Wer seine Heimat liebt, muß sie aud) verstehen; wer sie aber verstehen will, muß überall in ihre Geschichte zu dringen ------------suchen.------------ Jakob Grimm
^^ Erscheint ^- ------------ in ------------ & $ zwangloser Folge. K K
Eu^re Aemat.
Mitteilungeil des Heimatbundes, Uerei» für Heimatkunde n. Heimatpflege im Breife Zchlachtern.
Nr. 3.
Schlächtern
Oktober 1908.
Ja, nichts Süßeres gibts, als das Heimatland and die Eltern, Wenn auch Einer ein Haus von Wohlstand blühend, bewohnt, Aber entfernt in fremdem Gebiet und getrennt von den Eltern.
H o m e
Wenn du noch eine Heimat hast, So nimm den Ranzen u.den Stecken, Und wandre, wandre ohne Rast, Bist du erreicht den teuren Flecken.
Alb. Träger.
Scblücbtmi.
Sei gegrüßt, ich sich' dich wieder, liebes sommerliches Tal, Heimat meiner Jugendträume, wo in ungemeßne Räume Phantasie mich aufwärts trug! — — -
Nahe Hügel, ferne Berge, heller Bach durch Wiesengruud Um die uralt traute Stätte schlingen sie die Wunderkette, Die, seit früher Kindheit Tagen: Wahrheit, Märchen, fromme Sagen,
Poesie in reicher Fülle mir gleich Perlen dargebracht . Hoch die schlanken Klostertürme auf zum Sommerhimmel streben,
Und die Klänge ihrer Glocken mich wie Stimmen traut umschweben . . .
Singen, schwingen, tragen Kunde von des Glaubenshelden Zeit,
Als die Stätte heilgem Zwecke ward von Bonifaz geweiht! Und sie singen und sie sagen, wie in sturmbewegten Tagen
Dort LotichiuS seine Treuen friedlich hin zur Wahrheit führte
Und sein Kloster reformierte.
Trauten Stimmen auch zu lauschen, wo die alten Buchen rauschen
Auf des „Acisbrunnens" Höh,
Zieht's im Traum selbst mich zur Stelle, hin zur silber- klaren Quelle,
Die von „Einst" mir rieselnd singt.
Jugendglück, das mich entzückte, Jugendschmerz, der mich bedrückte,
Raunt in Waldesmärchen-Weise Acisquell mir leise, leise.
Von den Höhen dort zu sehen weit in das geliebte Land Lockt Erinn'rung und sie reicht mir freundlich ihre Führerhand.
Und vorbei an Aehrenfeldern wandern wir aus Wieseuwegen !
„Weißt du noch?" so flüstert's leise hie und da mir froh entgegen. . .
Und ich nicke und ich wandre, weiter, weiter zieht's mich fort,
Hin, wo hoch die Mauerreste sturmgewohnter grauer Beste Träumen von Vergangenheit.
Von dem Helden, dort geboren, dein Poeten, auserkoren Für den Kampf um Wahrheit, Licht!
Auf! wo einst des Ulrich Hütten erstes Morgenrot getagt, Der im Wappen durfte tragen stolz das Wort: „Ich hab's gewagt!" Jeanette B r a m e r.