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Keine Heimat ohne heim

Se lcht jedes Haus ist ein Heim, manches sogar eine Hölle". Und zwischen Heim undHölle" gibt es Stufen des Wohlbefindens und der (Qual. Wer Jugend betreut, weist von dieser irrt Grunde gar nichts, wenn er nicht weist, wo und wie sie daheim ist. In der Heimat wurzelt die Sielte. zu Volk und Vaterland' Entwurzelte werden leicht Entfremdete. Zerstört wird jedes heim durch Gottesferne, Hatur= ferne, Arbeitslosigkeit und Hunger. 3unt größten Elend unserer Tage gehört, daß Menschen heimatlos werden, ohne die Heimat je verlassen zu haben. Die Familie stirbt nicht selten durch! den Verlust des Heims!Niemals wäre ich auf die schiefe Ebene gekommen", sagte eine Zuchthäuslerin,wenn ich nur jemals einen Raum mein eigen genannt hätte wie diese kahle Zelle!" Ein wirkliches Heim muß zweierlei möglich machen: Man muß darin Ge­mein f ch a f t haben, aber auch! allein sein kän- Nen. Vater Bodelschwingh schuf in seinen Alters- ^heimen den Siechen und Lebensmüden Kleine Stub- chen, von denen sie sagen durften:hier bin idf da­heim, und hier kann ich für mich sein!" Der alte Meister in Menschenliebe wußte, was er tat. Es

gibt keine Gemeinschaft ohne Abstand,' denn wo die Ehrfurcht und Rücksichtnahme sterben, stirbt auch die Liebe. Ein Heim in kalter Pracht kann trotz Eckchen und hundert Deckchen und frommer Wand­sprüche eine Herberge heimatloser fein; denn die Be­wohner bauen das heim, nicht die Maurer, Zimmer- leute und Weißbinder. Die rechte Mutter ist die rechte Seele des Heims. Ist sie es, dann haben auch! die Dienstboten im Hause Sonnenschein. Gb ein Haus ein Heim ist, erkennt man am schnellsten an den Kindern und Riten im Hause. Erscheinen diese ge- ,duckt und bedrückt, so hat nicht jeder im Hause seine Lektion gelernt, wie Martin Luther ver­langt. Wer ein heim hat, verschließe es nicht dem Einsamen und verlassenen. Es gibt kein besseres Werbemittel unter ihnen und Jugendlichen für den, der nicht hatte, wohin er sein Haupt legte, als das Eintauchendürfen in ein echtes christliches Heim. Doch was Liebe und Gottesfurcht mit Füßen tritt oder mit Schmutz bewirft, braucht auch die Liebe nicht zu dulden und nicht einzUlassen ins eigene Heim. Sie darf es sogar nicht.

Gg. Stemm tg