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Mer Neueste Nachrichten

Nummer 53*

Donnerstag, 3. März 1932

22. Jahrgang

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Hessische Abendzeitung

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Kasseler Abendzeitung

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Oie Wusung-Forts in japanischen Händen

Der japanische Vormarsch wird fortgesetzt / Hadolny zur Berichterstattung in Berlin / Vor -er Beendigung -er Lappo-Llnruhen

LapansWaffenstillstan-s-e-ingungen

Eigener Drahibericht.

England im Goldrausch

Bon unserem Londoner Korrespondenten

Schanghai, 3. März.

Die japanische Offensive scheint nunmehr die Er­folge zu zeitigen, die der tapfere Widerstand der Chi­nese« bisher unmöglich gemacht hatte. Nachdem die Japaner am Mittwoch nachmtttag T s ch a p e t in Be­sitz genommen hatten, haben die japanischen Truppen heute vormtttag 8 Uhr Ortszeit nach heftigem Artil- leriefeuer auch die Wusung-Forts erobert. Der Befehlshaber der Wusung-Forts und der im Dorf Wusung stehenden chinesischen Truppen hatte sich geweigert, den Rückzugsbefehl des Generals Tsai, den dieser ertellt hatte, um eine Umklammerung zu vermeiden» durchzuführen.

Die chinesischen Truppen um die Wusung-Forts wurden von den japanischen Truppen vollkommen ab- gefchnitte«, waren aber am Mittwoch abend noch im Besitze des Dorfes Wusung. Verschiedene Versuche der Japaner, den Kanal zu überqueren und das Dorf zu besetzen, wurden von den Chinesen erfolgreich abge­schlagen. Am Mittwoch abend eröffneten dann die japanischen Kriegsschiffe eine neue heftige Be­schießung der Forts.

Wie von maßgebender Seite mitgeteilt wird, hat das japanische Kriegsministerium das Oberkomman­do in Schanghai angewiesen, die Berfolgnng der chinesischen Truppe« solange fortzusetzen, bis ein Waffenstillstand abgeschloffen worden ist.

Schanghai, 3. März. Eine japanische Brigade hat Nanschiang besetzt. Die 11. japanische Division rückt gegen Kiatinghsten vor, einen Ort halbwegs zwi­schen Nanschiang und Liuho san der Uangtse Mün dung) westlich der Wusungforts. Die von Tschapei zurückgegangenen chinesische« Truppen haben Tschen- su geräumt.

Heber die Einnahme von Tschapei durch die Ja­paner liegen folgende Meldungen vor: Am Mittwoch nachmtttag rückten die japanischen Truppen in Tscha­pei ein. Der ganze Stadtteil stand in Hellen Flam­men, da die Chinesen vor chrem Abzug überall Feuer angelegt hatten. Ganz Tschapei ist von der chinesischen Zivilbevölkerung geräumt worden. Nur einige Scharf­schützen waren noch hinter den Trümmern versteckt und brachten den Japanern Verluste bei.

Der japanische Oberkomurandierende meldete: Die japanischen Truppen haben am Mittwoch ganz Tscha­pei besetzt und dabei mehrere tausend Chinesen gefan­gen genommen. Die chinesischen Soldaten wurden vorläufig in einem Konzentrationslager untergebracht. General Schirokasa hat den chinesischen Oberbefehls­haber Tschangtschinkai aufgefordert, zu kapitulieren, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden.

Konferenz am Run-en Tisch?

Schanghai, 3. März.

Di« Bedingungen des japanischen Oberkommandos für eine Waffenruhe, die gestern abend durch Vermtttlung pes britischen Gesandten der chinesischen Regierung übergeben wor­be« sind, unterscheiden sich erheblich von den Bedin­gungen, die am letzten Sonntag an Bord des brtti- scheu KreuzersÄent" provisorisch vereinbart worden waren. Die japanischen Bedingungen lauten:

Wenn China der Zurückziehung feiner Truppe« über die 20 Kilometerzone hinaus zu­stimmt, ist Japan bereit, der Einstellung der Feind­seligkeiten für eine bestimmte Zett zuzustimmen, wäh­rend der die Etnzelhetten einer endgültige« Beendi­gung der Feindseligkeiten zwischen den beiderseitigen Militärstelleu festgesetzt werden würden.

