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(Nrncste SLaeyrichtru)

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Sie

Nr. 27

Telep Hon: Nr. 362.

Mittwoch, den 3. April 1912.

Telephon: m-.v 362.

PöWhae RhikHM

Deutschland.

Nach einer offiziös bedienten Korrespondenz wird » , Äc Aufbesserung der M a n n s ch a f t s l ö h n u n g, wie

^Mischen ge[t f sie in der neuen Wehrvorlage vorgesehen ist, den Be- ' Maschine^ Itng von über 20 Millionen Mark jährlich erreichen.

Der allgemeine Parteitag der Fortschritt!, eiter M Lolkspartei wird vom 5.7. Oktober d. I. in . " Mannheim abgehalten werden.

» * Gotha, 2. April. Der Landtag nahm die

fa Vorlage an, betreffend die Erhebung von Chaussee- ' Q j£ W gcldern für einheimische und ausländische A u t o - ^ognanfprujt t mobile.

eine explodierte. Er glaube, daß die Italiener nunmehr

nach Eintritt der Heren Vormarsch

London,

heißen Witterungspcriode einen gro nicht mehr unternehmen dürften.

England.

2. April. Gestern Nachmittag machte

teinen iognacbrenherel;

tCHOU,

ÜbfMll efhéltllcfi

en +

«Ine fid). wirkend, ß stack M 5.50 m Siele Anerkennung, i ënhauseralle ii

* Oesterreich.

* Wien, 1. April. Kaiser Franz Joses empfing dm Fürsten von Monaco in besonderer Audienz.

Schweden.

* Stockholm, 1. April. Der schwedische Ge- 'stndte in Berlin, von Trolle, ist abgerufen worden. Er wird durch ben früheren Minister des Aeußeren, Gra­sen Taube, ersetzt.

Frankreich.

Die französische Kammer nahm mit 453 MN 59 Stimmen das Gesetz an, durch das die Ar­beitszeit in Bergwerken auf 8 Stunden beschränkt wird, fiicrauf vertagte sich das Parlament bis zum 21. Mai.

Ueber die französisch-spanischen Ma­

âverhandlungcn wird aus Madrid gemeldet, daß ___ Frankreich nunmehr auf die Abtretung von Cabo del

Ngua an der Mündung des Muluja verzichte, den Spa-

BA stern-Wolk ichiftlf«»?1. igeübte SEE lU. elegante renJalmW1*

mimi die südliche Zone des Küstengebietes südlich vom Tmflusse überlasse, jedoch im Norden nach wie vor das Wnet am Uergafluffe beanspruche.

* Tanger, 1. April. Der Protektoratsv.ertrag zwischen Frankreich und Marokko ist am 30. März in gt? unterzeichnet worden. Er ist in großen Zügen ähn­lich dem gehalten, wie der Protektoratsvertrag, der die mit dem Bey von Tunis abgeschlossenen Rechte Spa- nitiis in dem Vertrag gewährleistet.

Italien.

* Nom, 1. April. Der im türkischen Lager in IripoHs befindliche Kriegsberichterstatter desTemps" liielbct vom 10. März: Zwei italienische Lenk bal­lens schleuderten 6 Bomben, von denen jedoch nur

»Fabriken

n näch.

onerei^

chaildt I.^^

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

(Nachdruck verboten.)

Da kam Herr ^revenöaux atemlos die Straße her-

Bourlier ließ den Klopfer ruhen.

Was haben Sie erfahren?" fragte er kleinlaut.

.Nichts Gewisses. In einem Erdgeschoß an der tote de la mer" haben die Herren von der Santtat ic Ambulanz eingerichtet, natürlich gegen meinen Glen. Aber ich klage nicht, ich bin ein Patriot. Unter B Berwurrdeten war eine Marineoffizier, der bei Ba­les gefochten hatte. Er teilte mit, daß Ihre Villa und Ke Fabrik unversehrt find, der Rückzug fand auf et- m anderen Wege statt. Also hoffen Eie das Beste. Rimmer steht es mit der Allgemeinheit. Mae Mahon nrwundet, Wimpffen hat den Ober-befehl ttbernom- ». Es zeigte sich, daß er mit einer Vollmacht des tegsministers nach Sedan gekommen war. Aber auch tat gleich von den Deutschen eins auf die Nase bs- imcu. Wir sind von allen Seiten eingeschloffen."

Eingeschlossen, wirklich gefangen?"

Wie die Maus in der Falle. Bor einer Stunde

I fohle Marineölvision auch Balan geräumt." ^O, mein armes, unglückliches Vaterland!"

1,3a, die Nor ist furchtbar. Unabsehbare Züge Ver- imnbtier kommen in die Stadt, welche ein einziges, großes Hospital ist Man weiß nicht, wo man alle die llWircklichen unterbrmgen soll. Sehen Sie, dort kommt ^ei so eine Kolonne."

