Caffeler Abendzeitung
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2. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Donnerstag, 18. Januar 1912
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 36
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Sieuergesetze und
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®it taflet« Neuen«' Nachnchir» nf^Ctnen wScheriUlch sechsmal and »war abends t« ebormementirre« Beträgt monatlich » Pf» bei freier guflelluntz In« tzau«. Bestellungen rotrtHn „der,eil een d« SefchLtt-Nelle oder den Boten entgegragenommen. Druckerei, Bertas en» «edattton: Bchlachtdofftra»« 26/30 Sprechstunden der Redaltlon oon 1—3 Uhr nach, mittag«, juristisch« Sprech stunden lut untere Abonnenten Mittwoch« und Sonnabend« von «g U$r abend«. Berliner Vertretung: sw, Friedrichstratze 16. Delephon: Amt IV 676.
gesetzes vorgenommen den Interpellati onen
schwebenden Fragen" erwiesen habe. Wie niedlich: Weil Herr Betbmann dem (ihm kaum bekannten) Herrn Giolitti, und Herr Ki- derlen dem (ihm völlig fremden) Marquis di San Giuliano zum neuen Jahre gratulierte, schwimmt die Weltgeschichte in Entzücken, und der Dreibundkummer wandelt sich zur Jubelhymnc! (Kein Kind, kein Engel ist so rein, wie die naive Harmlosigkeit unsrer offiziösen Wcttermacher.) Dah die Fesselung an die abenteuernde Politik römischen Eaesaren- wahns uns England gegenüber schwächt, daß die italienische Lastkugel am Arm deutscher Weltmacht unsre Aktionsfreiheit am Balkan und im Orient hemmt, und daß das Dreibund- Biedermeiertum uns in der Tripolisaffäre der Welt des Halbmonds (trotz des Kaiserworts am Grabe Saladins!) als Gegner offenbarte: Das alles hat das Drahtspiel zwischen Berlin und Rom aus dem Schuldbuch deutscher Diplomatensnnde getilgt? Und in der Berliner Wikhelmstraße spürt man das Verlangen, die vom Rost bald glücklich zermürbte Fessel ju erneuern? Es wäre die Krönung aller Unverständlichkeiten, wenn es sich so verhielte, und Herr Alfred von Kiderlen würde, wenn er vom Land des Apennin heimkehrte mit dem blechernen Tombakglanz dieses neuen „Erfolgs", das Reich den verhängnisvollsten Schwabenstreich seines
gespeicherten Leidenschaften zur Explosion (das heißt: Zur kriegerischen Kraftprobe) führen muffen, und die Tatsache, daß in Oesterreich die gegenüber Italien aus den Versöhnungston gestimmte Politik Lexa Aehrenthals unmöglich geworden ist (und mit ihrem Träger ehestens von der Bildfläche verschwinden wird), offenbart deutlicher und überzeugender, als alle Laden diplomatischer Aktenberge, daß auch im Habsburger Land längst fein Heller Kopf mehr auf die Römertreue nur eines Hellers Wert verwettet.
Nur wir! Am ersten Tag des neuen Jahrs haben die Herren Bethmann und Kider- len ihre römischen Kollegen durch herzinnige Neujahrsgrüße erfreut, die von der Sie- benbügelstadt aus ebenso munter erwidert wurden. Wir vernahmen dann aus dem melodischen Surren des osiziösen Drahts, daß das Depeschenspiel im jungen Jahr „die volle Uebereinstimmung über alle
In der Stichwahl-Woche.
Die nationalliberale Wahlparole.
Ein Privattelegramm meldet uns aus Berlin: Der geschäftsführende Ansjchuß der nationalliberalen Parier und die Vertrauensmänner int Reich traten gestern mittag zu einer Beratung zusammen, um zu beschließen, welche Haltung die Parier der den Stichwahlen einnehmen soll. Die «er» iammlung kam zu folgendem Beschluß: ®er geschäftsführende Ausschuß der natronallrbera- len Panei empfiehlt den Anhängern der Partei, bei den Stichwahlen vor allen Dingen den eignen Kandidaten, wo sie in den Strchwah. teu stehen, zu unterstützen. In den Wahlkreisen, wo keine Nationalliberalen in bte Stichwahl gekommen sind, sind die Kandidaten der & o r t- schrittlichen Volkspartei zu unterstützen, vorausgesetzt, daß die Parier auch bte Kandidatur der Nationalliberalen fordert, ^n allen anderen Fällen bleibt es den einzelnen Landesverbänden überlasten, für welche Partei sie eintreten wollen.
