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Nummer 26*

Montag, 1. Februar 1932

22. Jahrgang

Hessische Abendzeitung

«.4e *. *8 ** A^rtsebühr 28 4 lbei Zustellung 85 41. Kür da« Erscheinen von Anzeigen in bEmmien Ausgaben, an besonderen Platzen und für televbonlsch erteilte auf trist keine Gewähr. Re», nungsbetrage innerhalb von 5 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Kastel. Postscheckkonto Franksurt a. M. 6880,

Kasseler Abendzeitung

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Mer Neueste Nachrichten

Vor der Bildung des Hindenburg-Ausschusses

Oer bayerische Busschuß unterfiützt S-bm / Mißglückte Friedensverhandlung-n in Schanghai / Französische« Liebeswerben um Japan

Eahms Aktion zur Präsidentenwahl (Bo« unserer Berliner Schriftlettung).

th. Berlin, i. Februar.

Hefa ^^tonfneni in Genf sich in. Laufe Zunächst mit geschäftsordnungsmätzigen befasse» wird, bleibt der Reichs- anzler vorlausig m Berlin und wird erst zum An- w»8 b" wachsten Woche nach Genf reisen. Jnzwi- schen gehen die Vorarbeiten für die Abrüstungskonfe- hjöHM10 wr ?re Reparationsverhandlungen im Aus- wartigcn Amt lotote auf diplomatischem ""ege weiter 9e[<crnJteb{!r eine neue Unterredung zwi-

Lnh 8»m D°ischafter in Paris v. Hoesch

Ministerpräsidenten Laval stattgefundem ^a» Kabinett wird sich inzwischen noch mit eini- ermnlrntPtert>°nh^eil Angelegenheiten beschäftigen. So erwartet man sur heute nachniittag eine Sitzung, in der m erster Linie die U m schnld u n g s a kNo n m ! n.Sprache kommen wird. Diese schwie- im9 flnhinpV/ h» ^"its vor einiger Zeit schon einmal im Kabinett beraten worden, aber es stellte stcb noch Sonderverhandlungen zwi- E« dem Ostkommisiar SchlangEchöningen und dem Reichsbankprandenten Dr. Luther erforderlich WE Ob das Kabinett j- in der L,° Kn LZ die,e Jlaterie durch Notverordnung endgültig neu zu regeln, gilt noch als fraglich. Außerdem wird sich die Reichsregierung m dieser Woche nw mit der Ba^ lenfrage ve,cha,Ilgen.

In der Frage der Neuwahl des Reichspräsiden­ten von Hindenburg wird heute in Berlin rin neuer Schritt unternommen werden. Der Berliner Ober­bürgermeister Dr. S a h m hat für heute nachmittag einen Kreis von achtzig Personen 'n einem Ber­liner Hotel zu einer Besprechung über die Reichs- Präsidentenwahl eingeladen. Es soll dabei der be­reits angekündigte Ausschuß gebildet wer­den, der die Wiederwahl Hindenburgsum Reichs Präsidenten propagieren will. Der bereits vor eini­ger Zeit in München gegründete bayerische Ausschuß hat dem in Aussicht stehenden Ber­liner Ausschuß seine volle Unterstützung und Mit­arbeit zugesagt und man hält es für wahrscheinlich,

daß dieser Ausschuß sofort sich dem Aufrufe zur Wiederwahl Hindenburgs öffentlich anschlietzen wird.

Gleichzeitig hat Dr. Sahm eine Aktion mb der Presse eingeleitet, wobei der Zweck verfolgt wird, Unterschriften für die Neuwahl Hin­denburgs zu sammeln. Nach dem Gesetz über die Wahl des Reichspräsidenten müssen Wahlvor­schläge, wenn sie nicht von politischen Parteien einge­reicht werden und das soll im vorliegenden Falle ja gerade vermieden werden von zwanzigtausend Wählern unterzeichnet sein. Diese Unterschritten sol­len auf dem Wege über die Presse schleunigst aufge­bracht werden.

