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Marburg

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240 Ml. Leder Rabatt gilt al» Barrabatt. Belege werbe« b«*ed)«et Bet <■»• tunst durch di« Seichästssi. tu Verurtttluna der »«geböte M TL, bet Uebetfewb««e durch uns 50.— ML ohne Porto.

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhefstfche) Oberhessen

Die »Oderheisiich« Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. — Lezugsvrris monatlich.

1400 Ml. mit Zustellungsgebühk. Für ausfallende Nummern infolge Streits oder SB elementarer Lreignisie kein Enatz. — Verlag von Dr. L. Hineroth. — Druck der * Uuiv^Buchdruckerei v««3od. Lug. Hoch, Marti 2t*23. — ^ernivrecher 55, Post» lchecklonto: Nr. 5015 Lmt Frankfurt a. Main.

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Der W vchm.

Das dankbarste Agitationsmaterial gegen Deutsch­land beziehen unsere Feinde meist aus Deutschland selbst. Die Eisner, Kautskh, Förster, Gerlach. Fechenbach und Wie diese mehr oder weniger uneigennützigen Pazifisten .6nb Antimilitaristen alle heißen, haben unS mehr ge- (chstdet als Viele unserer erbitterstrn (Skonti uns je zu • Schaden vermocht haben. Durch ihre entstellten, ja vielfach frei erfundenen Berichte über die deutsche Vor­kriegsdiplomatie und den deutschen Militarismus, die von der feindlichen Propaganda eifrig verbrertet wurden. Halen sie die öffentliche Meinung der Welt gegen uns ein» nehmen Helsen und nicht zuletzt ihnen verdankt es das deutsche Volk, wenn sich niemand findet, der der sadistischen Käserei Frankreichs Einholl gebietet

Zu den oben ausgeführten Persönlichkeiten gehört auch Herr Walter Oehme, der Herausgeber oer ihrer Unzu dcrlässigkeit wegen unrühmlichst bekannten „Deutschen relegraphcn-Agentur", die sich abgekürzt „Deta" nenn4. Endlich hat sich jetzt die.Polizeiver-valtung dazu aufze- schwungen. Herrn Oehme das Handwerk zu legen und seine bei einer Haussuchung beschlagnahmten Briefschaften unc Dokumente einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Das Material, das gegen Oehme vorliegt, ist freilich er­drückend. Ende des vorigen Jahres glaubte er das Ans- x (and davon in Kenntnis setzen zu sollen, daß in der Reichswehr eine tiefgehende Unzufriedenheit herrsche und daß es stellenweise sogar zu Meutereien gekommen sei. In kn letzten' Wochen verbreitete er. daß im Reichskabinetl starke Unstimmigkeiten herrschten, und endlich ist Oebme kr Urheber jener unerhörten Falschmeldung von den engen Beziehungen zwischen Reichswehr und verbotenen Gehrirnorganisationen, die der „Roten Fahne" Veran- ßassung gaben, zu der hysterischen Frage: „Rüstet Seeckt Ium Bürgerkrieg?" Herr Oehme, der Mitglied der ^zialdemokratischen Partei ist, entblödete sich nicht, die bo.i A bis Z erlogene Meldung an ausländische Korre­spondenten weiterzugcben und sie zur gleichen Zell der «Roten Fahne" zuzustecken, einem Blatte, das nicht . nur über seine Partei, sondern über alles, was deutsch ist, i im Auftrage Moskaus täglich zweimal in gehässigster Weise herfällt.

Die antideutsche Hetzpropaganda lebt geradezu von Bitaten der „Roten Fahne" und Falschmeldungen, wie sie von Herrn Oehme und anderen Ehrenmännern ver­breitet werden. So haben sich alle deutschfeindlichen Blätter im Auslande auf die Meldung von der Berbin- bung geheimer Organisationen mit der Reichswehr ge­stürzt und daran entsprechende Kommentare geknüpft. Das Dementi des Reichswehrministers wurde natürlich ver­schwiegen. Jetzt weiß man auch den Ursprung, der i» der ausländischen Presse immer toicbcr auftauchenden Eerächte, die von Unstimmigkeiten im Reichskabinett kiffen wollen. Auch diese Falschmeldungen entstammen kr Nachrichtenfabrik des Herrn Oehmel Mit „deut­schen" Meldungen kann so Poincare die waslkende Front in seiner Heimat stärken.

