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Marburg, Mittwoch, 23. August 1876.
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und taumelt hin und her wie betrunken und dann macht er auf und lieSt — und fängt wieder von oben an und nickte dann mit dem Kopfe und steckt den Bries ein und geht heraus, als wär' nicht» gewesen."
Die Großmutter seufzte., „Ich will Licht mach«, Gevatter Hauske, 'S ist so dunkel. Ja, der selige Herr Pastor hatte wohl recht dazumal, wie er mir in» Gewissen red'te, da ich noch ein junges Ding war und als Magd auf dem Schlosse und der Herr Graf ein Auge auf mich hatte.
Mir wär'S wohl nicht besser gegangen, wie dem armen Menschen, dem Hagen, und ich hält' mir, glaub' ich, ein Leid angethan; denn ich habe Alles schwer genommm Reit meine« geben«.*
»Das hatte der wohl auch im Sinne gehabt,* entgegnete Hauske, „aber e« war nicht dazu geworden. Die Nachtwächter hatten ihn Abends auf der Straße gefunden, da lag er in der Ohnmacht, — zu weit vom Flusse war e« freilich nicht mehr gewesen.
Na, 'S hat nicht sein sollen. Aber wenn'« keine Sünde wär', hätt' man ihm das schnelle Ende vergönnen können, denn elend genug ist's ihm noch ergangen und verwunden hat er’« sein Lebtag nicht. >
Viel weiß ich freilich nicht von ihm; bloß, daß er an die zwei ober drei Monat gelegen hat int Aller-Seelen - Spital und hat die Nervenkrankheit gehabt.
Das hab ich noch gehört von der Geroldtm und dann Jahre nicht» mehr. Ich hatt' auch die Geschichte vergessen, kam doch genug über mich wegen der Erbschaft, und die Susanne machte mir auch das Leben sauer und lag mir in den Ohren mit Jammern und Lammtiren. Na, eine alte Jungfer ist sie deshalb doch nicht geworden, was immer ihre Angst war, und gut gehabt hat ste'S bei mir auch, freilich nicht lange, da sie schon nach dem zweiten Jahre mit dem Äinbe einging.
tt.1 &•«* 151« b.ÜS-ß , 78, .1
M.;Jnvalidendank,A.Rete- ♦ meyer in Berlin; Sarl SchÜß» ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.
Die Bayreuther Bühnenspiele.
Die Walküre.
(Fortsetzung).
Der zweite Auszug zeigt uns ein wildes Felsengebirge Wotan im Kriegsschmucke gebeut der gepanzerten Walküre, für Siegmund den Sieg zu kiesen. Jauchzend springt sie den Fels hinan zur Walstatt. „Heiahei, heiahol* Da sieht sie Fricka sich nahn mit dem Widdergespan, zornvoll die Geißel schwingend. „Sieh, Vater, wie Du den Sturm bestehst, ich Lustige laß' Dich im Stich. Heiahei hojohei l* Die Göttin heischt von Wotan harte Buße für die Thal des frevelnden Paar», er aber weigert sich. Da ruft sie: „So ist e» denn au» mit den ewigen Göttern, seit Du die wilden Wälsungen zeugtest? Die treue Gattin trogest
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Ohne Geleit.
Eine Erzählung von W. E.
(Fortsetzung.)
»Nu, wie war'S denn eigentlich gekommen?* unterbrach alte Frau, jetzt lebhafter angeregt.
»Na, wie » kommen mußte über kurz ober lang. Also V der Hagen wie ein Ungescheidter in bie Stube gestürtzt hat sich auf bie Erbe geworfen vor bie Gnädige und w gerufen: „Selma, jetzt bist Du noch mein Einzige« auf Welt, bleib’ Du mitl*
Und da ist die Frau aufgestandeu und hat gesagt: „Ich habe da» Komödienspielen satt.*
Da hat er sie angestarrt swie Einer, der nicht recht Wrt, und hat die Hände aufgehoben und gerufen: „Selma l* •«b bte Susanne hat ihn gesehen durch die Spalte von
Thür, nnd sie meinte, da« hätte freilich kornisch auSge- wie er da» Gesicht so zum Weinen verzogen hat und •och dazu mit den abgeschnittenen Haaren, was ihn ohnedem ^stellte. Aber der Ruf ist doch au» seinem Herzen ge- und lachen hält' sie nicht müssen (nämlich die Frau), r™” «an muß über keine Creatur lachen, wenn sie sich im ®Wtje krümmt, da» ist sündlich und übetbem — wegen V kaum doch her.
