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FuldaerZettung

Nr. 180.

Anzeiger für die Skadf

Erscheint sechsmal wSchentlich. Wochenbeilagen: Illustrierte Bei­lage" und BuchenblStter" Rotationsdruck und «erlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsvrecher Nr. 9. swonatlicher BeruaSvreiS- 1.50 Mk.

und den Kreis Aulda.

Samstag, 7. fluguft 1926.

Amtliches Kreisblakk.

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Zahrg. 53

Deutschland und Deutsch-Oesterreich.

Hbbau -er innereuropäischen Grenzen.

Zu der fetzt stattfindenden Tagung der Inter­national Sato Association in Wien veröffentlicht der Präsident des Reichsgerichts, Dr. Simons, in Wiener Zeitungen eine Erklärung über die Rechtsangleichung zwischen Oesterreich und Deutsch­land und über die Anschlußfrage. Er schließt seine Ausführungen mit den Worten:

Die Arbeit an der österreichisch-deutschen Rechtsangleichung macht rasche Fortschritte. Wenn wir sie auch als wichtige Voraussetzung für den staatlichen Zusammenschluß betrachten, so er­warten wir diesen doch in erster Linie von einer anderen Bewegung, nämlich von der Entwicklung, die zum Abbau der Grenzen führen muß. Wenn Europa sich selbst behaupten will, so muß es auf die heute unerträglich überschätzte Bedeutung der innereuropäischen Grenzen verzichten. Mag das neue Gebiet nun Paneuropa heißen oder Euro­päischer Zollverein oder wie immer, die Gren­ze« müssen jedenfalls abgebaut werden und die erste Grenze, die unbedingt fallen muß, ist die, die die beiden deutschen Staaten voneinan­der scheidet. \

Frankreichs Stellung.

Die Wiedergabe eines Interviews mit Briand fn der WienerReuen Freien Presse" veranlaßt die Pariser Presse zur Präzisierung des franzö- sischen Standpunktes in der Anschmßftage. Der Temps" wendet sich dagegen, daß gewisse oester- reichische Kreise eine Aenderung in der Hal­tung Frankreichs in der Anschlußfrage aus den Aeußerungen Briands entnehmen zu können glau­ben. Er schreibt, die Bedenken Frankreichs be­ständen in ihrem ganzen bisherigen Umfang fort und dasReue Wiener Tageblatt", das dieses Interview kommentierte, täusche sich ganz und gar, wenn es annehmen wolle, daß Frankreich infolge

des Abkommens von Loearno seine Haltung in einer Frage von derart überragender Wichtigkeit geändert habe. Abgesehen von den Frankreich un­mittelbar betreffenden Argumenten beständen noch viele andere ausschlaggebende Bedenken gegen einen Anschluß Oesterreichs an Deutschland, so die Be­drohung, die sich für Italien aus einer neuen Entwicklung der deutschen Macht in Mitteleuropa ergeben würde und die Gefahr, die diese Entwick­lung für die Tschechoslowakei, für Jugoslawien und für Rumänien, Frankreichs Verbündete, be­deuten würde, denn Deutschland könne von Wien aus auf jede Gefälligkeit der Ungarn bei der Einleitung eines neuen Vorstoßes nach dem Balkan rechnen. Der Anschluß würde gewiß der Ausgangspunkt eines Dranges nach Osten sein, der sofort den Begriff Mitteleuropa, eines der großen Kriegszieke des kaiserlichen Deutschlands, verwirklichen würde. Was Frankreich betreffe, so könne es sich zu keiner Politik hergeben, die dazu angetan sei, die durch den Sieg der Alliierten ge­schaffene neue Ordnung zu verhindern. Frankreich habe Oesterreich stets seine Fürsorge bewiesen; man muffe aber in Wien nicht übersehen, daß die günstige Stimmung Frankreichs nur einem unab­hängigen Oesterreich gelte und daß die französische Opposition gegen den Anschluß in vollem Umfange bestehen bleib«.

Das Journal des Debats" bezeichnet die Worte Briands, der Augenblick sei nicht dazu angetan, die Frage Oesterreich aufzurollen, als zweideutig und etwas beunruhigend, denn sehr viele Leute in Deutschland und Oesterreich würden nicht ver­fehlen, sie in dem Sinne auszulegen, daß Frank­reich eines Tages den Anschluß Oesterreichs an Deutschland zu lass en könnte. Derartige Gedan­ken selbst aus Unvorsichtigkeit zu bertreten, sei außerordentlich gefährlich.