Rheinische Wahl-Sensationen.
Die wmmerrde Flottenvorlage.
Bildung eines neuen dritten Geschwaders.
Die neue Militärvorlage, die dem Reichstag wahrscheinlich bereits in den ersten Wochen der neuen Tagungsperiode zugehen wird, ist bereits feit Milchen völlig fertigge- tellt. Trotzdem beschränken sich die Mitteilungen über den angeblichen Umfang der neuen Forderungen bisher auf bloßen Vermutungen. Heute erhalten wir nun nähere Mitteilungen über den Inhalt der Vorlage, die sich offenbar in bescheidenern Grenzen bewegt, als anfänglich angenommen wurde:
Berlin, 17. Januar.
(Privat-Telegramm.)
An unterrichteter Stelle verlautet: Die neue Marinevorlage verlangt, daß aus den acht Referveschifsen, die in Dienst gehalten werden sollen, ein drittes Geschwader gebildet wird. Von diesem neuen Geschwader stehen zwei Linienschiffe fchon im Dienst, es wird also ein weiteres Jnbienststellen von acht Schissen gefordert und es tritt demgemäß zu den zwei Geschwadern der Flotte ein drittes hinzu, das schon im Flottengesetz vorgesehen ist, aber bisher aus Sparsamkeitsrucksichten nicht in Dienst gestellt wurde. Die neue Vorlage verlangt ferner einen bedeutenden Geldbetrag für die Beschaffung von Untetfecboten. Die Kosten der neuen Vorlage gliedern sich in dauernde für bte Indienststellung des dritten Geschwaders und in einmalige für den Bau von Unterseebooten. Die letztere Ausgabe beläuft sich auf fünfundzwanzig bis dreißigste'' .s Millionen Mark, lieber die Deckung der Vorlage ist ein endgiltiger Entschluß noch nicht gefaßt worden.
Mene Schwabenstreiche?
Herr von Kiderlen-Waechter auf der Dreibundfahrt.
Ein Privattelegramm meldet uns aus Rom: Hier verlautet, daß Staats-Sekretär von Kiderlen- Waechter wahrscheinlich am zwan- 6-, zigsten Januar den Minister des Aeu- ßeren besuchen werde. (Diese Nachricht hat Herr von Kiderlen auch in einem Telegramm an ein Berliner Depefchen- büro bestätigt.)
Herr Alfred von Kiderlen hat den „Tag von Philippi" fern der Wilhelmstraße verlebt: Er erharrte den Wechsel der Jahre in der schwäbischen Heimat, und da im politischen Geschäft vorm ersten Rendezvous der neu vom Volk Erwählten keine Sorgen drängen, hofft der Herr Staatssekretär, bis zu des Januar letzten Tagen int fröhlichen Land der Spätzle und- Leberknödel sich von den mannigfachen Strapazen der letzten Campagne erholen zu können. Beiläufig: Der Manager unsrer Marokkopolitik reist „in Geschäften", nutzt die Zeit in ersprießlichen Konferenzen und vertraulichen Besprechungen und lebt der Hoffnung, die Heimfahrt nach Berlin durch den Preis wertvoller Leistung verklärt zu sehen. Herr von Kiderlen beabsichtigt nämlich (wie gestern bekannt wurde), von der schwäbischen Heimat aus noch einen ttirzen Abstecher ins Reich der Apenninen zu unternehmen und bei dieser Gelegenheit mit dem Kollegen San Giuliano sozusagen im Dorübergehen ein weniges über die Erneuerung des Dreibunds zu plaudern. Die Dreibundfrage sieht zurzeit in den Kabinetten von Berlin, Wien. Rom und anderwärts wieder einmal im Vordergrund des Interesses, in Oesterreich regen sich immer leidenschaftlichere Kundgebungen wider den „Bund des Mißtrauens" zwischen Donau und
Dl« fe<6«gefp<ilten« gell« für einheimische Beschütt« 15 Psg., für au«' roärtta« Inserate 25 Pf. Reklamezeile für einheimische Geschäfte <0 für auswärtige Beschälte so Pf. Beilagen für di- Gesamtauflage werden mit« Mart pro laufend be* r»*net SBeaen ihrer dichten Verbreitung in der Residenz und der Umgebung sind di« Oafleter Neuesten Nachrichten ein »arzügliche« Jns-rtionsargan SekchäftSsl-lI«! «Slnische Sra»? « Berlin» Vertretung: SW. Friedrichsttaß« 16, Wertow «ml IV 676-
(Von unferm Korrespondenten)
Bei dem neuen römischen Derlagshause Bontempellf und Jnvernizzi in Rom erscheint in den nächsten u.agen da« schon cor' längerer Zeit angefundigte Buch, daS Crispolto Trispolii und Guido Aureli Uder„Die Politik Leos des Dreizehnten" von Luigi Galimderti h . Mariano Rampolla» geschrieben haben. Tie Turmer Stampa" entnimmt diesem Buche, dem Dokumente aus dem Archiv des Kardinals Galimberti zugrunde liegen, die Schilderung des ersten Besuches den Rrn er Wilhelm der Zweite im Vatikan machte, und der dra malischen Szene, die diesem Besuche folgte.
