfährt nach wie vor das Verhältnis zwischen Danzig und Polen durch die Schädigungen, welche die Freie Stadt aus wirtschaftlichem Gebiete durch Maßnahmen der polnische» Regierung erleidet.

Zusammensassend erklärt die Danziger Regierung, fie sehe sich zu der Feststellung veranlaßt, daß bei einer dauernden Beibehaltung der ablehnenden, ja drohenden Haltung der polnischen Republik gegen­über der Freien Stadt Tanzig eine große Ge­fahrenquelle für die politische Unabhängigkeit

und die territoriale, durch die Verträge festgelegte Unversehrtheit der Freien Stadt bestehe.

*

Genf, 7. September. Auf der Tagesordnung der Ratssitzung, die heut nachmittag nach der Bun­desversammlung int Bölkerbundssekretariat stattfin­det, steht die Entgegennahme des Gutach­tens des Haager Gerichtshofes zum deutsch-österreichischen Zollunionsprojekt. Um einen reibungslosen Ablauf dieser Sitzung zu gewährlei­sten, haben gestern Besprechungen zwischen dem Präsidenten des Rates, Lerroux-Spanien, dem Ge­neralsekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummond, Dr. Curtius und einigen führenden Ratsvertretern stattgefunden.

Die diesjährige Völkerbundsversammlung ent­hält für Deutschland ihre entscheidende Note durch die Haaoer Entscheidung über den mißglück­ten Versuch zu einer deutsch-österreichischen Zoll­union und ihre Behandlung in Gens. Kein Zweifel, die deutsche Politik hat eine Niederlage erlitten und Frankreich hat feinen Willen durchge­setzt. Letzten Endes hat es sich trotz Einkleidung in Probleme des internationalen Rechts und der Wirt­schaft nm

eine reine machtpolitifche Entscheidung des Siegers"

gehandelt, die zu Unounfl^n des Schwächeren und Schlechtvorbereiteten ausgefallen ist. Auch wen» die deutsche Politik allen Anlaß hat, nicht jede Frage

Was kann aber Deutschland noch geben, nachdem es durch Friedensdiktat, durch Bölkerbundspakt, durch Locarno, Kelloggpakt und Schiedsoerträge schon soviel gegeben hat, daß ihm zu geben nun wirklich nichts mehr bleibt, will es nicht auf feine politische Zukunft als freier und gleichberechtigter Staat verzichten?

Das ist die Kernfrage im Kernproblem deutsch-französischerVerständigung", die nun von England, von Amerika, von Italien uns so dringend angeraten wird. Muß trotz stärkster Täuschungen und Enttäuschungen tatsächlich der Versuch gemacht wer­den, die unausbleiblichen weiteren Auseinandersetzun­gen Über Verlängerung des Hoooer-Feierjahres und all der vielen damit zusammenhängenden finanziellen Fragen damit für Frankreich annehmbarer zn machen daß ein neuer Akt internationaler Politik erfolgt der

be,n °uf 10,3g Uhr anqesetzten Termin der Eroffnungssitzuna der 12. Völkerbunds- herrschte in den Wandelgängen des

0 an solchen Tagen übliche lebhafte ^raße hatte sich eine stark durch Ordnungskräfte zurückgehaltene Menge 'biea,ba die Tribüne nur über eine fWns beschrankte Anzahl von Publikumsplätzen fugte, wenigstens die Ausfahrt der Delegierten er­leben wollte.

«^Ü"^ch um % 11 Uhr eröffnete der amtierende beH spanische Außenminister Lerroux. toJrs0U?eJemCm Hause die Versammlung. Zunächst wurde auf Grund einer Vorschlagsliste die Zusam-

Ausschusses zur Prüfung der Voll­machten bekannt gegeben. Dieser Ausschuß trat be­reits wahrend der sich anschließenden Eröffnungs­rede des vorlauzige» Präsidenten zusammen, um noch in der heutige» Vormittagssitzun» Bericht erstatten ZU können.

Von. den 54 Staaten, die dem Völkerbund zur Zeit sind der zwölften ordentlichen Tagung der Völkerbundsversammlung 52 Staaten vertrete». Ar- ?^aUnien und Honduras habe» keine Vertreter ent- sandk.

Die Völkerbundsversammlung hat heute vormit­tag den zweiten rumänischen Delegierten, den Ge- s°''v-c-' "' London. Titulescu, zum Präsidenten flftvn Xtiiicfcu crfiich von, den 49<^etzedenen Stimmen 25 Stimme». Aus den ungarisckien Dele­gierten Grasen Apponqi, entfielen 21 Stimmen. Situlefeu war bekanntlich auch Präsident der elften Völkerbundsversammlung. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Völkerbundes, daß ein Delegierter zweimal hintereinander zum Präsidenten gewählt wurde.

Titulescu begann seine Amtsübernahme mit einer längeren programmatischen Rede. In seiner Pro- O^ammrede stellte Titulescu die Zweckmäßigkeit und Wirksamkeit der Völkerbundsarbeiten als das Zier, an dem er nach Kräfte» mitarbeiten wolle, in'ben Mittelpunkt. Er warnte seinerseits vor übertriebenem Pessimismus und erklärte, man dürfe nicht von einem Zusammenbruch sprechen. sondern müsse die gegenwärtigen Versuche als eine Baustätte betrachten.

