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13, Jahrgang. Schlächtern / Januar-februar 1^21 Hummer 1/2

TT\er sich Nerrschast nnmnßt über feine Brüder, sät und erntet Unheil. Die Seele des Knechtenden wie die des Geknechteten verdirbt.

Marie von Lbner-Lschenbach.

'T'radi verlorenen Schlachten kann man noch die sdiBnsten " Siege gewinnen, aber die schlimmsten Niederlagen holt man sich aus Siegesräuschen.

Smil Gott.

Schonung,

Schonung! - Wo über Vergesweiten sich junggrüne Tannenpstanzungen breiten, wo junger Wuchs die flächen bedeckt, da flehn, vom Waldwart breit ausgefleckt, Tafeln, draus wie ein Bittgebet, wie ein Schutzbefehl das WortSchonung" steht.

Schonung! - das prägt sich ganz eigen ein! Das ruft; Geh nicht durch die Tännchenreihn 1 Wanderer, bedenke die Schritte jetzt, Solch ein blutjunges Däumchen ist bald verletzt! Schone den stieben der grünen Schar! Es ist etwas um sie gar wunderbar.

Es ist Jugend--Jugend, die heil und still zu kräftiger Mannheit wachsen will!

Die grünkransen Köpfchen nahe der Erden, wollen hochragende Häupter werden, die Stämmchen Stämme, voll festem Mark,

Jahrhunderten trotzend, stolz und stark, schaltend, kühlend, Hochwälder webend, ihren Wert nach dem Tode noch weiter gebend. Solch ein edler Waldbaum, wie lebt er fort!

Schonung! Wohl dem, der das Warnewort auch sieht, wo's kein Waldwart groß ungeschrieben: über allen jungfeinen Sprossen und Trieben, über allem Schutzlosen; allem Kleinen, über allen Unschuldvollen und Keinen, was zukunstsdurstig zum Lichte blickt! - Solch junges Leben ist bald erstickt! Solch frohes Wachstum ist bald zertreten.

Um Schonung! Schonung! wird still gebeten für alle Köpfchen, unzählig schier, nicht nur im fröhlichen Waldrevier!

fridn Schanz.