Japan fordert, daß während der Einstellung der Feindseligkeiten eine Konferenz amRunden Tisch" zwischen den Chinesen und Japanern abge­halten wird, an der Vertreter neutraler Mächte teil nehmen sollen Diese Konferenz soll über die Methode entscheiden, nach der beide Seiten ihre Truppen zu­rückziehen werden, und n"ch der der Status quo in Schanghai und um Schanghai herum wiederhergestellt werden soll.

Japan fordert, daß die chinesischen Trup­pen zuerst zurück gehe«. Wenn dies geschehen ist, werden die japanischen Streitkräfte sich nach den .Mzirken von Schanghai und Wusung" zurückziehen. Sobald normale Bedingungen bestehen, wird die ja­panisch« Armee auch aus diesen Bezirken zurückge­zogen werden.

Japan ertlärt, daß im Falle der Verletzung dieser

Bedingungen durch eine der Parteien die andere Partei ihre volle Handlungsfreiheit zurückgewinnt.

Wie-er Frie-e in Finnland?

Helstngfors, 3. März.

Der Staatspräsident erließ Mittwoch atzend im Rundfunk eine ultimative Forde­rung an die Lappoleute, in ihre Behausun­gen zurückzukehren. Er sicherte den Anhängern der Bewegung, nicht aber den Führern, Straffreiheit zu, falls sie dieser Forderung nachkommen. Im ande­ren Falle würde er sie als Feinde betrachten und die entsprechenden Schlüsse ziehen. Im ganzen Lande ist strenge Telefon- und Telegraphensperre verhängt, so daß die Lappo-Leute von der Außen­welt völlig abgeschnitten sind. Die Regierungskrise, die durch den Rücktritt der Minister der Samm­lungspartei drohte, ist überwunden. Die Samm­lungspartei hat sich anscheinend auf Druck des Staatspräsidenten bereiterklärt, weiter in der Re­gierung mitzuarbeiten.

Im Anschluß an die Rundfunkrede des Staats­präsidenten haben viele der bewaffneten Lappomänner den Heimweg angetre­ten. In Mäntsälä sollen noch 700 Lappoanhänger versammelt sein, in Salo 300. 'Angeblich versuchen die Führer neue Anwerbungen, die jedoch keinen Erfolg haben. Zwischen Genera! Walenius und einem der Führer soll es zu heftigen Auseinander­setzungen gekommen sein, die damit Endeten, . daß Walenius dem Gegner die militärischen Abzeichen und Auszeichnungen abritz.

G. P. London, Anfang März.

England ist zur Zeit von einem regelrechten Gold­rausch erfaßt. Doch von einemGoldrausch" ganz eigener Art. In England ist bekanntlich alles stets anders, als in der übrigen Welt. Der gegenwärtige englische Goldrausch äußert sich keineswegs in einem Run nach dem edlen, gleißenden Metalle. Am Golde hängt, nach Golde drängt hier niemand. Alle Welt ist vielmehr eisrigst bemüht, den gesamten G o l d - besitz so rasch wie nur möglich loszuwer- d e n. Verkaufen solange der Goldpreis noch günstig ist! Sich einen Profit sichern für den Fall, daß der Pfundkurs wieder steigen sollte. Das ist Englands Goldrush" von heute!

Den Anfang dieser neuesten englischen Geschäfts­abart bildete, wie das im Lebe« handeltreibender Völ­ker ost der Fall zu sein pflegt, eine edle Gemütswal­lung. Als im Herbst vorigen Jahres die Flotte re­voltierte, das Pfund zu wackeln begann und ganz England plötzlich mitzuwackeln schien, da stieg in je­dem braven Briten das Nationalgefühl hoch.Opfert auf den Altar des Vaterlandes", riefen die Patrioten, Opfert Gold, damit die Pfundwährung gestützt wer­den könne!" Tatsächlich fand sich bald eine Schär von stieren Damen ein, die.ihre Ringe, Armbänder, Ohr­gehänge und sonstigen Schmuckstücke zusammenraff­ten und sie auf den Altar des Vaterlandes, das heißt auf den Kassentisch des Schatzamtes niederlegten. Und die Gesamtheit dieser von der Nation spontan ge­

sehen, welche Richtlinien dem federführenden Mi­nisterium zur Weiterbehandlung der Angelegenheit gegeben werden.