Die bayerische Gerichtsbarkeit ist gegen die LandeS- krräter Fechenbach und Genossen mit erfreulicher Schärfe Vorgegangefi. Auch diese Männer hatten Meldungen nach dem Ausland gegeben, die Deutschland schaden »unten Von einer gewissen Presse wurde "gegen das Urteil im Fechenbach-Prozeß sofort Sturm gelaufen, knb in Berlin war einer der Wortführer gegen das Urteil Öen jener Herr Oehme, den nunmehr offenbar auch das Geschick eveill hat. Schon damals wurde der Eifer des Herrn Oehme, den er in der Verteidigung der Landes­verräter an den Tag legte, in Journalistenkreisen viel 5e* Aerkt. und das Erstaunen war besonders groß, als Oehme erklärte, das Urteil gegen Fechenbach bedeute eine schwere Gefährdung gegen alle Schriftleiter. In Zukunfi stünde jeder deutsche Journalist immer mit einem Beine im Luchthaus. Vielleicht dachte er, als er diese Worte sprach, an seine engen Beziehungen zu einer Reihe feind­licher Botschaften und Kontrollkommissionen, Beziehungen, die einige seiner Mitarbeiter veranlaßten, jetzt endlich das Auge der Polizei auf ihn zu lenken.

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Seit BtthaMnm in finttrim».

Im Unterhaus fand gestern wiederum eine Ruhrdebatte statt, in der die englische Regierung mit Fragen bestürmt wurde. Zwar sind es zwei Gorgen, die die englischen Parlamentarier be­rühren: die Ruhrattion und die Autorität der Rheinlandkommisfion. Die Antworten der eng­lischen Regierung pflegen nach alter Sitte steif zu­stimmend oder ablehnend zu sein. Trotzdem konnte vnm die Verutteilung des französischen Vorgehens heraussehen. ,^Daily Telegraph" schreibt, daß Sestern zum ersten Mal wieder seit Beginn des Ein- vrarsches der Franzosen ins Ruhrgebiet in der höchsten politischen Kreisen Kritik an der franzä- stichen militärischen Attion geübt worden sei, und kvar im Zusammenhang mit den letzten Zwischen- sällen in Bochum, deren mögliche Folgen die von her britischen Regierung bereits jetzt empfundene Besorgnis noch vermehrten.

Der Unterstaatssekretär Mac Neill teilte im llnterhause mit, daß die Autorität der Rheinland- lommission sich nicht auf das Ruhrgebiet erstrecke vnd von der Besatzung des Ruhrgebiets nicht be= *Lhrt werde. Ihre Befugnisse seien im Rheinland- Abkommen und im Art. 428 des Versailler Vertrags Umschrieben. Hierin liegt eine Verurteilung der

Rheinlandkommisfion, die ihre Befugniffe über­schritten hat. Auch die Beschlagnahme von Waren in Emmerich, die bereits von Engländern bezahlt waren, hat die Aufmerksamkeit der Regierung er­regt^ wie sie sagt.

BonarLaw erklärte ferner, die Maßnahmen der Franzosen und Belgier im Ruhrgebiet dürften keine Erhöhung der Befatzungskosten bringen. Wei­ter betont er, daß die englische Regierung die fran­zösischen Behörden im Ruhrgebiet verständigt habe, daß in der englischen Zone keine neuen Verhaf­tungen mehr vorgenommen werden dürften, ohne daß die englische Regierung vorher verständigt worden sei.

