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W°r feine Heimat liebt, muß sie auch verstehen; wer sie aber . nur der n^imat Glück,

verstehen will, muß überall in ihre Geschichte zu bringen suchen.

Jatob Grimm. ®c,be

5. Jahrgang

Schlächtern * Juli 1913

Nummer 4

^ie Staüt rekrutiert sich immer aus bcm Laube. V Die Stadt wäre längst ausgestorben, verfault unb verpufft, wenn sie nicht neues Glut aus bcn Selbem bekommen hätte, was heute Staüt unb Hof ist, ist nichts als Lanü, üas vorgestern zum Staüt- tore hereingewanüert ist. Emerson.

/*ut sein will ich unb will glücklich machen, V will verwanüeln Leiü in Dank unb Lache». Last mich Sonnenschein vielen ivenschen sein, vast ein Segen walte, wo ich goß' unb schalte. Kutters.

Sommertag.

Jns Dickicht ist das Wild gezogen, Der Vogel schweigt im Fichtenbaum, Am Kelch der Blumen festgesogen, Regt sich der Schwärm der Immen kaum.

Stumm ist das All die Wäldermassen, Die Felsen sind in Blau getaucht;

Die satten Gluten, sie erfassen

Mit ihrer Kraft, was webt und haucht.

Und sonst kein Laut, kein Hauch, kein Schatten, Ein Weih nur, der im Blau sich wiegt.

Goldlicht - umlastet ruhn die Matten

Und lauschen wie die Sonne siegt.

Karl Stieler.

Kleine Freuden,

Matthias Claudius.)

Kommt, Kinder, wischt die Augen aus, Es gibt hier was zu sehn,

Und ruft den Vater auch heraus! *

Die Sonne will aufgehn ....

Was war doch derWandsbecker Bote", Matthias Claudius, für ein seltsamer Mann! Ein ganz ge­wöhnlicher Sonnenaufgang kann ihn zu einem langen Gedichte begeistern. Und dazu ein Sonnenaufgang im

norddeutschen Flachlande. Wenn er dieses Schauspiel wenigstens auf einem hohen Berge erlebt hätte! . . . Und blättert man in den Gedichten dieses Mannes weiter, immer wieder findet man die allergewöhnlichsten Dinge mit begeisterter Freude begrüßt: ein frugales Abendbrot mit Butter und Milch unter einem Baume, einen Spaziergang unter weißbereiften Bäumen, eine Morgenwanderung zu den Bauern auf das Feld. Oder