»Aber «a» verschlägt da» den Vornehmen, für die sind geringen Leute ja bloß zum Plaifir auf der Welt. ZT wird sich denn auch nicht scheniren und den Hagen eiiis Unb ^4«", daß ordentlich er außer sich kommt, ist
Tagesbericht.
Au» Berlin, 21. August, wird gemeldet: Der deutsche votschafter in London, Graf Munster, ist Sonnabend Ibenb von London in Berlin eingetroffen und gestern früh nach Parzin abgereist, von wo derselbe morgen Abend zurück mvartet wird.
Bekanntlich wird seit einiger Zeit mit besonderem Eifer da« Gerücht kolporttrt, daß die baierische Regierung ihre Sbstcht, die Werrabahn käuflich zu erwerben, in Meiningen mtraulich mitgetheilt habe. Wir sind in der Lage, diese Angabe als vollständig au» der Luft gegriffen bezeichnen zi können.
Bei Gelegenheit der Pariser Weltausstellung von 1878 sollte eine Versammlung der evangelischen Allianz stattfinden. Der französische Zweig der Allianz hatte sich auf dem Wege der privaten Verständigung dem von deutscher Seite eingebrachten Vorschläge günstig gezeigt. Indessen wurde derselbe dennoch in der entscheidenden Abstimmung ablehnend beantwortet, was in den beteiligten Kreisen einigermaßen verstimmend gewirkt hat.
Die „London Gazzetie* vom 18. August enthält das Dekret der Königin, welche» den Premierminister Disraeii mit den Titeln Discount Hughenden und Earl v. Beaconsfield in der Grafschaft Buüinghamshire zu einem Pair des Bereinigten Königreichs ernennt. Die Würde geht nach seinem Ableben auf seinen direkten männlichen Erben über.
Die Nachricht, daß England dem Belgrader Äabinet
rottung der Bulgaren gepredigt wird, sondern auch, daß die Griechen in diesen Dingen eine zweideutige Rolle gespielt haben. Der alte Haß und die Rivalität zwischen Bulgaren und Griechen ist durch alle Vorgänge in der Bulgarei in trauriger Weise genährt worden, waS für die Folgezeit verhäagnißvoll werden dürfte.
Der Vollständigkeit halber darf nicht verschwiegen werden, daß die Nachrichten über die von den Türken in Bulgarien begangenen Schandthaten von dem türkenfreundlichen „Memorial diplomatique" für gefälscht gehalten werden. Nach diesem Blatte hätten die Emiffäre deS Pan. slaviSmuS in Bulgarien in verschiedenen Städten dieser Provinz ordentliche Fabriken von falschen Nachrichten ge- grönbet. Diese Nachrichten würden „gereiften" Korrespondenten mitgetheilt, welche sie in die abendländische Presse einschmuggeln. Dasselbe Blatt meint, eö genüge, die Lektüre einer dieser Korrespondenzen vollständig, um alle übrigen kennen zu lernen; sie seien alle in einer Mühle fabricirt. — Diese Anschauung würde vielleicht mehr Aussicht haben, Anhänger zu finden, wenn sie vielleicht von PhilippopoliS oder auch nur von Rustschuk aus geltend gemacht wurde.
