Wer seine Heimat liebt, muß sie auch verstehen; wer sie aber verstehen will, muß überall in ihre Geschichte zu dringen --suchen,----------- Jakob Grimm
filiert Memat.
-*- @ r f d) e i n t -*- ----------- in ------------ 8 K zwangloser Folge, 8 8
Mitteilungeil des Heimatbundes, Uerem für Heimatkunde u. Heimatpflege im Kreise Zchlüchtern.
Nr. 2.
Sdjlüdjtern
Zuli 1908.
Wohl oft fand ich, was Aug' und Heiz ergötzte, Doch nie, was meine Heimat mir ersetzte!
(Sobenftebt)
Nur eins ist, was ich bitte; Lass' Du mir ungeschwächt Der Väter fromme Sitte, Des Hauses heilig Recht!
(Uhland)
2hi den Acisbrunnen.
Acisbrunnen, Schmuck des Wnibes, Eingerahmt von grünem 2Hoos, Aus d i r schöpften meine Vater! An dir ruht' ich sorgenlos!
Bei d i r fand ich Ruh' und Frieden, Wenn in dichterischem Dränge Stille Einsamkeit ich suchte, Einzig lebend dem Gesänge. —
Auf dem Zweige singt der Vogel, Seife rauscht es in den Bäumen; Deines Baches sanft' Gemurmel Sabet ein zu süßen Träumen.
Schmerzlich zieht es in der ^rembe Auch nach d i r, geliebte Quelle. — Wann wird mir nach langem Wandern Ruh' und Rast an dieser Stelle? —
Dein gedenk' ich in der Ferne 1 Zu d i r will mein Fuß enteilen; Unter deiner Eichen Schatten 2Höd?f ich wieder einmal weilen.
Sebe wohl, mein Acisbrunnen, Silberstrahl im grünen Bain; Von dir scheidend will ick rufen : „Fließe ewig klar und rein!"
Vorstehende Verse sind eine freie Uebersetzung (Uebersetzer uns unbekannt) eines Gedichtes des berühmten lateinischen Dichters der Reformationszeit, Petrus Lotichius Secundus, der aus Niederzell stammte und eigentlich Lotz hieß. Secundus ~ der Zweite, zum Unterschiede von seinem Oheim, dem Abte, der dre Reformation im Kloster einführte. Man nimmt an, daß erst durch dieses Gedicht jener Waldleil, der früher zum „Eichholz" gehört habe, feinen fremd klingenden Namen erhalten hat. Ueber die Bedeutung desselben erzählt man folgendes: Acis ist eigentlich der Held einer Liebesgeschichte aus dem grauen Altertume. Nach ihm sei eine Quelle auf der Insel Sizilien benannt gewesen, die lange vor Christi Geburt voll griechischen und lateinischen Dichtern als die schönste der ganzen -velt besungen worden sei. Diesen Namen, der allen Gebildeten feiner Zeit bekannt war, habe Lotichius auf die Quelle im Eichholze wegen ihrer Schönheit «vertragen. Der jetzige. Zustand der Quelle ist natürlich nicht der ursprüngliche, da die Bahnverwaltung einen Teil des Wassers abgeleitet hat; auch fehlte früher dre ganze Künstelei um die Quelle. Erwähnt fei noch der Kuriosität halber der erste Satz der Uebersetzung einer lateinischen Lebensbeschreibung unseres Dichters, vle sich im Jahre 1886 in einem Frankfurter Blatt fand: „Petrus Lotichius Sekundus stammt aus Solitarae am Drusenberge im Hannoverschen". Es mußte übersetzt werden: Er stammt aus Schlächtern (lat. Solitariae) am Drasenberge (lat. ad Druei montem) im Hanauischen (lat. Hanovia?.