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COler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

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Nummer 29.

Fernsprecher 951 und 952.

Mittwoch, 10. Zanuar 1912.

Fernsprecher 951 und 952.

2. Jahrgang.

III II ........I

F. H.

schichte eingeschrieben.

Wolken sein Dasein verdüsterten, und der an eines Freitags sinsterm Rätsel auch in aller Schrecken Grausigkeit zugrundeging. Vielleicht wird auch Herr Theobald von Bethmann Holl- Weg einst mit Schaudern an jenen Freitag zurückdenken, den er selbst ins Buch der Ge-

zwar eine Besteuerung von fünf Prozent statt wie bisher vier Prozent. Die Steuer- einlommen unter 8500 Mark werden nur inso. fern höher besteuert, als die bisherigen Staatssteuerzuschläge in Zukunft auch für die Gemein besteuern erhoben werden und

Kanzler etwa die Erkenntnis naher Erlö­sung die gelassne Duldung fast unabwendbar scheinenden Geschicks, und lächelt er, der Frei­tag den Zwölften als Tag des Gerichts erkor, über die bänglichen Seelen, die aus des Frei­tags abergläubischem Düster das nahe Ver­hängnis bereits riesengroß auftauchen sehen? Es wäre denkbar, denn es ziemt dem Philo-

kritzelte. Der Geist, der aus ihnen spricht, ist weder kalt noch warm, weder stolz noch feig, > weder stählern noch blechern: Es ist die müde ' Stimme der Pflicht, die nur deshalb 1 Worte fand, weil das Gewissen eS fordert und ' weil es Uebung ist im deutschen Land, vorm Kampfbeginn sichtbar vor Aller Augen das Pa- nier der Regierung aufzurollen. Wäre es dem Kanzler (der die Sammlungs- und Paarungs­idee des behendern Vorgängers rühmlos am Klippengewirr des politischen Alltaggeschäfts splittern sah) darum zu tun gewesen, die bür­gerlichen Parteien ohne Rücksichtnahme aus kleinliche Hausinteressen zum Zweck gemeinsa­mer nationaler Arbeit in Eintracht um die Fahne zielklarer und entschloflner Politik zu scharen, dann hätte sich die Werbekraft seines späten Neujahrgrußes in vielhundertfach her» stärkter Form äußern, hätte der Wert der Ideale, die Herr von Bethmann über die Bran­dung des Wahlkampfs als Preis der Tugend emporhob, den Partcienkrieg schwichtigen und die Fähnlein rechts und links vom Markstein des Volksgewissens zum Ringen um höhern Preis begeistern müssen. Aber der Kanzler hat weder die Zauberformel gesunden, um die Her­zen erglühen zu machen, noch hat er den Weg­zeiger auszurichten vermocht, der zum ersehnten Ziele weisen konnte.

Seit Jahrzehnten dämmerte dem Reich kein Wahltag, dessen Morgengrauen so sicht- barlich aus der Nacht des Zufalls emporstieg, als dieser zwölfte Januar, und man fühlt all- mählig eine Ahnung von dem Bilde aufsteigen, das dem von der Mlhelmstraße scheidenden vierten Kanzler vorschwebte, als er, den Tri­umph der Gegner lächelnd wägend, das düstre Wort vomTage von Philippi" sprach. Es wird von dem Nachfolger deslachenden Philo­sophen" Bülow erzählt, daß seiner ernsten und umständlich-feierlichen Natur die Nutzbar­machung des Regiekniffs, des behenden Tricks und des effektvollen Bluffs im politischen Ge­schäft widerstrebe, und dieser Sinnesrichtung entspreche es auch, daß der Kanzler es ver­schmäht habe, mit Bülows silvesterhellem Trom­petengeschmetter oder mit Bismarcks hallenden Parolen in den Wahlkampf zu ziehen: Er habe es als ziemend und würdig erachtet, dem Heer de» Wähler die hohen Pflichten und Aufgaben des Volksparlaments und die Möglichkeiten eines gedeihlichen Zusammenwirkens zwischen Reichstag und Regierung deutlich erkennbar zu machen; die Entscheidung aber möge, un­beeinflußt vom sonst üblichen Kuliflenzauber, das Volk f e l b st fällen, dessen Wille durch Ver­fassung und Gesetz geheiligt sei. Erfteute sich das nun im fünften Jahrzehnt seines Daseins angelangte Reich j e eines Kanzlers, der s o ruhigen Auges dem Schicksal entgegensah?