Wie wir der „Eorrespondance orientale* und dem türkischen „DjerideS-Havadeß* entnehmen, sollte das neue türkische Papiergeld im Laufe der vergangenen Woche ohne weitere Verzögerung der Cirkulation übergeben fein, mit Ausnahme der Stücke zu 5 Piaster, für welche die Druckplatten noch nicht fertig gestellt sind. Die Gesammtsumme deS auSzugebenden Papiergeldes beträgt 2 Millionen Pfd. Türkisch (36,800,000 Reichsmark) welche sich auf die einzelnen Stücke wie folgt, vertheilt: 5 Piaster für 100,000 Pfd., 10 Piaster für 400,000 Pfd., 20 Piaster für 500,000 Pfd., 50 Piaster für 500,000 Pfd., 100 Piaster für 500,000 Pfd. DaS Papiergeld wird in allen Theilen des Reichs CvurS haben, ausgenommen das Vilayet HedfchaS (Asien) und Tripoli. Der Finanzminister wird in jedes Vilayet eine gereifte Summe in Papiermünze expediren, deren Werth in Silbermünzen nach Konstantinopel einzu fenben ist. Die Billets tragen ben Stempel bes Finanzministerium«, sowie ber kaiserlich ottomanifchen Bank, welche mit der Controle unb ber Registrirung ber Stücke beauftragt ist. Die Letztere übernimmt jedoch keine Garantie.
Telegraphisch wirb gemelbet:
Konstantinopel, 20. Aug. (Amtliche Meldung.) Nach Berichten auS Nisch vom 19. August war Achmed Ejub Pascha von Derwent aufgebrochen und gleichzeitig mit Ali Salb Pascha, welcher die Morava überschritten hatte, auf Alexinatz marschirt; gegenwärtig stehen die von diesen Heerführern befehligten beiden Divisionen sehr nahe
„ Danach hält sie sich da» Tuch vor’n Mund unb ’t in die andere Stube und reicht der Susanne uj™ «ries für den Hagen. Unb bet hatte sie gehen “ J**" und sich nicht gerührt und jetzt, wie er den Brief Hand bekommt, stehl er erst auf von ber Erde
Wie die Amwncen-Bureaur
Th. Dietrich & So. in Mel unb Hannover; Tb Ketrich in Frankfurt a. M.; negfenftcin & Vogler in fcänthirt a. M, Berlin, Leip» 'm. 56In ic; Rudolf Moffe w Berlin, Frankfurt a. M. ic.
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beide cht. if bfffl ständiz lle sich Stella Kind«
Pflichten eingeschätst, weil e» zur Kenntniß ber englischen Regierung gekommen war, baß mehrere ihrer Agenten eine „dm slavischeu Revolutionären* günstige Haltung beob- achten unb sich dadurch zur englischen Politik in Widerspruch stellen. Diese Maßregel hat im Londoner auswärtigen Amte eine große Rührigkeit veranlaßt, die allem Anscheine nach von gewissen Korrespondenten ganz falsch gebeutet worden ist.
Da» bulgarische Comitü, welche» in Braila seinen Sitz hat, übersandte ben Mächten ein Expos» über bie von ben Türken in Bulgarien verübten Grausamkeiten. Da» Schriftstück legt nicht allein bar, daß von ben Türken die Aus-
bei Alexinatz. Ali Saib Pascha hat bereit» bie Befestigungen, welche al» Schlüffe! von Alexinatz zu betrachten sind, mit Sturm genommen. Einer Meldung au» Saitschar vom 17. Aug. zufolge tarn eS zwischen einer türkischen Recog- noScirung». Abtheilung und zwei serbischen Bataillonen in Koporitza bei Negotiu zum Gefechte, wobei die Serben mit großen Verlusten zurückgeschlagen wurden.
