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Expedition: Seltersmeg 85.

Mittwoch, den 24. April 1912.

24. ^abrg

Telep hon: Nr. 362.

Telephon: 91r. 362.

Der Reichskanzler

^^M^Wj 'M Mitteln und unseren Kräften entspricht. Der Reichs- MW Wer berief sich aus die zahlreichen Stimmen aus dem

führte

des

M(|f Stimmung, so sagte er weiter, beruhe nicht auf

Dienstag 1 Uhr.

haben Vertrauen Den Anforderun-

h o ch stehen

8

Veinen

Cognacbrenherei:

Abg. Herzog (W. V.): Wir zu den militärischen Sachverständigen, gen können wir nur zustimmen.

Die nächste Sitzung war gestern

y

Mehr beachtenswert sind die Ausführungen Staatssekretärs der Marine.

Staatssekretär von T i r p i tz

Samstags liegt für die Stabtabonnenten der

Illustrierte wochen-llnzeiger gratis bei.

über den Kämpfen der Parteien sollte.

Kriegsminister von Heeringen

sachliche Gründe aus.

Kofl«in J »°5'

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Anzeigenpreis 20 pig.

die 44 mm breite Inseratenteile. Die 90 mm breite Zelle im 91 es (am et eil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewich: und (Prüfte berechnet. Rabatt kommt bei Ueberichreitung des Zahlung», zieles (30 Tage», bei gerichtlicher Beitreibung ober bet Konkurs in Wegfa-ll. Plaovorlchriiten obneBerbindlich'. eit.

Truck der Gießener Verlagsdrnckerci.

öbrie zur Vorlage aus: Die Gesetzentwürfe sind nicht ) orgclegt im Hinblick aus eine unmittelbar i * 1

vezugspreis 40 Pfg. monatlich

v erteljährlich 1,20 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholi in unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabestellen vierteljährttch 90 Pfg Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: TelterS- ro?ß 83. Für Aufbewahrung »der Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Berlag derGießener Zeitung" G. m. b. H.

;$en ih° iserdem -Ersatz

drohende 'fxiofjr. In der augenblicklichen europäischen Situation

ACHOLL. Wrischen Gelüsten. Deutschland ist kriegs- ;;;, breit, wenn ihm ein Krieg aufgezwungen ist, Hän- lOberaiierbâitikJ M aber sucht es nicht. Wir brauchen eine starke Rüst- - " -ing ^cht nur zur Abwehr eines möglichen Angriffs auf

uns, sondern zur Wahrung unserer Stellung im Frie-

Metzeiter Bettung

^endem Er, schwersten Fäll» ^ "'* snderes aas sehe pzj^

^radehaifeT^r. 33

Apparat. .- ^

und Kinder. R?ic.i$(ag

rlhopadisches hstiiL i Berlin, den 22. April 1912.

ote^,?â^ Aus der Tagesordnung am Montag stand die erste Bera(c ung UDd' Stjurig der W e h r v o r l a g e n. Der Reichskanzler, «ostenic fti preußische Kriegsminister, der Staatssekretär des --. Hiöismarineamtes und der Reichsschatzsekretär ergreifen

Htajii das Wort.

11 egt für uns kein Grund zur Beunruhigung. Trotzdem

lonrben wir gewissenlos handeln, wenn wir unsere Rüst- i»M nicht aus einem Stand halten wollten, der uu-

4N.

M heraus, worauf die Sozialdemokraten mit Hohn- »lâci'ter, die Rechte mit lebhaftem Beifall antworteten.

Haus nicht ona- Ost! n!

