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Die Antworten der Alliierten an Deutschland.

London, 21. Nov. Reuter erfährt, datz der Wortlaut der Antwort, welche die alliier­ten Regierungen zur gehörigen Zeit über die vorgeschlagene Sachverständigenkonferenz aut Regelung der Revarattonssrage an die deutsche Regierung senden wird, noch nicht endgültig festgesetzt ist, obwohl, soweit bekannt, keine Meinungsverschiedenheiten über irgend einen wichtigen Punkt bestehen. Auch ist noch keine Entscheidung getroffen, über den Weg der Ucbermittlung, die Form der Rote, die Zahl der Sachverständigen oder den Ort des Zu­sammentritts.

Der Pariser Korrespondent derTimes" hört über die gestrigen Besprechungen des bri­tischen Botschafters Tyrrell mit P o i n c a r e. dah ein Fortschritt in der Festsetzung der Grenzen des Ausgabenkreises des neuen Re­parationskomitees nicht erreicht werden konnte, aber dah Differenzen zwischen den alliierten Ländern nicht bestehen. Daneben bezog flch die Aussprache auf die Rheinland­räumung und Ernennung des Feststellungs­komitees.

Der Pariser Korrespondent derMor - n i n g v o st" meldet zu der gestrigen Unter­redung zwischen Briand und dem britischen Botschafter Sir W. Torrell, daß die Frage der 'Rheinlandräumung erörtert wurde. Im Hinblick auf die Rede Strese- manns habe der britische Botschafter dem französischen Außenminister mitgeteilt, dah das britische Foreign Office nach wie vor den Wunsch habe, bei den kommenden Verhand­lungen mit Deutschland in voller Ueberein- stimmung und Harmonie mit der französischer Regierung zu handeln.

Das englisch-französische Flottenkompromitz vor dem Unterhaus.

London. 12. Nov. Zm Unterhalt« fragte Malone, ob vor Beginn der Ver­handlungen über das engilsch-französische Abkommen diese Politik von dem Komitee für die Reichsverteidigung gebilligt wor­den sei. Locker-Lampson antwortete:Nein. Die Fragliche Politik wurde zunächst einem Ausschutz des Kabinetts, zu dem Vertreter des Heeres- und Marinedepartements in beratender Eigenschaft hinzugezogen wor­den, überwiesen und sodann von dem ge­samten Kabinett gebilligt." Earro Jones fragte:Welcher Unterschied besteht zwi­schen der Funktion dieses besonderen Un­terausschusses und der des Komitees für die Reichsverteidigung? Besteht irgend­ein Grund dafür, dah das Komitee für die Reichsverteidigung durch ein neues Komi­tee dieser Art ersetzt werden soll?" Locker Lampson antwortete, datz jede Frage so ge­prüft werden sei, wie sie es verdiente. Manchmal sei das eine Verfahren einge­schlagen worden, manchmal ein anderes. Malone:Sollen wir annehmen, datz das Kabinett die Verteilung der britischen Flotte so, wie sie in dem Abkommen skiz­ziert war, gebilligt hat?" Locker-Lampson anwortete:Alles, was ich gesagt habe, war, datz das Kabinett das englisch-fran­zösische Kompromiß gebilligt hat.

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Sie Unlcrimhung der jtotoftecphe

ff. London, 22. Nov. Reuter meldet aus Newyork: Das wichtigste Ergebnis der am Mittwoch festgesetzten Untersuchung über die Ursache der Vestris-Katastrovhe war die Aus­sage des ersten Offiziers Johnson, der zugab, dah keine Disziplin geherrscht habe Der Mechanismus zum Aussetzen der Rettungs­boote habe nicht In jedem Fall funktioniert. Frauen und Kinder seien in Boote gesetzt worden, die nur sehr geringe Aussicht hatten, mit Sicherheit in See zu gehen. Die unteren Offiziere liehen die Befehle ihrer Vorgesetzten unbeachtet und die Mannschaft begab sich nicht an die ihnen zugewiesenen Plätze bei den Rettungsbooten, um bei der Rettung der Pasiagiere zu helfen. Biele von diesen Aus­sagen wurden von dem Zeugen unter dem ständigen Kreuzverhör des Staatsanwaltes gemacht. Johnson gab auch zu, dab volle Boote das Schiff verliehen, ohne dah ein Offizier darin den Befehl übernommen hätte.