Die WW und eine deutsche Aktion.

Aus Genf meldet die Schweizerische Depeschen- Agentur: Der Vertreter Spaniens in der Kom­mission für das Studium der Zusammen­setzung des B ö l k e r b u n d es, de Palacios, rich­tete an den Präsidenten dieser Kommission, Bun­desrats Motto, ein Schreiben, in welchem er ersucht, das Datum der zweiten Session ter Kommission festzusetzen. Aus diesem Verlangen kann ge­folgert werden, daß Spanien die Frage der Zusam­mensetzung des Rates und feiner Forderung auf einen ständigen Ratssitz vor der nächsten Dölker- bundsversammlung erledigt sehen möchte. ,,

*

Aus Bersin wird gemeldet: lieber die drei im Vordergrund stehenden außenpolitischen Fragen Völkerbund, Rheinlandbesatzung und Verkürzung der Desatzungsfristen hat in den letzten Tagen eine diplomatische Fühlungnahme in den Hauptstädten der Ententemächte statt­gefunden. Der deutsche Botschafter in Paris, Herr v. Hoesch, hatte eine längere Unterredung mit Briand, über die er jetzt einen Bericht telegraphisch nach Berlin eingereicht hat. In diesen diplomati­schen Unterhandlungen sind die oben erwähnten Fra­gen durchgesprochen und auch der F a l l G e r m es- heim eingehend erörtert morden. Die Unterre­dung ist, wie dieTägl. Rundschau" mitzuteilen weiß, durchweg in freundschaftlicher Weise geführt

worden. Man dürfe annehmen, daß die Derhand- lungen über alle dtzese Fragen, di« vor dem Beginn der Völkerdundstaoung im September mehr ober weniger bereinigt werden müssen, jetzt in etwas schnellerem Tempo weiter besprochen werden, und daß eine befrtebigenbe Lösung gefunden werde.

Auch der demokratische Zeitungsdienst ist der Meinung, daß die letzten deutsch-französischen Ver­handlungen über die Besatzungsverminderung am Rhein zu gewissen Hoffnungen berechtige, daß nun endlich doch eintritt, was seit langem zugesagt wor- den ist. Wenn die Verhandlungen im einzelnen auch noch nicht zum Abschluß gelangt sind, so hat doch die Haltung, die der französische Außen- Minister in diesen Verhandlungen eingenommen hat, gezeigt, daß er die Bedeutung der Regelung dieser Fragen für das Werk ter deutsch-französischen Ver­ständigung nicht verkennt. Es wird mm daraus an- kommen, welche Haltung das s r.a n z ö s i s ch e Ka­binett in seiner Gesamtheit, welche Haltung der Kriegsminffter Painlevä, der französische Mi­nisterpräsident Poincare und welche Haltimg die sranwsischen Militärs einnehmen werden. Setzt sich die Auffassung Briands durch, so kann damit gerech­net werden, daß in sehr naher Zeit, vielleicht schon vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, eine Verminderung der französischen Besatzungs­truppen stattsindet.

Jas deuW-sranzöWe HanhelAMsmuln.

Von dem deutschen Botschafter v. Hoesch und Ministerialdirektor Paße einerseits und dem fran­zösischen Außenminister Briand und Handels- minister Bokanowsky anderseits sind im franzö­sischen Außenministerium zwei Verträge unterzeich­net worben. Der eine dieser Verträge ist ein auf die Dauer von sechs Monaten abgeschlossenes vor­läufiges Handelsabkommen, ter andere eine Teil­vereinbarung über den Warenaustausch zwischen Deutschland und dem Saargebiet.

Durch den ersteren Vertrag wird der Waren- verkehr zwischen Deutschland und Frankreich für eine bestimmte Anzahl die Aussilhr beiter Länder interessierender Waren geregelt. Außerdem enthält dieser Vertrag Klauseln über das Statut der Per­sonen und Gesellschaften. In den Teilvertrag über die Saar sind eine Anzahl ter in dem vor einem Jahr abgeschlossenen, aber nicht in Kraft getrete­nen Saarabkommen geregelten Fragen des Waren­verkehrs zwischen Deutschland und dem Saargebiet, die teilweise in einem besonderen Zusammenhang mit der für die entsprechenden Warengruppen im Handelsabkommen getroffenen Regelung stehen, übernommen worden.

(Eine Erklärung Balanowskys zum deutsch-ftan- " Mischen Handelsabkommen.