igen

)W>e >ie Ueberzeugung, und alle Anzeichen sprechen da- "T datz keine Regierung der Großmächte einen Krieg rill uit 5 wünscht oder herbeizuführen sucht. (Hört, hört!) Mw sehr häufig m. H., sind die Kriege nicht von den Störungen geplant und herbeigeführt worden, die «Iler sind vielfach durch lärmende und sanatisierende □Minoritäten in Kriege hineingetrieben worden. (Sehr lH^ !I Diese Gefahr b e st e h t noch heute J^ vielleicht heute noch in höherem Matze als früher Hörl, hört!), nachdem die Oeffentlichkeit in der Volks- Hmung, die Agitation an Gewicht und Bedeutung iWnommen haben. Wehe dem, dessen Rüstzeug dann iliümvoll wäre! Aber meine Herren, nicht nur im aus einen möglichen Krieg liegt uns die Pflicht ^^ stark, militärisch stark zu sein, unser Ansehen, unsere N-chfahrt, unsere Sicherheit auch im Frieden hängen ^mou ab. Nach unserer Wehrkraft bemitzt man un- stint Wert als Freunde und Vundesge- Mofi e n, unsere Bedeutung als eventu- eil h Gegner, das Gewicht unseres Wortes in in- lcirwionakn Fragen, die uns berühren, die Rücksich- die andere auf unsere Interessen nehmen. Wir sehen, alle Völker rings um uns nach denselben Grund- 'i^ll verfahren. Schlietzlich verbreitete sich der Kanzler üpei die D e d u n g s f r a g e< Die Vorlegung der

WtSH U

__ ^* gewünscht wird, hätte uns nach den Schätzungen

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

feiet *

(Nachdruck verboten.) Me fürchterliche Wunde Waldemars erwies sich K MeS Erwarten nicht als tödlich. Der Stahl hatte linke Lunge nur gestreift, nicht durchbohrt,' auch das war nicht getroffen worden. Nur die heftige Blu- »y au ftintn, machte dem Ärzte Sorgen,' es gelang vieler Mühe. Drei Tage lag Tyrolt in heftigem dann trat Abkühlung des Blutes und ein wdchutcher Schlaf ein. Die Nahrung mußte ihm künst- beigebracht werden, da er gar nicht zu erwecken vm und sich apathisch gegen seine ganze Umgebung

Die ganze Nacht über hatte Frau von Tarandal ge- PWelt, ob Laurence die Wahrheit berichtet habe. Als ENorgen kam, ließ ihr die Ungewißhett keine Ruhe Sie begab sich zum Oberarzte, Herrn Dr. Köhler, ihre Dienste als Krankenwärterin an.

Der Arzt nahm ihr Anerbieten mit Freuden an. Personal reichte lange nicht für den schweren rumst aus. Er bat sie, sogleich anzufangen, und führte M letnem vornehmsten Patienten im linken Erker- H'Oier.

.Diesen Kranken möchte ich Ihnen ganz besonders Mlehlen, gnädige Frau," sagte er, auf Tyrolt deutend, wurde seür schmerzhaft verwundet, und leidet viel. ^c letnen Finger der gnädigen Frau werden hier Wmder tun. Darf ich darauf rechnen, daß Sie sich des annehmen?"

^rcu von Tarandal antwortete nicht sogleich. Ihr war fast so bleich wie das des Verwundeten. «^ Zuneigung, Schreck, Abscheu, Furcht vor dem ivikiltrlichen Geschick, das den Verlobten ihrer Nichte Md in dies Haus brachte, machten ihr das Herz stok- «r-i- Endlich antwortete sie leise: .

einen Ertrag von etwa 60 Millionen geliefert, gegen­über einem Ertrage von 36 Millionen, den wir von der Aufhebung des Branntweinsteuerkontingents erwar­ten. Kann man nun wirklich behaupten, datz eine Dif­ferenz von 25 bis 30 Millionen bei einem Milliarden- Etat unsere Vorschläge von vornherein zu unsoliden Vorschlägen stempeln mutz ? Die Erbschaftssteuer habe nicht eingebracht werden können, weil sie den Hader un­ter den Parteien wieder entfacht und noch keine Mehr­heit gefunden hätte, denn die Sozialdemokraten hätten die Wehrvorlage doch nicht genehmigt. Meine Herren, die Genehmigung der Vorlagen, die die Verbündeten Regierungen im Interesse der Wehrkraft des Deutschen Reiches für erforderlich halten, ist ein Erfordernis, das

fagte: Zwei Mitzstände soll die neue Vorlage beseitigen, einmal die Entlassung der Reservisten alljährlich im Herbst, und zweitens das geringe Verhältnis der sofort verwendbaren Flotte zu unserer Gesamtslotte. Jede Na­tion wird heutigen Tages ganz mit der Wahrscheinlich­keit rechnen, mit der Möglichkeit eines plötzlichen Ausbruches des Krieges. Ich erinnere an das historische Beispiel von Port Arthur. Alle Nationen ha­ben Matznahmen getroffen, um sofort verwendbare ak­tive Streitkräfte auf Kosten der Reservesormationen aus­zustellen. Unsere Marine ist nach dieser Richtung be­sonders ungünstig gestellt.

