Wer seine Heimat liebt, muß sie auch verstehen; wer sie aber verstehen will, muß überall in ihre Geschichte zu dringen
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Jakob Grimm
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Mitteilungen des Heimatbundes, Verein für Heimatkunde n. Heimatpflege im Kreise Schlächtern.
Ur. 12.
Schlächtern
Oktober 1910.
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Die Familie ist die Quelle des Segens und Unsegens der Völker.
Dr. M. Luther.
Die Uicknskerge und ihre Umgebung in Sage und Geschichte.
Vertrag des Bibliotheksekretärs W. Jacobi hn Vereine für hessische Volkskunde und Mundartenforschung zu Kassel am 26. Januar 1910.
Der Gebirgszug, welcher vom Dammersseld in der Rhön ausgeht und sich in verschiedenen Höhenabstufungen westwärts bis zum Distelrasen zieht, ist die Verbindung zwischen der Rhön und dem Vogelsberg, zugleich aber auch die Scheide zwischen den Gewässern des Mains und der Fulda und dies oftmals in so auffälliger Weise, daß man von ein und demselben Standpunkt aus das Rieseln der Duellen nach den verschiedenen Stromgebieten beobachten kann. Aber nicht als Wasserscheide allein ist dieser Gebirgszug anzusehen, sondern auch als Scheide der Mundarten, denn während nördlich von ihm alsbald der Fuldaer Dialekt auftritt, entwickelt sich nach der entgegengesetzten Seite immer zunehmend die Hanauer Mundart. Der niedrigste Teil jenes Höhenzuges ist der Mottener Berg, den Hauben- wald mit den Vorbergen des Dammersfelds verbindend, der höchste Punkt dagegen die Breitefirst, ein Hochplateau zwischen den Dörfern Gundhelm, Oberkalbach und
Heubach. Von diesem Hochplateau läuft ein breiter Bergzug, mit seinen Abhängen das rechte Ufer der Schmalen Sinn berührend, nach Süden. Hier liegen, angrenzend an die Breitefirst, die ausgedehnten Forsten des Großen und Kleinen Rickus, oder um die Lage mit zwei bekannten Orten zu bezeichnen: zwischen Elm und Brückenau. Ein frischer, tiefgründiger Basaltboden erzeugt hier die herrlichsten Buchenbestände, so wie mir sie in Hessen, vielleicht in ganz Deutschland, nicht schöner wiederfinden. Schlank, glatt und astrein streben die einzelnen Stämme zu mächtiger Höhe und liefern so ein herrliches Material für Werk- und Geschirr- Holz, was aber in früherer Zeit für die dortige Gegend um so wertvoller war, als gerade im oberen Teile des hessischen Sinntales eine große Anzahl von Holzarbeitern wohnte, die sämtlich mit dem Bezüge ihres Holzes auf die Staatsforsten angewiesen waren. Die mächtige Bergbildung, das Rauschen der Buchen, saftige Wiesen, springende Quellen und rauschende Büchlein geben im Frühjahr und Sommer der Gegend ein wunderbares Gepräge, während der Winter streng, aber auch nicht ohne Reize dort einkehrt.
Die Bezeichnung Rickus ist abzuleiten von Rickus, dem Wassergeist, mittelhochdeutsch Richus. Die älteste