Die letzten Entscheidungen darüber, ob der Reichs­tag zum Zwecke der Festsetzung des Wahltermins vor­zeitig zusammentreten wird, sind noch nicht getroffen, doch hält man es nach wie vor für wahrscheinlich, daß der Reichstag nicht erst am 23. Februar, sondern mindestens eine, unter Umständen zwei Wochen früher zusammentreten wird.Die hauptsächlichsten politischen Berhanolungen des Reichstages werden jedoch erst zu dem ursprünglich in Aussicht genommenen 23. Februar beginnen, und bis dahin wird der Reichskanzler bestimmt aus Genf zurückgckehrt fein.

Oie ersehnte Einigungsformel

London, 1. Februar.

Observer" meldet aus Paris: In gewißen fran­zösischen amtlichen Kreisen herrscht der Eindruck, daß zu Anfang der Woche eine Formel gefunden werden wird, die als Grundlage einer Vereinbarung zwischen Frankreich und Großbritan­nien in der Frage der Reparationen dienen wird.

Bezüglich der französischen Schuld an die Ver­einigten Staaten hofft die französische Regierung, ein Kompromiß zu erzielen, das eine tatsächliche Verzugs­erklärung vermeiden würde.

Eine Hand wäscht die andere

Frankreich sucht Japan als Bundesgenossen für die Abrüstungskonferenz zu ködern

Paris, 1. Februar.

Die Pariser Presse stellt sich immer deutlicher zu­gunsten Japans ein. Besonders die Rechtsblätter las­sen es an höhnischen Bemerkungen an die Adresse des Bölkcrbundsrats nicht fehlen und stellen fest, daß die Anwendung der Artikel 15 und 16 des Völkerbunds­paktes den Untergang der Genfer Institution bedeuten würden.

Die Hauptargumente, denen man in der Pariser Ocffentlichkeit begegnet, lassen sich i nvrei Punkte zu­sammenfassen:

1. China ist kein souveräner Staat, sondern nur ein geographischer Begriff.

2. China hat die Verträge verletzt und damit ge - rechtfertigte Sanktionen von feiten Japans herausgefordert.

3. China ist ein Unruheherd, der die Zivilisation bedroht.

Aus dieser klaren Haltung scheint deutlich hervor- zugehen, daß sich Paris die Lage im Fernen Osten auf zwei Wege zunutze machen will, indem es Japan durch Anerkennung seinesRechtes auf Sanktionen" zum Bundesgenossen auf der Genfer Ab

T5 ^winnt und indem es die Unfähig kett de. Völkerbundes sowie die Notwendigkeit inter- SutolSw 6 e9""n'i"«

DerTemps" bringt eine haltamtlich klingende Ver- lautbarung m ber er Du französische Regierung gegen den Verdacht.n schütz nimmt, den Japanern in China freie Hand zu lassen. Diese Darstellunq sei nicht rich­tig und es verlame sogar, daß der französische Boi- schafter in Tokio beim japanischen Außenminister im gleichen Sinne wie seine Kollegen aus Washington und London vorstellig geworden sei.

DasJournal de Tebats" erklärt aus amtlicher Quelle, daß das Gerücht von der Anwesenheit japani­scher Polizeikräfte im französischen Konzessionsgebiet nachdrücklichst in Abrede gestellt werden müsse. Sofern sich Japaner im französischen Konzessionsgebiet befän­den, seien sic auch schon früher dort gewesen. Das

französische KriegsschiffWaldeck-Rousseau" habe Be­fehl erhalten, sich sofort nach Schanghai zu begeben Andere Fahrzeuge würden vermutlich folgen.

Ltebereifrige Militärs"

Englische Kritik an der japanischen Haltung.

London, L Februar.

