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Tagesspiegel
Wo ist die Milliarde?
Ländern einsetzt.
wecken.
Die Kommission kommt $u einer
schäft im Wege einer indirekten Einsuhr- kontingentierung über die Mühlen mit Zollvergütung Rechnung zu tragen. ,
Berechtigt find hierbei nur solche Mühlen die schon bisher in der in Frage kommenden Zeit auf Auslandsweizen angewiesen waren, namentlich dieseinigen, die bisher der Mühlenkontrolle unterworfen gewesen find. Für die Bemessung der Einfuhr wird von dem Mahlgutverbrauch in dem entsprechenden Zeitraum des Borjahres ausgegangen.. Die Quote, für die eine Zollvergütung in Frage kommt, sowie der zu vergütende Anteil des Zolles werden jeweils für bestimmte Zeitabschnitte, zunächst für etwa einen Monat, festgesetzt. Die hierüber bereits in einigen Leitungen veröffentlichten Zahlenangab-en sind sowohl was die Höhe der Zollvergütung angeht, als auch bezüglich der in Frage kommenden Mengen unrichtig.. Die amtlichen Bekanntmachungen sind erst in einigen Tagen nach Abschluß der notwendigen Vorbereitungen zu erwarten. Durch bereits eingeleitete Verhandlungen mit dem Mühlen- und dem Bäckereigewerbe wird sicherzustellen sein, daß der Konsum in den Genuß der Zollvergütung kommt.
Präsidentenwahl
Paris, den 30. April 1931.
durchaus bejahenden Antwort, unter der Boraussetzung, daß et»
mäßiges und großzügiges Zusammenarbeiten zwischen den verschiedenen
Der Rügendammbau in Sicht.
Berlin 1. Mai. Der Reichsverkeh'rs- ininister teilt mit: Die Verhandlungen über den Bau des Rügendammes sind soweit fortgeschritten, daß mit dem -Bau des Dammes sowohl für die Eifenoahn wie für die Strotze gerechnet werden kann.
Die neue Zollverordnung
Die Einfuhr-Kontingentierug für Weizen
Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg
Ankurbelung der Wirtschaft"
Die schönen Projekte der Brauns-Kommission
Wer es werden wird, das „ruht auf den Kinen der Götter", wie der alte Homer sich auszudrücken pflegt. Aber w i e es 6et der Wahl zugehen wird, das kann sich der Erfahrene. der schon ein paar solcher Tagungen mitgemacht hat, ziemlich genau vorstellen. Die französische Verfassung (die nicht «ne M- sammenfassende Urkunde ist wie die deutsche, sondern aus einzelnen Organisationsgesetzen besteht! kennt nicht die Wahl, des Staats Präsidenten durch das Volk. Die „Plebisctte von 1804 1852 hatten die Monarchie Herba-
Anspannung des Weizenzolles rst die Weizeneinfuhr im Vergleich zum Vorjahre wesentlich zurückgegangen. Es har demgegenüber ein Verbrauch von landsweizen stattgefunden, der über das durch den Vermahlungszwang bedingte Matz hinausgeht, so daß die Vorräte von Fnlandsweizen wie aus den laufenden Erhebungen des Deutschen Landwirtschaftsrates ersichtlich ist, im Vergleich zum Vorjahre nicht unerheblich gesunken sind. ßui Sicherstellung der Versorgnung ist daher ein« stärkere Heranziehung Mn Auslandsweizen für den Rest des Ge- treidewirtschaftsjahres erforderlich.
Um eine Voreindeckung und damit auch eine Erschütterung der notwendigen «ta- bllität in der inländischen Eetreideprels- entwickelung zu vermeiden, ist von erner generellen Zollsenkung Abstand genommen. Auch wird eine Zentralisierung der notwendigen Einfuhren aus Erundenver Aufrechterhaltung des freien Maitttver- kehrs vermieden. Die Reichsregierung hat deshalb beschlossen, den ernährungspolitischen Erfordernissen unter voller Währung der Interessen der Landwrrt-
Dieser Teil enthält das Kernstück des ganzen Gutachtens, nämlich den Vorschlag, einen grötzeren Kapitalbetrag — man spricht von etwa einer Milliarde — zur Ankurbelung der Wirtschaft aufzubringen.