Um die Ecke schleppten Krankenträger auf unbegue- schlechtgefügten Bahren eine Anzahl Verwunde- Äls der führende Santtätsoffizier bei den beiden Maern angekommen war, welche sich scheu lu sie «g der kleinen Tür drückten, sagte gu Pardon, ist das hier ein Kloster?^

der Marineminister im Parlament neue Andeutungen über Verhandlungen, die gepflogen werden, um zwi­schen Deutschland und England einen freundschaftlichen Austausch von Infor - mationen über die Marine zu erzielen. Von dem liberalen Unterhausmitgliede King ist die Frage an den Marineminister gerichtet worden, ob ein solcher Austausch bereits zwischen England und Deutschland stattgefunden habe und ob an einen Informationsaustausch auch mit einer anderen Macht gedacht würde im Hinblick auf eine mögliche Einschränkung der Rüstungen. Churchill ant­wortete, daß Verhandlungen zwischen Deutschland und England schweben und gute Fortschritte machten, doch wünsche er für den Augenblick nichts weiter zu sagen.

Rußland.

* Petersburg. Ein Konsortium russischer Kapitalisten Moskaus erhielt die Bewilligung zur Her­stellung einer achthundert Werft langen Eisenbahn­verbindung zwischen Moskau und der Station Sarny, unweit der österreichischen Grenze. Durch die Linie, deren Bau 48 Millionen Rubel kosten soll, wird

der Weg von Moskau zur österreichischen Grenze 300 Werft abgekürzt.

um

Nord-Amerika.

Das Staatsdepartement in Washington kün­digte die Sendung von 1000 Karabinern und 1 Million Patronen für den Botschafter in Meriko zur Bewaffnung der Amerikaner an. In der Stadt Meriko wird im Falle der Flucht Maderos Anarchie befürchtet. Man er-

wartet, daß alle Ausländer gemeinsam handeln werden. Waffensendung nach der Stadt Meriko wird viel- als Vorläufer einer Intervention angesehen.

Die fach

den.

Japan.

In Peking ist das neue Kabinett gebildet wor- Ministerpräsident und Verkehrsminister ist Tang-

schaoy, Puanschikais Vertrauensmann.

Nur aller Hielt

* Berlin. Der 200 Meter hohe Nauener Tele funkenturm ist e i n g e st ü r z t. Der Einsturz ist, so

W

Nem, mein HM, eine Privatwohnung, ein klei­nes Gartenhaus", antwortete Bvnrtter mit der stum­men Bitte in den Arrgen, sie möchten wetterziehen.

Dann muß man è stiren/ sagte der Offizier, der ihn nicht zu verstehen schien.Wir suchen Platz für un­sere Verwundeten, sie sterben vor Entkräfttrng."

Wir können selbst nicht in das Hans," sagte Pre- vendcmx,wir klopfen seit einer halben Stunde vergeb­lich, da wir keinen Sâffel haben"

O, dem wollen wir abhelfen," meinte der Arzt und winkte zwei Trägern, die den Verwundeten auf das Pflaster gebettet hatten.Klettert über die Mauer," befahl er,und sucht die Tür von innen zu öffnen. Der Schlüfsel scheint iw Schlöffe zu stecken."

Die Männer waren in wenigen Minuten drüben und öffneten sogleich. Mit einem Fluche überfchrttt Bourlier als erster die Schwelle, ihm folgte Preverr- daux, indem er seinem Freunde zuflüsterte:

Machen Sie gute Miene zum bösen Spiel und schicken Sie die Damen in das obere Stockwerk."

Der Offizier befahl, die Bahren mit den Kranken in den Vorgarten zu tragen, dann nahm er, ohne zu fragen, von den Parterreziunnern Besitz. Binnen fünf Minuten lagen die Verwundeten auf den Sophas und Teppichen in improvisierten Betten, im Vorgarten rich­tete der Arzt die Klinik des fliegenden Lazaretts ein.

Welch ein Wahnsinn, daß ich das Haus verlaffen habe," tobte Bourlier gegen sich selbst, als er mit seiner Tochter und Schwester in dem oberen Salon zusammen­traf.