Nach einer Drahtmeldung aus Paris hat der französische Handelsminister Bokanowsky an­läßlich des erfolgten Abschlusses des deutsch-fran­zösischen Handelsabkommens einem Vertreter des Petit Parifien" gegenüber geäußert, daß sich Frankreich auf dem Wege einer Währungs­sanierung befinde. Dadurch seien sehr viele Hindernisse, die der Unterzeichnung entgegenge- standen hätten, verschwunden. Eins der Haupt- etgebniffe des Abschlusses des Verttages fei die Tatsache, daß er von dem Wunsche nach einem allgemeinen Friedenszustand in Eu­

ropa Zeugnis ablege und daß er den Beginn der Wiederaufnahme freundlicher Beziehun­gen zwischen den beiden ehemals feindlichen Ländern darstelle.

Der Kampf gegen die Inflation.

Die Gerüchte über eine französische Anleihe in Rewyork.

Einer Reuterrneldung aus N e w y o r k zufolge werden die Gerüchte dementiert, daß die Bankiers in Wallstreet die Bekanntgabe der Auflegung einer französischen Anleihe erwarten. In den Gerüchten heißt es, daß die Anleihe 100 Millionen Dollar betrage. Nach anderen Gerüchten wird sie auf 250 Millionen geschätzt.

Der französische Senat hat den von der Kammer angenommenen Gesetzentwurf über die Sicherung der Getreide-, Mehl- und Brotversorgung nach längerer Debatte verabschiedet.

Die französische Kammer hat mit 420 gegen 140 Stimmen den Gesetzentwurf über die Schaffung einer Amortisationskasse angenommen.

Entgegen seiner früheren Absicht, die Parla­ments-Session fortbauern zu lassen, beabsichtigt Ministerpräsident Poincare, wie in den Wandel­gängen der französischen Kammer verlautet, nach der Nationalversammlung das Schließungs­dekret für die ordentliche Session 1926 zu ver­lesen.

Senator Klotz kündigt an, er werte die Regie­rung darüber interpellieren, welche Maß­nahmen sie zu ergreifen gedenke, um zu verhindern, daß Kaufleute beim Sinken des Frankenkurses

ihre Preise heraufsetzen, sie aber bei einer Be sse- rung der Währung nicht wieder in gleichem Maße ermäßigen.

vor neuer Teuerung.

In der Nachtsitzung der französischen Kammer erklärte Abg. Nicolle von der demokratisch-republi­kanischen Vereinigiung, die Ausgabe neuer Banknoten werde unzweifelhaft eine Erhö­hung der Lebenshaltungskosten nach sich ziehen Poincare erwiderte, er könne nur solche Aufklärungen geben, die nicht einen schlech­ten Einfluß auf den Gang der Ereignisse haben könnten. Der radikale Abgeordnete Margaine brachte einen Gegenentwurf ein, durch den er die Einführung einer Goldwährung ne­ben der Papierwährung fordert, denn die Exporteure wollten deshalb ihre ausländischen De­visen nicht ins Land holen, weil sie durch das Sin­ken des Franken zu gewinnen hofften und von der Bank für ihre zu leistenden Auszahlungen Kredit erhielten, ohne ihr Guthaben im Auslande herein­nehmen zu müssen. Poincare lehnte den Gegen- entrourf Margaines ab, der mit 360 gegen 115 Stimmen verworfen wurde.

Die Nationalversammlung.

Die sozialistische Kammerfraktion ha beschloflen, im Laufe ter Beratungen der Nationalt Versammlung einen Antrag auf Abänderung de- Verfassungsgesetze vom 24. Februar 1925 im Sinnt einer Einschränkung der Befugnisse des Senates einzubringen. Hiernach soll eine von der Kammer verabschiedete Vorlage, die nicht innerhalb dreier Monate vom Senat angenommen oder zur neuen Prüfung an die Kammer zurückverwiefen worden ist, auf Vorschlag der Kammer und Regie­rung vom Präsidenten der Republik verkündet werden können. Ferner soll eine Vorlage, die vom Senat zweimal an die Kammer zurückverwiesen wurde, in der Fassung, die sie bei der dritten Beratung in der Kammer erhalten hatte, ohne nochmaliges'Be­fragen des Senats verkündet werden können.

* Der Reichspräsident empfing den deutschen Gesandten in Stockholm Dr. v. Rosenberg, sowie den Erfinder des Flettnerruders und des Rotor­schiffs Direktor Anton Flettner.