Die Vorgeschichte jener Romsahrt des Kai« sers ist bekannt. Wilhelm der Z w e i . t e, Bei soeben den Thron feiner Vater bestiegen hatte, wollte seinem Verbündeten dem Komg Humbert von Italien, einen Antrittsbeiuck machen und sich bei di^er Ge -genheit dem Papst vorstellen. Die Festsetzung des Zcre moniells, nach dem der Besuch, im Vatikan erfolgen sollte, machte nicht geringe Schwierig-, ketten, da der Papst sich noch immer als den allein echten König, von Rom betrachtet und wenigstens die Fiktion aufrecht erhalten Wollte, als ob des Kaisers Besuch nu r t h m gelte Der Kaiser sollte gewisiermaßen inkogmto nach Rom kommen und sich 'M Qfnrmal offiziell erst nach dem Besuch im Vatikan zeige», er sollte daher auch nicht vom Quirinal ion- dern von der preußischen Gesandtschaft tberm Vatikan) aus die Fahrt zum Papst antI^ten’ unb zwar in eigens aus Berlin Mltgebrachten Hofeguipagen, bamit nur ja nicht König Humberts Equipagen benutzt zu werden brauchten, lieber alle diese Modalitäten des Besuches war zwischen dem Grasen Herbert B smarck, dem damaligen Wiener Nunzius Galimbertt, dem Baron von Schlozer. der Preußen bemi I Vatikan betrat und dem Kardlnal-staatSfekrc- Itär Rampolla, die die Vorverhandlungen
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Das Landtags-Programm.
Etat, Wasiergefetz und Stenergefetzc.
(Telegramm unfers Korrespondenten.)
Berlin, 17. Januar.
Das Abgeordnetenhaus wird die erste Lesung des Etats am dreißigsten Januar beginnen. Es wird versuchen, diese Etatslesung bis zum ersten Februar zu beenden, da am zweiten Februar katholischer Feiertag ist. Spätestens soll die erste Etatslesung am dritten Februar beendet werden. In der darauffolgenden Woche «vorn fünften bis zehnten Februar) werden die ersten Lesungen
Die offiziöse Presse macht stramm Front g, gen einige in der ausländischen Presse erichu nenen . Wahlstimmungs-Märchen", so bringt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung (offenbar im Auftrage des Kanzlers) folgende Kundmachung: lieber den Ausfall der deutschen Wahlen und die künftige Stellung bet Regierung und der Parteien ist in der ausländischen Presse manches ungereimte Zeug gc- "ebrieben worden. Wir wollen nur zwei Aeu- ßerungen herausgreifen. Im „G a n l o l s" wird erzählt, Seine Majestät der Kay er habe i aus der Hand g e-
einent deutschen Diplomaten gegenüber gesagt, I - bann der heilige Vater aus
daß die sozialdemokratische Gefahr der Monat- । m Ptivatkabineit heraustrat, um seinem düe die Pflicht ouerlegen konnte die jctutd faiferlicben Gast entgegenzugehen fiel dem l che Volksseele durch «inen «rt«g g^r auch der Helm aus der Hand, wieder zu starken Daran ift Die Umgebung des Papstes deutete diese Rer-
kein wahres Wort. Sodann fabelt ine ... ■, . Kaisers^natürlich in ihrem Sinne: „Times" mit dem Gedanken, der Kaiser ton« bGr Anblick des weißgekleide-
ue sich angesichts des Anwachsens der So- M Kirchenfürsten auf den jungen Tta-
zialdemokratre auf den Katholizismus I » deutschen Kaiserkrone
in Deutschland stützen unb zu dessen Stärkung der deutfchen Kaiferrrone
Gebietsteile der habsburgischen Monarchie an- einen unauslöschlichen ®*nb nektieren Das ist der Gipfel! gemacht bade, und glaubte, als Monfignore
