Wer seine Heimat liebt, muß sie auch verstehen; wer sie aber verstehen will, muß überall in ihre Geschichte zu dringen -----------suchen,------------ Jakob Grimm
Erscheint ------------ in ------------ H H zwangloser Folge. H K
Mitteilungen des Heimatbundes, herein für Heimatkunde u. Heimatpflege im Kreise Sdjlüdjteni.
Nr. 6.
Schtüchteru
April 1909.
O pflegt das Heimgefühl in euer« Kindern!
Der Jugend beste Pflanzstatt ist das Haus.
(Sturm).
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Von der Burg Gronau und ihren Bewohnern.
Wenn wir uns auf der Straße von Mottgers her dem Dorfe Altengronau nähern, erblicken wir am Eingänge desselben, rechts am Abhänge des Frauenbergcs, ein Gebäude, das durch seine Größe und massive Bauart auffüllt. Die Nordseite wird von zwei runden Ecktürmen begrenzt, denen auf der Südseite zwei mächtige Strebepfeiler entsprechen. Es ist das Schul- Haus der Gemeinde. Aber wir vermuten, daß das nicht seine ursprüngliche 'Bestimmung war, und die Geschichte gibt uns recht.
Altengronau war seit uralter Zeit der Sitz eines Hauptstammes des reichsfreien fränkischen Adelsgeschlechtes der Herrn von Hütten. Ein Alexander war es, der um die Mitte des 16. Jahrhunderts sich daselbst einen neuen Burgsitz erbaute und der Begründer einer Nebenlinie des Altengronauer Hauptstammes wurde. Das heutige Schulhaus ist diese neue Burg. Im Jahre 1548 finden wA ihren Erbauer und . seine Brüder Wolf und SBuiiian im Streit mit dem Grafen Philipp III. von Hanau, der huttensche Untertanen
Die Heimatliebe ist die stärkste, immer sich erneuernde Quelle des Patriotismus^ und in der Liebe zur angestammten Heimat weiß sich auch der ärmste Bauer eins mit feinem Herrscherhause.
(Peter Rosegger).
widerrechtlich mit Steuern belegt hatte, und es schien, als sollte das Brennen, Plündern und Totschlagen, das aus gleichem Anlässe ein halbes Jahrhundert vorher zwischen Hanau und den Hütten gewütet hatte, von neuem beginnen. Aber diesmal lenkte man zu rechter Zeit ein. Beide Parteien unterwarfen sich einem Schiedsgerichte, das zu Gunsten der huttenschen Brüder entschied. Weitere bemerkenswerte Nachrichten über Alexander sind nicht vorhanden. Doch kennen wir Jahr und Tag seines Todes. Seine Nachkommen haben ihm 1579 ein Denkmal errichtet, das heute noch erhalten ist. Treten wir in die Altengronauer Kirche ein! Der aufmerksame Beobachter hat schon bei der Betrachtung von außen wahrgenommen, daß nicht alle Teile derselben so neu sind, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Chorraume befinden wir uns im ältesten Teile des Gebäudes, Denken wir uns von der östlichen Giebelwand etwa 1V- Dieter rechts und links weggenommen und den Rest zu einem Bau mit quadratischem Grundriß ergänzt, so haben wir die alte Kapelle, um deren Patronat sich anno 1379 Hanau und Ulrich von Steckelberg stritten. Sie war in erster Linie eine Totenkapelle derer von Hütten. Hier fand auch Alexander seine Ruhe. Sein Denkmal steht an der