Notruf -er Lan-kreise

Starke Zunahme der Wohlfahrtserwerbslosen.

Berlin, 3. März.

Anfang Februar 1932 wurden, wie der Landkreis­tag mitteilt, in den Landkreisen 655000 Wohlfahrts­erwerbslose unterstützt. Gegenüber dem Vorjahr (325 400) bedeutet das eine Steigerung von 101,2 v H gegenüber dem Vormonat (548500) von 12,1 v. H. Diese Zunahme übertrifft noch die Steigerung in den städtischen Bezirksfürsorgeverbänden, die sich ge­genüber dem Vorjahr auf 91,7 v. H. gegenüber dem Vormonat auf 8,1 v. H. beläuft.

Schon jetzt ist in einer Anzahl von Landkreisen die Not so groß, daß um die Unterstützungen für die Wohlfahrtserwerbslosen sicherzustellen andere gesetzliche und sonstige Verpflichtungen nicht mehr erfüllt werden können. Wichtiger und dringlicher als alle organisatorischen Maßnahmen auf dem Gebiete der Arbeitslosenhilfe ist, so heißt es in der Ver­öffentlichung des Landkreistages- die finanzielle Hilfe für die Kommunen. Sonst feien katastrophale Folgen unvermeidbar.

Brüning reist nicht nach Genf!

th Berlin, 3. März.

Der Reichskanzler wird entgegen anders lautenden Genfer Meldungen sich n i ch t zur Voll-, Versammlung des Völkerbundes nach Genf be­geben. Diese Versammlung ist wegen des chinesisch- japanischen Konfliktes einberufen worden. Die' deutsche Delegation wird aber auf dieser Sitzung unter der Führung des Geheimrates von Weizsäcker stehen. Der Kanzler ist zwar für diese Sitzung formell angemeldet, wird aber davon keinen Gebrauch machen, sondern tn Berlin, bezw. in Deutschland beim Wahlkampfe blei­ben. Der Führer der deutschen Delegation auf der Ab­rüstungskonferenz, Botschafter Nadolny, trifft heute in Berlin ein und wird dem Reichskanzler über den bisherigen Gang der Verhandlungen der Abrüstungs­konferenz Bericht erstatten.

In derVossischen Zeitung" wurde gestern abend eine längere Meldung über ein bevorstehendes diplo- matifches Revirement veröffentlicht. Die mei­sten Einzelheiten dieser Meldung sind jedoch unzutref­fend. Richtig ist, daß auf der deutschen Botschaft in Tokio, sowie auf mehreren Gesandtschaften in Süd- nnd Mittelamerika Aendernngen eintreten sollen, aber bi* Namen der Nachfolger stehen noch nichl fest. Auch wird das ganze Revirement noch einige Zeit aus sich warten lassen.

opferten.Gabe« ergab die erschütternde Summende« 741 Pfund 11 Schillingen und 6 Pence...

Manche der Damen reute indessen später die Ab­gabe der lieben, teuren Andenken aus Großmutters Zeiten. Sie versuchten ihre eigene«'Opfergabe« zu- rückznkausen. Es gelang ihnen ohne weiteres. Doch sie mußten dem Schatzamt erstaunlich viel Geld be­zahlen: Der Goldpreis, so erklärte man ihnen, war inzwischen bedeutend gestiegen. Tie Damen verstän­de« zuerst nicht, was das zu bedeute« hatte. Doch sie waren Britinnen genug, um zu begreifen, daß man dem Vaterlande nützen und zugleich ein glän­zendes Geschäft machen könnte. Sie griffen eiligst in den Sparstrumpf. Da lagen noch etlich Goldmünze«. Und siche da, für eine Goldmünze zu 20 Schilling zahlten die Händler in der City jetzt ganze 2754 Schillinge.