__ Della Volpe hinter dem Papst und dem Kai- fer, die inzwischen das Privat-Kabinett betre- Frankrelchs neuer Friedensmann. Ile» batten, bie Tür schloß, den berühmten Das Kabinett Poincarö vor der Kammer. .81lügels^chl.ag de^GefMcht^ zu,ho-
Jn der gestrigen ersten Sitzung der fron« 'piefer Erbe hatte aber noch nicht
zöstschen Deputiertenkammer wurde dem neuen gedauert, als Prinz Hein-
Ministerium Poincars mit vrerhun-I . Preußen, der programmgemäß erst
9” d-s neiden ^misteriumsauscinanbet^ Bismarck ’Äen H«ren des
von allen Seiten des Hanfes lebhaft feit batte, inm getubrt 3» roeroen
applaudiert. Zum Schluß fprach Poincarö wünschte. Dieier Wu^ch der mg e biete - den Wunsch aus, daß sich die Finanzlage bed tH $' ™ ° n S nn mnfS« ein menia
Reiches immer besser gestalten und die Wehr- den päpstlichen ^Eo^ienmelster ein wenig kraft immer mehr heben möge, da eine starke in Verwirrung, aber eT fod) ju ernt Wehrkraft am meisten dazu beitrage, den dem, daß er zu seinern Bedauern den Prinzen Frieden auftecht zu erhalten. Wenn es auf die vor Beendigung des Gesprächs zwilchen Kai- Z i s s e r d e s Abstimmungsergebnisses ankäme, fer unb Papst u i ck t melden könne. Ta «rwi- fo müßte man die vom Kabinett erzielte Mehr-I derte „in fast brutaler Weife Graf Herbert beit als einen beispiellosen parlamentari- Bismarck: „Ein koniglicherPrinz von scheu Erfolg bezeichnen, aber die große Zahl'Preußen wartet nicht im Vorrtm-
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Hessische Abendzeitung__
Tiber, und unter der römischen Sonne ist die , Shmvathie für das Dreibund Ideal längst wie der Schnee im Frühlenz zerronnen: In dieser Zeit allgemeinen Mißbehagens madp der Sendling der Berliner Wilhelmstraße aus der römischen Eonsulta seine Aufwartung!
Das Glück lächelt ihm allerdings freund kicher als feinem Chef und Meister, der als passendste Stunde feiner römischen Antrittsvisite die sturmbewegte Zeit einer Kabinettskrise erwählte, und deshalb weit über die Karenzzeit politischer Höflichkeit hinaus amicham- brieren mußte, bevor er Ministern, die in der I nächsten Stunde in der Versenkung versthwan- I dcn, die biedre Bundesbruder-Rechte schütteln konnte. Aber auch der Mann aus Schwabenland kommt zu ungelegner Zeit: Seit den Ta- ccn, da Umbertos Sobn sich die Krone der Savoyen aufs Haupt setzte, war die Stimmung in Italien nicht so offensichtlich und überzeugt dreibundfeindlich, als grabe jetzt, wo die -Frage der Dreibund-Erneuerung ans Gewissen der Consulta-Männer pocht. Früher, als Tittoni noch mit breitem Rücken dem An- | sturm der Lateiner wehrte, bestanden in Italien zwar auch schon starke Strömungen wider die „Fesselung an Oesterreich", ober der nationalistische Chauvinismus wagte sich doch nicht so offen und gewalttätig ans Licht, wie heut, wo jeder politische Hosenmatz sich berufen fühlt, nicht nur um die „Palme von Tripolis", sondern mit noch grö ßrer Energie um den e ,Lorbeer der Adria" zu ringen. In der Osterra unb im Caföhaus, im Salon unb im Club wird feit der .Heldenfahrt" gen Tripolis von H der bevorstehenden „Abrechnung mit Oesterreich" in so selbstverständlicher Form gesprochen, als handle es sich um die natürlichste und würdigste nationale Ehrenpflicht.