' Gleichzeitig wird gemeldet, daß Bonar Law auf die letzte Forderung Poincarös über die Abtretung neuer Gebietsteile in der englischen Besatzungszone höflich, aber bestimmt geantwortet habe, daß Eng­land diese Forderung ablehnen muffe. Die englische Regierung sei der Ansicht, daß Frankreich die Rheinschiffahrt in Gang bringen solle, um die Ruhrkohle abzuführen.

Die Arbeiterpattei hat übrigens einen Antrag eingebracht, in dem die französische und die belgische Kammer aufgefordert werden, Kommissionen aus allen Parteien zu ernennen, um Mitteilungen und Gedanken mit einer entsprechenden Kommission des Unterhauses in der Angelegenheit der Ruhr­besetzung und des Reparationsproblems auszu­tauschen. Cie hat freilich erklärt, daß man die Franzosen nicht beleidigen dürfe.' e *

Havas berichtet aus London, die englische Re­gierung habe gestern in der Frage des Transitver­kehrs über Köln nicht geantwortet. Es habe den Anschein, als werde sich diese Antwort durch weitere Rachprüsungen noch verzögern. In unterrichteten enBischen Kreisen werde versichert, daß die Regie­rung die zusätzliche Forderung der ftanzösischen Sachverständigen nicht billigen werde; übrigens habe auch General Eodley ihr nicht zugestimmt. Es handele sich um das Anhängen von Militärwagen an die gewöhnlichen Züge. Man versuche, sich über den Eesamtumfang der französischen Transporte in oer englischen Zone klar zu werden, bevor man die endgültige Entscheidung hinsichtlich der zu bewilli­genden Zahl von Zügen treffe. Die durch die fran­zösische Zollorganisation in Köln entstandenen kom­merziellen Fragen verursachten in den offiziellen englischen Kreisen Besorgnisse wegen des von den Franzosen eingeführten Tarifs. Der Londoner Korrespondent des „New Park Hedald" bestätigt, daß die letzten französischen Forderungen in der Frage des Transitverkehrs durch die Kölner Be­satzungszene wahrscheinlich in höflicher Form ab­gelehnt werden und fügt hinzu, daß die englische Regierung die gleiche Haltung hinsichtlich der von Frankreich verlangten Abtretung eines neuen Ge­bietsstreifens im Nordwesten der englischen Zone einnehmen werde.

Die englischen Behörden im Rheinland nehmen nach der Meldung des Kölner Vettreters der „Times" in der Forderung der Rückgabe der be­schlagnahmten 13 Milliarden eine ungewöhnlich feste Haltung ein.

Paris, 27. Febr. Der Londoner Korrespon­dent des ,Liew York Heratd" glaubt mitteilen zu können, daß die englische Regierung immer noch die Hoffnung hege, Amerika werde sich zu einer Inter­vention in Europa entschließen, wenn ihm die Ge­legenheit günstig erscheine.

London, 27. Febr. Der Allgemeine Rat des Ge­werkschaftskongresses bat beschlossen, der deutschen Ge­werkschaftsbewegung 500 Pfund Sterling zu überweisen für ihren Kamvf g-gen die Versklavung der Arbeiter im Ruhrgebiet. Der Rat beschloß ferner, einen Ausruf an die ihm angeschlossenen Organisationen zu richten wegen finanzieller Unterstützung der Rnbrarbeller. Gemein­sam mit dem Sekretariat deS internationalen Gewerk­schaftsbundes soll dafür gesorgt werden, daß diese Gelder ausschließlich den deutschen Arbeitern zugute kommen.

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Aus uMinmte Zett verschoben.

London, 27. Febr, Reuaer meldet aus Washington: Die vom Senator King (Demokrat) im Senat einqebrachte Entschließung zur Durch­führung des Vorschlages Hardings, daß die Ver­einigten Staaten Mitglied des vom Völkerbund organisierten internationalen Gerichtshofs werden sollen, wurde ohne Erörterung auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Anzeichen mehren sich, daß der Vorschlag wenig Aussicht auf Ratifizierung während der Woche hat, die noch zur Verfügung des augenblicklichen Kongreffes übrig bleibt, trotz der Unterstützung zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und führender Blätter des Landes.