Die meisten Engländer sind steif und fest davon überzeugt, daß der Pfund kur 8 bald wieder steigen wird. Jnfolgedeffe« tra­gen sie das Gold, das sie besitzen, massenweise zu Markte. Ein Engländer, der heute 20 000 Schilling in Gold veräußert und dafür 27500 Schilling bezahlt erhält, ist der festen Ansicht, daß et ein glattes Ge­schäft von 7500 Schilling gemacht hat. Wir Kontinen- talepropäer denken hierüber anders. Wir toe*be« habet nur z« leicht an unsere diversen Jnflations- erfahrungen erinnert. Doch in England hat das Pfund, trotz des starken Kurssturzes, bisher nur we­nig von seiner Kaufkraft eingebüßt. Und die unbe­kümmerte Art, mit der die Briten zur Zeit ihre Gold­stücke gegen Papiergeld eintauschen, ist üWiger ein Zeichen von Leichtfertigkeit oder Dummheit, .als ein Ausdruck ihres festen Glaubens an die Stärke und Solidität bet englischen Wirischastsmacht.

Der freie Handel in Goldmünzen ist in England, dem Goldlande par excellence, gesetzlich gestattet. Sie Bank von England zahlt für einen Gold-Sovereign allerdings, nach wie vor, bloß 20 Schillinge netto. Doch in der Londoner City gibt es eine Unmenge von professionellen Gold Händlern, die 27& Schilling und mehr zahlen. Gewöhnlich sind dieses auch Juweliere, Geldverdiener, Bankiers, Besitzer von Versatzämtern usw. Vor ihren Türen stehen lange Polonaisen an. Von allen Enden Englands, Schottlands und Ir­lands kommen die Leute nach London und bieten den Händlern her City ihre goldenen Schmucksachen goldenen Sporttrophäen und goldenen Münzen an. In den Geschäften dieser Händler gibt es auch eigene Schmelzöfen. Für eine Kleinigkeit kann man seine goldenen Ringe, Armbänder, Uhrketten und andere teuren Familienandenken an Ort und Stelle zuerst im formlose goldene Klumpe« umgeschmolzen, bann in viereckige Barren gepreßt unb schließlichoffiziell" gestempelt erhalten. Barrengold handelt sich leichter, als Schmuckfachen. Für eine Unze Feingold werden zur Zeit 119 Schillinge bezahlt. Es ist der höchste Preis, der in England je für Gold gezahlt worden ist.

Es lohnt sich unter die vor den Juwelierläden der City Wartenden zu mischen und sich die Leute näher anzusehen, die an diesem eigenartigen Gold- rush teilnehmen. Es ist eine bunt zusammengewür­felte Menge. Doch ein T Y p d o m i n i e r t: bie seine, altmodisch gekleidete, ältere Dame ans der Provinz, die im Laufe von 3obren in aller Stille ein kleines Vermögen in Gold verborgen ge­halten hat, nun aber durch Verkauf ihres Gold­schatzes mit einem Schlage ihre Ersparnisse um 30 Prozent vermehren möchte. Die übrigen Leute sind: City-Clerks, Rechtsanwälte, Geistliche, Laufburschen, ölte, feine Herren von Lande, umherziehende Trödler aller An und noch tausenderlei andere, von der Pro­fitsucht beseffene Leute jeden Alters und jeden Ge­schlechts. Am Papiergeld hängt, nach Papiergeld drängt hier alles...