Der Fatalismus dieses Philosophen wirkt fast rührend; man spürt in ihm etwas, das an stolzen Heroismus und gleichzeitig an die stumpfe Ruhe stoischer Weltauffassung erinnert, die füh von des Schicksals Faust zwar meistern, aber nicht niederringen läßt. Erleichtert dem

folgende Meldungen:

. Lissabon, 9. Januar.

(Privat-Telegramm.)

Grundlose Gerüchte über einen Einfall der Monarchisten riefen hier gestern gro­ße Aufregung hervor. Verschiedene Gebäude wurden militärisch besetzt, Tnippen patroullierten in den Straßen und starke M i« litärabteilungen wurden zusammenge- zogen. Bis in die Nacht hinein dauerte die Panik an. Die Dockarbeiter und Eisenbahn- angestellten in dem am Tajo Lissabon gegen- | über "gelegenen Ort Barreiro sind in den Streik getreten. Die Aufständischen hielten eine Versammlung ab, in der eine heftige Sprache geführt und eine Resolution beschlos­sen wurde, die Sabotage befürchten läßt. Die Lokalbehörden vermochten nicht, die Ver­sammlung aufzulösen und verlangten telegra­phisch von Lissabon Mannschaften zur Ver­haftung der Führer. Zwei der Führer wurden bei ihrer Ankunft in Lissabon verhaf­tet. In der Nacht zogen grotzeArbeiter- massen durch die Straßen Lissabons vor das Gouvernementsgebäude und verlangten Frei­lassung der Verhafteten. Dies wurde auch zu- gebilligt unter der Bedingung, daß die Arbei­ter dann selbst für die Aufrechterhaltung der Autorität zu sorgen hätten. Die Dampfer I werden militärisch bewacht. Zahlreiche Per- I fotten wurden verhaftet und die Eisenbahn­station von Barreiro ist von Truppen be-

greife!, der Zwölfte.

Wahl-Stimmungen und Zukunft-Ahnungen.

Am zwölften Januartag schreitet das Mil- lionenheer deutscher Wähler, getrieben von der Stimme des bürgerlichen Gewissens und geleitet vom Pflichtgebot dieses oder jenes Parteiprogramms, zur Urne, und wenn des Abends Schatten über diesen, in düstern Ahnungen sich anzeigenden historischen Frei­tag niedersinken, wird durch des Volkes Stimme über einen Bruchteil deutscher Zukunft entschieden sein. Oede und grau, wie man's befürchtet hatte, wird der Wahltag kaum heraufdämmer«; glitzernder Schnee deckt die braune Erde, der Mond lugt frisch und munter durch die Wolkenschleier, und wenn Herr Theo­bald von Bethmann Hollweg Sinn für die Deutungskunst zufälliger Aeußerlichkeiten besitzt, wird er, als des Januarschnees erste Seiden­flocken zart und duftig zur Erde niederschweb- ten, das freudige Pochen eines von banger Sorgenlast befreiten Herzens in der Männer­brust gespürt haben. Als er den Tag der Wahl aus dem Kalender des neuen Jahrs crgrübelte, verlockte ihn der Trotz, dem Aberglauben einen kleinen Streich zu spielen und just für den Freitag die Wähler zur Urne zu beordern. Eigentlich hätte er. um konseguent zu fein, den dreizehnten Tag im Januar für das Gericht von Philippi reservieren müssen; aber er hat sich vielleicht doch im Stillen, ein wenig gruselnd, gesagt, daß man auch die Gei­ster des Kaffeesatzes und der Zaubertränklein nicht mutwillig versuchen dürfe, und ist also auf halbem Wege steh'n geblieben.