Aus dieser Meldung geht hervor, wie man recht

daran tut, wenn man die amerikanische Vermitt- lungsaktion vorläufig recht skeptisch behandelt. Wie die Franzosen darüber denken, zeigt die Tatsache, daß die französische Preffe die Angelegenheit fast totschweigt. Rur der „Petit Parifien« erwähnt diese Meldung in einem Telegramm, das aus Ber­lin kommt und zieht daraus überraschenderweise die Schlußfolgerung, daß Deutschland Verhandlungen vorzuschlagen beabsichtige.

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Zur smzijMen Mitik.

Daris, 28. Febr. Die Kammer hat gestern Nach­mittag die D'batte über die neuen Mititärgesetze fortgesetzt. General Hirschhauer sprach für die 18mouatige Dienstzeit. S®68 die Entwaffnung anlange, so habe man keine Ge­wißheit, daß sie in D'utschland durchgeiührt fei. Fer­ner beständen in Deutschland mit Zustimmung der deut­schen R-aicrung noch zahlreiche militärische Org-nnsatio- nen. Was die Repa rat onen anlange, so habe sie Deutsch­land nicht bezahlt, sondern von den Geldern, die es ver­diente. einen regelrechten Kriegsschatz angefammeh Schließlich werde die Besetzung des linken Ryeinufers nur noch durch Frankreich gesichert. Im übrigen stehe man m Rheinland und werde dort stehen bleiben, vis der letzte Heller bezahlt sei. Deutschland wisse, daß, im Falle eines neuen Krieg's die Operationen sich nicht auf französischem Gebiet abspielen würden, und deshalb ccrlar^e es als erste Voraussetzung einer Verständigung immer die Räumung des linken Rheinusers. Wenn es zum Kampfe komme, müsse Frankreich sich unverzüglich decken, den Rltciri überschreiten und den Kamps anf das rechte User tragen.

Paris, 27. Febr. Der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" meidet, in gutunterrichteten politischen Kreisen erkläre man, daß sowohl in der Kummer als auch iin Senat sich die Lage des M-nisteaums Poincare womog.ich noch Verstärkt habe, siitoem ort passive Wider­stand oer deutschen Reg.eruug dazu gekommen sei, die .Rückkehr nach ojjem vaiwnalmucheu und. alldeutschen Regime Vorzuberellen. (Das ist fein aus unsere Sozia­listen berechnet. D. Redll Die Ermutigung, die man den militärischen Gesellschaften gebe, die Gcheimrüstuugcn, die Häufung der Befehle zur Sabotage und Auftehuung gegen die französische Autorität (!) im Ruhrgebiet und in den Rbnnprovinzen seien ebenfalls Symptome, die die französische Regierung dazu führen müßten, Sicber- beitsmaßnahmen zu treffen. Man habe sich höheren Orts deshalb in den letzten Tagen mit der Entlassung eines Teiles der Jahresllusse 1922 beschäftigt, die erfolgen müsse. Es sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Poincare habe g sagt, Frankreich werde bis zum Schluß gehen. Man könne dem die ü Worte hinzujügen: Koste es was es wolle.

Koblenz. 27. Febr. Bis zum 26. Februar waren im altbesetzten Gebiet 550 Personen von der Rheinland- kommission ausgewiesen worden.

El« Dementi.

Paris, 27. Febr. Durch Havas wird ofsizie« Sie Deute morgen von der Humanitä veröffentlichte Meldung des Berliner Korrespondenten die'es Blat­tes bementiert, wonach es in französischen Regimen­tern der Befatzungsarmee zu Meutereien gekommen fei, die die Verurteilung von 4 Soldaten zum Tode zur Folge gehabt hätten. In dem Dementi wird ge­sagt, es fei unter den französischen Truppen, deren Stimmung ansge;eichnet sei, fein Fall von Rebellion vorgefommen. *

Limburg nicht besetzt.