DieTime s" kritisiert in einem Leitartikel das Verhalten des japanischen Generals Schivsawa sehr scharf. Es stehe fest, daß der Admiral ein sehr schwie­riges Gelände mit ungenügenden Kräften besetzen wollte, daß der Vormarsch aufgehalten wurde, und daß die Luftangriffe vom militärischen Standpunkt aus nicht den geringsten Erfolg zeitigten. Von der politi­schen Seite aus müsse festgestellt werden, daß die Maß­nahmen des japanischen Admirals die Sympathien der Neutralen für die Opfer erweckt und den Chinesen eine Entschuldigung für ihre Angriffe auf die inter­nationale Niederlassung gegeben hätten. Die japa­nischen Staatsmänner blieben vor der öffentlichen Meinung der Welt verantwortlich, wenn sie den Eifer ihrer Militärs nicht zügeln könnten. Tie Ereig­nisse der letzten Tage hätten die zwingende Notwendig­keit eines internationalen Vorgehens gezeigt.

TieM o r n i n g p o st" warnt Japan, sich nicht durch die innere Schwäche der chinesischen Regierung zu unvorsichtigen Schritten hinreißen zu lassen. Daily Mai l" wehrt sich heftig gegen jedes japan­feindliche Vorgehen Englands. Die liberaleNews Chronicle" setzt sich für die Autorität des Völkerbun­des und für eine enge Zusammenarbeit zwischen Eng­land und Amerika ein.

Reue Kämpfe in Schanghai

Schanghai, 1. Februar.

Kurz nach 23 Uhr örtlicher Zeit brach am Sonntag nach mehrstündiger Ruhe ein scharfer Kampf im nördlichen Teil der Stadt aus. Er begann mit unregelmäßigem Gewehrfeuer. Dann setzte Ma­schinengewehrfeuer ein und schließlich nahm das Feuer derart zu, daß eine regelrechte Schlacht im Gange war

Diese neuen Zusammenstöße dürften mit der Tat­

sache im Zusammenhang stehen, daß tischen und dem amerikanischen Generalkonsul zwischen dem japanischen Admiral Schiosawa und dem chinesi­schen Oberbefehlshaber vereinbarte Friedenskon­ferenz, di« gestern vormittag und im Lause des Nachmittags im britischen Konsulat stattfand, schließ­lich nach etwa dreistündiger Tauer ergebnislos abgebrochen wurde. Einige Teilnehmer der Konferenz berichteten, daß die Vorinittagsverhandlungen zunächst einen hoffnungsvollen Verlauf nahmen. Während der Nachmittagssitzung seien jedoch alle Vorschläge aus dem einen oder anderen Grunde und wegen verschie­dener Einwendungen von der einen oder anderen Seite wieder verworfen worden. Mit einem Wieder zusannuentritt der Konferenz könne man erst wieder rechnen, wenn die japanischen Behörden hier von Tokio neue Weisungen erhalten hätten.

Ein japanisches Kriegsschiff gab gestern Maschinen­gewehrfeuer gegen die Brücke ab, di« von der inter­nationalen Niederlassung nach dem Bezirk Hongkew führt. Drei chinesische Flüchtlinge wurden dadurch ge­tötet. Die Japaner erklären, das Feuer sei gegen ver­einzelte Sckmrsschützen gerichtet gewesen.

Der Schaden, den die Kämpfe in Schanghai ange richtet haben, wird aus eine Million Pfund Sterling geschätzt.

London, i. Februar. In der internationalen Nieder­lassung Schanghais ist das Standrecht erklärt worden. Von abends 10 bis morgens 4 Uhr darf sich niemand auf den Straßen zeigen. Oefrentliche Ver- lummluitgen sind »erboten. Die Stadtverwaltung Hai drei Ausschüsse eingesetzt, die sich mit der Verwendung der verfügbaren männlichen Bevölkerung für die ver­schiedenen Zwecke Nahrungsmittel-, Transport- und Brennstoffragen und endlich mit der Unterbrin­gung von Truppen zu befassen haben. Tie Ver­sorgung mit Nahrungsmitteln hat sich verbessert Die Märkte wurde« wieder eröffnet. Etwa eine halbe

Chinesen sind durch die Schließung der Baumwollspinnereien und -Läden arbeitslos gewor­den. Es machen sich Anzeichen bemerkbar, daß der Streik, der als Protest gegen Japan gedacht war, zn- sammenbricht. Die chinesischen Banken haben teilweise am Monntag schon wieder auf.