Danzig und psien

Nationale Zntereffen"

Amerikanische Stimmen zur Haager Entscheidung.

Reuyork. 7. September.

Die NeuvorkerTimes" nimmt als einziges Blatt Zur Entscheidung des Haager Gerichishofes in der Angelegenheit der deutsch-österreichischen Zollunion Stellung und erklärt, die Richter hätten sich offenbar von nationalen Interessen beeinflußen lasten. Die mit 8 gegen 7 Stimmen getroffene Ent­scheidung könne schwerlich das Ansehen des Gerichts­hofes fördern.

th. Berlin, 7. September.

Im Saufe des heutigen Tages wird voraussicht­lich der Staatssekretär des Auswärtige» Amtes vo» Bülow nach Genf reisen, da seine Anwesenheit dort vor allem wegen der Vorver­handlungen über den Zeitpunkt und das Programm des französischen Besuches in Berlin erwünscht er­scheint. Man kann aber, wenn die Reise des Staats­sekretärs stattfindet, ohne weiteres annehmen, daß über diesen offiziellen Zweck hinaus der Staatssekre­tär auch Gelegenheit nehmen wird, den Reichs- autzenminister über die in Berlin herr- chenden Auffassungen eingehend zu unterrichten.

Nach den letzten Genfer Vorgängen hat sich die Mißstimmung gegen den Außenminister auch bei den Mittelparteien verstärkt, auch bei den Mittelparteien besteht Stimmung gegen ihn. Neben dem Zentrum, das allerdings erst nach der Genfer Tagung einen Rechenschafts ericht von Dr. Curtius verlangt, tritt jetzt sogar die eigene Partei des Außenministers auf den Plan. So haben sich in einer Verfammlung der Deutschen Volkspartei in Leer die preußischen Abgeordneten der Volkspartei H i n tz m a n n und Stendel scharf gegen den Miß­erfolg in Genf ausgesprochen und gefordert, daß die- lenigen, die für diesen Mißerfolg verantwortlich seien, die Konsequenzen zu ziehen haben. Wenn reilich in einem Berliner radikalen Blatt die Be­hauptung ausgestellt wird, der Parteivorsitzende der Volkspartei Dingeldey habe in seiner Besprechung am Freitag von Brüning gefordert, er möge Curtius von seinem Posten entheben, Dr. Brüning habe sich dem aber widersetzt und darauf hingewiefen, daß die

Kommunistische Demonstrationen in Bulgarien

Sofia, 7. September.

In drei bulgarischen Dörfern kam es am Sonntag zu blutigen Zusammenstößen zwischen kommunistischen Manifestanten und Polizei, die von Truppenabteilun­gen unterstützt wurde. Dabei gab es in einem Dorfe zwei Tote und drei Verletzte, in einem anderen einen Toten. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Die bulgarischen Kommunisten haben, wie zu diesen Zwischenfällen noch berichtet wird, ihre Agita­tion zur Durchführung von Demonstrationen nunmehr aus den Städten auf die Dörfer verlegt.

Neue Angriffe gegen Curtius

Von unserer Berliner Schrif Heilung.

I Wunschkatalogs (Östgrenze hältnis zu Oesterreich, St_. , gen deutscherseits dafür zu bekommen, daß alle diese Fragen in einer für Frankreich befriedigenden For­mulierung weiter behandelt würden, und daß dann so wie einst unter derHeiligen Allianz" oder dem Drei-Kaiserbündnis" eine ganze WeileRuhe in Europa" herrschen möge. Als Gegenleistung woll­ten dann eventuell die französischen Politiker einer finanziellen Hilfeleistung an Deutschland zustimmen.

I Bekanntlich hat der deutsche Reichskanzler damals diese unsere Lage und die Notwendigkeiten unserer Zukunft völlig verkennenden Forderungen abgelehnt, und die Londoner Verhandlungen nahmen einen ganz anderen Verlauf, als die auf ihr Gold pochende» französische» Minister gehofft hatten. Die Baseler Beratungen und die Berichte der Sachverständigen schloffen sich an und zeitweilig steht im schnellen Ab­lauf der Geschehnisse heute wieder einmal der Ge­danke int Vordergrund, es müsse die Behandlung wirtschaftlicher und finanzieller Probleme der politi­schen Auseinandersetzung vorangehen. So soll dem Vernehmen nach im Anschluß an die wie üblich reich­lich unbestimmten und sehr skeptisch zu beurteilenden Resolutionen der Genfer wirtschaftlichen Kommissio­nen ja gerade noch in diesem Monat September die deutsch - französische M i n i st e r z u s a m - menkunft positive und konkrete Vorschläge für eine solche vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit auf internationaler Basis ergeben. I» dem uns seit 1919 nun wirklich bekannte» Kreislauf der Dinge ist jedoch 100 gegen 1 zu' wetten, daß sich sehr bald sei­tens der Franzosen wiederum die politische Forderung zur Diskussion über finanzielle und wirtschaftliche Dinge hinzugesellen wird.

Kommunistenverhastungen in Chile (Eigene Drahtmeldung.)