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Wer seine Heimat liebt, muß sie auch verstehen; wer sie aber verstehen will. muß überall in Ihre Geschichte zu bringen -----------suchen,-- Jakob Grimm
Erscheint — in --
8 8 zwan.Noscr Folge, $ *
Mitteilungen des Heimatbundes, Verein für Heimatkunde n. Heimatpflege im Kreise Zchlüchtern
Nr. 16.
Schlüchtern
Oktober 1911.
Laß Dich nicht anfechten, sie hätten uns den Herrgott weggenommen- So inächtig ist keiner, daß er das kann; so mächtig bist nur Du selber.
Rosegger.
Mir JauSM.
Wir Bauern, das lassen wir uns nicht nehmen, Wir brauchen uns nicht des Lebens , zu schämen. Und sind wir Knechte der Arbeit nur, Wir kommen bem heimlichen Glück aus die Spur.
Wir wissen, wie's der Frühling meint, Wenn seine Sonne den Anger bescheint; Wir hören im Wald der Käfer Gesumm, Das Herz will singen, der Mund bleibt stumm.
Wir Bauern schaffen mit schwerer Hand, Wir halten Sturm und Wetter stand. Wir sehn, wie der Hagel die Halme fällt — Der Acker wird schweigend neu bestellt.
Wir schau'n nicht weit nach Ost und West, Wir hangen am Heim, wir hangen am Nest. Der Hütte Zauber, des Ackers Schweigen, Sie sprechen zu dem nur, dem beide eigen.
Wir Bauern, das soll uns keiner nehmen, Wir brauchen uns nicht des Lebens zu schämen. Das heimliche Glück gibt heimlich nur, Doch wandelt es gern auf einsamer Flur.
A. Huggenberger,
Heimweh.
Die Heimat dieses Wortes soll die Schweiz sein. Friedrich Kluge verfolgt') seine Geschichte zurück bis auf das Jahr 1678, doch findet sich das Wort nach neueren Forschungen schon 15 Jahre früher in Schottels „Teutscher Hauptsprache" (Braunschweig 1663). Dort steht nämlich
Heimmaht, Heimwehe, davon jener starb. Heimsehnen anxie Domum cogitare.
Die Sache selbst, die das Wort bezeichnet, ist zweifellos so alt wie die Menschheit. Vermutlich haben schon die ersten Menschen daran gelitten; denn wer sein Paradies lassen und meiden muß, der kriegt — Heimweh. Homers „Odyssee" zeigt uns Helden, dies überfällt, und das Alte Testament läßt uns aus gar manchem Blatt Menschen schauen, die seinetwegen nicht zur Ruhe kommen können. Dort sehen wir einen fern der Heimat das müde Haupt auf einen Stein betten; sein Heimweh stillt das Wort: „Ich will dich wieder herbringen in dies Land"! Und als derselbe Mann als Greis wieder die Heimat verlassen muß und an der Landesgrenze opfert, ist ihm ein Wort ähnlichen
1) Zeitschrift für deutsche Wortforschung, Bd. ls, ®. 234 ff.