Reichsschatzsekretär Kühn:

Wir hoffen Deckung für die Ausgaben zu schaffen. Wir wissen, datz wir mit den Anforderungen an un­sere Finanzen bis auf die äußerste untere Grenze her­abgegangen sind. Wir haben das mit vollem Bewußt­sein getan, weil wir die Steuerkrast des Volkes schonen wollten, nicht bloß, wie einige der Herren zu meinen scheinen, inbezug auf die Erbschaftssteuer, sondern inbe- zug auf die Steuern schlechtweg. Wir halten es für nö­tig, aus sinanzwirtschaftlichen und politischen Gründen. Es muß eine Reserve da sein. Metne Herren, eine Na­tion, die wie die unsrige unausgesetzt auf die Gefahr eines Angriffskrieges gerüstet sein mutz, muß ihr Pul­ver trocken und ihre Einnahmequellen flüssig erhalten. (Beifall bei den bürgerlichen Parteien.)

Dann folgt sofort die Besprechung.

Abg. Haase (Soz.): Die heutigen Erklärungen lassen vermuten, daß wir sehr bald wieder mit einer neuen Heeresvorlage zu rechnen haben müssen. Unser

^dj werde mir seine Pflege angelegen sein lassen, nur fürchte ich*

,Was gnädige Frau?"

Daß dieser Offizier gerade durch meine Hilfelei­stungen sehr erregt werden dürfte."

»Kennen Sie sich denn?"

»Wir trafen früher einmal zusammen, in einer glücklicheren Zeit," erwiderte sie ausweichend. ^Glau­ben Sie nicht, daß ein Wiedererkennen schlimme Folgen haben kann?"

»Wenn damit nicht schmerzliche Erinnerungen ver­knüpft find, keineswegs. Und selbst diese würden ihn aus seinem apathischen Zustand aufrütteln, der seine Kräfte verzehrt und ihn langsam hinüberschlummern lassen wird "

Nun denn, in Gottes Namen, ich will mich des Aermsten annehmen, und damit Sie sehen, daß ich es mit dem Samariterwerk ernst nehme, bleibe ich gleich hier."

Der Chefarzt ging seiner Pflicht nach. Stau von Tarandal ließ sich an dem Krankenbette nieder. Sie ordnete den Verband und netzte die Lippen des Ver­wundeten. Er mochte die Nähe seiner Pflegerin spü­ren, denn der schmerzlich verkniffene Zug um den Mund verschwand und machte dem Ausdruck des Behagens Platz.

Frau von Tarandal betrachtete ihn mtt Unruhe. Wie sah er verändert, so elend und leidend aus! Tiefe Schatten lagen unter den Augen: der Bart war verwU- dert das Haupthaar hing wirr in die Stirne, welche an den Schläfen eingefallen war, und zuckend arbeiteten die Arterien unter der gelblich-weißen Haut. Die Hande lagen kraftlos auf der Bettdecke: Brust, Schultern und Rücken hüllte der Verband ein. An diesem jungen Le­ben war der Tod hart vorbeigestreift, das sahen der Frau tränenfeuchte Augen.

Vorgehen in den Rüstungen ist nur das Signal für die anderen Mächte. Das Wettrüsten kann nur ein Ende mit Schrecken nehmen. Wir werden in der Kommission an der Beratung teilnehmen und für die Aufbesserung der Mannschastslöhne und der Veteranengelder eintreten. Sind Überschüsse vorhanden, dann heraus damit.