Belgrad, 20. Aug. Gestern empfing der Fürst in halbstündiger Audienz eine Deputation von zwanzig hie« sigen Bürgern zur Beglückwünschung aus Anlaß der Geburt deS Prinzen. Dabei hat, wie verlautet, folgende Conversation stattgefunden. Der Fürst fragte nach der Stimmung des Volks und erhielt zur Antwort: Belgrad sei zu jedem Opfer bereit, daß Volk trauere über die theil- reeife Besetzung deS Landes durch die Türken, hoffe aber auf eine Wendung des Kriegsglücks. Die zweite Frage betraf den Geschäftsgang. Die Antwort lautete, es stocke Alle», worauf der Fürst erwiderte: Da» war unvermeidlich, das Volk mußte, als eS den Krieg verlangte, daraus gefaßt fein. Weiteres betraf die flüchtigen Bewohner de» TimokthaleS, deren theilweife Rückkehr und die Zerstörung der serbischen Telegraphen. Schließlich äußerten sich die Bürger über den eventuellen Frieden, derselbe müsse chren- voll sein, sonst wolle man Kampf auf« Aeußerste. Der Fürst stimmte dem zu. — Tschernajeff hat einen Special« eourir an den Fürsten gesendet, in Folge dessen heute ein fünfstündiger Ministerrath stattfand. Ristic« war lange im fürstlichen Konak darauf besuchte der Fürst RisticS. — Gestern hat eine Schlacht begonnen. Auf der ganzen Linie von Alexinatz wurden, wie bedeutet, die türkischen Angriffe abgeschlagen. Dagegen bedroht Adjmed Ejub Pascha die Flanke der serbischen Armee.
Erscheint täglrch außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für da« Quartal mit ber wöchentlichen Beilage „Jluktrtrteü CermtaaiHatt" durch bie Expedition (Äoch'sche Buchdruckerei) bezogen LH Mark, durch die Postämter de« Deutschen Reiche» L Mark 50 pfg. (exl. Bestellgebühr) - JnsertionSg^ühr für di! gespalten! Zelle 10 Vf«. 1W Mr in ber Expedition zu erthellende AuSkunst unb Annahme von Adressen »erben 25 Pfg. berechnet/
feine „guten Dienste* behufs Friedensvermittelung ungern sub boten habe, erweist sich als vollständig unbegründet. In ttolf diplomatischen Kreisen wird diese Nachricht auf ein Miß.
verständniß zurückgeführt. Lord Derby hat den diploma- stW iischm Agenten des Londoner KabinetS und den slavifchen -— Provinzen neue Instruktionen zugehen lassen und ihre
Lnüsche, Geich.
•• Derli«, 22. Aug. In ber Angelegenheit beit, die zwischen der König!, preußischen Regierung und der Großherzogl. sächsischen Regierung bestehende MeinungSver« schiedenheit wegen Beiziehung der thüringischen Eisenbahn« gesellschast zu Kommunalabgaben in preußischen Städten hat der BundeSrath unterm 2. prt. beschlossen anzuerkennen, daß eine von dem BundeSrath zu erledigende Streitfrage zwischen den beteiligten Regierungen vorliege, hat die preußische Regierung folgendes Gutachten abgegeben: Nach Art. 16 deS Staatsvertrages vom 19. April 1844 ist die Frage, ob unter der der thüringischen Eisenbahngesellschaft zugestcherten Befreiung von allen besonderen Abgaben nicht nur die Staatssteuern sondern auch die Kommunal« abgaben zu verstehen seien, nicht unzweifelhaft ist. Bei einem Prozesse zwischen der Stadt Halle und der betreffenden Eifenbahngesellschaft hat das Obertribunal mtschieden,
Hab' auch manchmal an den Hagen noch gedacht, und was wohl aus ihm geworden fein mag; aber aparte und den ganzen Tag, und das war drei Jahr, nachdem die Gnädige hatte den schönen Husaren Lieutenant, den Herrn von Westermann, geheirathet, und wie der war auf und davon gegangen mit feiner Liebsten, der Krämertochter von der Ecke, und Alles in Schulden zurückgelasseu hatte und Wagen und Pferde mußten verkauft werden.
Ja, an dem Tag hab' ich wieder an den Hagen denken müssen, und war mir'S, al« sehe fein Gesicht au« jeder Ecke. Denn der da oben war'« nicht um’« Vermögen, was dahin war, — zur Roth zu leben hatte sie ja von Sohne» Gelbe, was Alles fest gemacht worden war, vorher, es war ihr bloS um den Mann, denn sie hatte ihn ganz unsinnig lieb gehabt, ob er sie auch nicht zum Besten behandeln that, und ihr alle Andern abgeredet hatten, fie sollte ihn sich nicht nehmen, et reit’ zu jung und zu leichte, und was so mehr ist.
(Fortsetzung folgt.)