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Washington, 1. Februar. Das amerikanische Ma­rineamt hat für die gesamte Flotte und für die Marinereservisten erhöhte Bereitschaft angeordnet. Präsident Hoover hat die Entsendung von 1400 Sol­daten, sechs Zerstörern und einen Kreuzer nach Schanghai angeordnet.

Keine Kriegserklärung Chinas

Paris, 1. Februar.

Nach einer intMatin" veröffentlichten Agentur­meldung aus Nanking hat der neue chinesische Außen­minister L o w e n k a u kategorisch die Nachricht de­mentiert, China hätte bereits ober würde noch heute Japan den Krieg erklären. Er habe vielmehr betont, daß China niemals den Krieg erklären werde, aber daß es Widerstand leisten und bis auf bett letzten Mann und auf die letzte Patrone kämpfen werde, solange Japan China Gewalt antue und es erniedrige. Die legitime Verteidigung sei stets durch das internationale Gesetz und sogar durch die Huma­nität gerechtfertigt.

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Die Aeußerungen des chinesischen Außenministers dementieren ebenso wie andere Auslassungen von chi­nesischer Seite die Reutermeldung, daß China die for­melle Kriegserklärung aussprechen werde. Worauf diese englische Meldung zurückzuführen ist, läßt sich zur Zeit noch nicht erkennen. Immerhin bestehl die Möglichkeit, daß unter dem Eindruck der Hiobsbot­schaften aus Schanghai derartige Pläne ist chinesischen Kreisen eine Zeit lang bestanden haben. :

die von dem bri- Million

Das Problem Schanghai

Das Problem des japanisch-chinesischen Konfliktes in der Mandschurei ist nun mit vem japanischen An­griff auf Schanghai deutlich und. unmißverständlich sichtbar geworden. Jetzt weiß man, um was es sich für die Japaner handelt; man kann es wenigstens wissen, wenn man sich das Problem Schang­hai als Sonderproblem Chinas und des F e r n e n O st e n s überhaupt vergegenwärtigt.

Die 3-Millionen-Stadt am Wang-Pu, der 20 Kilo­meter nordwärts von Schanghai ins Aangtse-Telta mündet, ist ein Sonderproblem, seitdem die Frage der Beziehungen zwischen China und den Fremd­mächten, die Frage der chinesischen Souverä­nität s r e ch t e und der fremden Exterrito­rialitätsrechte überhaupt diskutiert wird, d. h. also seit bald 90 Jahren. In ein akutes Stadium al­lerdings trat dieses Problem erst, nachdem die Ar­meen der chinesischen Natwnalrevolutionäre unter Tschiangkaischeks Führung in den Jahren 1925/27 ihren Siegeszug durch China vollendet hatten. Die besondere Rolle, die Schanghai unter den Städten Chinas und auch unter den übrigen Fremdennieoer- lassungen spielte, wurde daraus ersichtlich, daß Tschiangkaischek sich militärisch an Schanghai nicht beranwagte. Noch deutlicher allerdings wurde diese Rolle durch -die Tatsache, daß erst itn Sommer 1928 von den Eingängen zu dem wundervollen Schang­haier Stadtpark die berüchtigten Schilder entfernt wurden:Hunde und Chinesen haben keinen Zutritt!"

Die Verwaltung des internationalen Settlement von Schanghai hat zwar von den Chinesen, die in der Zahl von etwa 1 Million auf dem Gebiet des Settlement wohnen, von jeher Die Steuern für den Ausbau Schanghais zur modernsten, größten und in gewisser Beziehung auch schönsten Stadt des Fernen Ostens unnachsichtlich eingetrieben, aber bis 1928 durften die Chinesen an Den mit ihren Geldern ge- 'chaifenen Herrlichkeiten keinen Teil haben. Auch heute noch liegen die Dinge so, daß die Steuergelder der einen Million Chinesen tm Schanghaier Settle­ment Der dortigen Verwaltung zufliehen, daß aber die Nankinger Regierung das Geld beschaffen muß, wenn die Jugend dieser chinesischen Millionenstadt der Segnungen moderner Schulbildung ieilhaftig werden soll. Auch beute noch üben die Fremden auf ben Straßen des Settlement die polizeiliche Exekutiv­gewalt aus, so daß die Chinesen mit ihrer tbeoreti- schcn Souveränität über Die chinesischen Bewohner der an Diesen Straßen liegenDen Häuser nicht das ge­ringste aniangen können. Kein Wunder also, daß schanghai das Dorado aller großen Verschwörer und Schieber ist Sofern diese sich Darauf beschränken, chinesische Gesetze zu verletzen und gegen den Bestand chinesischer Institutionen zu intrigieren, sind sie im Scbanghaier Settlement relativ sicher.