Abg. Spahn (Zentr.): Viel mehr als die fi­nanziellen Lasten der Wehrvorlagen sollen die persönlichen, die unsere Bevölkerung tragen mutz, uns eingehend prüfen lassen, ob Bedarf für diese Ver­mehrungen vorhanden ist. Wir haben zu prüfen, ob die Notwendigkeit vorhanden ist, oder ob die Vorlagen durch die politischen Verhältnisse begründet sind. Wir sehen, datz die benachbarten Völker keine Opfer scheuen, um ihre Rüstungen intakt zu halten und zu vervollständigen. Wir müssen dafür Sorge tragen, datz die Erhöhung der Mannschaftslöhne nicht erst mit dem neuen Etatsjahr, sondern schon am 1. Oktober Tatsache wird. Was zur Verteidigung des Vaterlandes notwendig ist, das wird bewilligt. Bei den beiden neuen Armeekorps handelt es sich nur um Annehmen oder Ablehnen, in Einzelhei­ten abändern geht doch nicht. Wenn wir hier schwere Opfer für das Heer bringen, wenn wir unsere Kinder in seine Reihen schicken, dann verlangen wir aber auch, datz die religiösen Gefühle des einzelnen ge­achtet werden. Auch beim Heere müssen die zehn Ge­bote Gottes befolgt werden. (Beifall im Zentrum.) Das ist aber nicht der Fall, wenn die Duellerlasse nicht be­achtet werden. (Beifall im Zentrum.) Hier haben die obersten Stellen die Pflicht, endlich einzugreisen. Ein­stimmig sind meine Freunde einig darin, datz die Be­seitigung des Vranntweinkontino.ents nicht der Müsgang zu einer neuen Branntweingesetzgebung wird. Die Erb­schaftssteuer lehne nw ir unter a II enU m= st ä n d e n a b.

Polito ehe Rundschau.

Deutschland.

* Berlin. Die schweizerische Gesandtschaft in Paris teilt dem Bundesrat offiziell mit, es bestehe die Absicht, eine deutsch-französische Konfe­renz, die in Ausführung des Marokkovertrages die ge­nauen Grenzen der abzutretenden Gebiete am Kongo fest- setzen soll, im Mai 1912 nach Bern einzuberusen. Die Konferenz soll aus vier deutschen und vier französischen Delegierten bestehen.

* 206 Millionen Ueberschuh. Die Reichseinnahmen an Zöllen und Steuern imRechnungs-

Aber Desiree durfte nicht wissen, wem sie ihre Pflege ange^eihen ließ.

Als sie um die Mittagsstunde ihrer Nichte mitteilte, daß sie sich fortan bei der Verwundetenpflege beteiligen werde, bat Desiree, wie vorauszusehen war, sie mit hiuunterzunehmen.

3$ höre die Seufzer der Kranken bis zu mir bei* auf. Laß mich ihnen Hllfe und Linderung bringen."

Frau von Tarandal konnte darauf nicht eingeheu» »Unmöglich, mein Kind," sagte sie, »ganz unde»^ bar! Vergiß nicht, es sind deutsche Männer, die unser Haus füllen. Papa würde Dir nie verzeihen, wenn Du ihnen den geringsten Dienst leistest."

»Es sind Verwundete, Unglückliche, Hilfsbedürftige. Was hat das christliche Erbarmen mit der Nationalität zu schaffen? Aber es liegen unten auch Franzosen ge­nug, deren ich mich annehmen kann. Der Arzt zählte fünfundzwanzig Mann."

»Ich darf Dich nicht in Berührung mit den Prus- siens bringen. Ich verbiete Dir deshalb, die Kranken- zimmer zu betreten. Ist Laurence nach der Stadt?"

Sa, seit aller Frühe," antwortete Desiree traurig, ihren Wunsch nicht erfüllt zu sehen. »Hoffentlich bringt er keine ungünsttgen Nachrichten über Papa. Ach Tante, mir ist das Herz so beklommen, ich habe die Ahnung eines noch schrecklichen Unglücks."

Das möge Gott verhüten," sagte die alte Dame. Ich hoffe, das Schlimmste liegt hinter uns, nachdem der Todesengel der Schlachten über uns dahingeflogen. Nun wird der Friede wieder einkehren, wenigstens Friede für uns. Dazu gehört auch Dein Vater. Er wird seinen Schmerz überwinden, seinen Haß begraben, und zu uns zurückkehren. Ein kluger Mann wie er, schickt sich end­lich in die Verhältnisse, und die Deutschen sind in der Tat nicht die Barbaren, für die man sie ausgeschrieen."

L<7;, . lSortletzung folgt.)