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Oberhessisch« Zeitung" er» fgetat sechsmal wöchentlich. De» «.gepretS monatlich 2 VM. «u* schließ!. Zustellungsgebühr, durch zt,P»st2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Mafchinendefekte »der ^ementarer Ereignisse ausfallend« Aommern wird kein Srfatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §.-itzervth. Druck der Unid.-Vuchdruckerei d. Zeh. Au». Koch, Markt 21/23, gern sprechet: Rr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt 6. M- Rr. 5015. Sprechzeit btt Redaktion von 1011 und

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flm 24. Revrmbkr StrafuneSetrtanMung über die SeftWmgKlage der Arbeitgeber

Ueber den Verlauf der gemeinsamen Verhandlungen, die am Samstag erstmalig unter dem Vorsitz des Regierungspräsiden­ten in Düsseldorf Arbeitgeber und Arbeit­nehmer zusammenführten, wird von Ar­beitgeberseite eine Darstellung gegeben, in der es u. a. heiht: Wider alles Erwarten wurde in den am Montag vormittag in dem vorgesehenen größeren Kreis gemein­sam fortgeführten Verhandlungen das bis­herige Ergebnis der Verhandlungskom- misfion von den Gewerkschaften völlig desavouiert. Die neu hinzugezogenen Ge­werkschaftsvertreter erklärten, dah sie sich in keiner Weise das Verhandlungsergebnis vom Samstag zu eigen machen könnten. Sie müßten vielmehr darauf bestehen, bis zur Rechtskraft des Urteils lediglich ein Provisorium zu schaffen und je nach dem Ausgang des Rechtsstreites den Schieds­spruch durchzuführen oder aber in erneute Verhandlungen einzutreten.

Die von den Gewerkschaften beauftrag­ten Mitglieder der Klein en Kommission ga­ben sodann in der Schlußsitzung abends 11 Uhr ausdrücklich die Erklärung ab, datz zu den weiteren Verhandlungen, die für Mow- tag, den 19., vorgesehen waren, auch die Bezirksleiter der drei, Gewerkschaften zu- gezogen werden mühten, und datz sowohl über den formellen, als auch über den materiellen Inhalt des von Arbeitgeber- seite formulierten DerhandlungSergebnisses weiter verhandelt werden müsse.

Am Montag, dem 19. November, haben dann die Arbeitgeber i,n der erweÄerton Verhandlungskommission den Standpunkt Der treten, daß nur unwesentliche Aend» rungen des Verhandlungsergebnisses vom 17. November zugestanden werden könnten.

Damit kamen die Verhandhingen zum Stillstand. Mit Rücksicht darauf, daß bte Mitglieder der Kleinen Komm ff s von sich beiderseitig verpflichtet hatten, Bvrhand- lungSergebnisse, Vorschläge und Gegenvor­schläge nicht zu veröffentlichen, beschränk­

ten wir uns aus diese Darstellung, die lediglich zu dem Verlaus der Verhandlun­gen Stellung nimmt.

(Unterschrift.)

Die GewerkschaftSvertreder dar Kleinen Kommission.

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Nach der Unterbrechung der VermiMungs- verhandlungen.