Man kann sich jm Settlement mit Kleinigkeiten nicht abgeben, denn man hat dcu zu Ml zu tun.

Man muß verdiene« und man verdient. Man ver­dient, wenn der Bürgerkrieg in China tobt, weil bann in riesigen Strömen das chinesische Kapital im Sett­lement Zuflucht sucht und man verdient, wenn Friede ist, an dein Wiederaufleben der Konjunktur. Man ver­dient auf alle Fülle. Nicht umsonst sitzen, durch die Gesetze des Settlement geschützt, i« Schanghai mehr Kaufleute fremder Nationalität, als im gan­zen übrigen China zufainmeii, wenn man die japa­nische und russische Bevölkerung in der Mandschurei abrechnet. Insgesamt dürften gegenwärtig 70 bis 75 000 Angehörige fremder Nationen im Schanghaier Settlement sitzen: ca. je 25 bis 30-000 Russen und Japaner, etwa 9000 Engländer, lOOl^Amerikaner, 2000 Deutsche, 1500 Franzose« und vielleicht 2000 Ange­hörige anderer Nationen. Zahlenmäßig spielen zwar die Engländer die bedeutendere Rolle, allein wirt­schaftlich ist die Position der Amerikaner stärker, weil sie mehr auf Schanghai konzentriert sind mehr als die Hälfte aller amerikanischen Unternehmen in China überhaupt Dürfte ihren Sitz oder mindestens ihr Di­rektorium tut Settlement haben; die Stellung der Engländer wurde durch die Ergemiffe des Jahres 1927 in Hankau-Wuchang, später Durch die Abtretung Weihaiwcis mindestens in Der Schätzung der Chinesen empfindlich beeinträchtigt, während man von der U e b e r m a ch t des a m e r i k a n i s ch en Kapitals für Chinas zukünftige Entwicklung viel, wenn nicht alles erwartet.

Schanghai ist zudem nicht nur als Konzentrations­punkt der Fremden in China, auch nicht nur als das klassische Beispiel für die Unvereinbarkeit der Exter­ritorialitätsrechte mit den chinesischen Souveränitäts­rechten ein Sonderproblem, sondern auch wirt­schaftsgeographisch im engeren Sinne, näm­lich als das Ausfallstor des Pangtsebeckens, das als das von Natur reichste und ftärkstbevölkerte Gebiet solcher Größe in der Welt überhaupt anzusehen ist; umfaßt Doch das eigentliche Mündungsgebiet des Bangtse eine Fläche von Der Größe Englands mit schätzungsweise 40 Millionen Einwohnern. Es ist also begreiflich, wenn Die Mächte, Die sich immer noch Des Verlusts ihrer alten Ansprüche nicht deutlich genug bewußt geworden sind, zähe um Den Vortritt in die­ses unerschöpfliche Wirtschaftsgebiet der Zukunft ringen. Der Weg Dahin führt über Schanghai, aber es Dürfte ein welthistorischer Irr­tum sein, zu glauben, Daß man ihn im gegenwärtige« Augenblick noch mit Waffengewalt unD unter so fa- Denscheinigen Vorwänden, wie Japan es versucht, er­zwingen könnte. Wenn Die einmütige Ablehnung Der japanischen Aktion durch die Fremdmächte die Japa. lief nicht zur Besinnung bringt, dürfte leicht das Problem Schanghai Der Auftakt werden für Das Problem Der grundsätzlichen Neugestaltung des Fer-

»stens.