Zn seinem dritten Teil zählt das Gut-
geregte größere Rahmen möglich ist, als auch für den anderen, datz nur beschränkte Mittel zur Verfügung stehen. Das große Projekt würde u. a. die Elektrifizierung der Eisenbahnen, das Problem der Fern« gasversorgnung, Meliorationen, soweit sie der Landwirtschaft nicht zum Nachteil gereichen, großzügige Straßenbauten und ähnliche Dinge umfassen. Zn diesem Abschnitt behandelt das Gutachten auch das Problem der Arbeitsdienstvflrcht, des freiwilligen Arbeitsdienstes ufw.
Zm vierten Teil endlich werden gewisse rechtliche Fragen erörtert, die in Angriff genommen werden müssen, wenn die Arbeitsbeschaffung erleichtert werden soll. Zm ganzen wird man damit rechnen lon-
Berlin, 1. Mai. Die unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers a. D. Brauns arbeitende Eutachterkommlsfion wird am Donnerstag oder Freitag der kommenden Woche ihr zweites Teilgut-
Außerhalb des Rahmens dieser Regelung verbleibt es bei den bisherigen Zöllen für Weizen- und Weizenmehl, so daß auf der einen Seite eine Verbilligung für das aus dem Auslande eingeführte Mahlgut eintritt, auf der anderen Seit« aber eine für die Landwirtschaft nachteilige Wirkung auf den deutschen Markt ausgeschlossen und eine gesunde lleberlertung in das neue Erntejahr fichergestellt ist.
Das österreichisch-deutsche Zollabkommen wird, wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" bestimmt glaubt, in Genf drei Instanzen nacheinander zu durchlaufen haben und zwar das Komitee für die europäische Wirtschaftsvereinigung, das Finanzkomitee des Völkerbundes, das auf Grund des Genfer Protokolls von 1922 über die Anleihe an Oesterreich eingesetzt lvllUHCllvvll „______ _ „
wurde, and schließlich den Völkerbundsrat. | Q(J,tcn veröffentlichen. Es erstreckt sich auf Die Deutschen allein glaubten zuversichtlich I ^a5 außerordentlich wichtige Gebiet der eine ausgiebige Erörterung der Angelegen- I Arbeitsbeschaffung. Zn .petitischen heit im europäischen Komitee durchsetzen I Kreisen sieht man der Veröffentlichung zu können, während Frankreich und Eng- mit großem Znteresie entgegen da das land gegen dieses Verfahren seien. Der Gutachten dem Problem euren sehr wei- Korrespondent glaubt, daß das Finanz- I ten Rahmen steckt und zu Vorschlägen ge- komitee den Rat darüber zu unterrichten | langt, die wahrscheinlich nicht nur in habe, ob das österreichisch-deutsche Ab- I Deutschland, sondern auch w anderen kommen das Genfer Protokoll verletze. I Ländern starke Beachtung verdienen. Lieber diesen Punkt würden sicherlich Lin- I $cr cr,fe Xeil des Gutachtens ist eine stimmigkeiten entstehen. I wirtschaftstheoretische Darlegung der il r-
• fachen und Zusammenhänge der
Krise, der zweite Teil stellt die Frage, ob es möglich ist, das Wirtschaftsleben aus feiner gegenwärtigen Erstarrung zu er-