Sim bürg, 27. Febr. Die durch die Preffe gehende Nachricht, daß gleichzeitig mit der Besetzung des Flaschenhalses zwischen den Brückenköpfen von Mainz und Koblenz auch Limburg in der Lahn von den Franzosen besetzt worden sei, beruht auf freier Erfindung.

Koblenz,'27. Febr. Zu dem ftanzösischen Vor­marsch gegen Limburg wird von zustäitdiger Seite mit« geteilt, daß die Franzosen von Die» aus zur Blockstelle zwischen Freiendiez und Bahnhof Limburg etwa 600 Meter westlich vom Bahnhof Limburg vorgerückt sind. Die Stadt und die Bahnhofsanlag.m sind frei. Dagegen haken die Franzosen den Ott Kirberg südlich von Limburg besitzt und damit die Strecke Limburg—Frankfurt unter ihre Kontrolle gebracht.

Es wird immer toller.

Paris, 27. Febr. Nach einer Havasmeloung a»S Koblenz hat die interalliierte Rheinlandkommission unter dem Vorsitz des ftanzösischen Oberkommissars Tirard beute eine Drbonnani über die von den Militärgerichten der BesatzungsbebSrde verhängten Gefängnisstrafen angenom­men. Künftig wird für die fünf Jahre übersteigende u Strafen der kommandierende General der Besatzungsarmee die Entcheidsung treffen können, daß die Strafe anstatt in den deutschen Gefängnissen der besetzten Gebiete in ftanzösischen. englischen ober belgischen Gefängnissen ab­zubüßen sind. #

Madrid, 28. Fedr. Im Jmverial erscheint ein Arttkel seines Berichterstatters Tastn -ub ©elfen» ftnfien, in dem die zunehmende BrutalitSt der Fran­zosen scharf geaetfelt und der wachsende Groll der Bevölkerung geichilde« wird, tafln sagt wörtlich: „Die Herrschaft der «nute bauert an*.

Deutsche Rate «a die Rheiulandkommisfion.

Berit», 28. Febr. Der Reichskommiffar für

die besetzten rheinischen Gebiete hat im Auftrag« der Reichsregierung an den Präsidenten der inter, alliietten Rheinlandkommisfion eine Rote gerichtet, in der gegen di« Wegnahme von Eisenbahnlinien und die Beschlagnahme von rollendem Matettal in den besetzten rheinischen Gebieten sowie gegen di» Beschlagnahme von Gehalts- und Lohnzahlungen, die Besetzung von Reichsbankstellen, das Verbot von Zeitungen und die Verhaftung und Ausweisung von Beamten protestiert wird. Die Verantwor­tung für die schwerwiegenden Folgen, die aus diese« Maßnahmen der Rheinlandkommission entständen, die übrigens mit dem Rheinlandabkomme« tu Widerspruch ständen, würde nach deutscher Auffas- sung auf die Kommission fallen.

3nt £agt im Hutotitt.

Reuwied, 27. Febr. Heute vormittag ist eint Abteilung französischer Kolonialtruppen eingetrof« fen, für die im Stadtteil Heddesdorf Quartier ge« stellt werden mußte.

Frankfurt a. M., 27. Febr. Die Franzose« haben die marokkanische Besatzung bis. tn beu Flaschenhals zwischen den Brückenkövseu Köln und Koblenz an die Bahnlinie Honnef-Asbach vorge­schoben und die Ortschaften Ockerath und ASbach be­setzt.

Essen, 27. Febr. Gestern ist der Bahnhof Bodelschwingh bei Dortmund von den Franzose« besetzt worden. Der Eisenbahnverkehr ist still« gelegt. Der Hauptüahnhof Bochum ist heute mor« gen für eine halbe Stunde besetzt, mehrere Eisen» bahnbeamte festgenommen und fortgeschleppt wo« den. — Die Verhandlungen über die Freigabe de» Rathauses in Herne sind gestern gescheitert. Der Bürgermeister von Wetter wurde zu einem Fahr Gefängnis und 10 Millionen Mark Geldstrafe ver» urteilt.