Rach einer Meldung aus Duisburg fand eine längere Besprechung der Unterhändler und Funktionäre der freien Gewerkschaften statt, die sich eingehend mit der durch die Unterbrechung der Lermittlungsoerhand- lungeu geschaffenen Lage beschäftigte. Vor alle« wurde di« Frage erörtert, »nter wel­che« Bedingungen die Arbeiter wieder in die Betriebe znrückkehrea sollen. Maa ver­trat die Auffassung, datz der bis zum 3L

Damit wurde der am Samstag ge­meinsam gefundene, endgültige Weg einer grundsätzlichen Lösung und das llare Ergebnis der Berhandlun»

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den Gewerkschaften völlig preisgegebea.

Man stand somit nach sechstägigen Eini- gungsverhandlungen wiederum am Aus­gangspunkt des Streites.

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Die Arbeitgeber erklären sich für ver­pflichtet, diesen bisherigen Verlauf der Verhandlungen der letzten Woche der Oef- fentlichkeit zu unterbreiten, um klarzustel­len, daß die plötzliche Verzögerung der Wiederaufnahme der Arbeit, die am Samstag abend nach Auffassung beider Parteien in naher Aussicht stand, lediglich barauf beruhe, daß die Gewerkschaften das gemeinsam gefundene Ergebnis der Ver­handlungen einfach beiseite geschoben haben.

FeststkNumg bet Gewerkschaftsvertreter z« der Erklärung ver Arbeitgeber Rorvwrst vom 20. November.

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Duisburg, 21. Nov. Zu her Er- klärung der Arbeitgeber erhalten wir von Arbeitnehmerseite folgende Darstellung:

Die vom Arbeitgeberverband Nordwest «m 20. November veröffentlichten Erklä­rungen über den Verlauf der vor dem Regierungspräsidenten Bergemann in Düs­seldorf geführten Einigungsverhandlungen tmx Ellenkonflikt enthalten in Bezug auf die Stellungnahme der Gewerkschaften in den Verhandlungen vom Sonnabend, dem 17. November, mehrere sehr wichtige An­gaben. Um eine einseitige zuungunsten der Gewerkschaften hervorgerufene Beein­flussung der öffentlichen Meinung zu ver­hindern, halten wir uns zu folgend«« Fesfftellungen verpflichtet:

Die von den Gewerkschaften beauftrag­ten drei Mitglieder der sogenannten Klev- Iten Kommission haben sich zu dvesen Ver­handlungen bereit erklärt unter ausdrück­lichem Hinweis auf zwer Vorbehalte. Sie haben erklärt:

1. Wenn betreffend Lohn- und ArbeitS--- zeit über Einzelheiten verhandelt werden würde, müßten dazu auch die Bezirks letz­ter der Verbände zugezogen werden, da diese mit den Einze.cheÄen der Mat«r« Und mit der taktischen Lage, die sich aus den wochenlangen Vorverhandlungen er­geben habe, am besten vertraut seien.

2. Jedes Derhandlungsergebnis müßte, bevor eine endgültige Formulierung und eine Anerkennung d^selben durch Unter­schrift erfolgen könne, den zuständigen Ge- werkschaftSinstanzen zur Beschlußfassung borgelegt werden.

ES bestand sodann beiderseitig Ueber- einstimmung darüber, datz über dick Ver­handlungen der sogenannten Kleinen Kom­mission Llillschwedgen gewahrt werden und eine Veröffentlichung eines etwa'-gen Der- handlungsergebnisses nicht erfolgen solle, wenn in der Kleinen Kommpftwn eine Einigung nicht zu erzielen feu

Aussperrung im mSrklschrn Adlet

Silllegung Im Siegerländer WlriiAailsgebiet

fk. Berlin, 22. Nov. Wie da»Ber­liner Tageblatt- ans Bochum meldet, hat der Regierungspräsident von Arnsberg mitgeteilt, datz der märkische Arbeitgeber­verband zum 30. Nov. die Aussper­rung von 11670 Arbeitern verfügt hat.