einen Monarchen davongejagt hatte, war noch sehr schwach, als sie sich ihre neue Verfassung gab. die von der konstituierenden Nattonal- oersammlung nur mit der Mehrheit von enter einzigen Stimme beschlossen worden war. Darum vertraute man die Wahl nicht dem V «te an, solidem dem „Kongreß . das heißt: Senat und Deputiertenkammer treten zu einer gemeinsamen Versammlung zusammen, die als Wahlkollegium für die Wahl des Staatsoberhauptes waltet. Diese Tagung findet einige Zeit vor dem Ablauf der Wahlperiode des amtierenden Präsidenten statt und zwar in Versailles, dem ruhigen Vorort von Paris, wo man die Bürgschaft größerer Ruhe, der Entrücktheit vom Treiben der Straße tmd politischer Wühlerei , zu finden glaubt. Versailles hat in den ersten. Zelten der dritten Republik — von 1871 Ins 1879 ■■■"" —----- - - v , .. । — j>en Senat und die Deputiertenkammer
nen. daß das Gutachten schon durch die I ^herbergt. Aus jener Zeit sind noch die
starke Betonung der Verbundenheit der j Säte vorhanden, die man in dem riesigen
Wirtschaft der verschiedenen Länder nicht I P^ais für die parlamentarischen Körper-
nur bei uns sondern auch im Auslande schäften eingerichtet hatte, und m dem ehe- ein lebhaftes Echo finden wird. maligen Senatssaal tntt .bet
zusammen. Reden werden nicht gehalten, es wird nur abgestimmt. Gewöhnlich kennt man ja schon vorher die Stärke der Anhängerschaft der verschiedenen Kandidaten, aber, es gibt auch Ueberraschungen und gerade bei der bevorstehenden Wahl kann es solche geben. Eine Ueberraschuna war zum Beispiel die Wahl Poincarös. Bei einer zwei Tage vorher veranstalteten Probewahl hatte sich die Mehrheit nicht auf ihn. sondem auf den mehr links und weniger chauvinistisch eingestellten Herrn Panis, den Favoriten von Llemenceau, vereinigt- Bei der wirklichen Wahl Regte Poincarö. Es hatten Verhmldluiigen zwischen ihm und Mitgliedern der Rechten stattgefum den, die dazu geführt hätten, daß Pomcaro ein in seiner Person vorhandenes Hindern^ beseitigt hatte: er hatte seine bisher nur nach bürgerlichem Recht bestehende Ehe m aller Stille kirchlich einsegnen lassen. So gewann er eine Anzahl Stimmen der Rechten und ging als ziemlich unerwarteter Sieger aus dem Rennen hervor.
Bon den beiden Kandidaten, die bisher in Betracht kommen, ist B ria n d weltbekannt Wenn er, trotz aller koketten Abwehr, sich dazu herbeiläßt, als Kandidat mifzutreten, hat er unbestteitbar große Aussichten.
Weniger bekannt ist Paul D o> ume_r, gegenwärtig Präsident des Senats, em Mmrn. der einen großen Ruf als vorzüglicher Verwalter und Finanzsachverständiger hat. ist 1857 geboren, aus sehr kleinen Verhältnissen hervorgegangen,, lernte als Junge m einer Metallwarenfabrik das Handwerk eines Ziselierers. Ein Gönner wurde auf den geweckten jungen Menschen aufmerksam und gab ihm die Mittel zum höheren Gnmnaslal- und Uniocrsitätsstudium. Doumer entstammt dem Zentrum Frankreichs. der^Auvergne und besitzt die Zähigkeit und Sparsamkeit des m Frankreich wegen dieser Eigenschaften geschätzten, zuweilen mich belächelten Tuvergna- - tenstomms. Seine Laufbahn hat tin te öfteren in die Leitung des KnauMMistenunw, aber auch in den hohen Verwalwngsvosten eines Generalsouoerneurs oon Jndochma ge, fühtt. Er bildet «ne Ausnahme unter dm franzöfischm Staatsmännern durch «ne sam- rtt^ Familie, denn er ist Vater von mehr als einem halben Dutzend Söhnen. Auch dcw .ist ein auoergnatifcher «tarnmeszUg und er kann ihm, von seinen Anhängern richtig her- vorgehobm, ein Uebergewicht über dm ehe- uni> kinderlosen Briand gelten.
