Mitteilungen des Heimatbundes, Verein für Heimatkunde u. Heimatpflege im Kreise Schlächtern
2. Sondergabe an die Mitglieder 1911.
Ost und West, daheim das Best, Und hast du's draußen noch so gut; Nord und Süd, das Glück erblüht Nur in des Hauses stiller Hut.
Dieffenbach.
Die Eandesberrfcbaften von Salmünfter bis i« dessen Vereinigung mit dem Kreise SKlüchiern.
(Zur Einweihung des neuen Kreisbaufes am si. Ittai wo)
Der Sitzungssaal des neuen Kreishauses zu Schlüch- tern ist geschmückt mit den Wappen jener Regenten, welche ehemals in den einzelnen Teilen des Kreises ihre Besitzungen hatten. Es befindet sich darunter auch das Wappen des Hochstiftes Fulda, nämlich ein schwarzes Kreuz in weißem Felde. Zum Fuldaer Gebiete gehörten die Aemter Salmünfter, Sannerz und Uerzell. Im folgenden soll nun ein geschichtlicher Ueberblick gegeben werden über die verschiedenen Regierungen, unter denen das Fuldische Amt Salmünfter gestanden hat, bis es mit dem Kreise Schlüchtern vereinigt wurde.
Salmünfter oder Salchenmünster, wie es in den mittelalterlichen Urkunden gewöhnlich heißt, begegnet uns geschichtlich zuerst in der zweiten Hälfte des neunten Jahrhunderts, da der Erzbischof von Mainz, Luitpert, auf Ersuchen des Abtes Sighard von Fulda am 20. Oktober 885 (?) die Kirche zu Ehren unseres Herrn Jesus Christus und der Apostel Petrus und Paulus
entweihte '). In derselben Quelle finden sich auch, nach Weise der fränkischen Markbegrenzungen, die Grenzen des ehemaligen Kirchspiels Salmünfter angegeben, das sich zu beiden Seiten der Kinzig ungefähr in der Form eines Vierecks hinzog von Steinau bis gegen Orb und von Sotzbach bis Kressenbach. Das Gebiet bei Salmünfter selbst soll ein Graf Stephan dem Abte Hugo von Fulda im 9. Jahrhundert gegen einen Ort Criechesfeldt (?) vertauscht haben. Zum Schutze seines entlegenen Landesteiles baute dann der Abt Heinrich von Erthal i. I. 1253 auf der Ecke des Bergrückens, an welchem die Täler der Salz und Kinzig zusammenstoßen, auf dem sogenannten Stolzen- berge, die von den Feinden bereits einmal zerstörte Burg wieder auf. Als Burgmannen werden genannt die von Eppenstein, von Jazza, ein Graf von Batten- berg und seit 1328 ein Friedrich und Frowin von Hütten, die als erbliche Burgmannen den Familiennamen von Hütten zum Stolzenberg annahmen2). Die von Jazza oder Josia waren auch in Sal-
]) Dronke, Traditiones cap. 15.
2) Landau, Hess. Ritterburgen III.