In Hiddinghausen und Silschede hab« di« Franzosen Autokontrollstellen eingerichtet, in Obe« hausen und Frintrop beschlagnahmten sie heut« früh zahlreiche Autos.

Das in Effen erscheinende „Ruhr-Echo" ist durch eine Verordnung des Generals Simon für acht Tage verboten worden. . e

Dortmund, 27. Febr. Der Betrieb auf dem Dortmund—Ems-Kanal ist infolge des Versuche« der Franzosen, die zehnprozentige Zollabgabe ein« zutreiben, zum Stilliegen gekommen. Ins besetzt» Gebiet fahrende Kähne werden in Münster zurück gehalten.

Köln, 27. Febr. Die Rheinbrücke zwischen Erkel nnb Remagen ist seit dem 17. Februar für den Fuß­gängerverkehr durch die Franzosen gesperrt. Gcster» vormittag ist in bet Nähe des Koblenzer Hauptbahnhoss eine Lokomotive auf einen Berpsftgungszng ausgesahren. Die Lokomotive wurde stark beschädigt. Der Packwagen und zwei andere Wagm des Zuges entgleisten

Dortmund, 26. Fevr. An der RonttofflteHe i« Ablerbrck ist bet Kommunist Becker, bet kommu- nististtfche Flugblätter ln das besetzte Gebiet bringe« wollte, verhaftet worben. Der im selben Zug tdfenbe kommunistische Abgeordnete Stöcker ist unerkannt ge­blieben. In Kupserbreh beschlagnabmteu bte Fran­zosen 260 Millionen Mark Lohngelber für bte Zech« Sttbert. Die Verhandlungen übet bte Freigabe bei Geldes blieben ohne Erfolg. Anstelle bet vor einige« Tagen abtransporttetten Kolonialtruppen sind vor­gestern in Velbert unb Kupferdreh neue französisch» Truppen elngerüdt.

Hamm, 27. Febr. Bürgermeister Schaefer, Ober­bürgermeister Havenstein und Dr. Guyenz befinden sich im Männergefängnis in Düsseldorf. Sie sind in Einzel­haft und sollen nach Mitteilungen der ftanzösischen Un­terorgane wie politische Gefangene behandelt werden. Bi» jetzt haben sie Gefängmskvst erhalten. Es toirb weite* versucht werden, das Los dieser Deutschen zu erleichtern Wie sie behandeft werden, geht daraus hervor, daß ihnr» kein Licht, keine Kerze, keine Lampe zur Verfügung ge­stellt wird.

Pa ris, 27. Febr. Die Presse kündigt einen direkte» Zugverkehr von Düsseldorf nach Pari» an, bet durch di» Uebettragnng der Strecke Neuß—Düren nunmehr möglich geworden sei. Je zwei Zugpaare fahren nach beide» Richtungen.

Die Belgier.

Brüssel, 27. Febr. Wie dir „«gen« Beige" met- bet, hat die belg sche Militärbehörde beute den Beamte» der belgischen Staatsbahn und des Post«. Telegraphen»- unb Televbondienstes durch Vermittlung ihrer Vorgesetzte» Behörde Einberufungen zum Dienst in den besetzten Ge­bieten Dmischlands zukommen lassen.

Die Belgier drangen in Stolberg bei Aachen in eine Holzgroßbandlung ein und schafften 15 mit Holz bet kadme Waggons, die Privateigentum sind, fort

Der Präsident der Neichsatbeitsverwallung verhaftet.

B e r l i n, 27. Febr. Wie den Blättern von zu, ständiger Seite mitgeteilt wird, ist der Präsident der Reichsarbeitsverwaltung Dr. Syrop auf der Rückreise von in Köln gehaltenen Schlichtung»-