Es ist natürlich nicht ausgeschlostm, daß im letzten Augenblick noch eine, andere Kan- didatirr aufiaucht. So trat ,a auch 1913 die Kandidatur von Pomcare ganz über- raschmd hervor. Als einziger offizieller Bewerber um das höchste Staatsamt ttat damals zunächst Merander Ribot aif und alle Well war erstaunt, als plötzlich eines Morgens
• ' Der ehemalige französische Milüär- sttache in Berlin, General Tournes, veröffentlicht am Freitag im ^Echo d e- Paris" seinem ersten mit so großem Pomp angekündigten Artikel über den ^keichswehrhaushalt. Tournes gibt zunächst seinem Befremden darüber Ausdruck, daß man in Deutschland über alles, was die Reichswehr anlange, so wenig Auskunft erhalte. Selbst die Ausschuß - sitzungen im Reichstag seien nicht öffentlich und die deutsche Presse, die noch im vergangenen Jahr lange Artikel über die Reichswehr veröffentlicht habe, habe diesmal, anscheinend auf höheren Befehl, geschwiegen. Der Reichswehrhaushalt belaufe sich in diesem Jahr auf über 800 Millionen Mark, obgleich der Sachverstän- diaenausschuß des Dawesplanes bereits 1Q04 hfe öuTnrnc t>on füft 600 QHUIionen _
ate zu hoch angesehen habe. Dabei hät- Di« Verordnung über btc Einführung ten sich die Bestände der Reichswehr nicht vom Kabinett beschlossenen Zollmag- geändett, und die Anschaffungspreise seien | na^men wird heute veröffentlicht werden, sogar gefallen. Die geringe Herab,etzung I wft DOtt unterrichteter Seite ersah-
tonne kellterlei Erklärung dafür finden, Speisrerbsen am 3. Ma», bte übrigen Zoll, warum ein Maschinengewehr in Deutsch- sähe am 10. Mai in Kraft treten. Der land 5000 Mark und in Frankreich nur 3-ctmin für die Aufhebung der Zwischcn- 2000 Mark koste und ein Feldgeschütz in Speck und Schmalz steht noch
Deutschland 60 000 Mark und in Frankreich I
Hingen Tourne. lichten Kommunique der Regierung nicht
direkt angekündigt. Wi« wir jedoch schon
Der französische Flottensachverstandige niitteilten, ist auch sie geplant. Dazu wird Wassigli ist am Frettag im Flugzeug ^eute amtlich gemeldet:
aus London in Paris angekommen und gnfoIge bet im Znteresie der deutschen toitb bis zum Eintreffen der ttaliemschen I getretbeoer®ertung notwendigen starken Antwortnote auf die französischen Flotten- — > ----
bauvorschläge in Paris bleiben. Die französische Regierung wird sofort nach Eintreffen der italienischen Rote eine Anttvott vorbereiten, über die Pertinax schon heute im „®cho de Paris' bemerkenswerte Ausführungen macht. Rach seinen Informationen, die er gewöhnlich aus sehr zuverlässiger Quelle schchpft, wird man französischerseits die englisch-italienischen Gegenvorschläge ab lehnen und auf dem bisherigen Standpunkt beharren. Pertinax fügt hinzu, daß man englischer- seitS zu vergessen scheine, daß das Abkommen vom 1. März keinen endgültigen Vertrag darstelle, sondern nur eine Phate m ben Flottenverhandlungen. Er muh allerdings zugeben, daß Briand selbst im Verein mit seinem englischen Kollegen die seinerzeit veröffentlichten ZaUen als ein beendetes Abkommen dargestellt hat. Der „Petit Parisien" betont, daß man die Londoner Regierung von der Llnzu- länglichkell der f»genannten Zugeständnisse überzeugen müsse, wenn man überhaupt noch irgend eine Hoffnung auf die Fortsetzung der Verhandlungen hätte.