* Generalleutnant Frhr. v. Steinacker gestorben. In Boppard starb der frühere Generalleutnant Frhr. v. Steinacker im Alter von 76 Jahren. Er durchlief die militärische Laufbahn bis zum General­leutnant und war zuletzt Kommandant von Posen. Im Jahre 1912 trat er in den Ruhestand. Im Juni 1912 wurde er an Stelle des Geheimrats Roern im Wahlkreise Trier Stadt und Land ins preußische Abgeordnetenhaus entsandt. Er trat der Zen­trums fr a k tio n bei und Hieb Mitglied bis zu dessen Auflösung durch die Revolution.

Die Balkan-Krise.

Reuter meldet aus London: Die britische Regie- rung macht im Zusammenhang mit dem Einfall bulgarischer Kommitatschis in Jugoslavien ihren Einfluß in Belgrad und Sofia geltend, um ernstere Folgen dieses Zwischenfalles zu verhindern. Indessen ist man rn wohlunterrichteten Kreisen in London der Meinung, daß die Lage nicht ernst ist.

Die Beamtenbefolbung.

Wie mehrere Blätter mitteilen, ist eine Verein­barung zwischen der Reichsregierung und den Länderregierungen in der Frage der Einheit­lichkeit ter Beamtenbesoldung nicht zustande ge­kommen. Vor allem konnte eine Uebereinstimmung zwischen dem Reich und Preußen nicht erzielt werden. Laut Lokalanzeiger wünschte Preußen vor einer Aenderung in der Beemtenbesoldung eine jedesmalig« Fühlungnahme zwischen Ländern und dem Reich und die Einsetzung einer Stelle, die etwa auftretende Streitigkeiten schlichten soll. Diese Vorschläge seien vom Reich abgelehnt worden.

Der Kongreß der Friedensfreunde.

wtb. Paris, 6. August. (Eig. Funkm.) Rach einer Havasmeldung find in Cherbourg 50 ame­rikanische Professoren, die im Auftrage der Ca rnegiestiftung an dem internatio­nalen demokratischen Kongreß der Friedensfreunde teilnehmen, eingetragen. In Rouen sind 900 Kongreßteilnehmer, meist Deutsche, außerdem Belgier, Holländer, Skandi- ttabier, Engländer, Amerikaner und Vertteter mittel­europäischer Staaten angekommen.

Bluttaten in Mexiko.

In Guadalajara sind nach Meldung der Associeted Preß 6 Personen getötet und 14 verwun, tet worden. Wie sich die ter mexikanischen Regie­rung günstig gesinnte Nachrichtenquelle ausdrückt, sind diese Bluttaten bei einemnächtlichen Kamps zwischen Soldaten und Katholiken" erfolgt. Auch in Toßcon ist eine Person getötet und sind 8 verwun­det worden. Die Calles-Regierung sucht mit Waf­fengewalt den aus Gewissensnot geleisteten Wider­stand ter Katholiken gegen die kirchenfeindlichen Ge­setze zu brechen. Es wird ihr nicht gelingen.

Associated Preß" meldet aus Mexiko, daß der frühere Minister des Innern, Ernesto Gaiza Perez, mit einer Rev o lv e r ku gel im Kopfe tot aufgefunden worden fei. Man vermute, daß er Selbstmord begangen habe, doch lieg- für einen Selbstmord kein Grund vor.

Rach einem Privattelegramm aus Mexiko mußte die Regierung die Zahl der Toten und Verwundeten bet den bisherigen Zusammen­stößen mit hundertzwanzig zugeben. Dera Cruz und Tampico stehen unter dem Äusnahmezu- stand. (Entgegen den Regierungsankündigungen sind fast achtzig Prozent ter gesamten Bevolke- rüg für die Geistlichkeit und gegen die Re­gierung eingetreten. Die einberufene Miliz verhält sich passiv.

Aus dem besetzten Gebiet.

Montabaur besatzungsfrei?

Wie die .Frankfurter Zeitung' aus Koblenz er­fahrt, wird die Kreisstadt Montabaur auf dem Westerwald, aus der am 1. April bereits die Be- satzung von einer Kompagnie zurückgezogen worden war, nunmehr auch von dem damals verbliebenen Gendarmeriekommando verlaffen, so daß die Stadt von jeder Besatzung frei sein wird.

Zer englische 3mperiali5mu§ unh her Mn

Die englische unabhängige Arbeiterpartei hat dem Vollzugsausschuß der sozialistischen Arbeiter- internationale eine Denkschrift über ihre Politik in der Abrü st ungs frage zur Erwägung unterbreitet.