Frau von Tarandal, welche den Vorgang vom Fen­ster aus beobachtet hatte, tröstete ihn:

Du hast ein gutes Werk getan, Bruder Jean," sprach sie mit Gelassenheit.Welch Vorrecht haben wir, unser Asyl zu verbergen, während die Mgemeine Not so groß geworden. Im GegxptM, ich habe die Absicht,

i weit sich bisher seriellen ließ, nicht infolge eines Kon- ! struktionsfehlers erfolgt, sondern man vermutet einen i Mattrialfehler an irgend einer Stelle, der es bewirkte, daß der Bau dem Winddruck nicht standzuhallcn ver- i mochte. Man nimmt an, daß der Turm so rasch wie I möglich wieder aufgebaut wird, ob in bisheriger Ge­stalt oder in anderer Form steht noch nicht fest. Im­merhin dürften Monate vergehen, bis die Waucner Sta­tion, die mächtigste der Welt, wieder in den Weltver­kehr einzugreisen vermag. Das Material des alten Tur­mes wurde durch den Sturz total vernichtet.

* Berlin, 2. April. D r e i S ch ü l e r des Gymnasiums sind verschwunden und konnten trotz eifriger Nachforschungen n^ch nicht aufgefunden wer­den. In Abschiedsbriefen an ihre Eltern äußerten sie die Absicht, sich das Leben zu nehmen.

* F r i e d r i ch s r u h, 2. April. In der Kapelle des Mausoleums fand gestern die Konfirmation des Fürsten Otto v. Bismarck statt. An der Feier nahmen u. a. teil Gräfin Wilhelm v. Bismarck, Gräfin Rantzau und Fürst Henckel-Donnersmarck.

* Jena, 1. April. Aus gekränktem Ehrgefühl infolge väterlicher Ermahnung erhängte sich hier der in Ferien weilende 16jährige Schüler P. Dreßler vom Landerziehungsheim Haubinda.

* Hannover, 1. April. Ein junges Mädchen aus Pommern meldete sich Freitag abend zum Besuche ihres Bräutigams, eines hiesigen Unterbeamten an, und kam wahrscheinlich nicht mit dem angekündigten Zuge. Es wurde vermutlich, weil sie in Hannover'fremd war, durch bisher unbekannte Personen in die Eilenriede ver­schleppt, wo es am Samstag morgen 1 o t aufgefunden wurde. Das Mädchen soll ziemlich erhebliche Wert - fachen und Barmittel bei sich getragen haben. Auf die Ergreifung des oder der Täter wurde eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt.

* Dresden, 1. April Der Jugendschriftsteller Karl May ist nach kurzer Krankheit in Radebeul bei Dresden im Alter von 70 Jahren g e st o r b e n. Die schweren Angriffe der letzten Jahre, die in Prozessen ihren Ausdruck fanden, hatten die Kräfte Mays sehr ! herabgemindert.

Stuttgart, 2. April. In Eßlingen ist heute der frühere Reichstagsabgeordnete im 5. Württember­gischen Wahlkreis Brodbeck (Fortschr. V.) im Alter von 62 Jahren gestorben.

* Stuttgart, 1. April. Der 32jährige Mau- ! rer Johann Dash in Aich in Württemberg hat in der j vergangenen Nacht seiner schlafenden Frau mit einem I Taschenmesser den Hals durchschnitten. Nach der Tat legte sich der Mörder wieder zu Bett. Nachdem

tatkräftige Hilfe zu leisten; diese armen Soldaten er­regen mein innigstes Mitgefühl"

Was fällt Dir ein?"

Sieh die toifcfet*er: Gesichter dieser Eken Ken, fühle Me brennenden Schmerzen nach, die sie erdulden müs­sen! Erbarmt sich da nicht Dein Herz? Ich mag nicht müßig sein, wenn ich das Unglück in meiner Näsip weiß. Ich werde dem Ärzte meinen Beistand andreren."

Tantchen, nimm mich mit/ bat Desiree.Auch ich möchte helfen, die Rot zu lindern. Wenn ich auch kein Blut sehen kann, es gibt wohl so manches unten zu tun, wofür man mir danken wird. Bitte nimm mich mit/

Frage den Vater, ob er es erlaubt. Ich folge nur meinem Herzen, soweit es mich selbst betrifft."

Ach Papa, darf ich?" Die armen Leute tun mir so leid und sie dulden doch für uns."

Ich möchte nichtnein" sagen," erwiderte Bowt- lier zögernd,-aber bedenkt, was ihr tun wollt. Schont eure Nerven. Das ist keine Arbeit für schwache Frauen."

Geradt ist sie es. Unsere weichen Hände werden den Arbeitern wohltun, Papa. Ga, z leise will ich ihre Bandagen berühren, will ihnen zu trinken geben und den Todesschweiß von te, Stirn trocknen. Ich fürchte mich nicht vor den Handreichungen, Papa, und schweren Dienst wird der Arzt von einer Unkundigen nicht ver­langend

Ich bin ein Egoist." Ihr seid besser als ich," sagte der Fabrikant mit einem Seufzer,müht Euch im Dienste der leidenden Menschheit, ich wist es nicht hin­dern."

(Fottsetzung folgt.)