Die Regierung in Arnsberg teilt der Telegraphen-llnion auf Anfrage folgen­des mit: Die Stillegungen im Siegerländer Wirtschaftsgebiet stehen in direktem Zu­sammenhang mit der Aussperrung inner­halb der nordwestlichen Gruppe. Ebenso wie die Eisensteingruben find die Walzen- gietzereien, die Blech- und die weiterverar­beitenden Betriebe zum weitaus größten Teil von der Großindustrie der norbroeft« lichen Gruppe abhängig, auch soweit sie nicht unmittelbar zu den Konzernen der Gruppe Nordwest gehören. Folgende Eisensteingruben find inzwischen stillgelegt

worden: Eisenzecher Zug in Siegen, Trichi­nenhütte in Meggen, Vereinigte Stahl­werke, Abteilung Bergverwaltung Sieger­land mit ihren neun Gruben, Vereinigte Stahlwerke, Abteilung Meggen. Don die­sen Stillegungen werden etwa 4000 Arbei­ter betroffen.

Ferner haben weitere 13 Siegerländer Betriebe der Eisenindustrie und Walzen­gießerei Stillegungsanträge eingereicht oder find inzwischen stillgelegt worden. Auch von diesen Aussperrungen werden etwa 4000 Arbeiter betroffen. Mit den genannten Eisensteingruben und obigen Betrieben ist der größte Teil der Sieger­länder .Industrie zum Erliegen gekommen. In welchem Umfange nach Beilegung des Aussperrungskampfes in der nordwest­lichen Gruppe die Siegerländer Gruben und Betriebe ihre Produktion wieder auf­nehmen werden, läßt fich zur Zeit nicht absehen.

Oktober gültige Tarif vorläufig weiter gel­ten könne. Dom Tage der Entscheidnng de» Reichsarbeitsgerichts soll die Bezah­lung »ach de» ueueu Schiedsspruch eintre­te«. Für de» Fall, datz das Urteil de» Reichsarbeitsgerichts ««günstig für die Ar­beiter ausfalle« sollte, würde um» auf einem neuen Schiedsspruch bestehen. Bi» zu seinem Abschlntz soll der alte Schied»- sprach gelten. Die Eewerkschafte« bestehe« auf alle Fälle auf Anerkeunung de» für verbiudlich erklärte« Schiedsspruches.

Scliffffm Reichstag

Zm Reichstag wurde am Dienstag die außenpolitische Debatte über die Politik des Reichsaußenministers Dr. Strefemann zu Ende geführt. Die Aattonalfozialiften hatten gegen den ReichSaußenminister einen MihtrauenSantrag eingebracht, der jedoch von dem nur schwach besetzten Hause mit 219 gegen 98 Stimmen bei drei St.mm- enthaltungen abgelehnt wurde. Degen den Außenminister stimmten di« Rational­sozialisten. di« Deuts^tatconalen, die Kom-

nuinisten und die Christlich-Rationale Bauernpartei.

Bei Besprechung des Sachverständigen­ausschusses zur eichgültigen Regelung der Reparationsfrage wurde di« Forderung erhoben, daß die Landwirtschaft durch einen besonderen Delegierten vertreten werden müsse. Im großen und ganze« sand diese Auffassung die Billigung des Hauses. Der Sprecher der Sozialdemo­kraten erklärt«, daß dann auch die ArLeiter das Recht auf einen besonderen Dertteter hätten. Ein« Entscheidung hierüber wurde noch nicht getroffen.

Rach Ablehnung eines nationalsozia- listischen Antrages auf Einstellung oder Verminderung der DaweSzahlungen ver­tagte sich das HauS auf nächsten Dienstag 3 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen nur Heinere Vorlagen.

Die Erkrankung des König» von England.

fk. London, 22. Roo. Wie Reuter von zuständiger Seite erfährt, besteht kein Grund iut Besorgnis wegen der Erkrankung des Königs. Die Aerzte hoffen, da« der König in einigen Tage« wieder hergestelli sein wird.