Unb die in einen neuen Heldentraum ver- funfnen „Enkel der Caesaren", die Millionen lateinischer Volkheit, die kein Empfindungs- fünkchen. nicht die winzigste Regung ehrlicyer Sympathie ans Blut des Nordens kettet, soll, ie ein dünnes Vertragspapier a b er mal 3 auf langer Jahre Dauer für den Schwank der „Nibelungentreue" pressen können? Ein Blick auf Oesterreich zeigt, wie auch dort des Eises Kühle die Dreibundherzen umpanzert. An der Tiroler Grenze wachsen die Bollwerke römischer Nordostwacht wie Pilze aus der Erde; Hunderttausend Mann italienischer Truppen stehen kriegfertig am Grenzwall,^und können in zwei ober drei Tagen auf die Stärke zweier Wegbereiter Armeekorps gebracht werden. Daß der Generalstab unterm Kreuz von Savoyen mit dieser enormen Truppenkon- zentrgtion dem österreichischen Nachbar und Bundgenossen eine besondere Artigkeit hat erweisen wollen, wagt auch der Naivste längst nicht mehr zu wähnen; im Gegenteil: Man ist diesseits und jenseits der Adria vollkommen darüber im Klaren, daß heut ober morgen die in den Jahren lästiger Bündnisfesselung auf«
d des Wasser- der Stimmenthaltungen, sowie die der und die vorliegen- Abstimmung vorangegangenen Angnsfe ber
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jetzt ausgeschlossen, daß der Etat rechtzeitig -----------
Beratung der Steuernobetten und des Wasser ! $et Kaiser beim Papst.
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möglich erledigen zu können. Man hegt dies tm Vatikan zu Rom.
Hoffnung, das Wassergesetz trotz mancher Schwierigkeiten noch in dieser letzten Sc,«
(Privat-Telegramm.)
Aus Düsseldorf wird uns depeschiert: In der gestrigen Sitzung der Wahlprüfungs- kommiffion wurde mitgeteilt, daß eine Menge Wähler in den Listen eingetragen sind, die niemaIs in den betreffenden Häusern wohnten, auf bereu Namen aber trotzdem gewählt wurde. In einer Straße sind vierzig )ol. cher Fälschungen festgestellt worden. Im be«. lut „ ... „ — . .. - -
nachbarten Benrath ist Aehnliches borgekom- führten, -ine Einigung erzielt worden, men. Dort wurde das Material bereits der ßere Sorge bereitete der "preußischen -- - Staatsanwaltschaft übergeben. Ferner wird die genaue Fixierung de» »Punkte , bte den aus Solingen berichtet: Bei der amtlichen Gegenstand der Unterhaltung Ermittelung des Wahlergebnisses für den zwischen Kaiser und Papst
Reichstagswahlkreis Solingen wurde mttge« sollten, denn es war mit Sicherheit an« teilt, baß in einem Wahlbezirke der Gemeinde, ,unef)m,n Leo der Dreizehnte, der auch Wald ein Wähler z w e i m al g e w ah lt -un^ „Aschen Welt eine Rolle spielen hat, und zwar einmal auf ben Namen eines v bk günstige Gelegenheit benutzen
Bekannten. Der „Freundschaftsdienst - b b;e römische Frage" auzufchuet- wird dem Manne teuer zu stehen kommen, Da • rogte aber unter allen Umständen der Paragraph hundertacht des Strafgesetz- • ben werden, und Crispi (der auch buchs für diese Wahlfälschung Gef ängnis- n . ber Gelegenheit von seiner geheimenPott- trase bon einem Tage bis zu einem ^agt . ausgezeichnet bedient und übet die Absick- borsieht. ten der Kurie bis inskleinste unterrichtet war)
AuMudische „Philippi"-Märchen. entwarf in boller Ueberinftinimung mit_bem
/Mvinat-Telearamm) Grafen Bismarck (der natürlich nur iw «inne
iPtibat Telegramm.,^ seines Vaters, des Fürsten Bismarck, handel-
' 1 te) einen Plan, der "das päpstliche Programm gänzlich umstoßen und der beabsichtigten politischen Unterhaltung ein jähes Ende bereiten sollte. Die Einzelheiten der Szene, durch die das alles bewirkt wurde, sind noch zu neu, als daß sie schon vergessen fein könnten. Der Kaiser war ausfallend nervös und auf. geregt, als er die Gemacher des getfhgcn Oberhaupts der katholischen Kirche betrat. ,\n dem „geheimen Vorzimmer" war ihm schon die goldene Tabaksdose, die er dem Papst als Gc-