Einer nach dem anderen stülpen all diese buntfchek- kigen Leute auf den Tisch der Geldwechsler ihre Por­temonnaies, ihre Lederbeutel, chre Köfferchen, chre Säcke aus. Manchmal fallen bloß einige vereinzelte Goldstücke heraus. Doch oft ergießt sich auf den La­dentisch ein wahrer Goldstrom von 10 000, 15 000 und gar 20 000 Dukaten auf einmal. Manche der am meisten frequentierten Goldhändler müssen Dauerns zur Bank nach Bargeld senden. Das Papiergeld wird in großen Bündeln, begleitet von bewaffneten Poli­zisten, angebracht. Hunderte, tausende, hunderttan- sende von raschelnden, grünen und weißen Pfund­noten werden der wartenden Kundschaft ausgezahlt im Austausch gegen Gold, gegen englische So­vereign, gegen deutsche 20-Mark-Stücke, gegen russische 10 Rubel-Stücke, gegen Louisdors, gegen Goldmün­zen, die 100 ober 200 Jahre alt stnb und denen man es ansieht, daß sie Jahrzehntelang irgendwo in bet Erde verborgen gelegen haben.

Die Wechslerbuden der City sehen klein und un-

Das Problem -er Arbeitsbeschaffung

Von unserer Berliner Schriftlettung.

Berlin, 3. März.

Die starke Inanspruchnahme der führenden Per­sönlichketten des Reichskabinetts durch die Reichstags- session und weiterhin durch den Wahlkampf hat leider gewisse Verzögerungen bei der Behandlung anderer wichtiger Fragen hervorgerufen. So liegt, wie wir erfahren, noch immer ein Fragenentwurf des Reichsarbeitsministeriums über die ge­plante Sozialresorm in der Reichskanzlei, ohne daß im Augenblick abzuseheu ist, wann der Reichskanzler zu diesem Entwurf Stellung nehmen kann. Es han­delt sich hierbei um Anfragen grundsätzlicher Art, die alle Einzelprobleme der Sozialreform berühren und an bie Ressorts und an die Sänberregierungen gerich­tet werden sollen.

Weiter gediehen ist dagegen die Aussprache über ein Arbeitsbeschaffungsprogramm mit dessen Grundzügen sich das Reichskabinett bereits einmal vor Wochen beschäftigt hat. Seit Anfang vo­riger Woche finden täglich im vorläufigen Reichs­wirtschaftsrat Verhandlungen über ein solches Ar- beitsbefchaffungsprogramm statt. Man hat nach un­seren Informationen am Mittwoch noch einmal Sach­verständige zu Einzelfragen gehört. In den nächsten Tagen soll jetzt die Formulierung des Ardeitsbe- fchaffungsprogramms vorgenommen und damit die Quintessenz der von dem Gewerkschaftsführer Lei- part präsidierten Verhandlungen gezogen werden. Es handelt sich bei dem Arbeitsbefchaffungsvrogramm um Arbeiten und Aufträge, die von der Reichsbahn und Reichspost in Gang gebracht werden könnten, aber auch um großzügige Pläne für Straßenbauten, Meliorationen, Hausreparaturen etc.

Leider find bisher die entscheidenden Verhandlun­gen über eine Finanzierung dieser großen Pläne nock> nicht geführt worden. Sie tosten nach Fertigstellung des Entwurfs durch den Reichs­wirtschaftsrat von den zuständigen Stellen mit der Reichsbank, dem Reichsfinanzministerium, dem Reichsarbeitsministerium und Reichswirtschaftsmi­nisterium erst aufgenommen werden. Da hier der eigentliche Kernpunkt des gesamten Arbeitsbeschaf­fungsproblems liegt, wird man in der Beurteilung der Entwürfe eine gewisse Zurückhaltung wahren müssen.

Von Seiten des Aasa-Bundes ist noch in der letz­ten Zeit der Vorschlag gemacht worden, durch Aus­legung einer steuerfreien Volksanleide die erforderlichen Gelder zusammenzubringen. Ob aber eine solche Anleihe wirklich den erhofften Erfolg zeitigt, wird von Finanzsachverständigen noch in Zweifel gezogen. Immerhin ist unverkennbar, daß durch die Verbandlungen des Reichswirtschaftsrates das ganze Problem wieder -in Fluß aelomtnen ist. Auch das Reichskabinett wird sich nach unseren In­formationen so bald wie möglich mit den Ergebnissen der Besprechungen beschäftigen. Man wird bann