12. Jahrgang
freiheit ist gute Kost. fordert aber einen guten Hingen.
Wilkeno.
Schlüchtern / 1IIai--Juni 1^20 Nummer 5/6
zftefäisdites Christentum ist ein größerer fein» des echten wie das fieiöentum; wie eingebildeter ‘Reichtum viel ärger ist als Prmut IDilkens.
Vauernsonntag,
Sonntagsruhe, DorsessttUe, Rind und Knecht und Magd sind aus, Unterm Herde nur die Grille Musizieret durch das Haus.
Tür und fenster blieben offen, Denn es schweigen Lust und Wind, Jn uns schweigen Wunsch und Hoffen, weil wir ganz im Glücke sind.
selber rings, — ein Gottessegen Hügel auf- und niederwärts, Und aus stillen Gnadenwegen Stieg auch uns er in das Herz.
Theodor fontane.
Der Menschen Leben.
3*^16 die Kosaken — das Wort bedeutet aus »^deutsch „Raubritter" — vor etwas über 100 Z -^Jahren als „Freunde" in Frankfurt waren, sollen sie angefangen haben, die Judengasse zu plündern und Frauen und Mädchen über die Straße zu verfolgen. Die Geängsteten rissen in ihrer Not die Falltüren auf, die sich gleich hinter den Haustüren in fast allen Häusern befanden. 3 Kosaken stürzten hinab und brachen das Genick. Ratlos ordneten die Jsraeliten in ihrer Angst eine Deputation ab an den General und Kosakenhauptmann Tschernrtschew, der
im „Roten Hause" Quartier hatte. Der General empfing sie freundlich, ließ sich den Sachverhalt vortragen und erklärte: „Der Kaiser, mein gnädigster H err, hat mir m ei n e Ko saken ni cht zu gezählt". Damit war die Sache erledigt.
Ein anderes Bild: In der Klinik herrscht Totenstille. Eine schwere Operation steht bevor. Die Aerzte - man hat sogar einen berühmten Chirurgen kommen lassen - erscheinen aus der Badestube, in schneeweiße Mäntel gehüllt. Sie setzen die Kappen auf, die den ganzen Kopf umschließen, die nur dem Auge