Aehnliche Furcht scheint auch die Hand ge­leitet zu haben, die die zwei Wahlkund­gaben der Regierung ausss Manuflriptpapier der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung

mit dieser Erhöhung ein neuer Steuertarif aus­gestellt wird, der kleinere Staffeln als der bis- sophen, auch in des Schicksals Nähe mit un-Iherige aufwcist. Den Steuergesetzen wird eine erschütierlicher Ruhe auszuharren, die Tage Denkschrift beigegeben werden, in der die Re- zählend, die ihn noch von der Entbürdung treu- gierung die Gründe auseinandersetzt, die sie nen. Vor ein paar Monden warf die rührige veranlaßt hat, von dem Gedanken einer Literatur-Industrie ein Buch auf den Markt, Ueb er flutz st euer Abstand zn nehmen.

Bor der Entscheidungsschlacht?

, Der Bruderkrieg in China.

Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Peking: Der Waffenstillstand ist bisher noch nicht erneuert worden, Die Verhandlun­gen zwischen Kaiserlichen und Aufständischen dauern fort. Die Revolutionäre der Provinz Schansi haben sich der Stadt Sch e nrtj chau am Hoangho bemächtigt und befinden sich auf dem Wege nach Honanfu. Die Regierung hofft, daß sie sich nach Norden wenden werden und erwartet für die nächsten Tage eine Entschei- d u n g S f ch l a ch t. Da die kaiserlichen Trup­pen wegen Ma ngels an Geld und Mu­nition nicht nach dem Süden gcksandt wer­den können, so ist ein Zusammentreffen beider Parteien im Süden ausgeschlossen.

*

Rewyork, 9. Januar. (Pnivat-Te- legram m.) Die amerikanische Regierung hat beschlossen, ans die Rote des neuen chinesi­schen Präsidenten behufs An-erkennung

Preußens neue Eteuerpläne.

Schärfere Heranziehung der großen Einkommen?

(Telegramm unfers Korrespondenten.)

Berlin, 9. Januar.

Zu den neuen preußischen Steuer« Vorlagen verlautet, daß der kürzlich pom König unterzeichnete Gesetzentwurf eine schär­fere Heranziehung her großen Einkommen (über 8500 MarU vlant und

der Republik vorläufig nicht zu antwor­ten. Diefe Haltung ist daraus zurückzuführen, daß in den letzten Tagen pesfimistische Gerüchte über die Lage in China eingetrof- fen sind, Gerüchte, die darauf schließen lassen, daß die Lage der Republik nicht eine so befrie­digende ist, als mitgcteilt wurde. Die Regie­rung wünscht daher, vorläufig die weitere Ent­scheidung über diese Frage noch etwas hinous- zuschieben. Es heißt übrigens, daß die Reor­ganisation Chinas vorläufig nochein Traum der Diplomaten" fei.

des Kaisers veröffentlicht worden fei. Das offiziöse Wolsfsche Depeschenbüro bemerkt dazu: Wir sind auch unsererseits in der Lage, zu bestätigen, daß die Behauptung, die Veröffentlichung sei mit Ermächtigung oder Billigung des Kaisers erfolgt, falsch ist. In-, zwischen hat Lord Lansdale einem Pressever­treter ein Interview gewährt, und sich darin über feine ersten Äeußerungen eingehend ausgelassen:

London, 9. Januar.

(Privat-Telegramm.)

Ein Vertreter derEvening News" hat Lord Lansdale auf feinem Schloß noch­mals interviewt. Auf die Frage, ob er auf die feindliche Kritik, die feine Ansichten über die freundschaftlichen Gesinnungen des Kaisers gegen England in Deutschland hervor- gerufen habe, etwas erwidern möchte, erklärte der Lord: Ich habe kein einziges Wort gesagt, an dem Diejenigen, denen die Wohlfahrt und der Friede bei den Nationen am Herzen liegt, irgendwie etwas auszusetzen haben

Interessant ist im Vergleich zu den Auslas­sungen der deutschen Presse zu dem Lans. dale-Jnterview die Stellungnahme der fran­zösischen Oeffentlichkeit zu dem Weihrauch- Interview des englischen Lords: Die Pariser Presse kommentiert das Interview mit seltner Uebereinftimmung in dem Sinne, daß ihm irgendeine ernsthafte politische Bedeutung nicht beizumeflen sei. Für die Stellungnahme Eng­lands gegenüber Deutschland sei lediglich das deutsche F l o ttenpr o g ramm maßge­bend und diese Tatsache werde durch das Lans­dale Interview weder beseitigt noch auch nur in ihren Wirkungen ab geschwächt.