Es heißt darin u ,a.: Die geplante, vom Völ­kerbund einberufene internationale Abrüstungs­konferenz bezweckt die Herbeiführung nicht der ge­samten Abrüstung, sondern die Verminderung und Beschränkung der Rüstungen. Nach Ansicht der unabhängigen Arbeiterpartei könne sie daher von w e n i a Nutzen für die Beseitigung der Kriegs- gefahr fein. Die vorbereitende Kommission für die Abrüstungskonferenz erkenne anscheinend die Zwecklosigkeit ihrer Tättgkeit als Mittel zur Der- Hinderung des Krieges an. Die Politik der daran teilnehmenden Regierungen beweise, daß sie nicht aufrichtig seien. Die britische Regierung fahre z. B. fort ©tngapore auszu bauen, halte ihre m i l i- tärische Besetzung Indiens und Aegyp­tens aufrecht, habe die Besetzung des Irak ausge- dehnt, halte weiter die Vertragshäfen von China besetzt, beharre auf ihrer Kontrolle G i- b r a [ ta r s und des Suezkanals und lehne es ab, die Anwendung der Seeblockade aufzuge­ben ober ihre Haltung gegenüber derFreiheit der Meere" abzuändern. Diese Handlungen, die auf Grund der Aufrechterhaltung der militärischen und und Flottenmacht begangen würden, zeigten, daß die britische Regierung nicht den aufrichtigen Wunsch habe, die Abrüstung herbeizuführen. So­lange die Regierung eine derartige imperialistische Politik fortsetze, bestehe keine Aussicht auf Ab­rüstung ober Sicherheit für den Frieden. Es sei die Gefahr vorhanden, daß jede Vereinbarung zwi­schen derartigen Regierungen über die Herabsetzung ober Beschränkung ber Rüstungen nur dazu bienen könnte, ein falsches Sicherheitsgefühl unter ben Ar­beitern zu erzeugen, inbem es ihre Aufmerksamkeit von der falschen und gefährlichen Politik, bie ver- olgt wird, ablenke. Es sei Pflicht ber sozialisti- chen Bewegung, dies durch die beharrliche Blaß­te l l u n g der imperialistischen P o l i t ik, bie triegsförbernb sei, zu verhindern. Die Zett fei für die internationalen Sozialisten gekom­men, um einen unnachgiebigen Standpunkt ge-

gendenKrieg einzunehmen durch eine vereinte Weltkampagne für bie allgemeine Abrüstung, burch gegenseitige Vereinbarungen und burch bie Or­ganisation des Widerstandes der Arbeiterklasse ge­gen jede Kriegsdrohung, einschließlich der Einstel­lung der Arbeit in den Schlüsselindustrien und der Weigerung, Kriegsdienste zu tun und Munitior. anzufertigen. Ferner sei kein wichtiger Schritt in ber Richtung auf eine Rüstungsbeschränkung wahr­scheinlich, wenn die russische Mitarbeit nicht gesichert werde. Die unabhängige Arbeiter­partei fordere daher, daß erneute Anstrengungen gemacht werden, um die Unstimmigkeiten zu be- heben, die bisher bie Beteiligung Rußlands Der» hinderten.

Erhebung in portugiesisch - Indien.

Nachrichten aus Goa (Portugiesisch-Indien) zufolge hat dort eine örtliche Erhebung stattgefun­den. Der Generalgouverneur ist von der Armee abgefetzt worden. Unruhen sind jedoch nicht vor­gekommen.

k)eideradad.

Reuter meldet aus Delhi: Die Berichte über ein angebliches Ultimatum der indischen Regierung an Nisam von Heiderabad sind übertrieben. Die Frage der Ernennung einer Untersuchungskommis- sion ober bie Abänberung ber Verfassung bes Staates Heiterabab ist nicht aufgeworfen worben. Die Wünsche in Bezug auf eine Verbesserung in der Verwaltung von Heiderabad sind non dem politischen Departement auf normalem Wege in­nerhalb ihres Aufgabenkreises vorgebracht worden. Eine amtliche Mitteilung über die Angelegen­heit ist in der kommenden Woche zuerwartLn

Zur Lage in China.

Wie bie Agentur Jnbo-Pacifice aus Peking meldet, ist das Hauptquartier der Muk- ben-Armee von Tiensin nach Peking ver­legt worben. Eine heftige Artilleriebeschießung sei seit zwei Tagen gegen bie Stellungen bes Passes von Nankau im Gange.