Wien, 9. Januar.

Seit gestern wütet hier ein furchtbarer Sturm, der zahlreiche Opfer forderte. Viele Arm- und Beinbrüche sind zu verzeichnen, doch wird ihre Zahl noch durch die der Ueberfah. reuen übertroffen, die beim Kreuzen der Fahr­wege ausglitten und unter die Fuhrwerke ge. rieten. Eine Zofe wurde durch das Herabsal- len eines Firmenschildes getötet. Der Sturm riß das Dach eines Zeltzirkus ab. Es gelang aber, die Zuschauer zu retten.

London, 9. Januar.

Ans allen Teilen des britischen JnselreicheS kommen Nachrichten von gewaltig e n Schneestürmen. In Derbyshire, Staffard- shire und Yorkshire liegt der Schnee fußhoch. In Nordschottland ist die Temperatur mehrere Grad unter den Gefrierpunkt gesunken. Von überallher kommen Nachrichten von Sturm- ch ä d e n. An manchen Stellen liegt der Schnee drei Fuß hoch.

Schwere Unfälle ans See.

(Privat-Telegramm.)

Paris, 9. Januar,

Aus allen Küstenstädten Frankreichs kom. men Nachrichten von ungeheuren Schnee- stürmen. Zahlreiche Fischerboote sind mit Mann und Maus u nie r ge g an gen. Die Küste ist mit Schiffstrümmern über, sät. Viele Telephon- und Telegraphenleitun­gen sind unter der Last der Schneemassen ge- rissen. Die Pariser Waflerwerksdehörden tei- len mit, daß man mit einem weiteren Steigen der Seine um einen Meter für morgen rechnen könne. Am Sonntag betrug der - Pegelstand an der Austerlitzbrücke 2.37 Meter. Morgen dürfte et wahiffcheinlich die Höhe von 3.37 Meter erreichen.

Katastrophen ohne ßnde!

Eisenbahnunfall auf der Canadian-Paeisic.

(Telegraphische Meldungen.)

Depeschen aus Montreal (Canada) melden: Auf der Canadian-Pacific-Rail- way ereignete V* gestern im Distrikt v^t. Vincent de Paul, dreißig Meilen von Mon­treal entfernt, ein schwerer Unfall. So weit bis jetzt bekannt ist, wurden d r e i Personen getötet, sechzehn schwer verwundet.

Ein Privattelegramm berichtet un8 über die Katastrophe folgende Einzelheiten: Ter Unfall auf der Canadian-Paviftc-Eifenbahn er- eignete sich gestern nachmittag kurz nach fünf Uhr in der Nähe von Montreal. Zwei Zuge der Canadabahn, deren einer durch ein Ver­sehen des diensttuenden Beamten auf ein fal­sches Geleise geleitet worden war, fuhren in voller Fahrtgeschwindigkeit auf­einander. Dreizehn Waaen der beiden Lüae

fetzt.

BürgerkSmvse in Azambuja.

könnten. Ich habe niemals gesagt, noch habeI Weitere Depeschen au3 2 i f ^rub» ich es j-mals angedeutet (da es absolut un, Jm: Qm |«f^0nern%at gestern nn DistrM wahr fein wurde), daß alles Wohlwollen U.^mbuja stattgefunden. Große Strecken seitens des Kaisers gegen andere Nationen die «and und Wald werden dort als öffentliches geringste Wirkung auf die @rttfc6etbung (s-igeninm betraget. Infolgedessen pflegen die des Kaisers über seine Hand lungen Einwohner dort Holz zu sammeln und Teile im Interesse seiner eignen Nation haben I des Landes zu bebauen. Die Regierung er­würbe. Es ist auch absolut unwahr, daß ick klärte nun, baß Laub unb Wald bem Staate irgend welche Bezugnahme auf Friedrich gehören und d-- Einwohner mmßten «Ltoeber denGroßen geäußert hätte, wie es in einer eine R-nte bezahün oder den Gnmd und« Bo- deutschen Zeitung gemeldet wurde. Wenn ge. ^n sich dte Einwohner zu vielen sagt wird, daß die von mir geäußerte Ansicht Hunderten mit Gewehren, Revolvern, Messern eine Beleidigung des Kaisers und der y,tb Stöcken, um Widerstand zu leisten. Es deutschen Station sei, so ist das zu absurd, als fam tatsächlich zu einem lebhaften Kampfe, an daß es des Widerspruchs bedarf. Sonst ist in bem auch bewaffnete P r i e st e r teilnah- ben Kritiken, bie ich gelesen habe, weiter nichts men. Das Militär mußte sich schließlich zuruck- enthalten, das der Besprechung wert wäre, ziehen. Es gab vier Tote und viele «, IVerwunbete.

Zer Freund ans England erklärt.

Lord Lansdale und das Kaiser-Interview.

Wir haben gestern zu demKaiser-Inter. View" des englischen Lords L a n s d a l e be­reits mitgeteilt, daß Lansdale in einer Zu- schrist an dieDaily Mail" sein Interview als Auslassung rein persönlichen Empfin­dens bezeichnet hat, das ohne jemandes Er­mächtigung und ganz gewiß ohne Billigung

von dessen grettfarbnem Umschlag dem Leser in ----------

blutroten Lettern die Worte entgegengrinsten: Reue Unruhen in Portugal.

Panik, Demonstrationen und Verfchwörungen.

f«, wen» nto ennncnin« das SiBuertilb ' ®

dieses unglücklichen Freitags aiiftaucht, beffen Gar6ottoIiog arretierte bort breiundzwanzig groteske Linien von ben Zuckungen tobeäfämH ^ricffCI> bie in einer Kirche eine geheime Ver­sender Opfer förmlich geprägt schienen. Der sammlung abhielten. Die Geistlichen leisteien tragische Held dieses Unheiltags war ein vom heftigen Widerstand und eS_ mußte Verhängnis Sliebergerungner, dessen FatumI Gewalt angewandt werden. Die Bischöfe wol- barin bestand, daß des Freitags Unheil- len allem Anschein nach sich ebenfalls mcht der 'Republik unterwerfen und einige von ihnen schicken sich an, nach Amerika auszuwandern. In Lissabon brach gestern eine Panik ans, als bekannt wurde, daß die Monarchisten auf bie Hauptstabt zu marschierten. Wir verzeichnen

Hochwasser mid Sturm.

Hochwassergefahr im Rheinland.

Wie uns aus Köln depeschiert wird, richtet im Moseltal das Hochwasser große Verheerungen an. Der Verkehr zwischen einigen Ortschaften ist unterbrochen. Jrn Sieg­gebiet riß der hochgehende Fluß mehrere Dämme weg. Am Niederrhein mußten um- sangreiche Vorkehrungen gegen das Hochwasser getroffen werden. Im Bayerischen Wald ist so starker Schneefall eingetreten, daß der Verkehr teilweise eingestellt werden mußte. Auch der M a in ist stark angeschwollen und im Rhöngebiet verursachten heftige Schnee- ftürme großen Schaden. Wir registrieren sol- gende bis heute mittag vorliegende Depeschen: München-Gladbach, 9. Januar.

Durch das Hochwasser sind in der Stadt und in der Umgebung schwere Schäden angerichtet worden. Zahlreiche Gehöfte in bet Umgebung Gladbachs stehen unter Wasser. Die hochgehenbe Flut hat mehrere Dämme durchbrochen, unb ba bas Wasser noch fortwährend steigt, ist der ganze Bezirk ernst­lich bedroht. Seit gestern abend herrscht starker Schneesturm.

Coblcnz, 9- Januar.

Das Wasser der Mosel steigt enorm, und wenn die. Zunahme der Flut noch bis morgen früh anbauert, her ;: ' itr das ganze Moseltal die g r ö ß t e G e f a h r. In den nahe am Flutz gelegen Dörfern stehen die Straßen fußhoch unter Wasser unb aller Verkehr stockt. Die Re­gierung will Pioniere in das bedrohte Gebiet zur Hilfeleistung entsenden.